ERGÄNZUNGEN ZUM HANDBUCH Leider konnten einige Neuerungen im Programm nicht mehr ins Handbuch aufgenommen werden, diese werden nun hier im einzelnen beschrieben. Neue Tastatur-Kommandos: + Starten des Autorouters + Einstellungen für den Autorouter (eine genaue Beschreibung des Autorouters folgt weiter unten) + Umschaltung zwischen kleinem/großem Cursor (Grundeinstellung beim Start Fadenkreuz (großer Cursor), falls Sie den kleinen Cursor beim Starten einstellen wollen : neues Steuerwort für Initfile CURSORKLEIN ) + bewegt den Cursor an entsprechenden Arbeitsflächen- rand. + Verändert Schrittweite wie Taste , nur in anderer Richtung. Netzlistenmodus: Wenn Sie sich mit der -Taste ein Verbindungsnetz anzeigen lassen, können Sie nun mit der -Taste dieses Netz löschen, d.h. alle Leiterbahnen und Lötpunkte die hervorgehoben sind, und nicht zu einem Bauteil oder Text gehören, werden gelöscht und die entsprechenden Netzlistenelemente werden aktualisiert. Bei + und + werden, wenn kein Gruppenname angegeben ist, alle Netzlistenelemente selektiert bzw. deselektiert. Im Netzlistenmodus gibt es nun auch einen -Modus (Zahlenblock <8>-Taste oder rechte Maustaste), damit können Sie, wie im Bauteilmodus beschrieben, die Lage von Bauteilen verschieben. Die Netzliste wird sobald Sie das Bauteil plaziert haben neu gezeichnet. Durch diese Möglichkeit ist es nun leichter Bauteile optimal (d.h. wenig kreuzende Verbindungen) zu plazieren. Für Besitzer einer Maus mit drei Knöpfen wurde die mittlere Taste mit der Funktion der -Taste belegt (Hilfsmenue). DER AUTOROUTER Der Editor beinhaltet nun einen Autorouter, welcher (doppelseitig bzw. einseitig) automatisch Verbindungen legen kann. Die aktuelle Version kann noch nicht selbstständig Durchkontaktierungen legen, aber benutzt schon vorhandene Bohrungen (wenn möglich!). Bitte beachten Sie, daß ein Autorouter in dieser Form nicht immer eine optimale Lösung findet (da dieser noch kein 100% Router ist, welcher z.B. selbstständig Verbindungen wieder löschen kann. Dies sollte man auch in dieser Preisklasse nicht unbedingt erwarten.), d.h machen Sie sich vorher Gedanken wo es Probleme geben könnte und routen Sie gegebenenfalls schrittweise. Beispielsweise sollten Sie Bus-Strukturen immer als erstes routen lassen, damit keine andere Verbindung diese regulären Strukturen stört). Es ist auch oft sinnvoll erst einmal nur auf einer Seite zu routen und Gebrauch von Sperrboxen zu machen. Als Beispiel sei eine Treiberstufe gegeben aus drei Treiberbausteinen und Abschlusswiederständen (SIL),welche aus Platzgründen leider nebeneinander angeordnet werden müssen. (Platine: Treibertest.PLA) Eingänge Treiber 1 Treiber 2 Treiber 3 Ausgange O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O O S S S S S S N N N N N N 1 2 3 4 5 6 Die Eingänge der Treiber seien links, die Ausgänge rechts. Es sollen jetzt folgende Verbindungen realisiert werden : Vom Netzwerk SN1 alle Pins auf die Eingänge von Treiber 1 Von den Ausgängen von Treiber 1 auf Netzwerk SN4 Vom Netzwerk SN2 alle Pins auf die Eingänge von Treiber 2 Von den Ausgängen von Treiber 2 auf Netzwerk SN5 Vom Netzwerk SN3 alle Pins auf die Eingänge von Treiber 3 Von den Ausgängen von Treiber 3 auf Netzwerk SN6 Wenn Sie sich dieses Problem genauer anschauen, werden Sie merken das es eigentlich nur eine gute Lösung gibt: Die Verbindungen von SN1, SN3, SN5 müssen auf einer Seite geroutet werden, und die anderen auf der anderen Seite, denn nur