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Pius Nippgen, Bergstr.12, D-6657 Gersheim 8,  Tel.06843/1522 ab 18.30
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VIRUS-CONTROL V2.0 - Bedienungsanleitung
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Hallo Amigafreunde,

VIRUS-CONTROL V2.0 ist das zur Zeit mit Abstand leistungsfähigste
Anti-Virus-System.
VIRUS-CONTROL ist resetfest und arbeitet völlig unauffällig
im Hintergrund.
Sie müssen also nicht extra ein Programm aufrufen und werden auch nicht
andauernd von speicherplatzfressenden Windows oder Screens belästigt.
VIRUS-CONTROL V2.0 überprüft sekündlich alle wichtigen Systemvektoren.
Veränderungen werden mittels Requester angezeigt.
Wenn Sie VIRUS-CONTROL starten oder wenn Sie eine Virus-verdächtige
Diskette einlegen, so erscheint ein sogenanntes WarnWindow.
Dieses Window bietet Ihnen nun eine riesige Auswahl an sinnvollen
Funktionen zur Virenbekämpfung an.
Sie können dieses WarnWindow auch einfach durch Tastendruck aufrufen,
indem Sie die linke ALT-Taste zusammen mit Taste 0,1,2 oder 3 aus dem
rechten Zehnerblock drücken.

VIRUS-CONTROL V2.0 kann allerdings NOCH VIEL VIEL MEHR !!!!

BITTE ARBEITEN SIE DAHER DIE FOLGENDE BEDIENUNGSANLEITUNG DURCH.
Nur dann werden Sie VIRUS-CONTROL V2.0 optimal ausnutzen können.


A.  VIRUS-CONTROL V2.0 - ANLEITUNG:
----------------------------------
1.  Einleitung
2.  Verbessserungen
3.  Installierung
4.  Funktionsprinzip
5.  Reset-Menü
6.  Boot-Menü
7.  Warn-Window-Aufruf
8.  Warn-Window-Auswahlmöglichkeiten
     8.1  Close
     8.2  Iconify
     8.3  DF0: DF1: DF2: DF3:
     8.4  Quit
     8.5  Kill System-Virus
     8.6  Info
     8.7  BB -> Schirm
     8.8  BB ->   File
     8.9  BB -> Puffer
     8.10 Puffer  -> BB
     8.11 Grafik  -  BB
     8.12 String-Gadget
     8.13 File    -> BB
     8.14 Normal  -  BB
     8.15 NoFastMem- BB
     8.16 f.Checksum->NoBoot
     8.17 r.Checksum->  Boot
     8.18 ChipMemFirst An/Aus
     8.19 FastMem      An/Aus
     8.20 Link-Virus-Schutz
     8.21 Viren-Files suchen
     8.22 Auto-Check
     8.23 Puffergrößen-Gadget
     8.24 Vektoren-Anzeige
9.  BootBlock-Archivierungs-System
     9.1 nach S:NoWarning
     9.2 nach S:VirusName
     9.3 Auto-Archiv
10. programminterne BB-Virus-Identifizierung
11. System-Vektoren-Kontroll-Task
12. Kill System-Virus-Requester
13. BootBlock-Schreibzugriffkontrolle
14. Wie erkenne ich einen BootBlock-Virus
15. zusätzliche Parameterangabe (CLI od. TOOLTYPES)
     15.1  -t  eingelegte Disks nicht testen
     15.2  -k  bestimmte Kickchecksum tolerieren
     15.3  -c  keine neuen Farben
     15.4  -o  alle Open-Zugriffe melden
     15.5  -n  nur Open-NEWFILE melden
     15.6  -i  auch .info-Files melden
     15.7  -w  jeden Disk-Schreibzugriff anzeigen
     15.8  -f  ArchivFiles nicht durchsuchen
     15.9  -m  ChipMemFirst AN
     15.10 -a  FastMem AUS
     15.11 -e  geschützte Files wieder entschützbar
     15.12 -s  Load-Files nicht automatisch schützen
     15.13 -l  Nicht-Load-Files schützbar
     15.14 -u  kein Auto-Check
     15.15 -v  Exec-Vektor-Veränderung n.melden
     15.16 -p  keine automatische Programm-Start-Kontrolle
16. Zusammenfassung der Tasten-Funktionen und Farb-Signale
     16.1  Tasten-Funktionen
     16.2  Farb-Signale
17. Anmerkung



A.  VIRUS-CONTROL V2.0 - ANLEITUNG:
==================================

1. EINLEITUNG:
=============

VIRUS-CONTROL V1.3:  erschien Anfang Mai 89
===================  als Public-Domain-Programm.

VIRUS-CONTROL V1.4:  erschien in der September-Ausgabe 89 des AMIGA-MAGAZINES.
===================  Das Copyright von VIRUS-CONTROL V1.4 liegt daher
                     bei dem MARKT & TECHNIK-VERLAG.

VIRUS-CONTROL V2.0:  vollständig neu programmiert und extrem leistungsfähig!
===================  erschien zweigeteilt in der April- und Mai-Ausgabe 90
                     des AMIGA-MAGAZINES. Das Copyright von VIRUS-CONTROL V2.0
                     liegt daher bei dem MARKT & TECHNIK-VERLAG.

Sie dürfen und sollen VIRUS-CONTROL V2.0 weitergeben.
Nur so kann VIRUS-CONTROL V2.0 am besten seiner Aufgabe gerecht werden,
nämlich der Virengefahr zu begegnen.
Eine Veröffentlichung in einer Public-Domain-Serie ist aber nicht möglich,
da das Copyright bei dem Markt&Technik-Verlag liegt.

Womöglich kennen Sie bereits VIRUS-CONTROL V1.3 oder V1.4.
Nach circa einem halben Jahr intensiver Programmierarbeit
kann ich Ihnen nun VIRUS-CONTROL V2.0 vorstellen.
Bereits VIRUS-CONTROL V1.3 und V1.4 zählten mit Sicherheit
zu den besten Anti-Virus-Programmen.
Bereits in diesen Versionen waren viele neuartige Ideen
zur Virenbekämpfung realisiert.
Die Programmierung von Anti-Virus-Programmen ist allerdings
eine unendliche Geschichte. Neue Viren-Mechanismen erfordern
eine entsprechende Antwort. Ich sah mich daher gezwungen,
vielfältige Verbesserungen und Erweiterungen in VIRUS-CONTROL
einzubauen. VIRUS-CONTROL V2.0 ist daher vollständig neu
programmiert und in jeder Hinsicht verbessert und erweitert.
Neben vielen offensichtlichen Verbesserungen, werden Sie viele
Leistungssteigerungen erst bei der täglichen Benutzung schätzen
lernen. Ich bin davon überzeugt, daß VIRUS-CONTROL V2.0 das
zumindest momentan leistungsfähigste Anti-Virus-Programm ist.
Dennoch sind mit Sicherheit weitere Verbesserungen denkbar.
Auch kann ich aufgrund der Komplexität des Programmes nicht
für Fehlerfreiheit garantieren.
VIRUS-CONTROL sollte dennoch problemlos mit allen Amigas,
Prozessoren, Kickstart V1.2+V1.3, Speichererweiterungen usw.
zusammenarbeiten. Sollten Sie jedoch auf eventuelle Fehler
stoßen oder Verbesserungsvorschläge haben, so wäre ich Ihnen
sehr dankbar, wenn Sie mich informieren würden.
Auch bin ich sehr an jeder Art von Viren interessiert.
Über eine Zusendung würde ich mich sehr freuen !!.
Ich danke für Ihre Mithilfe, denn nur mit Ihrer Hilfe kann
ich VIRUS-CONTROL möglichst leistungsfähig gestalten.

Ich möchte gleich an dieser Stelle ganz deutlich auf folgendes
hinweisen:
EIN ABSOLUTER SCHUTZ VOR VIREN IST UNMÖGLICH !!!!!
Wenn Ihnen ein Produkt dennoch dieses vespricht,
so ist dieses höchst unseriös und irreführend!
Fertigen Sie möglichst immer Sicherheitskopien an!
Wenn Sie VIRUS-CONTROLV2.0 einsetzen, so erhalten Sie einen
größtmöglichen Schutz vor bisherigen und auch zukünftigen Viren.

Es folgt nun als Appetithappen ein grober Abriß der Leistungen
von VIRUS-CONTROL:

 - RESETFEST, auch mit 1MB ChipMem (kein setpatch r erforderlich)
 - kompatibel mit Kick-residenten Programmen wie RAD: ALF usw.
 - 100% Assembler, lauffähig mit Kickstart 1.2, 1.3, FastMem usw.
 - gefahrloses Booten von Virus-Disketten durch Bootsimulation
 - Laufwerke vertauschen und oder abschalten
 - resetfestes FastMem-An/Aus, resetfestes ChipMemFirst An/Aus
 - Disketten werden beim Einlegen und Booten automatisch überprüft
 - Disketten können auch durch einfachen Tastendruck überprüft werden
 - namentliche Erkennung von über 25 Bootblock-Viren
 - Schutz vor auch zukünftigen Link-Viren durch File-Schutz-Kennung
 - Schutz vor auch zukünftigen Link-Viren durch Open,Write-Vektor-Kontrolle
 - IRQ, BGS9, Terrorists, RevengeOfTheLamer-Virus-Erkennung und Entfernung
 - Autocheck-Option überprüft automatisch eingelegte Disk auf Virus-Files
 - Bootblock-ASCII-Anzeige
 - Bootblock kann in ein File abgespeichert werden
 - Bootblock kann mit einem File überschrieben werden
 - Bootblock mit Commodore-Original-Bootblock überschreiben (=install)
 - Bootblock mit NoFastMemoryBootblock überschreiben
 - Bootblock mit Grafik-Bootblock überschreiben
 - BootBlock in Puffer zwischenspeichern
 - Inaktivieren(NoBoot), Reaktivieren(Boot) von (Virus)disketten
 - sekündliche Überprüfung der Systemvektoren durch eigenen Task
 - jederzeit Anzeige aller veränderten System-Vektoren möglich
 - Anzeige aller wichtigen Systemvektoren mit Adressenangabe
 - aktiver Virus aus System entfernbar
 - aktiver Virus wird namentlich angezeigt
 - Schreibzugriff auf Bootblock in Lesezugriff umwandelbar
 - jeden Schreibzugriff auf Diskette durch Farbsignal anzeigbar
 - verdächtiger Bootblock kann mit einem Namen archiviert werden
 - verdächtiger Bootblock kann als ungefährlich archiviert werden
 - Auto-Archiv-Option archiviert selbstmodifizierende BB-Viren
 - VIRUS-CONTROL überprüft sich beim Start auf Virus-Infektion
 - CLI-Start oder WORKBENCH-Start
 - zusätzliche Parameterangabe in TOOLTYPES oder CLI möglich
 - Iconify-Option -> CHIP/FASTMEM + Zeit-Anzeige
 - es werden immer die echten BootBlock-Daten angezeigt, (auch bei Lamer)


2. VERBESSERUNGEN:
=================

Die nun vorliegende Version V2.0 weist insbesondere folgende
Verbesserungen auf:

 - der bisherige Boot-Requester wurde durch ein leistungsfähiges
   BOOTMENü mit zusätzlicher BootBlock-ASCII-Anzeige ersetzt:

        F1:  BOOT-SIMULATION        F2:  DISK-BOOT
        F3:  VIRUS-CONTROL-Ende     F4:  FastMemory  AN/AUS
        F5:  int.LW-Boot, LW AN     F6:  int.LW-Boot,LW AUS
        F7:  ext.LW-Boot, LW AN     F8:  ext.LW-Boot,LW AUS
        F9:  Normal - Bootblock     F10: NoFastMemBootblock

   Allein dieses Bootmenü kann man bereits als ein leistungsfähiges
   Anti-Virus-Programm betrachten.

