Mannesmann meldet für das zurückliegende Quartal einen spektakulären Umsatzanstieg von 49 Prozent auf 4,7 Milliarden DM, resultierend aus allgemein verbesserter Geschäftslage, niedriger Vorjahresbasis und der Abrech- nung von Großaufträgen. Alle Unternehmensgruppen arbeiten inzwischen zumindest mit einem ausgeglichenen Ergebnis. Das zweitgrößte deutsche Warenhaus Kaufhof erzielte im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von knapp 10 Milliarden DM (Vorjahr 9,2) einen Jahresüberschuß in Höhe von 95 Millionen DM (Vorjahr 77 Millionen DM). Auch im laufenden Jahr rechnet man mit einem Gewinnplus von 20 bis 30 Prozent. Der Vorstand des Unter- nehmens kündigte an, daß sich eine solche Ergebnisverbesserung sicher auch in der *Dividende* niederschlagen werde. Zufrieden äußerten sich auf einer Pressekonferenz die Sprecher der vier großen Warenhauskonzerne über den zurückliegenden zweiten verkaufsoffenen Samstag im Dezember. Die erzielten Umsätze lagen in fast allen Bereichen deutlich über den Erwar- tungen, obwohl bereits im Vorjahr ein bemerkens- werter Umsatz verzeichnet werden konnte. Nach zwei dividendenlosen Jahren zahlt der viertgrößte deutsche Warenhauskonzern Horten für das zurückliegende Jahr wieder eine *Dividende* von DM 4,-. Für die Ausschüt- tung steht ein Jahresüberschuß von 34 Millionen zur Ver- fügung. Im vorhergehenden Geschäftsjahr mußte noch ein Fehlbetrag von 85 Millionen verzeichnet werden. Bei Siemens hat sich in den zurückliegenden 18 Monaten an der Unterstützungslinie vom langfristigen Aufwärts- trendkanal ein Doppeltief gebildet. Trotz gesteigerter Umsätze konnte allerdings die darüberliegende Wider- standszone noch nicht nachhaltig durchstoßen werden. An der Unterstützungslinie vom langfristigen Aufwärts- trendkanal hat sich bei der Dresdner Bank eine Unter- tassenformation gebildet. Die obere Begrenzung wurde im letzten Monat bei zunehmenden Umsätzen über ein Startloch (GAP) überwunden. Gleichzeitig konnte auch die gleitende 200-Tage-Durchschnittslinie vom aktuellen Kurs von unten nach oben durchstoßen werden. Im vergangenen Jahr hat die Verschuldung in den Vereinigten Staaten mehr als zweieinhalbmal so schnell zugenommen wie das amerikanische *Bruttosozialprodukt*. Wie das Federal Reserve Board in Washington mitteilte, erhöhte sich der öffentliche und private Schuldenberg ohne Finanzinstitute auf um- gerechnet knapp 30.000 Dollar je Amerikaner. Südafrika, Hauptlieferant von Gold, wird angesichts der unruhigen innenpolitischen Lage seine Goldbestände aufstocken, während die sowjetischen Goldverkäufe weiter zurückgegangen sind. Trotz der weiterhin sehr unbeständigen politischen Lage hat die südafrika- nische Regierung ihre Hortungskäufe von Gold weitgehend gedrosselt. Auf der anderen Seite sind immer mehr westliche Notenbanken gezwungen, aufgrund der hohen Zinsen und der anhaltenden Gold- verknappung einen Teil ihrer Goldbestände zu verkaufen. +++ Nachdem die UDSSR ihren Devisenbedarf in immer stärkerem Maße anstatt durch Goldverkäufe durch den Verkauf von Erdgas deckt, der Industriebedarf von Gold insbesondere in der Tele- kommunikation und der Weltraumfahrt aber nachhaltig steigt, belegen die Zukunftsprognosen der Experten den Goldkurs mittel- fristig mit einer klaren Trendaussage. ++++ Wie soeben gemeldet wurde, plant die Bundes- regierung noch für die laufende Legislaturperiode ein umfassendes Importverbot für ausländische Kraft- fahrzeuge. Stimuliert von einer festen Wall Street und einem neuen Rekordstand des Nikkei-Index in Tokio - hier wird ab heute auf- grund der Umsatzhöhe die Sitzungszeit eine halbe Stunde gekürzt - setzte sich gestern an den internationalen Aktien- märkten der Aufwärtstrend fort. An den deutschen Börsen unterstützte Nach- frage aus dem In- und Ausland den Aufschwung. Die Kurse legten zum Teil überaus kräftig zu. Favorisiert