#Titel Lifestyle / Studium / Studienort: Münster #Logo gadget24:Pinsel/AG.Lifestyle #Font Losse 16 #C31 K wie Münster #Font topaz 8 #C21 Wenn es für die meisten sicher auch schon lange her ist, erinnert sich vielleicht die/der eine oder andere noch an seine ersten Gehversuche im Labyrinth des Alphabets - A wie Apfel, B wie Birne, und K wie Münster. Richtig gelesen, Münster schreibt man mit K. Zumindest virtuell. Man muß schon ein zweites Mal hinsehen, um das K in Münster zu finden, jedoch ist es in Westfalens Bistumsstadt allgegenwärtig. In einer der letzten Ausgaben des Gadgets habe ich auf Andreas' Drängen hin einen kurzen Artikel zum Kemie-Studium geschrieben. (Das Kemische Institut der WWU Münster genießt weit über die Landesgrenzen hinaus einen guten Ruf, nicht zuletzt durch seinen Begründer Wilhelm Klemm.) [Wahrscheinlich steckt auch in Andreas ein kleiner Chemiker, der dann und wann auszubrechen versucht. :) ] Heute bringe ich einen kleinen Bericht über die angenehmen Seiten des (studentischen) Lebens in der Stadt des westfälischen Friedens. Vorher jedoch einen kurzen historischen Rückblick. Wie eingangs schon erwähnt, regiert in Monasterium das K. Das war schon seit Jahrhunderten so. Wie z.B. mit K wie Kirche oder auch Krieg, Käfig und Kardinal. In Münster wimmelt es nur so von Kirchen - es sollen um die 60 sein. Seit jeher war Münster Bischofsstadt, und somit war es auch kein Wunder, daß im katholischen Münster eines der dunklen Kapitel deutscher Keschichte sein Ende fand: Die Unterzeichnung des "westfälischen Friedens", der das Ende des 30jährigen Krieges bedeutete. Außerdem hängen noch heute am Turm der Lambertikirche die drei Käfige, in denen Jan van Lejden sowie zwei weitere der damaligen "Wiedertäufer" ihr Ende fanden. In derselben Kirche am kopfsteinbepflasterten Prinzipalmarkt erhob denn auch in der Nazizeit Kardinal von Galen, genannt "der Löwe von Münster", quasi todesmutig seine Stimme gegen die Machthaber - nur eine noch höhere Macht kann bewirkt haben, daß kein einziges Parteimitglied ihm an den Karren fahren konnte und der Kardinal die Kriegszeit zwar nicht ganz unbehelligt, so doch unbeschadet überlebt hat. Doch zurück in die Gegenwart. Mit K wie Kino machen wir einen Sprung ins kalte Wasser und sind auch schon gleich bei einem wesentlichen Bestandteil des heutigen Münsters - wir sind nach Hannover die zweite Kinohochburg in Norddeutschland. (Süddeutschland interessiert ja eh niemanden ...) In sieben Lichtspielhäusern und darin 19 Kinos laufen z.B diese Woche 18 reguläre, aktuelle Kinofilme. Zusätzlich bieten die Programmkinos immer wieder eine Fülle von Klassikern, Kleinoden, Kommödien, Kunst- und Kulturwerken sowie manchmal auch kinematischen Klimbim, Müll und andere lanweilige Filme. Für den deutschen Film zumindest spielt Münster eine wichtige Rolle. Werke von SönKe Wortmann halten sich in Münster meist sehr lange - der "bewegte Mann" lief in Münster ganze 57 Wochen !! Auch Helge Schneider hat in Münster eine große Fangemeinde. Seine Filme ("Texas", "00Schneider") liefen in Münster länger als in den meisten anderen Städten. (Ich weiß allerdings nicht, ob das unbedingt für das münstersche Publikum spricht, oder eher dagegen ...) Studenten zahlen an der Kinokasse natürlich weniger, ein stadtübergreifendes Programmheft gibt es jeden Donnerstag neu und umsonst in jedem Kino: Roland und Metropolis am Hbf., Apollo und Fürstenhof am Marienplatz, New York an der Salzstrasse (fast ganztägig geöffnet, mit gutem ital. und chin. Essen und Kneipe !), und vorwiegend Programmkino zeigend, das Cinema an der Warendorfer Straße. Außerdem besitzt Münster eines der ältesten Kinos in Deutschland (Trotz Denkmalschutz frisch renoviert): Das Schloßtheater im Kreuzviertel. Auf der weiteren Suche nach Kino, Kneipe, Kunst und Kultur kommt man nicht an der Schwester der "KINO aktuell" vorbei - die jeden Mittwoch erscheinende "na dann". Verteilungspunkte sind die Kinos, div. Geschäfte in der Innenstadt sowie Mensa I und Mensa II. Aber vorsicht: It's cool man ! Die "na dann " ist sehr schnell vergriffen. So man dennoch ein Exemplar ergattert hat, weist sie einem sicher den Weg zu allen Veranstaltungen, die in der laufenden (Kino-)Woche stattfinden. [Die 'Kinowoche' geht von Do bis Mi.] Wem das nicht reicht, kann seine Zeit damit verbringen, die ebenso enthaltenen Kleinanzeigen zu studieren. Wäre da noch K wie Kneipe. Wer eine Kneipentour riskieren will, sollte in der Kreuzstraße beginnen (Blaues Haus, Pulcinella, Ziege, Cavete) und sich zur Jüdefelder Straße vorarbeiten (Destille, Copa Cabana, Havanna II, Schluckspecht). An der Grevener Straße findet sich, direkt neben der Germaniatherme, das "Jovel". ('Jovel' ist ein Begriff aus dem Münsterschen und bedeutet soviel wie cool oder prima. Gegenstück ist das Wort 'schovel'. Die Eingeborenen in Münster waren halt immer schon ein wenig sonderbar....) Im Jovel steigen immer irgendwelche Partys, Diskoabende, Konzerte etc. Wem das laufende Programm nicht gefällt, kann sich gleich nebenan in der Kneipe 'Leeze' (Münsteraner Begriff für Fahrrad) ein Bierchen gönnen oder im Billardcenter ein wenig Snookern. Wer nach einem Kinobesuch im Cinema an der Warendorfer Straße Durst verspürt, kann diesen im nahe gelegenen Cafe Kling-Klang löschen. Mittwoch abends trifft sich, was meint, Rang oder Namen zu haben, im Cafe del Arte, in der Königsstraße. Und wer am Morgen danach am Bahnhof vorbeikommt, kann im 'Fundus' seinen Brägen mit einem Frühstück 'Humphrey Bogart' (Kaffee, Whiskey, 1 Lucky Strike) wieder auf Touren bringen. Hier gibts nebenan übrigens die 'kulturschiene' und die 'Cascade', immer mit vollem Programm. Letzte Empfehlung ist das 'Gambrinus' in der Königstraße, neben dem Apollo-Kino. Hier gibt's für wenig Knete viel leckeres Schnitzel. Und ab 20:00 Uhr kostet das 0.2l Pils nur DM 1,60. (Naja, wem RolincK Schädelpils schmeckt....) Das nächste K steht für Kirmes. Oder, wie die Münsteraner sagen: 'Send'. Findet dreimal im Jahr auf dem Hindenburgplatz vor dem Schloß statt. Sehr zu empfehlen ist die PopKorn-Bude am Nordost-Ende des Send. Nicht ohne Grund ist dieser Stand der erste, der öffnet, und der letzte, der schließt - schon Donnerstag mittags stehen die Leute hier Schlange, da es hier das beste PopKorn weit und breit gibt. Ansonsten bietet der Send natürlich die üblichen Attraktionen zu den üblichen Preisen. Im Sommer trifft man sich außerdem bei K wie Kruse-Baimken. Dabei handelt es sich um eine Schankwirtschaft mit Biergarten, direkt am Aasee. Natürlich gibt es noch mehr Biergärten in Münster, wie z.B. am Pulverturm, aber hier hat man bei Überfüllung (des Biergartens) notfalls die Option, sich mit einem Krug (oder einem Karton von der nahe gelegenen TanKe) auf die Aasee-Wiesen zu setzen. Bei Überfüllung des Magens bieten sich die Grünanlagen zusätzlich an. Nun, ich denke, DAS reicht für einen Einblick in Münster. Auf Münster. Über Münster. Wer hier ein Studium beginnt und die 'na dann...' erst entdeckt hat, wird die schönen Seiten der Stadt sehr schnell entdecken. Nur sollte er den Eingeborenen etwas aus dem Wege gehen. Ein anderes mal vielleicht mehr über Westfalens Metropole. Ich geh' jetzt ein Bierchen trinken, in meiner (natürlich oben nicht genannten) Lieblingskneipe. =:-) #C10 Dez.95 - Apr.96, #C31 B. Künnen #Y-10 #C10 , diesel@uni-muenster.de