   Sehr nützlich ist auch die Möglichkeit Laufwerke zu vertauschen
   und oder abzuschalten.

 - resetfest, auch mit 1MB ChipMem (kein setpatch r erforderlich)

 - Wenn man eine Diskette einlegt, so erscheint das Warn-Window
   erst dann, wenn die Diskette dem Betriebssystem bekannt ist.
   Es kann nun also 100% mit dieser Disk gearbeitet werden.

 - es können nun die Laufwerke auch mittels einer Tastenkombination
   überprüft werden. (L-SHIFT + 0-3(Zehnerblock))

 - namentliche Erkennung von über 25 Bootblock-Viren
   ASS, BamigaSectorONE, ByteBandit, 16BitCrew, DASA(ByteWarrior),
   DiskDoctors, Gadaffi, Graffiti, HCS, 5 verschiedene Lamer!-BB-Viren,
   LSD, MicroMaster, Obelisk, PentagonCircleVirusSlayer, Phantasmumble,
   Revenge, SCA, Starfire(NorthStar), OldNorthStar, SystemZV3.0,V4.0,V5.0,
   TimeBomb, UltraFox

 - VIRUS-CONTROL V2.0 versucht sich nun immer zu installieren,
   auch bei bereits infiziertem System. Der aktive Virus wird hierbei
   namentlich angezeigt.

 - Kill System-Virus noch leistungsfähiger

 - jederzeit Anzeige aller veränderten System-vektoren möglich

 - Vektoren werden nun immer mit Adressenangabe angezeigt

 - resetfestes FastMem-An/Aus, resetfestes ChipMemFirst An/Aus
   jederzeit An/Aus möglich (auch schon vor dem Booten)

 - Schreibzugriff auf Diskette optisch sichtbar machen

 - IRQ-Link-Virus erkennen und entfernen

 - BSG9-File-Virus erkennen und entfernen

 - Terrorists-File-Virus erkennen und entfernen

 - Revenge-Of-The-Lamer-File-Virus erkennen und entfernen

 - mittels der Auto-Check-Option können diese Viren auch bereits beim
   Einlegen einer Diskette erkannt werden

 - das Link-Virus-Schutz-System und Suche Viren-Files kann nun auf einmal
   komplette Disketten oder Festplatten untersuchen

 - OpenVektorKontrolle zeigt zusätzlich den Zugriffsmodus an
   ferner wird nun auch der Write-Vektor kontrolliert,
   die zu schreibenden Daten werden angezeigt.

 - bei einem BootBlock-Schreibzugriff werden die zu schreibenden Daten
   nun auch angezeigt

 - Bootblock mit Grafik-Bootblock überschreiben

 - BootBlock in Puffer zwischenspeicherbar

 - verbessertes und flexibleres Archivierungs-System.
   mittels der Auto-Archiv-Option können auch selbstmodifiziernde
   BootBlock-Viren archiviert werden.

 - der OpenError-Requester zeigt nun zusätzlich den Filenamen + Errorcode an

 - Iconify-Option -> CHIP/FASTMEM + Zeit-Anzeige

 - VIRUS-CONTROL überprüft sich beim Start auf Virus-Infektion

 - VIRUS-CONTROL zeigt immer die echten BootBlock-Daten an, so kann z.B.
   der LamerVirus keinen Standard-Bootblock mehr vortäuschen

 - Weiterhin wurden viele, meist unsichtbare Detailverbesserungen
   vorgenommen. (z.B. wenn VIRUS-CONTROL aktiv ist, kann z.B.
   der ByteBandit oder Lamer-Virus keine Disketten mehr infizieren)
   usw. usw.


3. INSTALLIERUNG:
================

VIRUS-CONTROL wird im CLI oder in der startup-sequence mit oder
ohne run gestartet. Auch ein WorkBench-Start wird unterstützt.
Zusätzliche Parameter können im CLI oder in ToolTypes eingetragen
werden. Näheres siehe unter 15. zusätzliche Parameter.

VIRUS-CONTROL prüft, ob es bereits installiert wurde
und gibt eine diesbezügliche Meldung aus.
Auch wird erkannt, ob bereits VIRUS-CONTROLV1.3 oder V1.4
installiert ist.

VIRUS-CONTROL überprüft sich beim Start immer automatisch
auf Veränderungen oder einen eventuellen Link-Virus-Befall.
Sollte sich also ein Virus an das Programm gelinkt haben,
so wird dieses mittels Requester angezeigt.
Erst nach Anklicken des Requesters wird VIRUS-CONTROL installiert.
(es existieren z.B. VirusX-Versionen, an welche der Lamer-Virus
gelinkt ist).
Man kann das Erscheinen des Warn-Requesters verhindern, indem man
VIRUS-CONTROL mit -p startet. Hierdurch wird die automatische
Start-Kontrolle abgeschaltet. Es erscheint also trotz verändertem
VIRUS-CONTROL-Programm kein Warn-Requester mehr.

Beim Start von VIRUS-CONTROL wird geprüft, ob bereits ein Virus
aktiv ist. Es erfolgt eine namentliche Anzeige dieses Virus.
Mittels des folgenden Kill-System-Virus-Requesters können
Sie den Virus deaktivieren.

VIRUS-CONTROLV2.0 bietet die Möglichkeit an, einen resetfesten
und keinen Speicherplatz verbrauchenden Laufwerk-Selektor zu
installieren (s.u.). Sollte diese Routine installiert sein,
so erfolgt eine entsprechende Meldung.


4. FUNKTIONSPRINZIP:
===================

VIRUS-CONTROL wird bei einem Reset über den COLD und
COOL-Vektor angesprungen.
Es wird nun geprüft, ob die LINKE MAUSTASTE gedrückt ist.
Wenn ja, wird VIRUS-CONTROL entfernt.
Wenn nein, zeigt ein weiß-blaues Farb-Signal an,
daß VIRUS-CONTROL weiterhin das System kontrolliert.
Es wird nun der DOIO-Vektor auf VIRUS-CONTROL verbogen.
Ab jetzt wird bei jedem DOIO-Aufruf geprüft, ob ein Zugriff
auf eine Diskette ab Track 0 efolgt.
Dies ist beim gleich folgenden Booten und auch beim normalen
Einlegen einer Diskette der Fall.
Ferner verbiegt VIRUS-CONTROLV2.0 auch den BeginIO-Vektor
des trackdisk.devices.
VIRUS-CONTROL installiert ferner einen Task, welcher sekündlich
alle wichtigen Systemadressen auf Veränderungen überprüft.
Dieser Task wiederum installiert einen Prozeß, welcher die
Disketten überprüft. Auch bindet VIRUS-CONTROL einen Inputhandler
ein usw. usw. usw.
VIRUS-CONTROL benötigt nur wenig Rechenzeit und belästigt
Sie auch nicht permanent mit einem störenden Window.
Installieren Sie also möglichst immer VIRUS-CONTROL !

Ein großer Vorteil von VIRUS-CONTROL ist seine Reset-Festigkeit.
Leider gibt es einige wenige Programme (z.B.manche Intros,Spiele),
welche völlig willkürlich auch eventuell schon belegten Speicher
beschreiben. So kann es passieren, daß VIRUS-CONTROL zumindest
teilweise überschrieben wird.

Auch einige Anti-Virus-programme oder auch Viren sind sehr unsauber
programmiert und vertragen sich daher nicht mit VIRUS-CONTROL.


5. RESET-MENÜ:
=============

Der Amiga bootet nur dann von einer Diskette, wenn folgende
zwei Bedingungen erfüllt sind:
Die Diskette muß die DOS-Kennung besitzen,
die Bootblockchecksumme muß stimmen.
Ist nun der Bootcode der Diskette ungleich dem Standard-Bootcode,
so handelt es sich um eine 'verdächtige Disk', da es sich ja um
einen Bootblock-VIRUS handeln könnte. Es kann sich aber auch um
ein harmloses Boot-Intro oder ein selbststartendes Spiel usw.
handeln.

Angenommen es wurde ein Reset ausgelöst und der Amiga versucht
nun zu booten. Sollte das BootLaufwerk leer sein, so erscheint
das Reset-Menü.(verhinderbar durch Drücken von R-ALT)

        LEER-TASTE           ->     BOOT-VERSUCH
        F3:  VIRUS-CONTROL-Ende     F4:  FastMemory  AN/AUS
        F5:  int.LW-Boot, LW AN*    F6:  int.LW-Boot,LW AUS
        F7:  ext.LW-Boot, LW AN     F8:  ext.LW-Boot,LW AUS

Mittels der Leer-Taste kann ein Bootversuch unternommen werden,
welcher mit der bekannten Amiga-Hand endet, wenn das Laufwerk
weiterhin leer ist und auch kein sonstiges Auto-Boot möglich ist.

Mit der Funktonstaste F4 wird ein eventuelles FastMem
abwechselnd AN bzw. AUS geschaltet.

F5-F8 dient zum Einstellen der Laufwerk-Konfiguration.
Ein Stern(*) kennzeichnet die aktuelle Laufwerk-Konfiguration.
Normalerweise ist F5 int.LW-Boot, LW AN eingestellt.
Das heißt als Boot-Laufwerk wird das interne Laufwerk verwendet,
und eventuelle externe Laufwerke bleiben eingeschaltet.

Mit F6 bleibt das interne Laufwerk weiterhin das Boot-Laufwerk,
eventuelle externe Laufwerke werden allerdings nicht aktiviert.
Da jedes Laufwerk circa 20 KB Speicherplatz benötigt, wird
somit pro jedes nicht aktivierte Laufwerk 20 KB gewonnen.

Mit F7 wird ein eventuelles externes Laufwerk zum Boot-Laufwerk.
Alle übrigen Laufwerke bleiben eingeschaltet.
Sollte man mehrere externe Laufwerke besitzen, so wird das
'äußerste Laufwerk' zum BootLaufwerk.

Mit F8 wird ebenfalls ein eventuelles externes Laufwerk zum
Boot-Laufwerk. Alle sonstigen Laufwerke werden allerdings nicht
aktiviert. Da jedes Laufwerk circa 20 KB Speicherplatz benötigt, wird
somit pro jedes nicht aktivierte Laufwerk 20 KB gewonnen.

Es ist also z.B. möglich von einem externen 5 1/4 Zoll-Laufwerk
zu booten, wobei das interne Laufwerk abgeschaltet wird, und
somit keinen Speicher belegt.

Das softwaremäßige Ausschalten von Laufwerken ist insbesondere
für die Amiga-User nützlich, deren Laufwerk keinen Ausschalter
besitzt.

Durch das Vertauschen der Laufwerke wird nun das externe
Laufwerk mit df0: angesprochen.

Normalerweise klappt diese Laufwerk-Vertauschung und oder
Abschaltung problemlos.
Lediglich Kopierprogramme ignorieren meist die Laufwerk-
Vertauschung und oder Abschaltung.
Da sich diese Programme nicht der üblichen Betriebssystem-
funktionen bedienen, sondern direkt auf die Hadrware zugreifen,
wird hier natürlich eine softwaremäßige Abschaltung bzw.
Vertauschung wirkungslos.

Mit F3 wird VIRUS-CONTROL beendet, und somit auch kein Speicher
mehr belegt. Lediglich im Falle einer Laufwerksvertauschung/abschaltung
wird ein kleines Programm, welches für die jeweilige Laufwerkeinstellung
zuständig ist, über COLD- und COOL-Vektor resetfest installiert.
Das Programm wird im Supervisor-Stack abgelegt und belegt
somit keinen Speicher.
Als Zeichen, daß weiterhin der Laufwerk-Vertauscher(+Ausschalter)
aktiv ist, erscheint bei jedem Reset ein gelbes Farb-Signal.
Man kann auch diese Routine entfernen, indem man während des
Resets die linke Maustaste drückt.

