#Titel Forum / Leserbriefe / Jürgen Klawitter 07.02. #Logo gadget39:Pinsel/AG.Leserbrief #Font topaz 8 #C21 JÜRGEN KLAWITTER * Südendstr. 28 * 12169 Berlin 7.2.99 Hallo Andreas, #C10 Moin, Jürgen ! Das ist ja mal eine ganz unerwartete (und daher besonders erfreuliche) Wortmeldung in diesem Forum ! #C21 zunächst mal vielen Dank an dich und die anderen Beteiligten für das Zustandekommen von Gadget #38. Ich freue mich immer, wenn wieder eine neue Ausgabe eintrifft und ich dabei trotz Nichtbeteiligung nicht mal für die Portokosten aufkommen muss. ;-)) #C10 Solange es neue "Next"-Versionen gibt, bin dabei allerdings definitiv ich der große Gewinner :) Für alle, die es interessiert, sei ein Hinweis auf Jürgens neuesten Genie-Streich gestattet: Version 2.5 des Textanzeigers "Next" kann nun sogar als HTML-Offline-Browser eingesetzt werden. Listen, Schriftstile, Links werden mühelos in ASCII-Elemente umgewandelt und angezeigt. Dass das Programm ganz nebenbei noch der vermutlich beste Textanzeiger für alle Amigas ab AmigaOS 2.0x ist, bedarf wohl keiner gesonderten Erwähnung mehr. #C21 Ich lese die meisten Gadgetausgaben ziemlich selektiv (Editorial, Forum, Jokes&Stories). So ist mir entgangen, dass du erwägst, die Texte in HTML zu wandeln und sie durch einen Browser anzeigen zu lassen. Meine Meinung: Wenn Gama/Toki die jeweilige Workbenchscreenauflösung übernehmen würde, wäre es völlig ausreichend. Wäre die Wandelung nach HTML nicht ziemlich aufwendig und müsstest du nicht von deinem Prizip, OS1.3-kompatibel zu bleiben, abweichen? Oder gibt es Browser für OS 1.3, die inline images anzeigen können? #C10 Letzteres ist genau das Problem. Von der 1.3-Kompatibilität möchte ich definitiv nicht abgehen. Deswegen hat sich hier auch noch nichts getan. Zur ersten Anmerkung: Wenn Gama/Toki die Workbenchauflösung übernimmt, kann beim Layout nicht mehr von festen Seitengrößen ausgegangen werden. Das bedeutet, dass auch bei dieser Alternative eine Art "Hypertext"-Sprache herauskommen müsste - nur dann eben erneut auf einer proprietären Basis, die für die Online-Version wieder in einem weiteren "Arbeitsgang" in HTML gewandelt werden müsste. Daher würde ich eben am liebsten schon beim "Gadget" selbst auf HTML setzen. Ich habe da auch schon eine Idee - nur bislang eben nicht die Zeit, sie in die Wirklichkeit umzusetzen. Im übrigen existiert schon seit einem Jahr eine Testversion von "GaMa2", mit der bestehende "Gadget"-Ausgaben auf einem beliebigen Bildschirm und ab Kick 3.x auch in einem Fenster auf der Workbench angezeigt werden können. Dabei wird allerdings nach wie vor mit den bestehenden Bildschirmmaßen gearbeitet, d.h. auf einer 1280x1024-Workbench wirkt das ganze etwas klein... #C21 Von den Beiträgen in #38 hat mich besonders das Interview mit Markus Illenseer interessiert, schmunzeln musste ich über "Announcing the BOOK": ein genialer Trick, den Computerfreaks diese Hardwareplatform schmackhaft zu machen! über die Zukunkt des Built-in Orderly Organized Knowledge device braucht man sich keine Sorgen zu machen. Ob das auch für den BRIEF (Best Readable computer Independant Erasable Form) gilt? #C10 :) #C21 Was Markus Illenseer zur Zukunft des Amiga sagt, entspricht auch meiner Meinung. Er, der Amiga nämlich, hat keine. Alles was an Verlautbarung über geplante Betriebssysteme und Hardwareplattformen von Tyschtschenko & Co. kommt, langweilt mich inzwischen. #C10 Wenn man sich der humoristischen Komponente des ganzen zuwendet, können die Luftblasen aus dem Amiga Int./Inc.