wurden vor allem Automobil- und Bankentitel. Aus dem Rah- men fiel Nixdorf, nachdem sich der Vorstandsvor- sitzende des Unternehmens unzufrieden über die Ertragsentwicklung der nächsten Jahre geäußert hat. Ein am US-Bondmarkt am Vortag verzeichneter kräftiger Rutsch der Dollarzinsen war Ursache für eine spürbare Geschäftsbelebung auch am deutschen *Rentenmarkt*. Börsennotierte öffentliche Anleihen wiesen Kurs- steigerungen von in der Spitze bis zu DM 5,- auf. +++ Die Aktionäre der größten deutschen Publikumsgesellschaft dürfen für das abgelaufene Jahr zufrieden sein. Bei einem leicht um 0,8 auf 40,5 Milliarden DM erhöhten Umsatz weist Veba einen um 5,5 Prozent auf über 1 Milliarde DM gestiegenen Jahresüberschuß aus. Auch in diesem Jahr zeigt die Ertragsentwicklung der Veba weiterhin steigende Tendenz. ++++ Der monatlich ausgewiesene und seit einiger Zeit wieder anziehende Verbraucherpreisindex wird von Experten als erstes Anzeichen für wieder steigende *Inflationsraten* gewertet. +++ Auf dem letzten Weltwirtschaftsgipfel der führenden Industrienationen waren sich die Politiker darüber einig, daß die Weltwirtschaft das Depressionstal bereits überwunden hat und die *Weltkonjunktur* mit bemerkenswerter Stärke anzieht. +++++ ++++ Auch die führenden Wirtschaftspolitiker der Regierungsparteien können es nicht länger verleugnen: Die *Konjunktur* steht vor einem Rückschlag. Die Industrie meldet allerorten Absatzschwierigkeiten ihrer Erzeugnisse, so daß die Produktion in einigen Bereichen schon stark eingeschränkt werden mußte. +++++++++ Nachlassende Inflationsängste in Verbindung mit einer deutlichen Beruhigung an den Krisenherden der Welt sind die maßgeblichen Ursachen für einen weiter nachgebenden Goldkurs. Nach der Ankündigung der Volkswagen AG über die Entwicklung von platinlo- sen Katalysatoren hat der Preis für Platin an den internationalen Börsen einen empfindlichen Rück- schlag erlitten. Immerhin entfallen etwa 35% des gesamten west- lichen Platinverbrauchs auf die Automobilbranche. +++++ In den letzten beiden Jahren haben sich die Anleger nur mühsam daran gewöhnen können, daß bei den Farbennachfolgern die Gewinne auch mit fallenden Umsätzen steigen können.Im ersten Quartal des laufenden Jahres schaffte Bayer mit 8 Prozent Mengenplus seit zwei Jahren auch wieder eine Umsatzsteigerung. 10 Milliarden DM kamen in die Kasse, 5,7% mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Gewinn stieg um 11,2% auf 795 Millionen DM. Damit liegt ein Gewinn pro *Aktie* von DM 32,- am unteren Rand der Erwartungsbandbreite. Die *Dividende* wird DM 11,- betragen. Die *Bruttodividendenrendite* stellt sich damit auf 6,6% ein. +++++++++++++ Die Daimler Benz AG ruft in einer gigantischen Aktion alle während der letzten zwei Jahre gebauten Personenwagen zu einer Sicherheits- prüfung in die Werkstätten zurück. Wie das Unternehmen weiter mitteilte, haben Untersuchungen ergeben, daß sich unter ungünstigen Umständen die Bremsschläuche lösen und damit im Extremfall einen Totalausfall der Bremsanlage verursachen können. Bisher unbestätigten Angaben zufolge soll es durch diesen Defekt bereits zu einer Vielzahl von Unfällen - teilweise auch mit Todes- folge - gekommen sein. Die finanziellen Belastungen, die dem Unternehmen durch diese Rückruf- aktion entstehen werden, lassen sich nach Angaben eines Sprechers bisher nur erahnen. Als sicher wird allerdings der Totalausfall der Dividendenzahlungen für das laufende und ebenso auch für das kommende Geschäftsjahr angenommen. Das Importverbot der EG für sogenanntes "Hormon- fleisch" aus den USA weitet sich langsam aber sicher zu einem Handels- streit mit weitreichen- den Folgen aus. Inzwischen werden viele Einfuhren auf beiden Seiten mit hohen Straf- zöllen belegt. Vertreter von Industrie und Handel appellieren eindringlich an Politiker beider Sei- ten, den für die Betei- ligten