Nach dem Anwählen von F3,F5-F8 wird softwaremäßig ein Reset
ausgelöst. Dies ist erforderlich, da man die Laufwerke nur
direkt nach einem Reset vertauschen bzw. ausschalten kann.

Unter Umständen wird z.B. eine autokonfigurierende Speichererweiterung
durch den Softwarereset nicht eingebunden. In diesem Fall sollten Sie
zusätzlich CTRL,L-Amiga,R-Amiga drücken, um einen echten Hardware-Reset
auszulösen.


6. BOOT-MENÜ:
============

Handelt es sich bei der Boot-Diskette um eine verdächtige Disk,
so erscheint ein sogenanntes BootMenü. Das Erscheinen dieses
BootMenüs kann auch bei nicht verdächtigen Disks durch Drücken
von L-ALT erzwungen werden.

        F1:  BOOT-SIMULATION        F2:  DISK-BOOT
        F3:  VIRUS-CONTROL-Ende     F4:  FastMemory  AN/AUS
        F5:  int.LW-Boot, LW AN     F6:  int.LW-Boot,LW AUS
        F7:  ext.LW-Boot, LW AN     F8:  ext.LW-Boot,LW AUS
        F9:  Normal - Bootblock     F10: NoFastMemBootblock

        ASCII-Anzeige des Bootblocks


Das Boot-Menü ist also ähnlich wie das Reset-Menü aufgebaut.
Für F3,F4, F5-F8 lesen Sie bitte die obigen Erläuterungen.

Es erfolgt eine ASCII-Anzeige des Bootblocks im Boot-Laufwerk.

Mit F9 kann man diesen Bootblock mit dem Normal-Bootblock
(=Install) überschreiben.

Mit F10 kann man diesen Bootblock mit einem NoFastMem-Bootblock
überschreiben.

Mit F1 erfolgt eine ungefährliche Boot-Simulation !!

Wird F2 angewählt, so erscheint ein weiterer Requester,
welcher auf die Gefahr des Aktivierens von Bootblock-Viren
durch das echte Disk-Boot hinweist.
Einige wenige Boot-Intros oder Spiele sind äußerst timing-abhängig
programmiert und laufen daher mit Disk-Boot nicht.
Wenn man durch Drücken von R-ALT das Erscheinen des Boot-Menüs
verhindert, laufen in Regel auch diese seltenen Programme.

Normalerweise erscheint bei leerem Boot-Laufwerk das Reset-Menü.
Das Reset-Menü erscheint nicht, wenn ab Erscheinen des blau-weißen
Farb-Signals R-ALT gedrückt wird.

Normalerweise erscheint das Boot-Menü vor dem Booten von einer
verdächtigen Diskette. Durch Drücken von R-ALT wird sofort von
der verdächtigen Disk gebootet. Durch Drücken von L-ALT erscheint
auch bei nicht verdächtigen Disketten das Boot-Menü.
R-ALT bzw. L-ALT wird ab Erscheinen des blau-weißen Farb-Signals
niedergedrückt.

Durch das Erscheinen des Reset oder Boot-Menüs wird ein Standard-
WorkBench-Screen geöffnet (640*256). Hierdurch wird eine eventuelle
Überbreite der system-configuration später nicht mehr berücksichtigt.
Durch Drücken von R-ALT kann man dieses bei Bedarf verhindern.


7. WARN-WINDOW-AUFRUF:
=====================

Da die VIRUS-CONTROL-Funktionen mittels des Warn-Windows
angewählt werden, muß also zuvor dieses Warn-Window aufgerufen
werden. Hierfür gibt es folgende Möglichkeiten.

 - Einlegen einer verdächtigen Diskette

 - Einlegen einer beliebigen Diskette bei gedrückter L-ALT-Taste

 - gewünschtes Laufwerk mittels Tastenkombination anwählen
   L-ALT + 0(Zehnerblock) -> DF0:
   L-ALT + 1(Zehnerblock) -> DF1:
   L-ALT + 2(Zehnerblock) -> DF2:
   L-ALT + 3(Zehnerblock) -> DF3:

 - erneutes Aufrufen von VIRUS-CONTROL

 - das Close-Gadget des Iconify-Windows anklicken

 - im Warn-Window selber kann durch Anklicken des entsprechenden
   Laufwerk-Gadgets auf dieses Laufwerk gewechselt werden


Wird während der Arbeit mit dem Amiga eine verdächtige Diskette
eingelegt, so wird dieses durch das Erscheinen eines Warn-Windows
deutlich gemacht.
Hält man während des Disk-Einlegens die RECHTE ALT-TASTE gedrückt,
so wird die Diskette nicht durch VIRUS-CONTROL überprüft.
Hält man während des Disk-Einlegens die LINKE ALT-TASTE gedrückt,
so erscheint auch bei nicht verdächtigen Disks das Warn-Window.
Auch beim erneuten Starten von VIRUS-CONTROL (ohne -t) oder beim
Anwählen eines Laufwerks mittels Tastendruck (L-ALT+0-3(Zehnerblock))
wird immer ein Warn-Window ausgegeben.
Man kann somit auch mit nicht verdächtigen Disketten arbeiten.
Ebenso wird beim Anklicken des Close-Gadgets des Iconify-Windows
immer ein Warn-Window ausgegeben.
Kann aufgrund von Speichermangel das Warn-Window nicht geöffnet
werden, so wird dieses durch eine kurze Schwarzfärbung des
Bildschirms angezeigt.

Wenn Auto-Check eingestellt ist, so wird beim Einlegen einer Diskette
und bei allen oben aufgeführten Warn-Window-Aufruf-Möglichkeiten zuerst
die Diskette nach Viren-Files durchsucht (Näheres siehe unter 8.22 Autocheck)
Sollte hierbei ein Virus-File gefunden werden, so wird die
"Viren-Files suchen"-Option des Warn-Windows aufgerufen, in der dann
die komplette Diskette nach Viren-Files durchsucht werden kann.
Hierbei können dann die Viren-Files restauriert bzw. entfernt werden.
Normalerweise ist AutoCheck eingestellt (ist mit -u abstellbar)


8. WARNWINDOW-AUSWAHLMÖGLICHKEITEN:
==================================

Das Warn-Window bietet eine Vielzahl sehr nützlicher Möglichkeiten an,
welche durch Drücken des entsprechenden Gadgets ausgewählt werden.

8.1 Close-Gadget:
----------------
Das Anklicken des CLOSE-Gadgets beendet die Arbeit mit der Diskette
und das Warn-Window wird geschlossen.

8.2 Iconify:
-----------
Das Anklicken von 'Iconify' beendet ebenfalls die Arbeit mit der
Diskette und das Warn-Window wird geschlossen.
Anstelle des Warn-Windows erscheint nun aber ein sogenanntes
Iconify-Window, welches Ihnen immer die aktuelle Speichersituation
und Uhrzeit anzeigt. Durch Anklicken des Close-Gadgets erhalten Sie
wieder das Warn-Window.
Wenn Sie z.B. mit einem Malprogramm arbeiten, welches auch den
Speicher benötigt, welcher durch Schließen der Work-Bench erhalten
werden kann, so dürfen Sie Iconify nicht benützen, da dann wegen
des offenen Windows die Work-Bench nicht geschlossen werden kann.
Hierin liegt ein großer Vorteil von VIRUS-CONTROL, da mittels des
Close-Gadgets des Warn-Windows VIRUS-CONTROL völlig unsichtbar wird.
Die meisten anderen Anti-Virus-Programme hingegen belegen permanent
wertvollen Speicher aufgrund offener Windows oder Screens.

8.3 DF0: DF1: DF2: DF3:
----------------------
Durch Anklicken dieser Gadgets können sie das entsprechende
Laufwerk überprüfen

8.4 Quit:
--------
Das Anklicken von 'Quit' entfernt VIRUS-CONTROL.
Es wird 100% der Speicher wieder freigegeben, den VIRUS-CONTROL belegt hat.
Viele andere Anti-Virus-Programme sind in dieser Hinsicht unsauber pro-
grammiert und geben nicht mehr den gesamten belegten Speicher wieder frei.

Sollten zwischenzeitlich im Reset/Boot-Menü die Laufwerke neu konfiguriert
worden sein, so bleibt ein entsprechender, kein Speicherplatz verbrauchender
Handler installiert. Hierauf wird mittels Requester verwiesen.

8.5 Kill System-Virus:
---------------------
Ein Anklicken von 'Kill System-Virus' versucht einen aktiven Virus
zu eliminieren, indem unter anderem alle wichtigen Systemvektoren
restauriert werden. Näheres siehe unter 12. Kill System-Virus-Requester.

8.6 Info:
--------
Copyright-Hinweis und Adressenangabe des Programmautors.

8.7 BB -> Schirm:
----------------
Ein Anklicken von 'BB -> Schirm' zeigt den gesamten Bootblock
(1024 Bytes) als ASCII-Dump an.
Diese Funktion ist sehr nützlich, da sich viele BootBlock-Viren
durch gewisse Strukturen zu erkennen geben.
Im Gegensatz zu allen anderen bisherigen Anti-Virus-Programmen
zeigt VIRUS-CONTROL V2.0 garantiert immer die echten
BootBlock-Daten an. VIRUS-CONTROL V2.0 hat somit auch keine
Probleme mit dem Lamer-Virus.
Durch Anklicken des Fensters oder durch einen Tastendruck
gelangt man in das Warn-Window zurück.

8.8 BB -> File:
--------------
Ein Anklicken von 'BB -> File' schreibt den gesamten
Bootblock(1024 Bytes) in ein File, dessen Name im unteren
String-Gadget eingegeben wird.

8.9 BB -> Puffer:
----------------
Ein Anklicken von 'BB -> Puffer' legt den aktuellen
Bootblock in einem programminternen Puffer ab.
Mit diesem Puffer kann nun jederzeit der BootBlock einer
Diskette überschrieben werden. Hierzu wird das folgende Gadget
angeklickt:

8.10 Puffer -> BB:
-----------------
Ein Anklicken von 'Puffer -> BB' überschreibt den BootBlock
der Diskette mit dem Puffer.

8.11 Grafik - BB:
----------------
Durch Anklicken von 'Grafik - BB' wird ein BootBlock auf
Diskette geschrieben, welcher beim Booten ein weiß-blaues
Farb-Signal ausgibt. Wenn nun in Zukunft beim Booten kein
Farbsignal mehr erscheint, so ist der BootBlock überschrieben
worden. Dies ist eine sehr einfache und dennoch wirksame
Schutzmethode gegen BootBlockViren.

Es gibt nun neuerdings aber BootBlock-Viren (neuere Lamer-Viren),
welche den Original-BootBlock einfach von Block 0,1 auf Block 2,3
verschieben. Beim Booten wird nun zuerst der BootBlock-Virus
auf Block 0,1 aktiviert und dann der frühere Original-BootBlock
ausgeführt. Es würde also nach wie vor das FarbSignal ausgegeben
werden und man würde sich zu Unrecht in Sicherheit glauben.
Es lassen sich somit durch diesen BootBlock-Virus-Typ alle bisherigen
Anti-Virus-Programme täuschen. Nicht jedoch VIRUS-CONTROL V2.0 !!
Der VIRUS-CONTROL-Grafik-BootBlock überprüft nämlich, ob er sich
auch wirklich noch auf Block 0,1 befindet.

