#Titel Politik / Greenpeace / Protest gegen Kahlschlag #Logo gadget30:pinsel/AG.Politik #Font topaz 8 #C10 Presseerklärung vom 22.5.1997 #Font Losse 16 #C31 Greenpeace protestiert im kanadischen Regenwald gegen Kahlschlag #Font topaz 8 #C21 British Columbia, 22.5.97: Greenpeace-Aktivisten aus Deutschland, Österreich und Kanada verteidigen seit der vergangenen Nacht den kanadischen Regenwald gegen den Kahlschlag durch den Holzkonzern Western Forest Products, eine Tochter des Doman-Konzerns. Acht Aktivisten haben sich auf Roderic Island, British Columbia, an die Holzeinschlagmaschinen gekettet und den Kahlschlag im Great Bear-Regenwald zum Erliegen gebracht. "Schützt den Regenwald der Bären" steht auf einem Transparent, das an den Maschinen hängt. "Wir dürfen der weiteren Zerstörung des Great Bear-Regenwaldes nicht tatenlos zusehen", sagt Greenpeace-Kampagnenleiterin Tzeporah Berman vor Ort. "Wenn Holzkonzerne wie Doman ihre Pläne umsetzen, wird dieser einzigartige Regenwald in weniger als zehn Jahren für immer verschwunden sein." Wie Greenpeace-Recherchen zeigen, hat der Doman-Konzern seit 1995 in 96 Fällen die Waldnutzungsregeln von British Columbia mißachtet. Auf Roderick Island ist Doman bereits in fünf verschiedenen Regionen tätig und beabsichtigt offensichtlich, in weitere bisher unberührte Gebiete vorzudringen. Ein Teil des Holzes aus den kahlgeschlagenen Regenwaldgebieten wird zum Papiervorprodukt Zellstoff verarbeitet und exportiert. Neben den USA und Japan ist die deutsche Papierindustrie der bedeutendste Abnehmer des Zellstoffs aus British Columbia, allen voran die großen Papierfirmen Stora-Feldmühle, MD und Haindl, die unter anderem Zeitschriftenverlage und Versandhäuser beliefern. Auch Hoechst und andere Chemiekonzerne verarbeiten Doman-Zellstoff. Um der Zerstörung der letzten Regenwald-Wildnis Einhalt zu gebieten, fordert Greenpeace von den deutschen Papiererzeugern und -verbrauchern, keinen Zellstoff von Firmen zu kaufen, die in den noch unberührten Regenwaldgebieten einschlagen oder dies planen. Der Great Bear-Regenwald erstreckt sich entlang der zentralen Küstenregion der Provinz British Columbia und ist eines der letzten großen zusammenhängenden Regenwaldgebiete in den gemäßigten Breiten. Das jetzt vom Kahlschlag bedrohte Areal dient Schwarz- und Grizzlybären als Rückzugsgebiet. Der schneeweiße Kermode- oder Spirit-Bär kommt sogar ausschließlich in dieser Region vor. Aktuelle Satellitenaufnahmen des World Resource Institutes zeigen, daß über die Hälfte des Regenwaldes der gemäßigten Breiten schon abgeholzt wurde. Er gilt inzwischen als stärker gefährdet als die tropischen Regenwälder.