#Titel Tests / CD / Amiga Plus CD ROM Extra No. 4/96 #Logo gadget26:pinsel/AG.Tests #Font Losse 16 #C31 Test: Amiga Plus CD ROM Extra No. 4 / 96 #Font topaz 8 #C10 Genre : FD-Kollektion Herausgeber : ICP Verlag Preis : 19.80 DM Titel : Amiga Plus CD ROM Extra No.4/96 #C21 Im Kampf um Marktanteile bei den kleinen Silberscheiben mit den gewaltigen Informationsmengen mischt seit Anfang 1995 der ICP Verlag kräftig mit. Die CD-ROMs des Verlages sind nach der ebenfalls aus dem Nürnberger Unternehmen kommenden Monatspostille "AmigaPlus" benannt und liegen in der Regel alle zwei Monate für 19.80 DM in bunten (und im Vergleich zur plastiktütenverwendenden Konkurrenz anerkennenswert umweltfreundlichen) Pappverpackungen am Bahnhofskiosk und ähnlichen Einrichtungen zum Kauf aus. Im Zuge des von SAT1 stark beworbenen TV-Startes des "StarTrek"-Ablegers "Voyager" ist nun etwas außer der Reihe dieser achtwöchigen Pubilkationen eine "Extra No.4/96"- CD-ROM erschienen, deren thematischer Schwerpunkt eben die von Gene Roddenberry geschaffene Welt um die Sternenflottenraumschiffe Enterprise und Voyager bildet (nachdem es schon "Extra"-CD-ROMs zu den Themen "Videonachbearbeitung" und "Spiele" gegeben hatte). Dringt der Käufer mit dieser CD-ROM nun in FD-Welten vor, die nie ein Amiga-Anwender zuvor gesehen hat. Oder steckt hinter der schönen Fassade nur Geschäftemacherei, die zahlungswilligen Trekkern/Trekkies den Griff zur Geldbörse erleichtern soll ? Der Doppelklick auf das nach wie vor häßliche "AmigaPlus-CD-ROM"-Standardicon gibt den Blick auf ein wunderbar übersichtliches Rootverzeichnis frei. Der "Bitte_Lesen"-Text zeigt ein paar Informationen zu der CD-ROM an, das "Erstelle_Assigns"-Icon führt eine Batchdatei aus, mit der ein paar Libraries der CD ins System eingebunden und ein paar Programmassigns hinzugefügt werden. Ärgerlicherweise wird nach der Abarbeitung dieser Stapeldatei automatisch der "Bitte_Lesen"-Text angezeigt, was spätestens bei der vierten Benutzung der CD-ROM äußerst ärgerlich ist. Die eigentliche Software der "Extra"-Silberscheibe steckt nun aber in den beiden Verzeichnissen "PD_&_Shareware" sowie "Star Trek". Riskieren wir zunächst einen Blick in das allgemeinere FD-Verzeichnis und halten so die Spannung auf den Flug ins Weltenall bis auf weiteres aufrecht... #C10 1. PD_&_Shareware: #C21 In insgesamt dreizehn Unterverzeichnissen verbergen sich hier mehr oder weniger neue FD- und Sharewareprogramme. Dabei enthält "Anti-Virus" neben den bewährten Standards "VT" (in Version 2.82), "VirusZII" (1.30), "Virus-Checker" (V8.04) und "VirusWorkshop" (V6.0) mit den Sharewareprogramm "SuperiorForces" aus dem schwäbischen Ravensburg (man merkt hoffentlich eine gewisse "Heimat"-Nostalgie :)), welches die Systemaktivitäten auf unbekannte Eingriffe durch Programme und ähnliches hin überwacht, auch einen interessanten Neuling auf der Jagd nach bösartigen Virenprogrammen. Dazu gibt es noch die Version 1.31 der "VirusScanList" sowie den "Xtruder" in Version 2.4 und den "VirusScanner" mit der Versionsnummer 3.1. Das nächste Unterverzeichnis trägt den Titel "Emulator" und widmet sich somit den Programmen vom Typ "Frodo" (V2.1), "Shapeshifter" (V3.4) und Konsorten. So gibt es neben Apple- und C64-Emulatoren auch solche, die Spectrum-, Oric Atmos- und TRS 80-Feeling auf 680x0er-Basis vermitteln