8.12 String-Gadget:
------------------
VIRUS-CONTROL benutzt bei allen Aktionen, bei denen ein Name
erforderlich ist, den im String-Gadget unten eingegebenen Namen.
Bei File-Namen muß der genaue Pfadname einschließlich
Basisverzeichnis angegeben werden (z.B.  DF0:aaa/bbb)
Beim Archivieren wird nur der Name angegeben, da S:NoWarning/
bzw. S:VirusName/ automatisch vorgegeben wird.

8.13 File -> BB:
---------------
Ein Anklicken von 'File -> BB' überschreibt den Bootblock
mit einem File, dessen Name im String-Gadget angegeben wird.
Mit dieser Möglichkeit, den Bootblock in ein File abspeichern zu
können, und dieses File auch wieder auf den Bootblock schreiben
zu können, kann man sehr einfach von allen wichtigen Disketten
eine Bootblockkopie anfertigen, und somit notfalls den Original-
Bootblock wiederherstellen.

8.14 Normal - BB:
----------------
Durch das Anklicken von 'Normal-BB' wird der Original-Amiga-Bootblock
auf Diskette geschrieben (entspricht 'install').
Durch diese Funktion kann also ein BootBlock-Virus von der Diskette
gelöscht werden.

8.15 NoFastMem-BB:
-----------------
Durch das Anklicken von 'NoFastMem-BB' wird eine Bootblockroutine
auf Diskette geschrieben, die das FastMem schon zu Beginn des
Bootvorgangs abschaltet. Der Rechner verhält sich so, als ob
er nur ChipRam besitzen würde. Ein blaues Farbsignal zeigt die
NoFastMem-Routine an. Hält man während des Resets die linke Maus-
taste gedrückt, so wird die NoFastMem-Routine nicht ausgeführt.

8.16 f.Checksum -> NoBoot:
-------------------------
Durch das Anklicken von 'f.Checksum -> NoBoot' wird eine falsche
Bootblock-Checksumme auf die Diskette geschrieben, wodurch von
der Diskette nicht mehr gebootet werden kann. Ein eventueller
BootblockVirus ist dadurch (vorübergehend) unschädlich gemacht.

8.17 r.Checksum ->  Boot:
------------------------
Durch das Anklicken von 'r.Checksum -> Boot' kann die
Bootblock-Checksumme allerdings auch wieder korrigiert werden.
Dadurch kann von der Diskette wieder gebootet werden,
und somit auch ein eventueller Virus aktiviert werden.

r/f.CHECKSUM ändert nur die BootBlock-Checksumme.
Der BootBlock-Inhalt bleibt also voll erhalten.

8.18 ChipMemFirst AN/AUS:
------------------------
Diese Option ist z.B. bei Intros usw. empfehlenswert,
welche nicht gezielt Chip-Mem anfordern.
Hierbei wurde nicht bedacht, daß es auch Amigas mit mehr
als 512 KB gibt. Dieser Speicherbereich(FastMem) wird,
wenn nicht gezielt Chip-Mem angefordert wird, vor ChipMem belegt.
Dies hat zur Folge, daß z.B. Grafik- oder Musik-Daten im
FastMem abgelegt werden, wodurch sie von den Custom-Chips
nicht mehr erreicht werden können. Es kommt daher zu Grafik-
und Soundfehlern.
Das Amigabetriebssystem belegt also möglichst FastMem, wenn
der zu belegende Speicher nicht näher beschrieben wird.
Dies geschieht aus dem Grund, weil ChipMem kostbarer als
FastMem ist. (maximal 1MB ChipMem, aber bis zu 9MB FastMem
möglich). Nachteilig ist dieses Verfahren aber bei dem oben
beschriebenen unsauberen Programmierstil.
VIRUS-CONTROL bietet daher auch die Möglichkeit an,
ChipMem bevorzugt vor FastMem zu belegen. Diese sogenannte
ChipMemFirst-Option wird mit -m, bzw. durch Anklicken des
entsprechenden Gadgets resetfest eingestellt.

8.19 FastMem AN/AUS:
-------------------
Es geht um das bereits bei ChipMemFist beschriebene Problem.
Anstatt das Problem mittels ChipMemFirst zu lösen, kann man
auch den radikaleren Weg mit FastMem AUS gehen.


8.20 LINK-VIRUS-SCHUTZ:
======================

Bisher gibt es erst zwei Methoden, sich gegen Link-Viren
zu schützen.

Das eine sind Programme, welche den IRQ-LinkVirus entfernen können.
Positiv ist, daß man wieder das Originalfile zurückerhält.
Der große Nachteil dieser Programme ist, daß sie nur diesen
einen Link-Virus entfernen können. Bei zukünftigen Link-Viren
werden diese Programme unwirksam sein.

Das andere sind Programme, welche die Filelänge und eine
File-Prüfsumme in einer separaten Datei abspeichern.
Mit Hilfe dieser Datei kann man nun überprüfen,
ob die Files noch unverändert sind.
Diese Methode ist durchaus wirksam, aber sie erfordert
sorgfältiges Vorgehen und ist recht umständlich.

VIRUS-CONTROL ZEICHNET SICH NUN DURCH ZWEI ABSOLUT NEUARTIGE
SCHUTZMÖGLICHKEITEN GEGENÜBER AUCH ZUKüNFTIGEN LINK-VIREN AUS.

Die eine Methode verbiegt den OpenFile,WriteFile,CloseFile-Vektor
und ist unter Punkt 9.1.3 erklärt.

Nun zu der zweiten neuartigen Link-Viren-Schutz-Methode.
Wie schon gerade erwähnt bestand bisher der Schutz vor Link-Viren
darin, die Filelänge und eine Prüfsumme über den Fileinhalt in
einer separaten Datei abzuspeichern. Man kann nun regelmäßig
mit Hilfe der Datei überprüfen, ob die Files noch unverändert
sind. Dieses Verfahren ist zwar recht wirksam, aber leider sehr
unkomfortabel. Man muß immer mit einer zusätzlichen Diskette
hantieren, auf welcher man die Prüf-Datei abgespeichert hat.
Meist muß man sogar mit mehreren Prüfdateien arbeiten, z.B. eine
Prüfdatei für die Festplatte, eine Prüfdatei für die Startup-
Diskette, eine weitere Prüfdatei für die Extras-Diskette, und
noch weitere Prüfdateien für weitere wichtige Disketten.
Dieses Verfahren wird dadurch leider etwas umständlich und
unübersichtlich.
Ich löste dieses Problem dadurch, indem ich die Originalfilelänge
und Originalprüfsumme nicht in eine extra Prüfdatei schreibe,
sondern indem ich diese Werte direkt an das File anhänge.
Das umständliche Hantieren mit verschiedenen Prüfdateien
entfällt vollständig.
Das VIRUS-CONTROL-File-Schutz-System hat einen weiteren großen
Vorteil. Angenommen Sie erstellen ein gutes Programm, schützen
es mit VIRUS-CONTROL, und lassen es dann als PublicDomain ver-
treiben. Das Programm verbreitet sich nun über die ganze Welt
und geht somit durch tausende Hände. Hierbei ist ein hohes
Infektionsrisiko gegeben. Schließlich erhält ein Amigafan in
z.B. Japan das Programm. Er kann nun einfach mittels VIRUS-CONTROL
prüfen, ob sich das Programm noch im Originalzustand befindet.
Das VIRUS-CONTROL-File-Schutz-System kann also weltweit wirksam
werden, eine Prüfdatei hingegen kann nur von privatem Nutzen sein.

Das File-Schutz-System wird mit dem Gadget 'LINK-VIRUS-SCHUTZ'
aufgerufen. Es wird nun das im String-Gadget angegebene File
nach der VIRUS-CONTROL-Schutz-Kennung durchsucht.
Weist das File noch keine Schutz-Kennung auf, so wird,
sofern es sich um ein load-file handelt, automatisch eine
File-Schutz-Kennung angebracht.
Wenn man VIRUS-CONTROL mit -s aufruft, oder wenn man 'AUTO-SCHÜTZEN AUS'
durch Anklicken setzt, so wird ein File erst nach Rückfrage geschützt.
Nicht-Load-Files wie z.B. Texte usw. werden nur beachtet, wenn -l oder
'NichtLoadFiles AN' gesetzt wird. In dem Fall kann man auch Nicht-Load-Files
(nach Rückfrage) schützten. Im Normalfall werden NichtLoadFiles aber
ignoriert, da es oftmals nicht sinnvoll ist, z.B. ein Text-File zu schützen.
Anstatt eines einzelnen Filenamens sind auch Verzeichnis-Angaben
erlaubt. Hierbei werden auch eventuell enthaltene Unterverzeichnisse
bearbeitet. Dieses bequeme automatische Durcharbeiten eines
kompletten Verzeichnisses kann jederzeit durch das gleichzeitige
Drücken von L-SHIFT + R-SHIFT gestoppt werden.

Weist ein File bereits die Schutz-Kennung auf, so wird nun geprüft,
ob die aktuelle Filelänge noch der in der File-Schutz-Kennung
abgespeicherten Original-Filelänge entspricht. Weiterhin wird
mittels einer File-Check-Summe geprüft, ob sich der Fileinhalt
verändert hat. Sollte sich die Filelänge oder der Fileinhalt
verändert haben, so erscheint ein Requester, welcher auf den
vermutlichen Link-Virus-Befall hinweist. Mittels des Requesters
ist es nun möglich das File wieder zu entschützen. Beim nächsten
File-Schutz-Durchgang würde dieses File dann wieder mit einer
neuen File-Schutz-Kennung versehen werden. Mit File-Entschützen
kann jedoch kein Link-Virus entfernt werden, denn da Amiga-DOS
für load-files einen sehr flexiblen Aufbau gestattet, sind sehr
viele Link-Viren-Typen denkbar. Es ist also völlig unmöglich ein
generelles Link-Virus-Entfern-Programm zu schreiben. Vielmehr muß
für jeden Link-Virus gezielt ein spezielles Entfernprogramm
erstellt werden.

Es empfiehlt sich also folgende Vorgehensweise, um sich vor
Link-Viren zu schützen.

 - Sicherheitskopien von den Original-Files anfertigen !!
 - Original-Files schützen ( mit 'LINK-VIRUS-SCHUTZ')
 - regelmäßig prüfen (mit 'LINK-VIRUS-SCHUTZ'),
   ob Files noch unverändert sind.
 - Wird jedoch eine Fileveränderung festgestellt, so deutet
   dies auf einen Link-Virus hin. Man entfernt nun diesen
   Link-Virus einfach dadurch, indem man das verdächtige
   Programm mit dem Original-Programm überschreibt.
   Dieses neue Programm sollte nun sofort wieder geschützt
   werden usw.

Durch das Anklicken von 'LINK-VIRUS-SCHUTZ' werden also noch
ungeschützte Files geschützt und bereits geschützte Files auf
Veränderung überprüft. Dieses geschieht weitgehend automatisch.
Wird jedoch 'AUTO-SCHÜTZEN  AUS' gesetzt, so muß das 'File schützen'
extra bestätigt werden. Es empfiehlt sich, beim ersten Mal die
Verzeichnisse automatisch schützen zu lassen. Dannach sollte man
aber 'AUTO-SCHÜTZEN  AUS' setzen, denn dadurch wird man in Zukunft
extra mittels Requester darauf aufmerksam gemacht, wenn ein neues File
im Verzeichniss vorliegt. Ein Virus könnte durchaus ein gefährliches
Programm erstellen, bzw. ein vorliegendes Programm einfach überschreiben.
Dieses kann nun nicht mehr übersehen werden.
Wenn eine File-Veränderung festgestellt wird, so muß auch diese
wegen eines womöglichen Link-Virus-Befalls extra bestätigt werden.
Wenn man VIRUS-CONTROL mit -e aufruft oder 'ENTSCHÜTZEN  AN' durch
Anklicken setzt, so bietet VIRUS-CONTROL die Möglichkeit an,
das File zu entschützen, die File-Schutz-Kennung also wieder
zu entfernen, wodurch das Original-Programm wieder erhalten wird.
In der Regel ist dieses aber nicht sinnvoll.
Ferner erkennt VIRUS-CONTROLV1.4  Files, welche mit der
Public-Domain-Version VIRUS-CONTROLV1.3 geschützt wurden.
Es wird die Möglichkeit, das File zu entschützen, angeboten.
Danach kann das File mit V1.4 neu geschützt werden.
VIRUS-CONTROLV1.3 prüft nur auf Filelängenveränderung.

