Hallo, Freunde, hier ist wieder Stachel-Guido!

(Einen Moment Pause - ich muß meinen Hamster beim Bohnern beaufsichtigen;
so wie mein Schwein gerade pfeift, macht er bestimmt was falsch!)


Wie Du vielleicht an der Nummer dieser Diskette gesehen hast, naht bald
die CACTUS-Nummer 50. Damit wird Cactus doppelt so alt wie ich und halb
so alt wie Tommi. (*** Schon mal ´nen Krückstock im Genick gehabt?
- Tommi - ***)

Aber lassen wir das Abschweifen - wir haben uns jedenfalls überlegt,
was wir zum Erscheinen unserer fünfzigsten Diskette machen.
Während Achim sehr stark dafür war, daß wir ihm zur Nummer 50 endlich
eine Speichererweiterung für seinen A1000 schenken, erhoffte sich
Tommi ein bis zwei Dutzend Stangen Zigaretten.

Freddy wünschte sich ein diamantbesetztes Hundehalsband ("die anderen
hat er immer so schnell durchgebissen!") und ich mir ein Abonnement
bei der Firma Milka. (Aaaah - Noisette! Schmilzt schon in der Hand und
nicht erst im Mund!)

Realistisch war allerdings nur Marcus, der sich eine Riesenparty
vorstellte, die über fünfzig Tage (*** und NÄCHTE!!! - Marcus - ***)
gehen sollte.

Das mit der Party schien uns dann eine tolle Idee, nur: Wie finanziert
man sowas? Kein Problem, sagten wir uns, und ich als CACTUS-Kassenwart
öffnete unsere Schatztruhe.

Ein schneller Blick hinein, und ich konnte den derzeitigen finanziellen
Stand mitteilen: "Jungs, streicht das ´Schatz´ - wir haben nur noch
eine ´Truhe´!" - "Truhe!" - "Truhe!" - "Truhe!"

"Wieso wiederholst Du das so oft, Stachel-Guido?" fragte Marcus ein
wenig unwirsch. "Das bin nicht ich - das ist das Echo!" machte ich
ihm deutlich.

Ich schaute noch einmal in die Schatztruhe und sah gerade noch eine
dicke, fette Motte ihr Besteck beiseitelegen, bevor sie sich ein wenig
schwerfällig aus der Truhe erhob. Im Vorüberfliegen rülpste sie wie
zum Abschied noch einmal und flog dann aus dem geöffneten Fenster.

"Das war´n unsere Geldscheine, Jungs - wir hätten nicht an den Motten-
kugeln sparen sollen..."

Marcus machte noch einen verzweifelten Versuch, einen letzten Rest
Geld zurückzugewinnen, und rief der Motte nach: "Hey, komm zurück -
du mußt das Geld abarbeiten!" Die Motte tat bei dem Wort "arbeiten"
einen erschreckten Hüpfer und verdoppelte ihre Fluchtgeschwindigkeit,
so daß bald nichts mehr von ihr zu sehen war.

Wir setzten uns auf die Kiste, um zu überlegen, was zu tun war, um
zu Geld zu kommen. Freddy hatte die rettende Idee: "Hey, wie wär´s,
wenn wir unsere Schatztruhe verkaufen? Das Ding ist fast schon antik;
wir haben´s schließlich schon vor fünf Jahren bei der CACTUS-Gründung
aus mindestens sechs Monate alten Apfelsinenkisten gezimmert!"

Ich setzte mich nieder, um den Vorschlag zu überdenken, wobei ich
mir aus den aufgeregten Gesten der anderen Cacteen nichts machte.
Zuckungen können halt mal vorkommen - was soll´s ...

Als ich mich dann auf dem Boden wiederfand, war die Schatztruhe nur
noch ein Schatztruhen-Puzzle. Wir einigten uns dann auch ganz
friedlich darauf, daß ich meine Gehälter der nächsten zweiunddreißig
Jahre in die CACTUS-Kasse zahlen werde. Macht genau vierundfünfzig
Mark sieben. Und meine Wunden schmerzen mittlerweile nur noch bei
Regenwetter...