helfen. Zur Aufmunterung dient ein "Windows95"-Scherzemulator - der Spott des Marktunterlegenen. Ein paar Konvertierungs- und Hilfsprogramme runden dieses Verzeichnis ab. Es folgen einige "Packer". Neben Version 42.71 der fast universell einsetzbaren "UnpackLib" und der nicht minder vielseitigen "xfd"-Packung in Version 1.13 finden sich hier Standards wie "Tar", "Zip" (dieses allerdings in einer nicht sonderlich frischen Version) und "Lzx". Aber auch GUIs für diverse Packer kann man hier finden - insbesondere auf eine eingeschränkte Demoversion des vielversprechenden "CruncherInterface"s und die nicht ganz so ausgereifte aber dafür voll verwendbare "CompressorControlBox" sei hiermit hingewiesen. Für Datenverarbeitungsfanatiker bietet sicherlich das Verzeichnis "Daten" ein El Dorado. Über 60 Softwarelösungen der verschiedensten Bereiche - und auch der unterschiedlichsten Qualität - finden sich hier. Thematisch wird dabei von der Video- und CD-Verwaltung über den Straßenplaner und die Tabellenkalkulation bis hin zu Astronomie- und Börsenprogrammen alles geboten, was des Datensammlers Herz begehrt. Als nicht mehr ganz so neues aber dennoch exzellentes Schmankerl findet sich auch Version 1.0 der universell einsetzbaren Datenbank "Fiasco" in diesem Verzeichnis (vgl. dazu den Test in AmigaGadget#23). Im Unterverzeichnis "Programmierung" befinden sich neben kleineren Tools auch große Programmierumgebungen wie das Oberon V4-System des Trios Ludwig/Nieder/ Degner und der Shareware-Assembler "Barfly" (V1.28). Interessant dürften auch noch der eigenwillige Assembler-Aufsatz "EZAsm" (V1.9) und der Disassembler "D68k" (V2.0.8) sowie ein kleiner Assembler-Kurs und die Developer-Packages von "MUI" (V3.3) und "ReqTools" (V2.4) sein. Was fürs Auge und die Workbench gibt es dann im nächsten Verzeichnis. "Icons" ist vollständig den kleinen Heiligenbildern gewidmet - neben einigen guten und sehr guten Sammlungen (RomIcons 9, Magic, MWB_Stuff 5.1, Iconographics 3.0) für die herkömmlichen ".info"-Dateien gibt es mit der Version 2 der "NewIcons"-Packung und der sie ergänzenden "BerzBench" (V1.1.c) auch eine Alternative zum gewohnten Look&Feel. "Dominique" ist eine kleine Sammlung von Comiczeichnungen einer hochauflösenden Konkurrenz zu "Rachel Racoon". Der komfortable Icon-Editor "Iconian" liegt in Version 2.97 vor. Ein paar Konvertierungstools und eine "MagicWBDemon"-Ergänzung ("Colorado") machen dieses Verzeichnis schließlich zu einer Fundgrube in Sachen WB-Verschönerung. Das "Grafik"-Directory enthält neben klassischen Anzeigeprogrammen wie "FastView" und der "SuperView"-Library auch zahlreiche Software für die verschiedenen Grafikkarten - über die Retina- und die Picasso-Karte bis hin zu den Standards EGS und CybergraphX wird fast jedes GraKa-System bedient.. Für Raytracing-Fans gibt es eine Demoversion des Shareware-Raytracers "RayStorm" sowie Version 2.2 des "Persistence of Vision"-Raytracers (siehe Test in "AmigaGadget"#10), welcher zusammen mit verschiedenen GUIs auf dieser CD-ROM vertreten ist. Auch der schnelle Mandelbrotgenerator "ChaosPro" (V3.0) sollte jedem Grafikenthusiasten zumindest einen Blick wert sein. Überhaupt sollte bei insgesamt 52 Softwareprodukten aus der Welt der Pixel für jeden etwas dabei sein. Amiga-Anwender, die das Glück haben, ein Kickstart 3.0-ROM ihren Rechner