verlustbringenden Handelskrieg zu beenden. Nachdem sich trotz in- tensiver Gespräche auf höchster Ebene immer noch keine Einigung ab- zeichnet, reagierten die Börsen weltweit mit deutlichen Abschlägen. BONN - Der Auftrag des Verkehrsministers zu der Entwicklung eines Flugsicherungssystems im Wert von 8 Milliarden DM - der größte Auftrag,den Siemens jemals erhalten hat - wurde für 45 Ge- schäftstage ausgesetzt. Das Konkurrenzunter- nehmen Nixdorf AG sah in dem Siemens-Angebot die Ausschreibungsbedingun- gen nicht erfüllt. Das wirtschaftliche Klima wird allen Prognosen zum Trotz immer besser. Ein kräftiges Wirtschaftswachstum in Verbindung mit einer Inflationsrate nahe dem Nullpunkt legt die Vermutung nahe, daß der Konjunkturgipfel längst noch nicht erreicht ist. Nach Expertenmeinung profitieren von diesem, vor kurzem noch für unmöglich gehaltenen Zustand zur Zeit ganz besonders die Finanz-, Computer- und Stahlwerte. Das Pharmaunternehmen Schering AG steht kurz vor dem Durchbruch bei der Entwicklung eines Präparates, das wuchernde Krebszellen stoppen soll. Ein Firmensprecher, auf das umlaufen- de Gerücht angesprochen, lehnte jede Stellungnahme zum jetzigen Zeitpunkt als verfrüht ab. Das Ergebnis der Krupp- stahl- Unternehmensgruppe wurde im letzten Jahr durch hohe Sozialplankos- ten und Aufwendungen im Zusammenhang mit der Sanierung der Schmiede- werke Krupp-Klöckner so- wie durch die Auswirkung der Arbeitsniederlegungen im Werk Rheinhausen be- lastet. Schon im vergan- genen Jahr wurden die in Rheinhausen aufgelaufenen Verluste auf über 50 Mil- lionen DM beziffert. Nach einem Jahresüber- schuß von noch 58 Mill. DM im letzten Jahr kann für das laufende Jahr nur ein ausgeglichenes Ergeb- nis vorgelegt werden. Mit den Bereichen Stahl, Edelstahl, Investitions- güter/ Verarbeitung und Handel / Dienstleistungen erzielte Thyssen im ab- gelaufenen Geschäftsjahr ein äußerst zufrieden- stellendes Ergebnis. Alle vier Unternehmensbereiche schrieben auch im ersten Geschäftshalbjahr dieses Jahres schwarze Zahlen. Das sollte auch für den Rest des Jahres möglich sein. Einer Verbesserung des guten Vorjahresergeb- nisses steht eigentlich nichts im Wege (KGV7).Als einziger deutscher Stahl- produzent hat Thyssen zu- dem bereits einen Teil der Strukturbeihilfe an den Bund zurückgezahlt. Auch das Belassen der im Ausland erwirtschafteten Gewinne bei den Tochter- gesellschaften ist ein Signal der Stärke. Die Zinsbelastung in Pro- zent vom Umsatz liegt nur fast halb so hoch wie bei Hoesch. Impulse aus der Vermarktung der markt- reifen Transrapid-Magnet- schwebebahn könnten der *Aktie* zu dem positiven fundamentalen Korsett auch spekulative Impulse liefern. Im Frühjahrsgutachten der deutschen Wirt- schaftsforschungsinstitute setzte sich eine vorsichtige *Konjunktureinschätzung* durch. Als Belastungsfaktoren wurden einmal mehr in erster Linie der steigende Ölpreis sowie die auch weiterhin steigenden *Inflationsraten* genannt. Das Gutachten des Sachverständigenrates der deutschen Wirtschaft enthält optimistische *Konjunkturprognosen*. Wie jetzt bekannt wurde, geht man auch weiter- hin von einem fallenden Ölpreis und einem weiteren Anstieg der Exportaufträge aus. Wie aus gut informierter Quelle verlautete, plant die neue Bundesregierung eine generelle Steuer- senkung für deutsche Un- ternehmen, um die Wettbe- werbssituation der deut- schen Wirtschaft auf dem Weltmarkt nachhaltig zu stärken. Die deutsche Mark wird innerhalb des europäischen Währungsverbundes um 10% aufgewertet. Offenbar durch eine gezielte Indiskretion sind Teile der jüngsten Sparbeschlüsse der Regierungskoalition bereits bekannt geworden. Wie verlautet, ist zusätzlich zu den Beschneidungen auf der Ausgabenseite eine deut- lich höhere Besteuerung von Unternehmenserträgen geplant. Wirtschaftsfachleute warnen bereits vor einer