-Hauptquartier aber dann doch immer wieder sehr kurzweilig sein. Und zur Not führt dann eben die/der DAUG eine neue Polonaise durch die Arena der Amiga-Öffentlichkeit an. #C21 Hinsichtlich der Schwächen des Amiga stimme ich nur teilweise zu. Sicher ist er zu langsam, und darin sehe ich auch neben dem zu geringen Angebot an professioneller Software den Hauptnachteil. Die relativ geringe Geschwindigkeit der 6800xx-Prozessoren ist in vielen Fällen für meine Begriffe noch ausreichend. Spürbar wird sie nur bei bestimmten rechenintensiven Operationen, wie z.B. Raytraycing, Entkomprimieren von JPEG-Bildern etc. Aber warum zu wenig Speicherkapazität? Der Amiga kann $7FFFFFF Bytes Speicher adressieren, das sind 2047 MB. Auf der Haupplatine kann man zwar nur 16 MB unterbringen, aber es gibt ja Steckplätze. Amigas mit mehr als 100 MB gibt es, wenn meine Erinnerung mich nicht täuscht. Die Feststellung von Markus, dass das Betriebssystem des Amiga nicht sicher genug sei, kann ich aus eigener Erfahrung auch nicht nachvollziehen. Wenn ich während der Entwicklung eigener Programme Abstürze oder Deadlocks erlebt habe, dann lag der Fehler immer bei mir. Völlig fehlerfrei ist kein größeres Programm und damit auch kein Betriebssystem. Im Vergleich mit Windows schneidet der Amiga immer noch gut ab. Nach einer Veröffentlichung in c't enthält Windows 95 rein statistisch betrachtet über 100 000 bugs, Windows NT sogar noch mehr. Und das nach mehreren Debugdurchgängen! #C10 Ich bin mir nicht sicher, ob Markus das mit dem "sicheren Betriebssystem" meinte. Da er aus der *ix-Welt kommt, könnte er vielleicht auch auf Multiuser-Fähigkeiten und vernetzungsspezifische Probleme angespielt haben. #C21 Zum Schluß noch eine Reaktion auf Hajos Beitrag "Mein Amiga". Hallo Hajo, sei auf diesem Wege gegrüßt! Unser privater Briefkontakt ist ja leider abgerissen - warum eigentlich? Mein Amiga ist ein A4000/030 mit 2MB CHIP, 2MB FAST RAM, 80 MB Festplatte und CD-Laufwerk (4-fach). Wie man sieht, habe ich die Hardware kaum erweitert, weil das für meine Zwecke eigentlich reicht. Einen 68040 und einige MB Speicher mehr werde ich mir demnächst noch zulegen. Die Festplatte ist trotz der geringen Kapazität erst zu 60% ausgelastet. Ein großer Teil davon besteht aus Texten und Sourcecode. Mit Software bin ich so spartanisch ausgestattet, dass eine Aufzählung gar nicht lohnt. Ich benutze den Amiga hauptsächlich zum Schreiben, Lesen und Programmieren. Zum Schreiben reicht mir DME, zum Lesen nehme ich Next. Fürs Programmieren brauche ich den A68k und diverse Debuggingtools (SnoopDos, MemWatcher, Lens, DT, Xoper etc. sowie diverse Eigenentwicklungen). Ein Directory-Programm à la DirOpus brauche ich gewöhnlich nicht und wenn doch, dann benutze ich das Uraltprogramm "Browser" von Peter da Silva. Meist arbeite ich mit der Shell in Kombination mit ConMan. Ein nicht unwesentlicher Teil meiner Festplatte wird von PasTeX eingenommen. Nach der Installation von LaTeX habe ich mich einige Zeit damit beschäftigt, fand es dann aber doch zu kompliziert. Wenn man nicht regelmäßig damit arbeitet, braucht man unverhältnismäßig viel Zeit, um wieder reinzufinden. Aus diesem Grund ist auch aus der seit Jahren geplanten Installation von LaTeX2e nie etwas geworden. Das wär's für heute. #C10 Ende gut, alles gut. Schöne Grüße nach Berlin !