#Titel Lifestyle / Musik / Marillion: Radiation #Logo gadget38:Pinsel/AG.Lifestyle #Font Losse 16 #C31 marillion - radiation #Font topaz 8 #C21 Nach langer Vorankündigung im Internet und Spannungsaufbau über dasselbe Medium durch die Bandmitglieder selbst, die Aussagen wie "Es wird ein völlig anderes, untypisches Werk", hier verbreiteten, erschien nun das Album "Radiation" der Artrocker von Marillion. Die Besetzung ist nach wie vor sehr konstant, in den nun 18 Jahren ihres Bestehens gab es nur zwei wirkliche Umbesetzungen, Drummer Mick Pointer verließ nach dem Erstlingswerk "Script for a jesters tear", 1983 die Band. Viel spektakulärer war der Weggang von Frontmann und Sänger "Fish" 1988. Er hatt bis dahin mit seinem theatralischem Charisma und seiner ausdrucksstarken Stimme die Band ausgemacht. Zumindest nach außenhin war er Marillion, der Rest der Band wurde (zu Unrecht) eigentlich mehr als Begleitband angesehen. Aber zunächst, (und dies ist eine subjektive Meinung), schien sich zu bestätigen, dass die Band den Weggang Fishs nicht verkraften könnte. Sie suchten sich mit Steve Hogarth einen völlig anderen Sänger und (wieder subjektiv) konnten mit "Seasons end", der ersten Fish-losen CD nicht überzeugen. Doch über die Jahre entwickelten sie sich weiter, brachten Meisterwerke wie "Brave", "Afraid of sunlight" und "This strange engine" hervor, und heute ist Steven Hogarth längst die anerkannte Stimme Marillions. So hat es sich im nachhinein als richtig erwiesen, nicht eine Fish-Kopie, sondern einen anderen Peformer zu suchen. Nun gut, genug der Historie, jetzt zum neuem Werk "Radiation". Den Anfang macht "Costa del Slough", ein 1:30 langes Stück Krach.....das allerdings am Ende mit dem akustischen Bluesfragment schon die Richtung vorgibt! "Under the sun" ist dann ein typischer Marillion-Kracher, schwere Drums treffen auf rockige Gitarren und Keyboards wie zu besten Artrockzeiten untermalen diesen Track. "The answering mashine" schließt sich nahtlos an, ist etwas langsamer vom Tempo, und. wie passend, Hogarths Voice wurde so entfremdet, dass sie wie durchs Telefon klingt! Der nächste Track fängt mit der langsamen Pianoeinführung dann die ruhigere Stimmung ein. Hier treffen wir dann das erste Mal auf den das Album bestimmende Rythm'n'Blues-Rhythmus. So ist "Three minute boy" ein sehr einfühlsamer Song mit erstklassiger Instrumentierung. Zum Ende hin explodieren sie dann, und das Outro mit seinem Stimmgewirr erinnert mich doch stark an gewisse Beatles-Platten! "Now she´ll never know" bringt den nächsten Bluessong, diesmal mit akustischer Gitarre begonnen.....dann stimmen die Keyboards ein und dazu Hogarths kratzige Stimme....der Mann ist für den Blues geboren. Auch hier gibt es zum Schluß kleine Soundspielereien, die alle Tracks des Albums verbinden. Diese führen uns in das elektronisch begonnene "These chains". Es beginnt sehr sphärisch und setzt den Blues fort. Perfekte Gitarren plus Piano (Hanky Panky?!?). Das ganze wird dann kraftvoller und gibt Hogarth erneut die Möglichkeit, sein Können voll unter Beweis zu stellen. Ab der Mitte setzen dann schwere Drums ein und es gibt die volle Bluesladung via Herrn Rotherys Gitarrenarbeit, und man staune.... (elektronische) Violinen! Nun folgt mein persönlicher Favorit, und vielleicht der untypischste Song, den Marillion je aufgenommen haben. "Born to run" ist der pure Blues, der richtige Takt, das Gefühl in Hogarths Stimme, die Instrumentierung. Und das wirklich überzeugende Solo von Rothery.....Leute, macht das Licht aus und schnappt Euch Eure Freundin oder Frau und losgetanzt....wunderschön! Dieser Song erinnert mich im übrigen ein wenig an eines der besten Roger Waters Soloalben, "The pros & cons of Hitch Hiking", das auch ein Bluesalbum war! "Cathredal Wall" ist ein mit viel electronic und dissonanten Gitarren gespickter Uptempo-Song, nicht übel, er weckt nach "Born to run " wieder auf, zerstört aber irgendwie die Atmosphäre! Ich mag den Song, aber hätte ihn irgendwo anders plaziert, egal! Nun kommt das 10-minütige Schlußlied......"A few words for the dead". Und das ist wirklich anders. Die ersten Minuten sind rein elektronische, Ambiente und indisch klingende Melodien. Die elektronischen Bläser erinnern mich übrigens stark an einen Song der "Legendary Pink Dots", bzw. an die indische Phase der Beatles, dann stimmen langsam Gitarren und Rhythmus ein, und es entwickelt sich ein ruhiges Artrockwerk! Zu diesem Song kann ich nur sagen....das könnte die Zukunft des Artrocks sein. Zusammenfassend sei gesagt: Bravo, Marillion, im Gegensatz zu einigen anderen Artrockern seit Ihr nicht stehengeblieben, kommt mit neuen Ideen ohne Euch zu verleugnen oder verkaufen zu wollen! Weiter so und ich freu mich auf das Konzert im November. Wenn ich Punkte verteilen müßte: 9,5 von 10! #C31 (W. Kabsch)