VIRUS-CONTROL zeigt alle File-Schutz-Vorgänge am Bildschirm an.
Ferner wird ein dauerhaftes Protokoll als S:VCprotokoll angelegt.

VIRUS-CONTROL ist das bisher erste zuverlässige und komfortable
System zum Erkennen von auch zukünftigen Link-Viren !

Man sollte die C:, L:, LIBS:, und DEVS: -Verzeichnisse schützen,
da es sich hier um load-files(=ausführbare Programme) handelt,
welche entweder von Benutzer selber (C:), oder vom Betriebssystem
aufgerufen werden (L:,LIBS:,DEVS:). Bei diesem Aufruf könnte dann
ein Link-Virus aktiviert werden.
Info-Files werden generell nicht geschützt.
Nicht-load-files werden erst nach Rückfrage geschützt, da es
normalerweise nicht sehr sinnvoll ist, nicht ausführbare Programme
zu schützen.
Meine File-Schutz-Kennung läßt sich aufgrund des 'hunk'-Aufbaus
völlig problemlos an load-files anhängen. Für Nicht-load-files
ist jedoch eine universelle File-Schutz-Kennung völlig undenkbar,
da diese Files ja völlig willkürlich aufgebaut sind. Man muß also
ausprobieren, ob ein Nicht-load-file auch nach Schützen noch voll
funktionsfähig ist. Wenn nicht, kann es wieder entschützt werden.
Lediglich in den folgenden Fällen erscheint es sinnvoll,
Nicht-load-files zu schützen.
1.)  Es ist denkbar, daß sich ein Virus-Programm in die
     startup-sequence oder mountlist schreibt.
     Beim Abarbeiten dieser Files beim Booten könnte dann
     der Virus aktiviert werden. Ein Schützen dieser Files
     ist durchaus möglich, da die angehängte Fileschutzkennung
     lediglich als nicht ausführbarer Befehl gewertet wird.
     Wenn man nun aber diese Files abändert, so erhält man
     logischerweise beim Aufruf von 'LINK-VIRUS-SCHUTZ'
     eine Link-Virus-Warnung. Man sollte nun das File
     entschützen, und durch einen erneuten Aufruf von
     'LINK-VIRUS-SCHUTZ' neu schützen lassen.
2.)  Es ist denkbar, daß sich Viren gezielt in Compiler-Libraries
     einhängen. Jedes in Zukunft entwickelte Programm würde nun mit
     infiziertem Code gelinkt werden. Ich habe daher versucht,
     die Aztec-Libraries zu schützen. Dieses ist problemlos möglich
     und somit auch sehr empfehlenswert.
     Inwieweit sich auch bei anderen Compilern die Libraries
     schützen lassen, kann nur ein Versuch zeigen.


8.21 Viren-Files suchen: (IRQ,BGS9,Terrorists,RevengeOfTheLamer)
---------------------------------------------------------------
Es wird das angegebene File oder das angegebene Verzeichnis
(einschließlich aller Unterverzeichnisse) nach IRQ,BGS9,
Terrorists und RevengeOfTheLamer-Virus-Files durchsucht.
Infizierte Files werden mittels Requester angezeigt.
Bei mit dem IRQ-Link-Virus infizierten Programmnen kann fast
immer das Originalfile wiederhergestellt werden. Aufgrund des
äußerst flexiblen Fileaufbaus gelingt eine Rekonstruktion jedoch
nicht immer. VIRUS-CONTROL kopiert deswegen das infizierte File
unter den Filenamen mit der Endung .IRQ. Sollte nun das rekonstruierte
File nicht laufen, so haben Sie nach wie vor das infizierte File.
Im Normalfall aber wird das Originalfile erfolgreich wiederhergestellt
und Sie können das File mit der Endung .IRQ löschen.
Die meisten IRQ-Link-Virus-Entfernprogramme arbeiten sehr
unbefriedigend. Nur wenige rekonstruierte Files sind lauffähig
und das infizierte Originalfile wird unwiderbringlich gelöscht.
VIRUS-CONTROL ist viel leistungsfähiger, da es fast immer die
Originalfiles rekonstruieren kann. Sollte aber dennoch ein File
nicht rekonstruierbar sein, so bleibt Ihnen zumindest das infizierte
und meist lauffähige Originalfile erhalten.
Sollte ein BGS9-Virus-File gefunden werden, so wird versucht das
Originalfile mit Hilfe von (devs/)$a0$a0$a0$20$20$20$a0$20$20$20$a0
zu restaurieren. Sollte ein solches Original-File nicht vorhanden sein,
so können sie zumindest das BGS9-Virus-File löschen.
Sollte ein Terrorists-Virus-File gefunden werden, so wird versucht das
Originalfile mit Hilfe von $a0$20$20$20$a0$20$20$a0$20$a0$a0 zu
restaurieren. Sollte ein solches Original-File nicht vorhanden sein,
so können sie zumindest das Terrorists-Virus-File löschen.
Sollte ein RevengeOfTheLamer-Virus-File gefunden werden, so können
Sie dieses Virus-File löschen lassen. In s/startup-sequence wird
dann der Aufruf dieses Files ebenfalls gelöscht, indem der Filename
mit Leerzeichen überschrieben wird.

8.22 Autocheck:
---------------
Es wird bei jeder eingelegten Diskette das c/dir-File und das erste File
der startup-sequence auf IRQ,BGS9,Terrorists-Virus-Infektion untersucht.
Ferner wird das Vorhandensein eines $a0a0a0a0a0-Files (RevengeOfTheLamer)
überprüft. Durch Anklicken von Autocheck AN/AUS oder durch Aufrufen von
VIRUS-CONTROL mit -u wird diese Prüfung unterlassen.
Im Normalfall wird durch den AutoCheck ein IRQ,BGS9,Terrorists und
RevengeOfTheLamer-Virus-Befall erkannt. Dennoch sollten Sie ab und zu
die komplette Diskette (oder Festplatte) mittels "Viren-Files suchen"
durchsuchen lassen, da aufgrund einer veränderten startup-sequence
auch andere Files infiziert werden können.

Die Autocheck-Funktion überprüft wirklich das erste echte File der
startup-sequence und läßt sich nicht wie viele andere Anti-Virus-Programme
durch z.B. Kommentarzeilen irritieren.

8.23 Puffergrößen-Gadget:
------------------------
Beim 'LINK-VIRUS-SCHUTZ' oder 'Viren-Files suchen' werden jeweils
ganze Verzeichnisse einschließlich aller Unterverzeichnisse
bearbeitet. Hierbei wird ein Puffer zur Zwischenspeicherung
der Filenamen benötigt. Standardmäßig ist eine Puffergröße von
70000 Bytes eingestellt. Beim kompletten Durcharbeiten von
Festplatten mit über 30 MB kann unter Umständen dieser Puffer
nicht ausreichen. Dies wird durch einen Requester angezeigt.
In diesem Fall kann mittels des Puffergrößen-Gadgets ein
größerer Puffer eingestellt werden.

VIRUS-CONTROL kann mindestens 25 verschachtelte Verzeichnisstufen
auswerten und mit eventuell größer eingestelltem Puffer auch
problemlos zum Beispiel eine optische Platte mit 600 MB komplett
überprüfen. Viele andere Anti-Virus-Programme stürzen bei einer
größeren Fileanzahl einfach ab. Bei VIRUS-CONTROL sind derartige
Befürchtungen unbegründet. Auf eventuelle Speicherplatzprobleme
weist VIRUS-CONTROL mittels Requester hin.


8.23 Vektoren-Anzeige:
---------------------
Durch Anklicken dieses Gadgets kann man sich jederzeit einen umfassenden
Überblick über alle wichtigen veränderten System-Vektoren verschaffen.
Sollte man durch -k oder -v das automatische Anzeigen gewisser Vektor-
Veränderungen unterbunden haben, so wird man durch "Vektor-Anzeige"
sinnvollerweise dennoch über eventuelle Veränderungen an diesen Vektoren
informiert.


9. BOOTBLOCK-ARCHIVIRUNGS-SYSTEM:
================================

VIRUS-CONTROL V2.0 bietet Ihnen die Möglichkeit an,
BootBlöcke zu archivieren.
Dieses kann nun auf zweierlei Arten geschehen.

9.1 nach S:NoWarning:
--------------------
Ungefährliche Nicht-Standard-BootBlöcke können durch Anklicken
von 'nach S:NoWarning' in dem Verzeichnis S:NoWarning unter dem
im Stringgadget angegebenen Namen abgespeichert werden.
Geben Sie als BootBlock-Filename nur den echten Namen ohne Pfad an,
da automatisch S:NoWarning vorangesetzt wird.
Bei Nichtbeachtung erhalten Sie einen OpenError.

Sollte der abzuspeichernde Bootblock bereits im S:NoWarning-
Verzeichnis vorhanden sein, so kann man diesen Bootblock nun
löschen oder umbennen.

Wird nun in Zukunft eine Diskette eingelegt, deren BootBlock
im S:NoWarning-Verzeichnis abspeichert ist, so wird anstatt
des Warn-Window lediglich ein kurzes rotes Farb-Signal ausgegeben.
Diese Option empfiehlt sich für Disketten, welche zwar einen
Nicht-Standard-BootBlock besitzen, aber dennoch harmlos sind.
(z.B Intros,Spiele)

Die können jedoch das Erscheinen des Warn-Windows mit Anzeige
des Filenamens erzwingen, indem Sie beim Einlegen der Diskette
L-ALT gedrückt halten. Dies ist manchmal sinnvoll, wenn Sie erfahren
möchten, wieso diese Diskette als ungefährlich gewertet wird.
Wenn Sie also den Archivierungs bzw. Filenamen des BootBlocks
erfahren möchten, unter dem er in S:NoWarning abgespeichert ist.

Aus Sicherheitsgründen wird auf 100%-Gleichheit mit den Files
in S:NoWarning geprüft, da harmlose Nicht-Standard-BootBlöcke
in der Regel immer gleich sind.
Dennoch kann man VIRUS-CONTROL veranlassen, nur einen bestimmten Bereich
des BootBlocks zu vergleichen. Dies geschieht mit Hilfe von "Auto-Archiv".
Siehe hierzu unter Punkt 9.3 Auto-Archiv. Dies ist zum Beispiel bei manchen
Boot-Intro-Generator-Programmen sinnvoll, da sich hier die erstellten
BootBlöcke aufgrund frei zu wählender Texte und Farben geringfügig
unterscheiden. Wenn also der mittels Auto-Archiv ermittelte Bereich
gleich ist, so wird der BootBlock als gefunden betrachtet und es
wird kein Warn-Window ausgegeben.

9.2 nach S:VirusName:
--------------------
Durch Anklicken von 'nach S:VirusName' wird der BootBlock in
dem Verzeichnis S:VirusName unter dem im Stringgadget angegebenen
Namen abgespeichert.
Geben Sie als BootBlock-Filename nur den echten Namen ohen Pfad an,
da automatisch S:VirusName vorangesetzt wird.
Bei Nichtbeachtung erhalten Sie einen OpenError.