steuern zu lassen, können sich aus dem Verzeichnis "Datatypes" mit sieben halbwegs aktuellen Datatypes bedienen. Dabei gibt es die "klassischen" Datatypes für bestimmte Dateiformate wie PNG (das neue Grafikformat, welches als FD-Ersatz für GIF konzipiert wurde) oder TIFF (ein auf Macs und Suns recht verbreitetes Grafikformat), aber auch ausgefalleneres wie einen XPK-Sub-Datatype, der Dateien, die mit der xpk-Library gepackt sind, entpackt und dann erneut nach einem passenden Datatype fahndet, oder einen CLI-Datatype, der bisher allerdings "nur" den Inhalt von Archiven einiger Packer anzeigen kann. "Musik" ist der Titel des nächsten Verzeichnisses der AmigaPlus-CD-ROM und wie unschwer zu erraten ist, dreht es sich hier um Software, die Futter für die Ohren produziert - um es mal stilistisch mißlungen zu formulieren. Doch neben Playerprogrammen ("DeliTracker II" (V2.24), "HippoPlayer" (V2.23), "Play16" (V1.6), "OctaMEDPlayer" (V6.4)) gibt es auch Nischenlösungen etwa für MIDI-Freaks (der "MIDIpreter" ist ein kleiner Hack, der (angeblich - mangels MIDI-Hardware konnte das nicht überprüft werden) auf eingehende MIDI-Signale mit verschiedenen Effekte reagiert, "MIDIPlay" und "GMPlay" sind Playerprogramme für MIDI-Songs), Menschen, die gerne mit Sounddigitizern arbeiten ("AudioLab 16" bietet direktes Samplen auf Festplatte, "SFX" liegt in Spezialversionen für fast jeden Prozessortypen vor und mit der "Soundbox", von der nur eine eingeschränkte "Light"-Version auf der CD vorhanden ist, kann man problemlos erforderliche Nachbearbeitungen oder Konvertierungen vornehmen) und Komponisten, die schon immer mal unter dem Schriftsatzsystem TeX arbeiten wollten (die erforderlichen Fonts und Formate stellt "MusicTeX" zur Verfügung). Schon fast ein Klassiker ist das hervorragende, als Freeware veröffentlichte, Module-Konvertierungsprogramm "XModule" (V3.4), welches in jede FD-Sammlung gehört. Hat man genug von der Arbeit an den Bits und Bytes, so kann man entweder den insgesamt sechzig Minuten Musik der "InDeathOfDisco"-Compilation lauschen (was leider nicht im Multitaskingmodus möglich ist) oder sich vom deutschsprachigen "GuitarGuide" das Spiel auf der Gitarre beibringen lassen. Mark Knopfler läßt grüßen... Vom Vinyl und der Musik-CD geht es nun zu den CD-ROMs und anderen Computerdatenträgern. Das Verzeichnis "Disktools" enthält neben den üblichen Directorymanagern im Stile von "DirOpus" (z.B. sind Version 3.24 des "Filers" und Version 1.2.1 von "RO" vorhanden), den üblichen Audio-CD-Playern (hier seien der "CompactPlayer" V1.7, FJ Reicherts "JukeBox" (V2.1) und der "CeeD" V1.27 erwähnt) und den üblichen HD-Backupprogrammen ("ABackup" V5.11 und der "BackMan" V1.3 sind Shareware) findet man auch hier so manche Spezial-Lösung: "SSD" etwa verhindert das Herunterfahren des Laufwerkmotors von Toshiba-CD-ROMs, der "FloppyFix A1200" zeigt, wie Otto Normalverbraucher und -heimwerker die Probleme mit den internen Laufwerken bei A1200ern aus der Produktion von AmigaTechnologies beheben kann, der "Chunker" ermöglicht zusammen mit "DeChunk" das Splitten und Wiederverbinden großer Dateien und "Zartmanns Filerequester" ist ein Patch für den asl-Requester, der zwar gut aussieht, für den aber wohl kaum jemand die geforderten 20 DM Registrierungsgebühr bezahlen dürfte. Bei aller Wertschätzung für