#Titel Tests / Software / Shapeshifter
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#Font Losse 16
#C31
Shapeshifter,
#Font topaz 8
#C10
ein Macintosh Emulator für Amiga Computer

#C21
Die Zeiten sehen für einen Amiga-Freak nicht gerade rosig aus, wenn es darum
geht, up to date Software für seine Freundin (Amiga ist ein spanisches Wort
und bedeutet Freundin, Anmerk. des Herausgebers) zu finden. Zwar gibt es noch
einige Entwickler die den Amiga mit guter Software unterstützen, doch wenn man
Software wie MSOffice, StarOffice oder Netscape benutzen möchte, dann hat man
schlechte Karten. Doch ist der Amiga für sein Emulationstalent bekannt. So
kann man C-64-, Windows- oder Unix Software ohne weitere Hardware benutzen.
Diese Lösungen sind zwar kostengünstiger als Hardware-Karten (z. B. . Pentium
Steckkarten) haben aber meist eine schlechtere Performance wie z.B. PC-Task,
ein Software 286 Emulator (bald auch 486).

Da ein 68k Mac jedoch die gleiche Prozessorfamilie wie der Amiga benutzt, und
es keine weiteren Customchips zu emulieren gibt, liegt der Fall beim
Shapeshifter anders. Der Shapeshifter ist ein reiner Software-Emulator. Er
wird über eine komfortable Oberfläche gesteuert, in der man folgende
Einstellungen treffen kann: Art der Grafik (Farbtiefe, Auflösung,
Amigagraphik, Graphikkarte, ein oder zwei Monitor System.) Datenträger
(2 Filedisks in einer Amigapartition oder 2 echte Festplattenpartitionen,
auch Wechselplatten) Diskettenlaufwerke (DD oder HD Laufwerk)
Speicherzuteilung, Schnittstellen (der Parallelport wird als zweite serielle
Mac Schnittstelle eingebunden) Netzwerk und sonstige Einstellungen (Maus, Ton,
ROM Schreibschutz). Desweiteren läßt sich ein Amiga SCSI Host Adapter direkt
vom Mac aus ansprechen. Als Audio-Ausgabe kommt 4 Kanal 8 Bit zum Einsatz. Das
Testgerät ist ein Amiga 4000 Eagle Tower mit 68040 Prozessor 25 MHZ,
16 MB FastRAM 2 MB Chip Ram, 500 MB Partition für MacOS, ein IDE CD-ROM (quad
Speed), eine CyberVision64 Graphikkarte mit 2 MB ein DD und ein
HD-FloppyLaufwerk. Als Betriebssystem kommt System 7.5.1 und ein 1 MByte ROM
eines Quadras 700 zum Einsatz. Mit Speedometer lies sich 98 Prozent der
Leistung eines Quadra 700 (25 MHz) ermitteln. Auch die FPU wird im System
eingebunden. Da die MMU des Prozessors vom Shapeshifter selbst in Beschlag
genommen wird, fällt die virtuelle Speicherverwaltung des MacOS weg. Mit der
CyberVision64 ist es möglich, die Graphik des Mac in 8, 16 und 24 Bit ohne
Umrechnung laufen zu lassen, da sie der Chunky-Pixel Graphik des Mac
entspricht. Bei Benutzung der original AmigaGFX Chips ist eine Umrechnung
nötig, die den Bildaufbau extrem verlangsamt (abhängig vom Prozessor). Das
IDE-CD-Rom kann nicht als eigentliches CD-ROM eingebunden werden (nur bei
SCSI Laufwerk). Es wird vielmehr als Wechselplatte eingebunden. In der Praxis
ist das jedoch fast unbedeutend (keine Audio CDs). MacOS 7.5.3 oder höher
läuft erst ab der Shapeshifter-Version 3.5. Im Test wurde 3.4 benutzt.

In der Praxis kann man fast vergessen, daß man einen Amiga unter den Fingern
hat. Es gab kaum Software, die sich nicht zum Arbeiten bewegen ließ. Selbst
Spiele liefen ohne Murren. Getestet wurde Doom I und II, Marathon I und II,
DarkForces, PGAGolfIII sowie unzählbare Shareware Spiele (unter anderem die
Games For Fun II). Auch Anwendungssoftware lief zumeist tadellos. Lediglich
bei Cubase läßt sich kein MIDI Gerät ansprechen und der T-Online Decoder ist
im Test ununterbrochen abgestürzt. Ansonsten läßt sich ein Modem mit FreePPP
und Netscape oder mit Z-Term problemlos ansprechen. Mit PowerPrint kann man
auch jeden herkömmlichen parallelen Drucker zum Arbeiten mit dem Mac bewegen
ohne eine weitere Hardware zu benötigen. (Getestet mit Nec-P6-Pinwriter und
HP-Deskjet 690C.)


#C31
Fazit:
#C21
Besitzt man die oben genannte Hardware, die wie ich meine auch bei einem
Amiga Standard sein sollte, so kann man sich für 50,-DM Registrierungsgebühr
einen vollwertigen MacOS-kompatiblen Rechner beschaffen. Lediglich das
Beschaffen der ROM-Datei (man muß das ROM eines echten Macintosh mit einem
mitgelieferten Programm auslesen) und das Installieren des MacOS stellen
eine kleine Hürde dar. Besitzt man einen 68060 Prozessor mit 50 MHZ, hat
man sogar den schnellsten 68k MAC, den es je gegeben hat. (Marathon im
FullScreen HiRes war kein Problem bei einem meiner Amiga-Kollegen.)

Alles in allem eine reife Leistung von Christian Bauer, dem Autoren dieses
leistungsfähigen Emulators.

#C10
                                                                        (OS)
