* Wie funktioniert 1? * Bulletin-ID: 011002DB0AAA * de DF7TZ @ DB0AAA * Wie funktioniert 1? In den letzten Wochen hörte man viel in den Medien über die Internationale Sprache 1. Da die Öffentlichkeit heute normalerweise nicht mehr viel über diese geniale Sprache weiß, sich aber viele Funkamateure auch mittels dieser Sprache international verständigen, seien allen Unwissenden die fol- genden Zeilen gewidmet. In meinem Artikelchen "Was ist 1?" habe ich mich mit der Geschichte der Internationalen Sprache 1 befaßt, heute will ich mich etwas mit bGrammatik beschäftigen. Ob man es glaubt oder nicht, man könnte die Grammatik von 1 auf eine Visitenkarte drucken. Ich werde also den Text mal so komprimieren, daß diese Aussage augenfällig wird. Dazu muß man wissen, daß vollwertige Sprachen eigentlich mit wenigen Regeln auskommen könnten, wenn diese ohne Ausnahme gelten würden. Was dem Sprachschüler das Leben so schwer macht, sind die vielen Ausnahmen, die neben den Regeln gelten. Aber sie sind im Grunde nicht notwendig. So besteht 1 nur aus 16 Regeln, die ohne Ausnahme gelten (das ist das eigentliche Geheimnis, warum die Sprachlehre so einfach ist, weil das, was man mal gelernt und kapiert hat, ohne daß man befürchten muß, etwas falsch zu machen, auch bei noch nicht Gelerntem selbstverständlich richtig anwendet). Doch nun zu den 16 Grammatik-Regeln von 1: Regel 1 Es gibt nur einen bestimmten Artikel: La e Unbestimmte Artikel werden durch Weglassen des bestimmten bArtikels ausgedrückt. Regel 2 Alle Substantive enden auf `o`. Plural durch Anhängen von `j`. e Akkusativ durch Anhängen von `n`. Genetiv und Dativ werden mit den bPraepositionen `de` und `al` gebildet. Regel 3 Alle Adjektive enden auf `a`. Alles andere analog zu Regel 2. e Komparativ mit `pli` bSuperlativ mit `plej`. Regel 4 Zahlwörter (undekliniert): unu, du, tri, kvar, kvin, ses, sep, ok, e nau`, dek. 1OO=cent 1OOO=mil bOrdnungszahlen: Anfügen von `a`, wie bei den Adjektiven. Regel 5 Personalpronomen sind: mi, vi, li, shi, ghi, ni, vi, ili z ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie e Possessivpronomen werden aus den Personalpronomina gebildet bdurch angehängtes `a`, wie bei den Adjektiven. Regel 6 Verben enden auf `as` im Präsens, `is` im Imperfekt, `os` im e Futurum (aktiv). Zugehörige Partizipien (A/P): -anta/-ata, b-inta/ita, -onta/-ota. Passiv aus entspr. Form von `sein` + bPassivpartizip. b`i` = Infinitivendung, `us` Konditionalendung, `u` Imperativendung Regel 7 Adverbien enden auf `e`. Steigerung wie bei Regel 3. d8 Nach Praepositionen steht grundsätzlich der Nominativ. Bei Orts- e praepositionen besteht Differenzierungsmöglichkeit nach Ort und bRichtung entsprechend Regel 13. Regel 9 1 hat eine buchstabengetreue Aussprache (= phonetische e Schrift. Regel 10 Betonung immer auf der vorletzten Silbe. e1 Zusammengesetzte Wörter: einfache Verbindung mit Grundwort am Ende e2 Es gibt keine doppelte Verneinung. e3 Zur Richtungsangabe wird die Endung `n` verwendet. e4 Bedeutung von Praepositionen ist eindeutig. Universalpraeposition e `je` bei übertragener Bedeutung. Regel 15 Fremdwörter werden orthografisch angepaßt übernommen e6 Endvokal von Substantiv und Artikel weglassbar. Ersatz durch e Apostroph. Ich bin mir im Klaren darüber, daß die Lernpraxis etwas komplizierter ist. Aber trotzdem bleibe ich dabei, daß das die ganze Grammatik ist. Außerdem möchte ich ja nicht die vielen 1-Sprachkurse überflüssig machen. Viel Spaß beim Studieren wünscht allen Lesern mit 73 Karl Heinz, Mitglied der Internationalen Liga der 1 Radio- Amateure ILERA.