Filerequester... Neben vielen weiteren solcher kleiner und größerer Programme findet der interessierte Anwender in diesem Verzeichnis aber ein anderes Sharewareprogramm, das eine Registrierung - welche übrigens ebenfalls mit 20 DM zu Buche schlägt - wirklich wert ist: das AmiCDFS ist ein schnelles und mächtiges CD-ROM-Filesystem. Leider ist die hier vorliegende Version 2.9 (lies: 2.09) auch schon nicht mehr sonderlich aktuell (derzeit ist es V2.32). Nach diesen mehr oder weniger ernsthaften Anwendungen wartet nun in "Animation" eine kleine Abwechslung auf den Käufer der CD-ROM. Der "Space-Film" besteht aus insgesamt 11 Animationsdateien, wobei nur Speichermillionäre in den Genuß aller Filmchen kommen dürften: der kleinste hat einen Umfang von 2.5 MByte, der größte frißt ganze 20 MByte. Dafür ist die Qualität begeisternd und zeigt, daß zumindest unter erheblichem Ressourceneinsatz der Amiga grafisch noch durchaus nicht zum (ganz) alten Eisen gehört. Das "Netz" ist das Thema des nächsten Verzeichnisses der CD-ROM. Unter fast 80 Programmen aus dem Bereich Internet und DFÜ kann hier gewählt werden - von etablierter Software wie Olaf Barthels Terminalprogramm "Term" (V.4.6) oder einer Demoversion von Holger Kruses X11-Port "AmiWin" (was immer der im Verzeichnis "Netz" zu suchen hat) über kleine aber gute Tools wie das Shareware-UU-Utility "UUxt" (V.31) oder die FTP-Download-Hilfe "LazyFTP" (V0.9) bis hin zu neuen und vielversprechenden Programmen wie dem MUI-Mailprogramm "YAM" (V1.2) oder dem auch noch recht frischen, in Version 1.0 aber schon nicht mehr aktuellen WWW-Browser "AWeb". Und auch in diesem Directory gibt es so manches, was nicht unbedingt zum alltäglichen Rüstzeug des Amiga-Anwenders gehört, aber trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) durchaus interessant ist. So findet der Anbieter eigener WWW-Seiten in der "Arctangents-Web"-Sammlung Nr.2 zahlreiche Buttons, Patterns und andere Gestaltungselemente für den Einsatz im "WeltWeitWarten". Wer mehr als nur einen Amiga zuhause herumstehen hat, wird dankbar auf das "MagicParNET" (V1.1), eine mit deutschsprachiger Dokumentation ausgestattete Verbesserung des Klassikers "ParNET", zurückgreifen. Und Schwaben, Schotten und andere Kostenbewußte sollen mit dem "OnlineMeter" - MUI vorausgesetzt - über die beim Ausflug in die Datennetze anfallenden Telefongebühren auf dem Laufenden gehalten werden. Wer dennoch etwas für die Einnahmen der Telekom beitragen will, sollte sich im "Netz"-Verzeichnis mal in aller Ruhe umsehen. Er wird bestimmt etwas finden, womit sich die monatlichen Telefonkosten in die Höhe schrauben lassen... Doch wer glaubte, das "Netz"-Directory sei schon recht voll, wird über "Tools" nur noch staunend den Kopf schütteln können. Fast 90 verschiedenste Helfer aus allen Bereichen der Amiga-Anwendungen warten hier auf ihren Einsatz. Eine nähere Beschreibung würde den Rahmen dieser Vorstellung sprengen, es sei somit nur auf ein paar der Highlights hingewiesen: "Luminus" (V0.1 und V0.2 sind vorhanden) ist ein vielversprechender ANSI-Editor mit überzeugender GUI, die "ZShell" (V2.9) ist ein vollwertiger Ersatz für die Original-Shell, "NewMode" (V3.9) lenkt Bildschirme nach Wunsch auf eigene oder einstellbare um und wurde bereits von Phase5 für deren "Cybervision"-Grafikkarte lizensiert, "Executive" (V1.30) übernimmt