Als ich mich eines nachmittags dann wieder mal vom Heilpraktiker nach
Hause schleppte, fand ich die Lösung unseres Geldproblems. Vor dem
Bowlingcenter hing ein riesiges Plakat, so in etwa 20 x 15 cm.
Die Überschrift versprach eine seriöse Möglichkeit, zu Ruhm, Ehre
und Reichtum ($$$$ !) zugelangen:

                  GROSSES PREISBOWLING !!!
       HERRRRRREINSPAZIERT, MEINE DAMEN UND HERREN!
       MACHEN SIE MIT, GEWINNEN SIE MIT!
       DAS SUPERDING STEIGT AM 25.05.1992 UM
       23:07 UHR - WER NICHT MITMACHT, IST SELBER
       SCHULD.
       DER SIEGER ERHÄLT EIN TOLLES, EINMALIGES,
       WERTVOLLES SUPA-DUPA-SPITZEN-PRÄSENT!


Das klang doch ganz reell, oder? Und so waren die anderen Cacteen
zwar nicht unbedingt begeistert, aber wie Freddy es ausdrückte:
"Verzweifelte Situationen erfordern verzweifelte Maßnahmen!" Nur
Tommi hatte was zu mosern: "Sind wir wirklich SO verzweifelt?"
Wir schauten ihn schweigend an, bis er den Kopf senkte...

Nun, da unsere Teilnahme beschlossene Sache war, konnte ich daran
gehen, unseren Schlachtplan (*** will Stachel-Guido etwa unsere
Gegner schlachten???  - Jürgen - ***) für den großen Kampf aufzustellen.
Meine zeitweise Invalidität verbot es mir selbstverständlich, selbst
aktiv in den Kampf einzugreifen, aber ich war immerhin noch kräftig
genung, um den Trainer für die anderen Cacteen abzugeben. Was nimmt
man nicht alles seinen Freunden zuliebe an persönlichen Opfern auf
sich. Naja, wir stillen Helden des Alltags leiden eben wortlos vor
uns hin.

"Na los, heb den Arsch und beweg dich! Ich will jetzt mindestens die
zehn fallen sehen, sonst kommst du wieder ohne Abendbrot ins Bett!"
versuchte ich Thomas in der ersten Trainingsstunde zu motivieren.
Psychologisch durchdachte Manöver liegen mir halt. Leider war Thomas
anscheinend etwas ungeschickt, und statt nach vorne ließ er die Kugel
nach hinten fallen. Genau dahin, wo ich stand.

Da ich nicht nachtragend bin, beließ ich es bei vierzig Peitschenhieben,
als ich wieder aus dem Krankenhaus zurück kam. "Glaube mir, das tue ich
nur Euch zuliebe!" machte ich den anderen klar. Und von da ab
verbesserten sich auch die Bowling-Ergebnisse enorm. Was bestimmt nicht
mit meiner Angewohnheit zusammenhing, die Verlierer des Tages
öffentlich auszupeitschen.

Am 25. waren wir dann endlich soweit. Immerhin die Hälfte der Cacteen
(vier Leute) erreichten das Klassenziel und warfen pro Wurf nicht
unter 10 Punkten. Die anderen vier werden erst nächsten Monat wieder
aus dem Sanatorium entlassen.

Am Morgen des großen Tages wachte ich auf und wußte: Wir werden
gewinnen! Siegesgewiß sprang ich aus dem Bett, stolperte über die
Cactee, die mir als Bettvorleger diente, rief nach dem Frühstück,
das mir dann auch sofort von einer anderen Cactee gebracht wurde
(tja, meine gute Erziehung, hehe!) und holte nach einem ausgiebigen
Morgenmahl die restlichen beiden Cacteen aus dem Zwinger im Garten.
Was für ein herrlicher Tag!

Auch die anderen Cacteen waren hochmotiviert. (*** Klar! Guido hatte
uns für den Fall des Sieges eine warme Mahlzeit versprochen! - Tommi - ***)

Nach einem kurzen Dauerlauf von 10 Kilometern - ich hatte die Cacteen
an meinem Auto angebunden - bot ich den Jungs noch etwas Gelegenheit
zur Entspannung. Soll ja sehr gesund sein, den Garten umzugraben.

Abends fuhren wir dann in schönster Eintracht zur Bowlinghalle; ich
im Auto, während die Jungs noch ein wenig Radfahren trainierten.