Sollte der abzuspeichernde Bootblock bereits im S:VirusName-
Verzeichnis vorhanden sein, so kann man diesen Bootblock nun
löschen oder umbennen.

Wird nun in Zukunft eine Diskette eingelegt, deren BootBlock
im S:VirusName-Verzeichnis abspeichert ist, so wird im Warn-Window
zusätzlich der Name angezeigt, unter dem der BootBlock archiviert
wurde.

Mit dieser Möglichkeit kann man also auch zukünftige BootBlock-Viren,
(oder Nicht-Standard-BootBlöcke) VIRUS-CONTROL bekannt machen.
VIRUS-CONTROL kann dadurch also nicht veraltern !!

VIRUS-CONTROL V2.0 speichert die BootBlöcke als 1024 Byte lange
Einzelfiles in dem S:VirusName- oder S:NoWarning-Verzeichnis ab.
Unter VIRUS-CONTROL V1.3 und VIRUS-CONTROL V1.4 wurden die BootBlöcke
jeweils in nur ein Archiv-File gespeichert, welches somit mit der
Anzahl abgespeicherter BootBlöcke immer länger wurde.
Es existierte also ein S:VirusName-File und ein S:NoWarning-File.
Unter VIRUS-CONTROLV2.0 wird nun anstatt des Einzel-Files
ein Verzeichnis benutzt.
Die alte Archivierungsmethode hatte den Vorteil, daß sich ein
Einzelfile schneller durchsuchen läßt.
Ein Einzelfile hat aber den Nachteil der mangelnden Transparenz.
Man sieht nicht welche BootBlöcke in dem File abgespeichert sind.
Am einfachsten und flexibelsten ist die neue Archivierungs-Methode.
Man kann nun die erhaltenen BootBlock-Files beliebig weiterverarbeiten
und auch anderen Anti-Virus-Programmen zuführen. Auch kann man die
Files z.B. zum Speichern oder Wiederherstellen von BootBlöcken benutzen.

Wenn man einen BootBlock archivieren will, so wird automatisch erkannt,
ob noch die alten VIRUS-CONTROLV1.3/V1.4-Archiv-Einzel-Files vorhanden
sind. Ist dies der Fall, so wird automatsich eine Konvertierung in das
neue Archivformat vorgenommen. In dem früheren S:NoWarning-File wurden
lediglich die reinen BootBlöcke abgespeichert. Auf ein Abspeichern von
Namen wurde verzichtet, da der Sinn des S:NoWarning-Files ja eben das
Verhindern einer Anzeige war. Ich benutze daher bei der Konvertierung
des alten S:NoWarning-Files als neue Filenamen willkürlich "001" usw.

Wenn eine verdächtige Disk eingelegt wird, so wird zuerst das
S:NoWarning-Verzeichis durchsucht. Wird ein 100%-gleicher BootBlock
oder ein 100%-gleicher Auto-Archiv-Bereich gefunden, dann wird lediglich
ein rotes Farb-Signal ausgegeben und es erscheint kein Warn-Window.

Bleibt die Suche in S:NoWarning erfolglos, dann wird in S:VirusName
nach einem zumindest 92%-gleichen BootBlock oder 100%-gleichen
Auto-Archiv-Bereich gesucht. Es erscheint nun immer das Warn-Window.
Sollte die Suche erfolgreich gewesen sein, so wird der entsprechende
Archivierungs- bzw. FileName zusätzlich im Warn-Window angezeigt.

Hält man beim Disketten-Einlegen L-ALT gedrückt, so wird immer ein
Warn-Window ausgegeben. Sollte die Suche in S:NoWarning nach einem
100%-gleichen BootBlock-File oder einem 100%-gleichen Auto-Archiv-Bereich
erfolgreich gewesen sein, so wird dieser FileName im Warn-Window angezeigt.
Wenn nicht, so wird in S:VirusName weitergesucht und ein eventuell
gefundenes BootBlock-File (mindestens 92%-gleiches BootBlock-File oder
100%-gleicher Auto-Archiv-Bereich) im WarnWindow angezeigt.
Das Drücken von L-ALT dient also dazu, daß bei erfolgreicher Suche in
S:NoWarning anstatt eines roten Farb-Signals das Warn-Window mit dem
entsprechenden FileName ausgegeben wird.

Ein Durchsuchen der Archiv-Files unterbleibt, wenn VIRUS-CONTROL
mit -f gestartet wird. (auch mittels ArchivFiles An/Aus einstellbar).

Noch eine Anmerkung zum Durchsuchen der Archiv-Files.
Beim Vergleichen des BootBlocks der eingelegten Diskette mit den
BootBlock-Files im S:NoWarning-Verzeichnis wird ein BootBlock nur
dann als gefunden betrachtet, wenn er wirklich 100% gleich ist oder
wenn ein 100%-gleicher Auto-Archiv-Bereich vorhanden ist.
Beim Vergleichen des BootBlocks der eingelegten Diskette mit den
BootBlock-Files im S:VirusName-Verzeichnis wird ein BootBlock dann
als gefunden betrachtet, wenn er mindestens zu 92% gleich ist oder
wenn ein 100%-gleicher Auto-Archiv-Bereich vorhanden ist.
Da die meisten Bootblock-Viren Infektionszähler und auch andere
veränderliche Daten beinhalten kann man nicht auf 100%-Gleichheit prüfen.
Dennoch sollte man sich aber auch nicht mit z.B. lediglich 80%-Gleichheit
zufrieden geben, da man dann viele Viren-Klones nicht mehr unterscheiden
kann.

9.3 Auto-Archiv:
---------------
Neuerdings gibts es auch selbstmodifizierende BootBlock-Viren.
Bei diesen Viren übereinstimmen verschiedene BootBlöcke meist
nur bis zu 2%. Eine Erkennung des Virus, indem auf 92%-Gleichheit
geprüft wird, schlägt also fehl. Ich habe daher folgende Möglichkeit
eingebaut: Sie können bestimmen, ob nur ein bestimmter Teil des
BootBlocks vergleicht werden soll, denn zumindest die Dekodierroutine
ist auch bei einem selbstmodifizierenden Virus immer gleich.
Normalerweise vergleicht VIRUS-CONTROL immer den gesamten BootBlock.
Wenn Sie den BootBlock-Namen aber mit z.B. {18-49}beginnen, so wird
nur der Bereich ab einschließlich Byte 18 bis einschließlich Byte 49
verglichen, wobei man ab 0 zählt (das erste Byte ist also das Byte 0).
Wenn dieser Bereich 100% gleich ist, wird das BootBlock-File als gefunden
betrachtet. Durch diese Möglichkeit kann VIRUS-CONTROL nicht veraltern,
da es sich sogar an selbstmodifizierende Viren anpassen läßt.
Es ist sinnvoll immer erst ab Byte 12 suchen zu lassen, da dadurch die
Checksumme übersprungen wird, denn diese ist in der Regel meist verschieden.
Wenn Sie also einen selbstmodifizierenden BootBlock-Virus haben, so können
Sie absichtlich eine weitere Diskette infizieren, und dann diese zwei
verschiedenen BootBlöcke auf gleiche Datenbereiche untersuchen. Den größten
gleichen Bereich können Sie dann in {} am Anfang des Filenamens angeben.
VIRUS-CONTROL bietet Ihnen mit 'Auto-Archiv' die Automatisierung dieses
Vorgehens an. Hierzu gehen sie folgendermaßen vor. Sie klicken 'Auto-Archiv'
an. Ein Requester zeigt Ihnen nun an, unter welchem Namen der BootBlock-Virus
archiviert wird (Inhalt des unteren String-Gadgets). Dann erscheint ein
Requester, mit dessen Hilfe Sie das BootBlock-File entweder nach S:NoWarning
oder S:VirusName speichern können. Danach erscheint ein Requester, welcher
Sie auffordert, eine Diskette einzulegen. Nachdem Sie dies getan haben,
klicken Sie 'JA' an. Danach erscheint wieder der Requester und Sie legen
die zweite Diskette ein. Sie klicken wieder 'JA' an.
VIRUS-CONTROL ermittelt nun den größten gleichen Daten-Bereich und
modifiziert den eingegebenen Filenamen entsprechend.

Die eben besprochene Möglichkeit, auch selbstmodifizierende BootBlock-Viren
zu archivieren ist leider doch recht gefährlich und aufwendig.
Anfänger sollten daher diese Möglichkeit nicht benutzen !!


10. programminterne Identifizierung von über 25 BootBlock-Viren:
===============================================================

Man kann also BootBlock-Viren mittels des Archivierungssystems
erkennen. Der Vorteil dieser Methode ist der, daß auch zukünftige
BootBlock-Viren erkannt werden können, indem diese neue Viren
einfach archiviert werden.
Der Nachteil des Archivierungsystems ist der, daß selbstmodifizierende
BootBlock-Viren etwas schwieriger in der Handhabung sind.
Aus diesem Grund erkennt VIRUS-CONTROLV2.0 programmintern alle mir
im Moment bekannten (auch selbstmodifizierenden) Viren.
Man ist also nicht auf die Archivierung-Files angewiesen.

Es werden programmintern erkannt:
ASS, BamigaSectorONE, ByteBandit, 16BitCrew, DASA(ByteWarrior),
DiskDoctors, Gadaffi, Graffiti, HCS, 5 verschiedene Lamer!-BB-Viren,
LSD, MicroMaster, Obelisk, PentagonCircleVirusSlayer, Phantasmumble,
Revenge, SCA, Starfire(NorthStar), OldNorthStar, SystemZV3.0,V4.0,V5.0,
TimeBomb, UltraFox.


11. SYSTEMVEKTOREN-KONTROLL-TASK:
================================

VIRUS-CONTROL kann also mit Sicherheit das Eindringen von
BOOTBLOCK-VIREN verhindern, da es verdächtige Disketten
anzeigt, und eine gefahrlose Bootsimulation anbietet.
Ferner zeigt VIRUS-CONTROL mittels des leistungsfähigen
File-Schutz-Systems sehr zuverlässig LINK-VIREN an.
Denkbar sind allerdings auch sogenannte FILE-VIREN, welche sich
z.B. als normaler CLI-Befehl tarnen. z.B. ein neu programmierter
dir-Befehl, welcher beim Aufruf den Virus installiert.
Aber auch solche Viren werden von VIRUS-CONTROL erkannt, da
VIRUS-CONTROL extra einen SEPARATEN TASK ZUR VEKTORENKONTROLLE
installiert. Dieser Task überprüft sekündlich den Cool-Vektor,
den Cold-Vektor, die KICK-Vektoren, alle Exec-Library-Funktions-
Vektoren, die Auto-Interrupt-Vektoren, die ExecLibrary-Interrupt-
Vektoren, den BeginIO-Vektor der trackdisk.device-Struktur und
den Supervisor-Stack auf Veränderungen.
Wird eine Veränderung festgestellt, so wird mittels Requester
exakt die jeweilige Veränderung angezeigt.