die Task-Verwaltung des Amigas und gestaltet sie effektiver als das OS und der "Xoper" (V2.6 - vgl. Test in "AmigaGadget"#23) ist ein exzellenter und frei kopierbarer Systemmonitor. Programme wie "MUI" (V3.33), dessen Anwender-Teil hier zu finden ist, oder das "Killercommodity" "MultiCX" (V2.43) brauchen kaum mehr vorgestellt zu werden. Für die heitere Note sorgen der automatische Gedichtegenerator "A Season in RAM", "Steve Headroom" labert wie sein TV-Namensvetter "Max Headroom" belangloses Zeug daher und "Loves" (v1.0) berechnet die zwischenmenschlichen Chancen zweier Personen anhand deren Namen... Damit wäre dann das erste Verzeichnis auch komplett. Auf Spiele und Grafiken muß der Käufer diesmal genauso verzichten wie auf Diskettenmagazine (welche dann wieder auf der regulären AmigaPlus-CD-ROM zu finden sein dürften). Dafür bekommt er 450 MByte interessanter, zum Teil hervorragender, im großen und ganzen allerdings nicht mehr sonderlich aktueller FD-Software geboten. Aber deswegen hat man sich die CD-ROM ja vermutlich ohnehin nicht gekauft - nun werfen wir also endlich einen Blick in das Verzeichnis, das uns einen Blick in die unendlichen Weiten des Weltraums verspricht. #C10 2. StarTrek: #C21 In insgesamt 10 Schubladen stecken hier die Daten um Kirk, Picard, Sisko und Janeway. Das beginnt - wie könnte es anders sein - mit "Bilder"n. Diese sind nach Formaten in GIF-, IFF-, PIXEL- (wohinter sich witzigerweise ebenfalls IFF-Bilder verstecken) und JPEG-Bilder unterteilt. Die Qualität schwankt zwischen miserabel und hervorragend (die handgepixelten und -gerenderten Grafiken in "IFF-Bilder" sind jedenfalls mehrere Blicke wert) und auch die Thematik variiert stark - alle StarTrek-Serien sowie die Filme werden abgedeckt. Als Dreingabe gibt's noch ein paar - bereits von der "Meeting Pearls III"-CD bekannte - StarTrek-Pattern für die Workbench, sowie einige RandomDotStereogramme (vgl. Grundlagen-Teil in "AmigaGadget"#20) zum Thema "Raumschiff Enterprise". Ähnliche thematische und qualitative Unterschiede finden sich bei den "Animation"en. Und auch hier wird zum Teil "doppelt gemoppelt". Doch Ästheten werden zumindest bei den Filmchen im Unterverzeichnis "Space-Anim" auf ihre Kosten kommen. Eher historisch interessant sind dagegen die Animationen in "AGATron", die zwar sehr gut gelungen sind, jedoch lediglich die alten Standard-Grafikmodi nutzen und mithin im Vergleich zu aktuelleren Animationen zwangsläufig abfallen. Nach so viel - nur teilweise getrübtem - Genuß für die Augen gibt es nun auch noch etwas auf, bzw. für die Ohren. Das Directory "Sounds" steckt voller Samples aus den verschiedenen Serien. In "Sound1" liegt der Schwerpunkt auf Samples aus den deutsch synchronisierten Folgen, Fans des amerikanischen Originals werden in "Sound2" und - sofern sie sich eher für die "nächste Generation" interessieren - in "TNG-Sound" fündig werden. Inhaltlich reicht das ganze von Minis wie dem Geräusch eines Transporters oder eines sich verhüllenden "Bird Of Prey" bis hin zu einminütigen Dialogen (empfehlenswert sind z.B. "Sound1/sample02" oder "TNG-Sound/Datapoem.iff"). Wer schon immer auf der Suche nach einem kleinen ST-Jingle war, wird jedenfalls von den "Sounds" kaum enttäuscht werden. Im vierten Ordner des "Star Trek"-Verzeichnisses wartet nun auf den Weltraum-CD-Reisenden eine "Datenbank". Dahinter verbirgt sich Stefan Osterburgs "Trekkie" (V2.1), ein speziell auf die Verwaltung von StarTrek-TV- und Kino-Abenteuern zugeschnittenes Datenverwaltungsprogramm, das neben den herkömmlichen Funktionen einer solchen Informationensammelstelle auch einige kleine Extras, wie einen Check hinsichtlich sich überschneidender "Sternenzeiten" und ein (simples) Videokassettenetikettendruckprogramm (welch Wort!), zur Verfügung stellt. Leider fehlt das von Osterburg auch als FD zur Verfügung gestellte Datenfile "TrekkieData" (zu finden im Aminet unter /biz/dbase/), welches die Datensätze sämtlicher bisher ausgestrahlter StarTrek-Serien und -Filme enthält, so daß der Anwender wohl oder übel selbst in die Tastatur und die eigene Videosammlung greifen muß. Für Freunde des geschriebenen Wortes gibt es dann einiges im nächsten Verzeichnis. Dabei sind die "Texte_&_Infos" nochmals in drei Unterverzeichnisse untergliedert worden. "Allgemeine_Infos" enthält drei deutschsprachige Textdateien zu den unterschiedlichen Sternenflotten-Raumschiffen. Bei der Namensgebung der anderen beiden Unterverzeichnisse hatte wohl Murphy seine Hand im Spiel, denn im Directory "Spaß" stecken lediglich zwei englischsprachige Zusammenstellungen sämtlicher in "StarTrek" erwähnter Orte und geschichtlicher Ereignisse, während der staunende Anwender in "Startrek" bis auf je eine Episodenliste von "StarTrek-NextGeneration" und "DeepSpaceNine" ausschließlich (englische) Satiren und Kurzgeschichten zum Thema "StarTrek" findet. Wer allerdings glaubt, diese bildeten wenigstens ein umfassendes Archiv der im Internet verfügbaren "StarTrek"-Stories, sieht sich getäuscht. Die nicht mal 30 Unterhaltungstexte sind höchstens ein Appetitanreger, Höhepunkte des Genres wie die "Bartrek"-"Folge" fehlen hier leider. Besitzern des komplexen Zeichensatzeditors "Typesmith" und ähnlicher Softwareprodukte dürfte angesichts des "Fonts"-Verzeichnisses das Wasser im Munde zusammenlaufen. Mit den vier verschiedenen, qualitativ hochwertigen PS-Adobe-Zeichensätzen lassen sich sicherlich so manche schöne Sachen anstellen - wie etwa die Erstellung stilistisch stimmiger Videotitel für die "StarTrek"-Videosammlung. Mit dem Autorensystem "Helm" wurde der "Star-Trek-Info-Spot" erstellt, der das nächste Verzeichnis des "Star Trek"-Ordners füllt. Leider muß die Software auf dem Datenträger Schreibzugriffe durchführen, was auf CD-ROMs bekanntermaßen nicht ganz so einfach ist (ob's mit Ralph Babels "CD-WRITE" funktioniert, wurde nicht geprüft). Hat man das Verzeichnis aber auf einen beschreibbaren Datenträger, bzw. in die RAM-Disk, gezogen, kann man das technisch etwas schwachbrüstige, aber dafür mit erkennbarem Enthusiasmus erstellte Informationssystem nutzen. Neben der audiellen und visuellen Vorstellung einiger wichtiger "StarTrek"-Charaktere (besonders gelungen ist hierbei die als Zusatzinformation abrufbare Tortengrafik zu Captain Kirks Anbaggerversuchen) gibt es ein kleines interaktives Spielchen, sowie eine kurze "StarTrek"-History und die (völlig nutzlose) Möglichkeit, eine Bewerbung an die Sternenflottenakademie zu richten. Für die Spielefreaks gibt es dann in Ermangelung eines entsprechenden Verzeichnisses im generellen FD-Teil der CD-ROM wenigstens ein "StarTrek"- bezogenes "Games"-Directory. Doch die Freude wird recht bald