so kommt es zu einer ordentlichen Struktur. Alle anderen Variationen scheitern, da man zwischen Anschlüssen nur eine Leitung pro Seite ziehen kann. Nun kann der Computer nur sehr schwer solche Zusammenhänge erkennen, die der Mensch durch seine Erfahrung eigentlich sofort sieht, deshalb sollten Sie hier eingreifen : - Selektieren Sie alle Verbindungen die von SN1, SN3 und SN5 ausgehen (der Router bearbeitet nur Verbindungen die gerade angezeigt werden, d.h benutzen Sie die diversen Möglichkeiten der Selektion) - Stellen Sie den Router so ein daß er nur auf der Lötseite arbeitet, MLA mit Sperrbox verwendet und nicht nach unten geht (Sperrbox unten = 0) (dadurch gleichförmige Struktur) - Starten Sie den Router Warten Sie bis der Router fertig ist. Nun schalten Sie Sperrbox aus und lassen die übriggebliebenen Verbindungen routen. Wenn die Verbindungen geroutet wurden , selektieren Sie die anderen Leiterbahnen und lassen Sie auf der Bestückungsseite routen (wieder mit Beschränkung unten). Wenn der Router fertig ist dann sind noch einige Verbindungen übrig, stellen Sie nun die Einschränkungen ab (d.h. lassen Sie auch das nach unten routen zu). Wenn Sie den Router nun starten wird der Rest geroutet. (Probieren Sie ruhig einmal andere Einstellungen und schauen Sie sich an was dann passiert (z.B. könnte man auch die obere Kante einschränken)) Ich hoffe das ich Ihnen mit diesem Beispiel zeigen konnte, das es sinnvoll ist sich vor dem Arbeiten mit einem Autorouter einige Gedanken zu machen. Wenn Sie dies beherzigen, dann können Sie auch gute Ergebnisse erwarten, wenn nicht dann werden eventuell 90% geroutet, aber mit den restlichen 10% haben Sie vielleicht mehr Arbeit als wenn Sie gleich per Hand geroutet hätten. Nun einige Daten zum Router : - Arbeitet im 1/20" - Raster, was für semi-proffesionelle Anwendungen voll ausreicht, da kleinere Abstände nur sehr schwer zu ätzen sind. - Verbindungen sind 1/80" (0,3 mm) breit - doppelseitiges oder einseitiges Routen möglich - automatisches Anknüpfen an schon bestehende Verbindungen - modifizierter Lee-Algorythmus (MLA) beherrscht auch 45° Verbindungen an Stellen, an denen der Standard-Algorithmus nicht durchkommt. (Busstrukturen) - einstellbare Sperrbox um Anschlusspunkte - Randbedingungen : - Verbindungslänge <= Manhatten-Distanz * FAKTOR - Verbindungslänge <= Manhatten-Distanz + OFFSET - Summe der Gewichte <= Verbindungslänge + OFFSET (Manhatten-Distanz : Name kommt von der üblicherweise in New York von Taxifahrern benutzte Entfernungsangabe in 'blocks' = Kantenlänge eines Stadtviertels in der rechtwinklig gegliederten Stadt. MD = DX + DY DX,DY in Rastereinheiten,d.h. in 1/20" ) - Einschränkungen : - Lötpunkte dürfen nur auf dem Raster plaziert werden (1/20" Auflösung) - Leiterbahnen nur im 45° Winkel (keine freien Winkel) und Endpunkte müssen auf dem Raster liegen - Texten sollten mit einer Box eingekreist werden, wenn Sie auf der Löt- bzw. Bestückungsseite liegen, und auf diesen geroutet werden soll. Diese Einschränkungen sind durch das Routeverfahren bedingt, eine Vermeidung dieser Einschränkungen wäre mit einem unverhältnismäßigen Aufwand verbunden, der eigentlich nicht gerechtfertigt ist, da es sowiso besser ist die Lötpunkte und Leiterbahnen auf das Raster zu legen, und man freie Leiterbahnwinkel nicht verwenden sollte, wenn diese nicht unbedingt nötig sind. Starten des Autorouters mit +. Es werden nur Verbindungen bearbeitet die im Netzlistenmodus