#Titel Politik / Gesellschaft / Hartnäckige ... #Logo gadget34:Pinsel/AG.Politik #Font topaz 8 #C10 #Y+50 der folgende artikel erschien in der 14. ausgabe unseres jugendmagazins spunk. weitergehende verbreitung/verwendung nur mit einverständnis der autorin, nadine köster. ciao, - holgi - #Seitenende #C31 ------------------------------------------------------------------------------- #Font Losse 16 Hartnäckige Atomkraftgegner jetzt enteignen? #Font topaz 8 #C10 // Über eine Gesetzesnovelle und deren mögliche Folgen #C31 ------------------------------------------------------------------------------- #C10 von Nadine Köster #C21 Nach den Aktionen gegen die Einlagerung der letzten Kastoren in das Gorlebener Endlager wurde nur noch wenig im Zusammenhang mit Atomkraft gemeldet. Doch am 24. Juni kam der Stein wieder ins Rollen. Einem Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zufolge liegt in Bonn ein Entwurf für eine Novelle des Atomkraftgesetzes vor. Der Gesetzesentwurf soll die Freigabe des Gorlebener Salzstocks für die Endlagerungserkundung erwirken, die der Atomkraftgegner Andreas Graf von Bernstorff, der anteilige Rechte an dem Stock hat so hartnäckig verweigert. Trifft dieser Bericht tatsächlich zu, bedeutet das wohl das endgültige Aus für die Energiekonsensgespräche. Nach Aussage des niedersächsischen Regierungssprechers Uwe-Karsten Heye zumindestens werden weder Niedersachsen noch andere SPD-geführten Länder bei diesem Zug mitziehen. Wie im Wendland, so stieß der Bonner Plan auch bei Atomkraftgegnern im weiteren Umkreis auf schärfste Kritik. Sollte der Gorlebener Salzstock wie Bonn immer betont hatte doch "ergebnisoffen" erkundet werden. Abzuwarten ist jetzt, ob dieser Plan nur ein Bluff bleibt, wie Niedersachsens Umweltministerin Monika Griefan vermutet oder ob diese Novelle wirklich durchgesetzt werden kann. Sollte letzteres geschehen muß die Regierung wohl oder übel wieder mit starkem Wiederstand rechnen. So scheinen die Streitereien um Gorleben kein Ende zu nehmen. Wieviel Geld man von Seiten der Politiker wohl noch in diese Sache hineinstecken will, um den eigenen Willen durchzusetzen? Fraglich ist auch, ob man diese nicht zuletzt durch die zahlreichen Blockaden der Atomkraftgegner in die Höhe getriebene Summe nicht besser in die weitere Erforschung anderer umweltfreundlicherer und weniger Gefahren beherbergender Technologien hätte stecken sollen, mit denen wir die Atomkraftwerke und vielleicht auch einige andere eher umweltbelastende Energieerzeugungsformen bei Zeiten mal ersetzen können, ohne den Strompreis gleich erheblich in die Höhe zu treiben. Statt dessen wird aber an der Kernenergie festgehalten, so daß weiterhin immer mehr atomarer Müll entsteht, der zur Lagerung irgendwelchen Orten, wie zum Beispiel Ahaus oder eben Gorleben etc. "aufs Auge gedrückt" werden müssen, was durch die anhaltenden Proteste auch nicht kostengünstiger wird. Aber man hat eben sehr viel Geld in derartige Kraftwerkparks investiert, wovon einige sich voraussichtlich erst in den kommenden paar Jahrzehnten rentieren werden. Da kann man jetzt natürlich nicht plötzlich umsatteln, oder? Unsere heutigen Volksvertreter müssen die Spätfolgen ihrer Entscheidungen schließlich auch kaum mehr tragen. Die Verantwortung, die wir gegenüber den uns nachfolgenden Generationen haben, wird scheinbar völlig vergessen. Mal ganz davon abgesehen, daß nicht nur die politisch Verantwortlichen sondern die Gesellschaft insgesamt weitgehend immer mehr dazu neigt, sich nur darum zu kümmern, daß es einem selber gut geht. Jegliche Aufmerksamkeit wird allzuoft lediglich den Dingen zugewandt, die unmittelbar die eigene Existenz bedrohen oder Einschränkungen des Konsums bzw. Luxuses verheißen. Geht Wirtschaftlichkeit heute also über alles?