getrübt, wenn man entdeckt, daß man die Spiele alle schon aus (zumeist erheblich) früheren Tagen kennt. So sind die beiden StarTrek-Simulationen von Tobias Richter, bzw. Eric Gustafson, die drei Quizspiele und das Taktikspiel "trek73" zwar nach wie vor sehr schön, aber technisch eben doch alles andere als "state of the art". (Dennoch ist es gerade bei den beiden erstgenannten sehr angenehm, diese mal auf einer Silberscheibe spielbereit installiert zu haben. Man weiß ja nie, wann einen das Kirk-Syndrom ("Mr.Sulu. Warp 5 !!") überkommt. Ach ja - für Fans des "Patience"-Spiels "KlondikeAGA" gibt es hier auch noch ein Kartenset mit leicht verkitschten aber durchaus gut gestalteten Motiven aus dem "StarTrek"-Universum. An die Besitzer eines der Renderingprogramme "Real3D", "Reflections" und "Imagine" richtet sich das nächste Verzeichnis, das für eben diese Programme "RenderObjekte" bereithält. Nicht _so_ aufregend. Der letzte Ordner der CD-ROM ist dann schließlich "Voyager", dem seit einigen Wochen auch in Deutschland laufenden jüngsten Sproß der "StarTrek"-Serien- Familie, gewidmet. Neben einer umfangreichen und ziemlich nichtssagenden Besetzungsliste sämtlicher "Voyager"-Episoden gibt es hier einmal mehr ein paar Unterverzeichnisse. "Bilder" enthält JPEG-Digi-Grafiken der Crewmitglieder, welche (die Bilder, nicht die Crewmitglieder) jedoch von nicht allzu hoher Qualität, sprich: niederer Auflösung, sind. In "Infos" finden sich deutschsprachige Kurzbeschreibungen der ersten zehn "Voyager"-Folgen, lediglich für Nummero zwei fehlt eine solche aus nicht näher erläuterten Grünen. Kurz heißt dabei übrigens wirklich kurz - den absoluten Minusrekord stellt die Beschreibung von Episode 6 mit unglaublichen 71 Bytes dar. Darüber hinaus hat es den Anschein, als wäre das ganze mal ein zusammenhängendes HTML-Dokument gewesen, sieht man doch noch ab und an Absatztags ("

")... Eine Kombination von Texten und Grafiken erwartet den angesichts der bisher äußerst schwachen Qualität des "Voyager"-Verzeichnisses dann im Ordner "Bilder&Text". Doch anstatt den Trekker zu entschädigen, verbinden sich hier Not und Elend zum Tiefpunkt der CD-ROM. Die paar englischsprachigen Kurzbeschreibungen von den Hauptcharakteren der Serie und den wichtigsten Lokalitäten des Schiffes sind zwar inhaltlich durchaus brauchbar (wenngleich auch wieder _sehr_ kurz), warum diese aber jeweils in ein Extrafile verpackt werden mußten, wird wohl ein Rätsel bleiben. Rätselhaft auch die Bilder. Denn nur wenig sind wirklich "neu" (und diesmal auch qualitativ gar nicht sooo schlecht) - die meisten kennt man schon vom vorletzten Verzeichnis. Daß hier exakt dieselben Grafiken in dieser unmittelbaren räumlichen Nähe zweimal verwertet wurden, ist schon ein wenig dreist. Aber andererseits auch durchaus faszinierend. Das Fazit zum "Star Trek"-Verzeichnis kann nur lauten: netter Versuch. Daß die auf dem CD-Cover angekündigten "wichtigsten Internet-Adressen - StarTrek im WorldWideWeb" zumindest nicht im "Star Trek"-Verzeichnis zu entdecken waren, soll nur am Rande erwähnt werden. Schwerer wiegt, daß sowohl die Grafiken als auch die Texte nur einen minimalen Bruchteil (und dabei noch nicht einmal unbedingt das Beste vom Besten) des für Computer existenten "StarTrek"- Materials enthalten. Für eine CD-ROM, die sich Roddenberrys Kultserie zum