angezeigt wurden, dadurch gezielte Selektion möglich. Das Starten des Routers ist aber auch in anderen Modi möglich. Der Einstellrequester : In diesen gelangen Sie mit +. Folgende Einstellungen sind möglich : - Wahl der Seite - Lötseite - Bestückungsseite - Routeverfahren - Pattern Hier werden nur vorgegebene Muster verwendet. In der momentanen Version nur folgende Muster : - O--------O - O | | | | O - O---- \ \ O - O \ \ ----O - O \ \ O - O------- | | O - O | | -------O -MLA mit Sperrbox -MLA ohne Sperrbox - Automatisches Durchkontaktieren ist noch nicht implementiert. - Steiner-Baum Alle Punkte die mit dem Startpunkt (Endpunkt) verbunden sind werden als Startpunkt (Endpunkt) verwendet. Fall Sie diese Option ausschalten wird nur von den beiden Endpunkten aus geroutet, dadurch ist es möglich das der Computer keine Verbindung findet, obwohl eine Lösung existiert. (Da auch bestehende Verbindungen, die mit einem Endpunkt verbunden sind, als Sperrfläche wirken. Auch funktioniert dies nur mit Lötpunkte <= 1.59 mm) - Sperrbox Hier kann die Sperrbox eingestellt werden. Es sind nur positive Werte erlaubt (incl. "0"), welche in Rastereinheiten (1/20") angeben wie groß die Sperrbox um die Startpunkte und Endpunkte gelegt werden soll. (Achtung: Bei Steiner-Baum kann die Sperrbox größer werden als das Quadrat um die Anschlusspunkte, da eventuell vorhandene Leiterbahnen mit Verbindung zum Startpunkt (Endpunkt) ebenfalls als Startpunkte (Endpunkte) verwendet werden. - Randbedingungen (alle Angaben in Rastereinheiten) - Verbindungslänge <= Manhatten-Distanz * FAKTOR/10 (dadurch werden Verbindugen die sich 'durch die Gegend schlängeln' vermieden, d.h nicht gelegt) - Verbindungslänge <= Manhatten-Distanz + OFFSET (dadurch werden nur Verbindungen gelegt die auf direktem Weg zum Ziel führen. Beispiel OFFSET = 2. Dies reicht gerade dazu, daß einmal ausgewichen wird (vom Zielpunkt weg). --- --- / O \ O----/ O \--O aber nicht : O----/ | \---O ) - Summe der Gewichte <= Verbindungslänge + OFFSET ( Um Anschlusspunkte von Bauteilen haben die Felder ein höheres Gewicht als 1 [Ausnahme Startpunkt]. Dadurch kann man z.B. verhindern das Leiterbahnen zwischen Anschlusspunkten geführt werden ) Achtung : Diese Routine findet nicht immer eine Lösung, selbst wenn sie eigentlich existiert, da erst ein Weg gesucht wird und erst danach der Test erfolgt, fällt dieser negativ aus wird momentan nicht nach einem anderen Weg gesucht. - WEITER beenden der Einstellung. Dies geht nur wenn alle Werte korrekt eingestellt sind. WICHTIG: Ich möchte hier nur nochmal (?) erwähnen, daß bei allen Namen für Leiterbahnen, Lötpunkte und Bauteilen das Programm zwischen Groß- und Kleinschreibung unterscheidet! Und wenn Bauteilnamen nachträglich geändert werden dann stimmt die Netzliste nicht mehr. In diesem Fall vorher die komplette Netzliste speichern, dann die Bauteilnamen ändern und danach mit einem Texteditor die Netzliste verbessern und wieder einladen. Das neue Dateiauswahlfenster (Filerequester) In die RCT-Library wurde ein neuer Filerequester übernommen, der sich mehr an den Standard der Workbench 2.0 hält. Die Abbildung auf Seite 15 des Handbuches ist dadurch nicht mehr richtig. Auch die Steuerung hat sich etwas geändert. So werden nun die Laufwerke und Pfade erst nach einem Klick auf das Gadget "DISK" oder durch Betätigen der rechten Maustaste angezeigt. Die Auswahl der Dateien und Laufwerke geschieht allerdings genau wie im alten Filerequester.