12.  KILL-SYSTEM-VIRUS-REQUESTER:
================================

Nach Anklicken von 'ENDE' wird normal weitergearbeitet.
Ein Anklicken von 'VIRUS-ENTFERN-VERSUCH' bewirkt das Erscheinen
eines weiteren Requesters. Man kann anwählen, ob auch zusätzlich
ein Reset ausgelöst werden soll. Wählt man Virus-Entfern-Versuch
ohne Reset an, so kann man in der Regel normal weiterarbeiten.
Sicherer ist jedoch der Virus-Entfern-Versuch mit Reset, da hierbei
auch z.B. Viren-Tasks entfernt werden, welche z.B permanent die
Vektoren verbiegen.
Der 'VIRUS-ENTFERN-VERSUCH' bewirkt, daß der DOIO- und COOL-Vektor
neu auf VIRUS-CONTROL gesetzt werden. Die Interrupt-Vektoren
und der BeginIO-Vektor werden auf eventuelle ROM-Werte gesetzt.
Ferner werden der COLD-Vektor, die KICK-Vektoren, sowie die
unteren 5120 Bytes des Supervisorstacks gelöscht, da sich hier
oft Viren einnisten. Der 'VIRUS-ENTFERN-VERSUCH' kann jedoch in
einem Absturz enden, da VIRUS-CONTROL mit dem Virus kollidiert.
Allerdings ist die KILL-SYSTEM-VIRUS-Routine sehr wirksam und
führt nur selten zum Absturz. Es werden alle mir bekannten Viren
sauber entfernt. Dennoch empfehle ich, den Virus durch Ausschalten
des Amigas zu entfernen, denn nur diese Methode kann wirklich sicher
sein.
Sollte man es einem Virus erlaubt haben, sich im System zu
installieren, indem man im 'KILL SYSTEM VIRUS'-Requester 'Ende'
anklickt, so kann man dennoch später jederzeit versuchen, den
Virus zu entfernen, bzw. VIRUS-CONTROL wieder voll zu installieren.
Dieses wird durch den separat laufenden VIRUS-CONTROL-Task möglich.
Durch gleichzeitiges Drücken von L-ALT + R-ALT wird der
'KILL SYSTEM VIRUS'-Requester aufgerufen.

Das Erscheinen des KILL-SYSTEM-VIRUS-Requesters kann also
3 Ursachen haben:

    - Benutzer drückt L-ALT + R-ALT

    - Im WARNWINDOW wird KILL-SYSTEM-VIRUS angeklickt

    - der Systemvektoren-Kontroll-Task meldet eine Veränderung


Über alle obengenannten Vektoren können sich Viren in das System
einbinden. Die Änderungen an den Vektoren können aber auch von
seriösen Programmen herrühren.
So verbiegt das Disketten-Cache-Programm FACC ebenfalls den
BeginIO-Vektor der trackdisk.device-Struktur.
(Eine Anmerkung zu FACC: FACC nach VIRUS-CONTROL starten und
vor VIRUS-CONTROL beenden).
Verschiedene resetfeste Festplatten- und Druckertreiber
verbiegen die Kick-Vektoren. Die resetfeste RAM-Disk RAD:
benutzt ebenfalls die KICK-Vektoren. Als Name wird ramdrive.device
usw. ausgegeben. Aber Vorsicht, ein Virus könnte sich ebenfalls unter
diesem Namen resetfest machen.
Der setpatch-Befehl verbiegt den Alert-Vektor und den
AllocEntry-Vektor. Der nofastmem-Befehl verbiegt den
AllocMem-Vektor und den AvailMem-Vektor.
Manche Sound-player verbiegen den Interrupt 3.
Xoper verbiegt den Switch-Vektor.
VIRUS-CONTROL bindet sich somit mit Absicht über den COOL-Vektor
und den DOIO-Vektor in das System ein, denn diese werden in der
Regel nicht von seriösen Programmen benutzt.

Insbesondere bei Veränderungen an COLD, COOL, DOIO, SENDIO,
KICK und BEGINIO-Vektor muß an einen Virus gedacht werden !!

Man kann Viren nicht streng in BOOTBLOCK-Viren, LINK-VIREN
und FILE-VIREN unterteilen. Durch Kombination wird die
Gefährlichkeit des Virus erhöht.


13. BOOTBLOCK-SCHREIBZUGRIFFKONTROLLE:
=====================================

VIRUS-CONTROL zeigt vor jedem Schreibzugriff auf den BootBlock die zu
schreibenden Daten an. Dies kann sehr aufschlußreich sein.
Durch Eingabe von 'j' wie JA wird der BootBlock beschrieben.
Durch Eingabe von 'n' wie NEIN wird ein Beschreiben des BootBlocks
verhindert.
Wenn Sie eine Diskette formatieren oder kopieren, müssen Sie
natürlich das Beschreiben des BootBlocks erlauben.

Sollte auf Ihrem System bereits ein Virus aktiv sein, der den
DOIO-Vektor verbogen hat, so kann es nach Verschwinden des Windows
zum Absturz kommen.
Aber auch in diesen seltenen Fällen ist dieses Feature sehr sinnvoll,
da man erstens den Virus-Schreibzugriff erkennt und zweitens
auch sieht, was geschrieben werden soll.


14. Wie erkenne ich einen BootBlock-Virus ?
==========================================

Um herauszufinden, ob es sich bei einem verdächtigen Bootblock
wirklich um einen Virus handelt, kann man folgendermaßen vorgehen:
Man bootet mit installiertem VIRUS-CONTROL von der verdächtigen
Disk, aktiviert also bewußt einen eventuellen Virus.
Alle eingelegten Disketten sollten schreibgeschützt sein,
damit sich der eventuelle Virus nicht verbreiten kann.
Auch müssen Sie vorher von Ihrer Festplatte ein Backup fertigen,
da manche Viren die Festplattendaten unbrauchbar machen (z.B. DASA,Gadaffi)
Handelte es sich um einen Virus, so wird dieser manche System-Vektoren
verändern und diese Veränderungen werden Ihnen nun mittels Requester
angezeigt.
Anschließend muß der Amiga ausgeschaltet werden, da dies die einzig
wirklich sichere Methode ist, um einen aktiven Virus zu entfernen.

Die zweite und zugleich einzige 100% sichere Methode, um einen Bootblock-
Virus zu identifiziern ist jedoch auch die gefährlichste Methode.
Man bootet OHNE VIRUS-CONTROL von der verdächtigen Disk, und legt
eine nicht schreibgeschützte, nicht infizierte Diskette ein.
Nun schaltet man den Amiga aus, wartet circa 20 Sekunden,
schaltet den Amiga wieder ein, bootet von einer sauberen Disk,
startet VIRUS-CONTROL und legt die nicht schreibgeschützte
Diskette ein. Wenn die Diskette nun verdächtig geworden ist,
so handelte es sich um einen Virus. Die Diskette sollte sofort
'überschrieben' werden, damit man später nicht versehentlich von
dieser Diskette bootet, und somit den Virus aktiviert und dadurch
weiterverbreitet.


15. ZUSÄTZLICHE PARAMETERANGABE:
===============================

Es können zusätzliche Parameter sowohl beim CLI-Start,
als auch beim WorkBench-Start(ToolTypes) angegeben werden.
Die Parameter bestehen aus einem Minuszeichen mit einem
direkt folgenden Buchstaben. Die Reihenfolge der Parameter
ist egal. Es werden Groß- und Kleinbuchstaben akzeptiert.

15.1  -t (kein [-t]est):
-----------------------
Beim Aufrufen des VIRUS-CONTROL-Pogrammes wird immer ein
DF0:-Warn-Window ausgegeben. Anschließend werden alle weiteren
eingelegten Disketten überprüft und nur bei Virus-Verdacht
ebenfalls ein Warn-Window ausgegeben.
Durch Angabe von -t werden beim Aufrufen des VIRUS-CONTROL-Programmes
die eingelegten Disketten nicht überprüft und es erscheint somit
auch kein Warn-Window.

15.2  -k ([-k]ickChecksum):
--------------------------
Wenn Sie z.B. mit einer Auto-Boot-Festplatte arbeiten oder
wenn Sie regelmäßig mit einem resetfesten Programm arbeiten,
so kann es lästig werden, nach jedem Reset die entsprechenden
Kick-Vektoren-Requester wegzuklicken. Sie können daher
VIRUS-CONTROL eine KickChecksum angeben, bei deren Auftreten
keine Meldung mehr erfolgen soll. Die entsprechende KickChecksum
können Sie in dem Requester ablesen.
Die Eingabe sollte ohne das $-Zeichen erfolgen, da manche Shells
dieses Zeichen nicht durchlassen.

15.3  -c (keine [-c]olor):
-------------------------
Ein weiß-blaues Farb-Signal signalisiert bei jeder neu
eingelegten Diskette das korrekte Arbeiten von VIRUS-CONTROL.
Dieses optische Zeichen kann man durch Aufrufen von VIRUS-CONTROL
mit -c (minus color) abschalten. Um die Warn-Window-Grafik besser
zur Geltung zu bringen, werden vorübergehend neue Workbenchfarben
gesetzt. Dieses wird ebenfalls durch -c verhindert.

15.4  -o (Check[-O]pen:All): Alle Open-Zugriffe melden
------------------------------------------------------
Ein Aufruf von VIRUS-CONTROL mit -o bewirkt ein Verbiegen
des OpenFile-Vektors. Es erscheint nun vor jedem Filezugriff
ein Requester, mittels welchem der Filezugriff erlaubt
oder verboten werden kann. Leider kann man nicht vorhersagen,
ob der Zugriff schreibend oder lesend sein wird, denn alle
3 Zugriffsmodi (MODE_NEWFILE,MODE_OLDFILE,MODE_READWRITE)
erlauben gleichzeitig Lesen und Schreiben !!!!.
Leider sind Bezeichnungen wie read-only völlig irreführend.

MODE_OLDFILE öffnet ein bestehendes File zum Lesen oder Schreiben,
auch andere Programme können weiterhin mit MODE_OLDFILE sowohl
lesend als auch schreibend auf dieses File zugreifen.
(Gefahr von Datenvermischung bzw. verlust, wenn geschrieben wird,
wenn jeder nur lesend auf File zugreift, keine Gefahr).

MODE_READWRITE öffnet ein bestehendes File zum Lesen oder Schreiben,
andere Programme können nicht gleichzeitig auf dieses File zugreifen.
(also nie Gefahr)

MODE_NEWFILE öffnet ein File zum Lesen oder Schreiben, ein eventuell
bestehendes File wird gelöscht.
andere Programme können nicht gleichzeitig auf dieses File zugreifen.
(also nie Gefahr)

Diese Filezugriffskontrolle kann sehr nützlich für das Erkennen von
Link-Viren sein. Link-Viren breiten sich nicht über den Bootblock aus,
sondern sie hängen sich an bestehende Files. Sie verlängern also diese
Files und werden durch das Aufrufen dieser Programme aktiviert.
Wenn sich nun ein Link-Virus an ein Programm hängen will, so kann der
Filezugriff mittels des Requesters erkannt und verhindert werden.
Meist wird man diese Option gezielt zum Aufspüren eines Virus
verwenden. Diese Option ist auch nützlich, um zu erkennen, auf
welche weiteren Files ein Programm zugreift. Im Normalfall wird
man jedoch ohne -o arbeiten, da das häufige Erscheinen der Requester
doch sehr lästig ist.
Sie können jedoch das Erscheinen der Requester durch das Drücken der
CTRL-Taste verhindern. Es wird in diesem Fall sofort zur Original-
Open-Routine gesprungen.