weiteren Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. ++++ Der Umsatz des Hoechst-Konzerns ist um 11% auf 37 Milliarden DM gestiegen. Auch der Jahresüberschuß hat mit dieser Entwicklung mitgehalten und stieg von 1,3 Milliarden DM auf über 1,5 Milliarden DM im vergangenen Geschäftsjahr. Hierzu hat vor allem die gute Ertragslage in den USA beigetragen. Die *Eigenkapitalrendite* des Hoechst Konzerns ist von 12,5% auf bemerkenswerte 14,6% gestiegen. Der Vorstand der Gesellschaft erwartet auch weiterhin eine kontinuier- liche wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung des Chemiegiganten. ++++++ +++ Die Volkswagen AG konnte den Umsatz um 5% auf 43,2 Milliarden DM erhöhen und einen Jahresüberschuß von 494,1 Millionen DM erzielen gegenüber 485,2 Millionen DM im Vorjahr. Den Gewinnrücklagen wurden wiederum 190,0 Millionen DM zugeführt. Aus dem *Bilanzgewinn* von 307,6 Millionen DM soll eine unveränderte *Dividende* von 10,- DM je *Stammaktie* ausgeschüttet werden. Für das laufende Jahr wird ein Jahresüberschuß von 600 Millionen DM angestrebt. ++++++++++++ Wie in Börsenkreisen gemunkelt wird, hat sich einer der größten Frankfurter Börsenmakler bei den Werten BASF und Siemens total *verfixt*. Nach unbestätigten Informationen handelt es sich bei beiden Werten um sechsstellige Stückzahlen. Personalabbau und Rationalisierung haben letzte Woche VW und BMW gemeldet, wobei die Pläne der beiden bisher erfolgreichen Auto- mobilproduzenten symptomatisch für die gesamte Branche sind. Auch aus der Computerbranche dringen ähnlich alarmierende Nachrichten an die Öffentlichkeit. Hier geht man bei konstanter Produktion von rückläufiger Be- schäftigung und nachlassender *Investitions- neigung* aus, wie ein Pressesprecher der Firma Nixdorf mitteilte. +++ +++ Auf der gemeinsamen Frühjahrstagung des internationalen Währungs- fonds und der Weltbank stand erneut die Stabilisierung des Dollars im Mittelpunkt des Interesses. Man kam dabei überein, die kurz- fristigen Ausschläge der Wechselkurse durch Notenbankinterventionen zu glätten und den Dollar innerhalb einer bestimmten Bandbreite zu stützen. ++++++++ ++++ Erstmals seit dem Ausbruch der Schuldenkrise 1982 hat sich die Lage für die Schuldnerstaaten in der Dritten Welt leicht ent- spannt: Ihre Exporteinnahmen stiegen schneller als ihre Ausgaben für Zinsen und Tilgung. Dennoch bleibt die Belastung der Entwicklungsländer kritisch. +++++++++++++++ +++++ Das *Handelsbilanzdefizit* der Vereinigten Staaten erreichte im vergangenen Monat einen neuen Höchststand. Wirtschaftsexperten hatten schon seit Wochen auf den zu erwartenden Rekordfehlbetrag hingewiesen. +++++++++++ ++++++++++++++ Das *Handelsbilanzdefizit* der Vereinigten Staaten erreichte im vergangenen Monat völlig unerwartet einen neuen Höchststand. ++++++++ Das *Handelsbilanzdefizit* der Vereinigten Staaten fiel im vergangenen Monat um mehrere Milliarden Dollar niedriger aus als erwartet. Die Börsen reagierten darauf mit starken Kursschwankungen. Die Nachrichten werden immer schlechter. Das Herbstgutachten der Wirtschaftsforschungs- institute sagte der Bundesrepublik für das laufende Jahr noch eine Wachstumsrate von zwei Prozent voraus. Der Sachverständigenrat ermäßigte auf 1,5%, und die OECD hält 0,5% für realistisch. Grund genug für Bundes- regierung und Notenbank, aktiv zu werden. Doch die europäisch koordinierte Zinssenkungs- runde und das hastig erstellte *Konjunktur- programm* waren noch kein Anlaß, die Prognosen nach oben zu korrigieren. In den letzten Tagen wurden wieder verstärkt Käufe von *Investmentfonds* an den deutschen Börsen beobachtet. Forciert gekauft wurden Versicherungswerte sowie Anteile an dem Produzenten von elektronischen Bauteilen, Hegener und Glaser. Völlig unerwartet erlangte die SPD gestern in Nordrhein-Westfalen nach langen Jahren auf der Oppositionsbank die Regierungsmehrheit. Für