#Titel Aktuell / Apple und die MacOS-Lizenznehmer #Logo gadget32:Pinsel/AG.Aktuell #Font Losse 16 #C31 Apple und die Mac OS Lizenznehmer #Font topaz 8 #C21 Ismaning, 17. September 1997. Apple Computer Inc. hat das bisherige MacOS Lizenzmodell im Hinblick auf die ursprünglich angestrebten Ziele hin überdacht. Neue Absprachen mit den bisherigen Lizenznehmen waren überdies notwendig geworden, da weder Mac OS 8 noch die CHRP-Architektur mit den bestehenden Lizenzverträgen abgedeckt waren. Apple hatte zwei Gründe, das Betriebssystem zu lizenzieren: die Kunden sollten zwischen verschiedenen Herstellern und Modellen wählen können und der Markt für die Mac OS-Plattform sollte ausgeweitet werden. Obwohl sich immer mehr Hersteller unter die Lizenznehmer einreihten, konnte mit dem bestehenden Business-Modell insbesondere letzteres nicht erreicht werden. Zwar vergrößerte sich dadurch die Auswahl an Rechnermodellen, doch wurden diese vorwiegend an die bestehende Apple-Kundschaft vertrieben, anstatt neue Kundenkreise anzusprechen. Die fehlende Verbreiterung der MacOS-Plattform wird anhand folgender Zahlen deutlich: Im Kalenderjahr `94 wurden ca. 4.000.000 Macintosh verkauft, 1997 werden es inklusive der MacOS-kompatiblen ca. 3.500.000 Einheiten sein. Die Lizenzgebühren, die Apple von den Lizenznehmern bekommt, können die Aufwendungen für Entwicklung, Entwicklerbetreuung und Plattform-Marketing für Mac OS anteilsmäßig nicht kompensieren. Tatsächlich hat Apple auf diese Weise jeden Mac OS-kompatiblen Rechner massiv subventioniert. Das Szenario hat keine Gewinner: Apple als Hauptträger der Plattform konnte nach dem bisherigen Lizenzmodell nicht wieder profitabel agieren. Dies ist jedoch Voraussetzung für den weiteren Fortbestand der Mac-OS-Plattform als Ganzes. Nach langwierigen Verhandlungen trafen Apple und die Vertragspartner deshalb einige wichtige Entscheidungen: * Am 2. September übernahm Apple Computer das Kernvermögen der Power Computing Corporation im Wert von 100 Millionen Dollar in Apple-Aktien. Zu den übernommenen Aktivposten gehört das Recht, Mitarbeiter mit besonderen Kenntnissen in den Bereichen Direct Marketing, Distribution und Engineering zu übernehmen; die Kundendatenbank von Power Computing (ca.200.000 Anwender); und die Lizenz zur Distribution des Mac OS Betriebssystems. Power Computing wird seinen Namen beibehalten und PCs auf Basis von Intel-Prozessoren vermarkten. Der Verkauf von Mac OS kompatiblen Computern läuft bis zum 31. Dezember 1997. Apple wird den Mac OS Support für Power Computing-Kunden übernehmen und Power Computing wird weiterhin den Hardware- und Gewährleistungsservice vornehmen. * Am 8. September einigten sich Apple Computer und die UMAX Computer Corporation, die vorwiegend in Märkten in Europa und Asien präsent ist, MacOS 8 auf UMAX Computern auszuliefern. Diese Lizenz bezieht sich nicht auf die Common Hardware Reference Platform (CHRP) und ist bis Juli 1998 gültig. * Am 11. September kündigte die Motorola Computer Group, eine Einheit der Motorola Inc., an, Ende 97 aus dem Geschäft mit Mac OS kompatiblen Systemen auszusteigen. Apple und Motorola haben eine besonders starke und verläßliche Geschäftsbeziehung. Apple kauft pro Jahr für rund 300 Millionen Dollar Halbleiterprodukte bei Motorola. Beide Unternehmen werden weiterhin eng bei der Weiterentwicklung der PowerPC-Prozessoren zusammenarbeiten. * Auch IBM Microelectronics hat sich entschieden, das Mac OS Geschäft nicht weiter zu verfolgen. IBM hatte selbst nie Mac OS kompatible Modelle auf den Markt gebracht, jedoch zwei Sub-Lizenznehmer - Tatung aus Taiwan und Akia aus Japan - gewonnen. Beide Unternehmen hatten an der Entwicklung von Mac OS Rechnern nach dem CHRP-Design gearbeitet. IBM setzt die Entwicklung der PowerPC-CPU-Familie, nicht nur für Desktop-Systeme, sondern auch für Supercomputer und Embedded Systems fort.