thematischen Schwerpunkt gemacht hat, ist das keine Glanzleistung. Dies gilt auch für das für die meisten Grafiken verwendete WB-Icon, welches nicht nur ziemlich häßlich, sondern auch unnötig groß ist. Daß die "Trekkie"-Datenbank ohne das zu ihr gehörende Datenfile ziemlich nutzlos ist und die Fonts beim "normalen" Anwender von Bitmap-Font-Applikationen (wie "DPaint" oder "Typeface") ebenfalls keine großen Begeisterungsstürme hervorrufen können, wird nur zum Teil durch das kurzweilige "Sounds"-Verzeichnis kompensiert. Wer sich die CD-ROM nur wegen des "StarTrek"-Schwerpunktes gekauft hat, dürfte im Ergebnis enttäuscht sein. Doch auch darüber hinaus gibt es reichlich Anlaß zur Kritik an dieser CD-ROM. So stimmen oftmals die Einstellungen (insbesondere die Pfadangaben) der "Standardprogramme" für Texte und Grafiken nicht, zum Teil wird die reguläre "AmigaPlus CD-ROM Nr.4" verlangt, zum Teil werden Applikationen gesucht, die nicht vorhanden und auch vom Assign-Skript nicht eingebunden wurden. Anwendern, die auf die Workbench angewiesen sind, wird das übel aufstoßen, genauso wie auch die Tatsache, daß der "Space-Film" im "Animationen"-Verzeichnis in einer Schublade ohne .info-Datei steckt. Auch Icon-Ästheten werden übrigens nicht viel Freude an der CD-ROM haben - schon im "Root"-Verzeichnis herrscht Unordnung. Aber das ist vielleicht auch nur das Ergebnis des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik. Erstaunlich ist unabhängig davon die offensive Vermarktung der "StarTrek"-Thematik. Ohne jeglichen Hinweis auf Paramount Pictures, immerhin Leistungsrechtsinhaber für sämtliche "StarTrek"-Namen und -Artikel, stehen schon auf dem Cover Picard, Riker, Data und Konsorten Model für den ICP-Verlag. Doch ganz egal, ob man in Nürnberg dafür wirklich die Lizenzgebühren bezahlt hat oder nicht - ein paar "kleine" hat es in jedem Fall getroffen. So verbieten einige FD-Autoren in ihren Anleitungen ganz eindeutig den Vertrieb auf CD-ROMs außerhalb der FredFish- und der Aminet-CDs (z.B. Peter Urbanecs "CeeD"). Aber vermutlich scheiterten diese Nutzungsbestimmungen am übergeordneten lex Reichert - ganz nach dem Motto lex superiori derogat legi inferiori.... Also außer Spesen nichts gewesen ? Nicht ganz. Denn das "PD_&_Shareware"- Verzeichnis ist ein schier unerschöpfliche Fundgrube guter und hervorragender FD-Software, die zum Großteil auch noch verhältnismäßig aktuell ist. Zumindest wenn man mit dem CLI/der Shell arbeiten und somit die Mängel der WB-Einstellungen umgehen kann, bekommt man hier 450 MByte fast vollständig direkt von CD-ROM startbarer FD-Software. In Zeiten wachsender Kritik an den Aminet-CD-ROMs stellt somit die "AmigaPlus"-CD eine ernstzunehmende Konkurrenz zu dem Produkt aus dem Hause Müller/Ossowski dar - zumal bei einem Preis von nicht einmal 10 Pfennig/2 MByte. Aminet-Boykottierern und ganz harten Trekkern sei der Kauf der CD-ROM mithin wärmstens ans Herz gelegt. Alle anderen sollten lieber zweimal drüber nachdenken, bevor sie sich später über eine unrentable Investition ärgern. Und der ICP-Verlag sollte sich auf seine Fähigkeiten besinnen und mehr Ressourcen auf die Aufbereitung der CD-ROMs verwenden - selbst wenn deshalb die Veröffentlichungszyklen verlängert werden müßten. Dann klappt's vielleicht auch mit dem Rezensenten.... #Pinsel gadget26:pinsel/an rechts