viele überraschend, erlangte die CDU bei der gestrigen Landtagswahl im nördlichsten Bundesland wieder die absolute Mehrheit. An der New Yorker Comex schrumpfen die Goldvor- räte. In den letzten 6 Mona- ten sind die Goldbestän- de insbesondere durch starke Käufe der Japaner um über 33 Tonnen zurück- gegangen. Die fünf wichtigsten In- dustrienationen meldeten in der vergangenen Woche größtenteils starke Stei- gerungen der Verbraucher- preise für die letzten sechs Monate. Beachtung fand vor allem das hohe Plus in den USA, wo die *Inflationsgefahr* wieder ernster genommen wird. Gründe sind ein leergefegter Arbeits- markt, steigende Import- und Rohstoffpreise und expandierende Geldmengen. Hat die *Inflation* aber erst einmal in den USA Fuß gefaßt, wird auch die Bundesrepublik keine In- sel der Stabilität blei- ben. +++ Deutlich bessere *Konjunkturindikatoren* macht die Deutsche Bundesbank in ihrem jüngsten Monatsbericht aus. Die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe - ein wichtiger Anhaltspunkt für die künftige Produktion - lagen in den Monaten Januar und Februar um sechs Prozent über dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Das Plus im Inlandsgeschäft kam insbesondere auch den Herstellern von Ausrüstungs- gütern zugute, ein deutliches Indiz, daß die besseren Konjunktur- erwartungen nun auch auf die *Investitionstätigkeit* durchschlagen. +++++++++++++++++++ Aus wachstums- und währungspolitischen Gründen nehmen die wichtigsten Notenbanken der Welt eine kräftige Geldmengenexpansion in Kauf. Insbesondere Japan ist daran interessiert, mit einer lockeren Geldpolitik die Zinsen niedrig zu halten, um so ein ausreichendes Gefälle zu den USA zu schaffen. Im Rahmen der Privatisierungsbemühungen des Bundesfinanzministers sollen nun auch VW-Aktien an breitere Bevölkerungsschichten zum Börsenpreis verkauft werden. Als Folge dieser Privatisierungsmaßnahmen wird sich ab nächster Woche die Zahl der sich im freien Umlauf befindlichen *VW-Aktien* verdoppeln. Die Daimler-Benz-AG gab auf der gestrigen Presse- konferenz eine 75-Prozent-Beteiligung an AEG bekannt. An die restlichen freien Aktionäre erging ein Abfindungsangebot in Höhe von DM 100,-. Umsatz und Gewinne der Düsseldorfer Henkel KGaG wachsen seit vielen Jahren stetig, und mit rund 8000 Produkten schaffte es das Unternehmen, zum viertgrößten Chemiekonzern der Bundesrepublik aufzusteigen. Die internationale Präsenz der Henkel-Gruppe - sie ist mit 237 Unternehmen in 52 Ländern vertreten - sichert das Unternehmen recht gut gegen Währungsschwankungen ab. Da ein großer Teil der Vorprodukte in Dollar fakturiert wird und ölabhängig ist, profitiert Henkel von der Dollar- und Ölpreisschwäche. +++++ Die Aussichten der Eisen- und Stahlindustrie für das laufende Jahr bleiben düster. Wenn sich auch die Auftragseingänge gegen Ende des letzten Jahres belebt haben, so blieben sie doch insgesamt um 4,3% hinter dem Vorjahr zurück. Der Stahlverbrauch wird auch in diesem Jahr sinken, vor allem, weil die Hauptstahlabnehmer wie Automobil-, Bau- und Maschinenbauindustrie mit abflachender *Konjunktur* zu kämpfen haben. Außerdem sind die Stahlverbraucher mit gut gefüllten Lagern ins neue Jahr gegangen. +++++++++ Die internationalen Kapitalmärkte stehen im Zeichen der sehr schleppend verlaufenden Washingtoner Währungsgespräche sowie der bevorstehenden Veröffentlichung der US-Außenhandelszahlen. Im deutschen *Rentenhandel* erhöhen sich die *Renditen* auf eine Basis, wie sie noch vor kurzer Zeit für undenkbar gehalten wurde. Die Deutsche Bundesbank hat heute Dollar im Wert von über 300 Millionen DM gekauft, um den Kurs der US-Devise zu stützen. Das nach den USA am höchsten verschuldete Land der Welt - Brasilien - hat gestern angekündigt, für seine Auslandsschulden in Höhe von 110 Milliarden Dollar bis auf weiteres keine Zinsen mehr zu bezahlen. Weiter