15.5  -n (CheckOpen:[N]ew): Alle Open-Zugriffe melden
-----------------------------------------------------
Abhilfe schafft auch die -n -Option. Hierbei werden nur die
MODE_NEWFILE-Open-Zugriffe kontrolliert. Solche Zugriffe erfolgen
in der Regel nur beim Erstellen eines neuen Files, wobei ein
eventuelles altes File überschrieben wird. Diese MODE_NEWFILE-
Zugriffe sind also immer gefährlich, wohingegen MODE_OLDFILE-
Zugriffe meist nur in Lese-Absicht erfolgen und somit meist
ungefährlich sind. Wie aber bereits oben erwähnt kann sehr wohl
auch ein Schreibzugriff folgen. VIRUS-CONTROL kontrolliert daher
auch den Write-Vektor und meldet sowohl bei -o wie -n einen
eventuellen Schreibzugriff. Hierbei werden die ersten 1024 Bytes
der zu schreibenden Daten angezeigt. Durch Drücken von 'j' wird
der Schreibzugriff erlaubt. Durch Drücken von 'n' wird der
Schreibzugriff nicht ausgeführt.
Hält man CTRL gedrückt, wird der Schreibzugriff sofort vorgenommen.

(Bei dem "OpenFile-Vektor" handelt es sich um die dos.library-
 Funktion mit dem Offset -30. Man kann also den Zugriff auf Files
 kontrollieren. Man darf dieses nicht mit dem Starten von
 Programmen verwechseln. Das Starten von Programmen wird also
 nicht kontrolliert. Dieses wäre auch unsinnig, da andauernd
 irgendwelche Programme gestartet werden.
 Wenn allerdings ein Link-Virus sich an ein File hängen will,
 so wird er hierzu die OpenFile-Funktion benutzen,
 und dieses wird erkannt.)

15.6  -i (auch Zugriff auf [i]nfo-Files melden):
-----------------------------------------------
Normalerweise meldet VIRUS-CONTROL nicht den Zugriff auf .info-Files,
denn andernfalls müßte man beim Anklicken eines Icons mehrmals die
Zugriffe auf die .info-Files erlauben.
Wenn Sie aber VIRUS-CONTROL zusätzlich mit -i starten, so werden
auch die .info-Files kontrolliert.

15.7  -w ([-w]rite-control):
---------------------------
Der schreibende Zugriff auf eine Diskette wird durch ein orangenes
Farb-Signal angezeigt. Diese Option wird man meist auch nur gezielt
bei der Suche nach (Link-)Viren einsetzen.

Ursprünglich wollte ich folgendes erreichen:

1. Das Programm, welches schreibend zugreift sollte angezeigt werden

Leider werden alle Schreibzugriffe dem file-system-process
übergeben. Es greift also immer nur der file-system-process
schreibend zu.

2. Es sollte angezeigt werden, welches File beschrieben wird.

Es ist sehr aufwendig, die Blöcke einem File zuzuordnen.
Der umgekehrte Weg wäre bedeutend einfacher.
Erschwerend kommt hinzu, daß man zwei völlig verschiedene
Verfahren auswerten muß. Das Amiga-DOS-Standard-Format und
das FastFileSystem.

3. Es sollte der Schreibzugriff auf jedes Speichermedium angezeigt
   werden, also auch Festplatten usw.

Es gibt jedoch keinen verbindlichen Festplatten-Standard.
Das heißt es existieren viele verschiedene Festplatten-devices
mit eben unterschiedlichen Device-Namen.

Man kann softwaremäßig sowieso nicht jeden Schreibzugriff anzeigen,
da direkte Einsprünge ins ROM denkbar sind oder aber auch die
direkte Programmierung der Hardware.

Aufgrund dieser vielfältigen Probleme und Bedenken habe ich mich
anderen Programmierideen zugewandt.

Ich möchte an dieser Stelle auf einen weiteren Sachverhalt
hinweisen. Ursprünglich wollte ich das Anzeigen,Abspeichern und
Beschreiben nicht nur von Disketten-Bootblöcken ermöglichen.
(also auch z.B. Festplatten-Bootblöcke bearbeiten).
Ich habe diese Idee aufgrund folgender Überlegungen verworfen.
Nur bei Disketten wird der Bootblock als solcher benutzt.
Bei anderen Speichermedien wird der Bootblock (das sind die
ersten 2 Blöcke einer Partition) meist ignoriert.
Manche Festplattentreiber legen Partitionsdaten, Fehlertabelle
usw. auf z.B Zylinder 0 ab. Dieses hat allerdings nichts mit
dem Bootblock einer Partition zu tun.
Da ein verbindlicher Festplattenstandard nicht existiert,
kann jeder Festplattentreiber die Festplatte unterschiedlich
verwalten. Man kann daher leider keine universellen Hilfsmittel
für Festplatten programmieren. Es ist also Aufgabe der Festplatten-
treiberanbieter, entsprechende Hilfsmittel mitanzubieten.

Die einzig wirklich sichere Methode vor Datenverlust ist aber
nach wie vor das Anfertigen von Backups bzw. Sicherheitskopien.
Sollte Ihre Festplatte nun aus welchen Gründen auch immer
Schwierigkeiten machen, so formatieren Sie die Platte neu
und kopieren die Sicherheitskopien auf die Platte.
Diese Methode ist zwar langwierig, dafür aber einfach und
sicher.

15.8  -f ([-f]iles nicht durchsuchen):
--------------------------------------
Beim Einlegen einer Diskette wird S:NoWarning, S:VirusName nicht
durchsucht. Näheres siehe unter Punkt 9.

15.9  -m (Chip[-m]emfirst AN):
------------------------------
ChipMem bevorzugt vor FastMem belegen.
Näheres siehe unter Punkt 8.18

15.10 -a (F[-a]stmem AUS):
--------------------------
FastMem AUS. Näheres siehe unter Punkt 8.19

15.11 -e (geschütztes File wieder [-e]ntschützbar):
---------------------------------------------------
Näheres siehe unter Punkt 8.20

15.12 -s (Load-File erst nach Rückfrage, also nicht auto[-s]chützen):
--------------------------------------------------------------------
Näheres siehe unter Punkt 8.20

15.13 -l (Nicht-[L]oad-Files schützbar):
---------------------------------------
Näheres siehe unter Punkt 8.20

15.14 -u (A[u]to-Check):
------------------------
kein Auto-Check. Näheres siehe unter Punkt 8.22

15.15 -v (Exec-[V]ektoränderung nicht melden):
---------------------------------------------
Wie bereits unter Punkt 11. erwähnt, überprüft VIRUS-CONTROL sekündlich
alle wichtigen System-Vektoren. Sollte eine Veränderung festgestellt
werden, so wird dieses mittels Requester angezeigt.
Dieses kann jedoch unter Umständen auch lästig sein, denn manchmal
verändern auch Nicht-Virus-Programme System-Vektoren.
So verbiegt z.B. der setpatch-Befehl den Alert- und AllocEntry-Vektor.
Der nofastmem-Befehl verbiegt den AllocMem- und AvailMem-Vektor.
Xoper verbiegt den Switch-Vektor. Wenn Sie also sicher sind, daß die
Veränderung an dem exec.library-Vektor durch ein harmloses Programm
verursacht ist und Sie sich durch den Requester belästigt fühlen,
dann können Sie die Anzeige durch folgende Parameterangabe verhindern:
    z.B.:   -v108 -v222
Hiermit weisen Sie VIRUS-CONTROL an, Veränderungen an dem Alert- und
AllocEntry-Vektor nicht mehr zu melden. Man gibt also die entsprechenden
exec.library-Vektoren anhand ihres Offsets an.
Sie können sich aber nach wie vor jederzeit mittels "Vektor-Anzeige"
ein genaues Bild vom Zustand aller System-Vektoren machen !

15.16 -p (VIRUS-CONTROL-Start-Kontrolle ausschalten):
---------------------------------------------------
siehe unter Punkt 3. Installierung


Die meisten Parameter können auch mittels der entsprechenden
Gadgets neu gesetzt werden:

Standard-Einstellung:    mittels Gadget
                         oder Parameter
     Auto-Check       AN       -u  ->  Auto-Check      AUS
     WindowFarbe      AN       -c  ->  WindowFarbe     AUS
     CheckOpen:All   AUS       -o  ->  CheckOpen:All    AN
     CheckOpen:New   AUS       -n  ->  CheckOpen:New    AN
     ArchivFiles      AN       -f  ->  ArchivFiles     AUS
     ChipMemFirst    AUS       -m  ->  ChipMemFirst     AN
     FastMem          AN       -a  ->  FastMem         AUS
     Entschützen     AUS       -e  ->  Entschützen      AN
     Auto-Schützen    AN       -s  ->  Auto-Schützen   AUS
     NichtLoadFiles  AUS       -l  ->  NichtLoadFiles   AN
     DiskWriteFarbe  AUS       -w  ->  DiskWriteFarbe   AN

Werden beim Start von VIRUS-CONTROL keine Parameter angegeben,
so werden die angegebenen Standard-Einstellungen gesetzt.

Beim erneutes Aufruf von VIRUS-CONTROL können auch die Parameter
(-u -c -o -n -f -m -a -e -s -l -w -i -v -k) neu gesetzt werden.
Wenn Sie den Parameter nicht angeben wird wieder die
Standard-Einstellung gesetzt.


Alle tiefergehenden Funktionen, wie Bootblock beschreiben
oder VIRUS-CONTROL entfernen oder System-Virus entfernen
sind zusätzlich durch weitere Requester gegen unabsichtliche
Ausführung abgesichert.
Weiterhin wird ein eventueller OpenFile-Error unter Angabe des
Filenamens + Errorcode als Requester angezeigt.


16. ZUSAMMENFASSUNG der TASTEN-FUNKTIONEN und FARBSIGNALE:
=========================================================

16.1 TASTEN:
-----------

   linke Maustaste +Reset -> VIRUS-CONTROL (oder Boot-Selektor) entfernen

   CTRL                   -> keine Open-File-Kontrolle (trotz -o oder -n)
                          -> keine Schreibzugriff-Kontrolle (trotz -o oder -n)

   L-ALT + R-ALT          -> Kill-Virus-Requester

   L-ALT + 0(Zehnerblock) -> df0: Warn-Window aufrufen
   L-ALT + 1(Zehnerblock) -> df1: Warn-Window aufrufen
   L-ALT + 2(Zehnerblock) -> df2: Warn-Window aufrufen
   L-ALT + 3(Zehnerblock) -> df3: Warn-Window aufrufen

   L-ALT + Disk einlegen  -> WarnWindow (also auch wenn Disk nicht verdächtig)
   L-ALT + Reset          -> BootMenü   (also auch wenn Disk nicht verdächtig)

   R-ALT + Disk einlegen  -> kein WarnWindow     (egal ob Disk verdächtig)
   R-ALT + Reset          -> kein Reset/BootMenü (egal ob Disk verdächtig)


16.2 FARB-SIGNALE:
-----------------

   dunkelblau-hellblau-weiß: zeigt an, daß VIRUS-CONTROL aktiv ist,
                             tritt z.B. bei Reset + Disk-Einlegen auf

   rot:         'verdächtiger' BootBlock in S:NoWarning enthalten

   schwarz:     kann WarnWindow wegen Speichermangel nicht öffnen

   gelb:        während Reset, Laufwerk-Vertauscher(+Ausschalter) aktiv

   orange:      Schreibzugriff auf Diskette (nur wenn -w)


17. ANMERKUNG:
=============

Jedes leistungsfähige und flexible Computer-System eröffnet
zwangsläufig auch Möglichkeiten für destruktive Viren-Programmierung.
Es besteht dennoch absolut kein Grund zur Resignation, denn mit
VIRUS-CONTROLV2.0 kann man sich sehr wirksam gegen alle Arten
von Viren schützen.
Sollten Sie auf eventuelle Fehler stoßen oder Verbesserungsvorschläge
haben, so wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich informieren würden.
Auch bin ich sehr an jeder Art von Viren interessiert.
Über eine Zusendung würde ich mich sehr freuen !!
Ich danke für Ihre Mithilfe, denn nur mit Ihrer Hilfe kann
ich VIRUS-CONTROL möglichst leistungsfähig gestalten.