Die Stimmung kochte bereits, als wir mit bedächtigen Schritten durch
die Tür schritten. Leider im wahrsten Sine des Wortes; Freddies
offenes Schuhband ließ ihn durch die Glastür stolpern, die mit
lautem Knall zerbarst. (*** Früher waren die Türen stabiler! - Freddy - ***)

Der Schwung trieb ihn dann noch etwas durch die Halle; mit dem Türrahmen
um den Hals zerlegte er ein paar Tische und wurde erst von dem Ständer
mit den Bowlingkugeln gestoppt, die es natürlich bei solchen Erschütterungen
nicht allzu lange an ihren Plätzen hielt. Es machte ein paarmal "Boing",
dann war Freddy endgültig außer Gefecht gesetzt.

Wir taten so, als gehöre Freddy nicht zu uns, und setzten uns in
Richtung Tresen in Bewegung.


Werden die Cacteen die Schlacht um den großen Preis von Grevenbroich
gewinnen? Wird man sie überhaupt mitmachen lasen? Und vor allem: Wird
das überhaupt jemanden interessieren?

All dies und noch mehr wird in der nächsten Cactus-Diskette beantwortet
werden. Darum schalte auch das nächste Mal ein, wenn es wieder heißt:
"Ich heiße zwar nicht CACTUS, aber ich mag das Zeug trotzdem!" bzw.
"Alles CACTUS - oder was?"

Oder musikalisch: "CACTUS-Disk, CACTUS-Disk, Cactus-Disk die hilft!"


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Zum Schluß wie üblich ein paar liebe Bemerkungen an liebe Zeitgenossen:


ANDREAS BAUM       - Danke für Deine beiden Spiele "Tischtennis" und
                     "Mensch rat mal", die auf dieser Diskette nun
                     verewigt sind. Hoffentlich wirst Du mit dem Ruhm
                     und den vielen Sharewarebeiträgen fertig, hehe.

FREDDY WEICHERT    - Nach geheimen Informationen aus der Nordrhein-
                     Westfälischen Staatskanzlei ist geplant, diesem
                     Wohltäter der Menschheit endlich ein Denkmal zu
                     setzen. Grund: Alles wird teurer, aber Freddy
                     senkt die PD-Preise (siehe Text 4). Der beauf-
                     tragte Bildhauer soll bereits an einigen mexika-
                     nischen Riesenkakteen Maß genommen haben...

THOMAS NICK        - Heiratete diesen Monat. Natürlich seine Tina.
                     Wer würde ihn in seinem Alter sonst auch noch
                     nehmen...

GUIDO COENEN       - Gebenedeit sei der Verfasser dieses Artikels. Das
                     bin ich zufällig. Habe alle Texte auf dieser Disk
                     erledigt und die Zusammenstellung besorgt. Hachja,
                     es ist schon einsam hier oben am Gipfel des
                     Ruhmes. (*** Wieso GIPFEL? Komm endlich aus dem
                     Keller hoch, Guido! -Tommi- ***)

ATARI              - Tja, so tot wie er gesagt wurde, ist er noch lange
                     nicht. Immerhin gibt es jede Menge Software für
                     ihn. Auf dem Wühltisch im Kaufhof für 9,95 DM.

COMMODORE          - Je mehr ich von OS/2 auf den IBM-PCs sehe, desto
                     mehr glaube ich, daß Commodore an IBM die
                     Workbench 1.2 verkauft hat...

Allen, die uns
unterstützen       - Ihr könnt uns jetzt loslassen. Wir können selber
                     gehen. Und die Handschellen kommen auch jetzt
                     runter. Bitte!

RTL Plus           - Endlich einmal ein Sender mit Feinfühligkeit und
                     Pietät. Zwar liefen ein paar nicht ganz friedliche
                     Filmchen wie "Terminator" und "Rambo 1 - 20" zu
                     Ostern, aber in keinem einzigen dieser Filme kam
                     ein Hase zu Schaden. Danke, RTL!


                          Schlußwort:
                          -----------


Ich liebe Euch alle! Die Männer unter Euch natürlich nur platonisch...


                               Guido, der Stacheligste Stachelige.

                               (*** Wie wär´s mal mit ´ner Naßrasur ?
                                - Freddy - ***)