wurde bekanntgegeben, daß Kredite ausländischer Geschäftsbanken mit Laufzeiten von mehr als 360 Tagen nicht mehr zurückgezahlt werden. Eine überaus ausgeprägte Schulter-Kopf-Schulter-Formation hat die Colonia-*Aktie* in den letzten Monaten nach einer Phase anhal- tender Kurssteigerungen gebildet. Auch bei anderen Versicherungs- werten wurden bereits Anzeichen von ähnlichen *Chart*-technischen Formationen deutlich. Die Zinsen für langfristige Staats- und Industrie- *Anleihen* erreichten in der vergangenen Woche einen neuen Jahreshöchststand. Nach Auskunft der Deutschen Bundesbank habe die in den letzten Monaten zunehmende *Inflationsrate* eine restriktivere Geldmengenpolitik und damit weiterhin ansteigende Zinsen bewirkt. Die *Dividendenrendite* deutscher Standardaktien erreichte im vergangenen Monat das besorgniserregende Niveau von nur noch 2,5%, ein Wert, der selbst im Krisenjahr 1929 nicht unterboten worden ist. Im Zuge eines wiederum deutlich verringerten *Handelsbilanzdefizits* und weiterhin nachlassender Zinsängste ist der *Dow-Jones-Index* für 30 Industriewerte gestern an der New Yorker Börse um fast 150 Punkte gestiegen. +++ Ein Streik von bisher noch nicht gekannten Ausmaßen lähmt zur Zeit die deutsche Automobilindustrie. Mit Hilfe einer Vielzahl von Leiharbeitern versucht man wenigstens notdürftig, die Produktion aufrechtzuerhalten. Schon werden erste Stimmen laut, die auf die Zulieferer der Autohersteller eine regelrechte Konkurswelle zukommen sehen. Wie soeben gemeldet wurde, plant die Bundesregierung im nächsten Jahr zur Finanzierung des wachsenden Haushaltsdefizits eine Erhöhung der Verbrauchssteuern um durchschnittlich 20%. "Gesundheitsgefährdende Keime im Bier der Holsten Brauerei gefunden." Wie soeben gemeldet wird, erwägt die Gesundheitsbe- hörde eine Schließung al- ler Produktionsstätten der Holsten-Brauerei in der BRD, da im Rahmen ei- ner flächendeckenden Un- tersuchung in mehreren Biersorten der Hamburger Brauerei Krankheitskeime entdeckt worden sind, die den Genuß des durstlö- schenden Getränks gründ- lich verleiden können. Soeben kam folgende Meldung über den Ticker: eines der am höchsten verschuldeten Länder der Welt - Mexiko - hat vor einer halben Stunde auf einer Pressekonferenz angekündigt, ab sofort keine Zinsen mehr für die in Anspruch genommenen Kredite zu zahlen. Der Schuldendienst für die Auslandsschulden in Höhe von 120 Milliarden Dollar beanspruchte in der Vergangenheit bereits 99% der erzielten Exporterlöse und war damit nach Aussagen von führenden Regierungspolitikern für die mexikanische Volkswirtschaft nicht mehr tragbar. Dem Vernehmen nach soll es sich bei einem der Hauptgläubiger um die Deutsche Bank AG in Frankfurt handeln. *Investmentfonds* engagieren sich verstärkt in *Aktien* der Allianz-Versicherung. Ganz aktuelle Gerüchte sprechen von einem Ertragszuwachs im laufenden Jahr in Höhe von über 30%. Die *Fonds* wollen aus der Allianz-Versicherung aussteigen. Als Hintergrund für diese momentan in Frankfurt kursierenden Gerüchte werden ein dürftiges Wachstum sowie ein spürbar zurückgehender Ertrag genannt. Vom festeren Dollar ausgelöst, belasten Spekulationen die deutschen *Aktienmärkte*, daß die Bundesbank beim nächsten *Wertpapier- pensionsgeschäft* für Banken den Zins um 0,5% anheben könnte. Eine der größten Banken der Welt, die amerika- nische Großbank Wells Fargo u. Co. Inc., San Francisco, hat Kredite an Argentinien in Höhe von über 500 Millionen Dollar als notleidend eingestuft und abgeschrieben. Nach Meinung von "The Wall Street Journal" ist zu befürchten, daß die Wert- berichtigung der Wells Fargo Bank auch andere Kreditinstitute in Zug- zwang bringen könnte. Wie jetzt auch von offizieller Seite bestätigt wurde, trat die Sowjetunion in den letzten zwei Jahren als wichtiger Goldexporteur in den Vordergrund. Der enorme Devisenbedarf der UDSSR für Getreide- und sonstige Importe sowie für ihre notleidenden Satellitenländer hat dazu geführt, daß die Sowjetunion im laufenden Jahr bereits 200 Tonnen Gold exportiert hat. Der Bundeskanzler ist zurückgetreten. Wie aus gewöhnlich gut informierter Quelle ver- lautete, kann sich die Regierungskoalition trotz tagelanger Verhandlungen nicht auf einen Nachfolger einigen, so daß mit Neuwahlen gerechnet werden muß. Nach neuesten Umfragen der Meinungsforschungsinstitute hat die SPD zusammen mit den Grünen gute Chancen, die Regierungsmehrheit zu erlangen. In diesem Fall plant die bisherige Opposition ein weitreichendes Reformvorhaben, das notfalls auch durch eine höhere Nettokreditaufnahme des Bundes finanziert werden soll. Einer soeben eingetroffenen Agenturmeldung nach haben sowjetische Armeeeinheiten vor einer Stunde damit begonnen, in die östlichen Gebieten der DDR einzumarschieren. Wie es heißt, verlief der Aufmarsch der sowjetischen Truppen bisher ohne wesentliche Zwischenfälle. Der Iran hat in der vergangenen Nacht seine seit langem an- gekündigte Drohung wahrgemacht und die Straße von Hormuz im Persischen Golf so gründlich vermint, daß die Meerenge für die gesamte Schiffahrt auf absehbare Zeit nicht mehr zu passieren ist. Sie haben Glück gehabt! Der seit langem erwarteten *Neuemission* von *Aktien* der Beate Uhse AG ist ein durchschlagender Erfolg beschieden. Das alt- eingesessene Unternehmen, das mit dem Geschäft der menschlichen Lust zu einem marktbeherrschenden Unternehmen aufgerückt ist, konnte bereits am ersten Börsentag seinen ursprünglichen Ausgabepreis von DM 300,- pro Aktie verdoppeln. Die Ihnen vor zwei Wochen zugeteilten 20 Beate-Uhse-Aktien wurden gemäß Ihrem Auftrag soeben am Tag der ersten Börsen- notierung verkauft. Der Gewinn von DM 6000,- wird Ihrem Bargeld- konto gutgeschrieben. Immer mehr Börsianer be- ginnen über die Immun- schwäche "Aids" nachzu- denken. Mehrfach auf- tauchenden Meldungen zu- folge soll die Degussa AG bei ihrer Suche nach einem Aids-Heilmittel endlich fündig geworden sein. Ein Sprecher der Gesellschaft, mit den um- laufenden Gerüchten kon- frontiert, bestätigte zwar den grundsätzlichen Wahrheitsgehalt, machte jedoch keine näheren An- gaben über den Zeitpunkt der Marktreife oder das zu erwartende Markt- volumen. +++++ Im Zuge der Aids-Kampagne wurde das Pharmaunternehmen Schering AG in teilweise wüste Spekulationen einbezogen. ("Wenn Kondome das große Geschäft der Zukunft sind ", so die Börsenlogik, "müßten eigentlich Anti-Baby-Pillen aus der Mode kommen!") Andere Spekulanten wiederum rieten eilends zu Verkäufen von *Lebensversicherungsaktien*, da diese nun ein weit höheres Sterblichkeits-Risiko durch "Aids" zu verkraften hätten. Ganz besonders weitsichtige *Börsianer* erwarten bereits eine anhaltende Kursschwäche von *Hypothekenbanken*, denn "wer will heute aufgrund der Aids-Gefahr noch bauen?" ++++++++++++++++++ Wie die Deutsche Presseagentur gestern abend mitteilte, erreichten die Barreserven von institutionellen Anlegern, wie z.B. *Investmentfonds*, Banken und Versicherungen, im vergangenen Monat einen neuen Höchststand seit zehn Jahren. Damals stand der Beginn einer weltweiten *Hausse* unmittelbar bevor. Nachdem die *Automobilkonjunktur* jahrelang stockte, zogen in den vergangenen Monaten nun erstmals die Gebrauchtwagenpreise auf breiter Front an. ++++++ Nachdem die Auftragseingänge in der Industrie seit Monaten eine steigende Tendenz aufweisen, beobachtet man in letzter Zeit verstärkt Kapitalanleger, die entsprechend weitsichtig an der *Börse* disponieren. Dies ist nicht verwunderlich, wird doch an der Börse Zukunft und nicht Gegenwart gehandelt, wobei die Qualität der Auftragseingänge in der Industrie im Hinblick auf den zukünftigen *Konjunkturverlauf* einen seit vielen Jahren bewährten Frühindikator darstellt. ++++++++++++++++++++ Die Europäische Gemeinschaft hat die Entscheidung des EG-Ministerrats begrüßt, ab dem nächsten Monat japanische Autos mit einem Strafzoll von einheitlich 20% zu belegen. Wie gestern in Bonn durchsickerte, plant die Bundesregierung eine Verdoppelung der *Börsenumsatzsteuer*, um das "klaffende Loch im Staatssäckel" zu verkleinern. Sie haben Glück gehabt! Commerzbank-*Restquoten* werden wieder an der *Börse* notiert, nachdem der Handel über mehrere Jahre ausgesetzt war. Es war daher möglich, Ihre alten Bestände an Commerzbank-Restquoten noch zu einem Kurs von DM 5,- zu verkaufen, um so einer Löschung zuvorzukommen. Der Gesamt- erlös von DM 2.500,- wird Ihrem Bargeldkonto gutgeschrieben. Der Vorstandsvorsitzende des Stahlriesen Hoesch gab auf der gestrigen Pressekonferenz eine 75-Prozent-Beteiligung an dem Konkurrenzunternehmen Klöckner AG bekannt. An die restlichen freien Aktionäre erging ein Abfindungsangebot in Höhe von 50% über dem aktuellen Börsenkurs. Hoesch zahlt daher für das abgelaufene Geschäftsjahr nur eine Dividende von 3.- DM pro Aktie. +++++ Im Zuge der Anpassung der *DVFA-Formel* zur Ermittlung des *DVFA-Gewinns* je *Aktie* an die Rechnungslegungsvorschriften des neuen Bilanzrichtliniengesetzes, das nun eine *Passivierungs- pflicht* für Pensionszusagen vorschreibt, werden nun auch in der neuen DVFA-Formel die Zuführungen zu den *Pensionsrückstellungen* nicht mehr ergebniserhöhend berücksichtigt. Damit entspricht nun auch in diesem Punkt die deutsche Methode derjenigen aller anderen Länder. An der wahren Ertragskraft der Unternehmen ändert sich durch die formelbedingt um etwa 5-7% niedriger errechneten Ergebnisse nichts. Allerdings sorgen erneute Diskussionen über die Kurswirksamkeit dieser neuen Formel zur Zeit für erhebliche Irritationen an der *Börse*. +++++++++++++++ Die Bremer Straßenbahn AG hat eine *Kapital- erhöhung* gegen Bareinzahlung im Verhältnis 1:1 beschlossen. Die jungen Aktien werden für DM 50,- angeboten, der Kurs der Altaktie ermäßigt sich um den rechnerischen Wert des Bezugsrechts. Die Porsche AG hat zur Finanzierung neuer Investitionsvorhaben eine *Kapitalerhöhung* gegen Bareinzahlung im Verhältnis 3:1 beschlossen. Die jungen Aktien werden für DM 50,- angeboten, der Kurs der Altaktie ermäßigt sich um den rechnerischen Wert des Bezugsrechts. Im Schadenersatzprozeß als Folge eines gescheiterten Übernahmeversuchs zwischen Nixdorf und Siemens steht eine Einigung in Höhe von DM 1 Mrd. unmittelbar bevor. Im Vergleich zu den früheren Forderungen Nixdorfs von rund DM 5 Mrd. scheint der Kompromiß auch für Siemens akzeptabel. Wie aus gewöhnlich gut informierter Quelle verlautete, plant die Bundesregierung für die nächste Legislaturperiode die Abschaffung aller Steuern auf Erträge aus Aktienvermögen, um die Refinanzie- rungsmöglichkeiten der Unternehmen zu stärken und damit mittel- fristig die Eigenkapitalquote deutscher Aktiengesellschaften zu erhöhen. Zum wiederholten Male gerät der Einzelhandelskonzern Asko an den deutschen Börsen in den Mittel- punkt von Übernahmespekulationen. Als mögliche Interessenten an dem Betreiber von SB-Warenhäusern wird der Kaufhauskonzern Karstadt im Verbund mit der Deutschen Bank ge- nannt. Die AEG-Aktiengesellschaft hat eine *Kapitalerhöhung* gegen Bareinzahlung im Verhältnis 3:1 beschlossen. Die jungen Aktien werden für DM 50,- angeboten, der Kurs der Altaktie ermäßigt sich um den rechnerischen Wert des Bezugsrechts. Die Volkswagen AG hat als Antwort auf den gestiegenen Konkurrenzdruck eine *Kapitalerhöhung* im Verhältnis von 2:1 beschlossen, um die Entwicklung neuer vielversprechender Technologien finanziell abzusichern. Die jungen Aktien werden für DM 50,- angeboten, der Kurs der Altaktie ermäßigt sich um den rechnerischen Wert des Bezugsrechts. Der sowjetische Staats- und Parteichef beflügelt die Finanzmärkte mit seiner heutigen Abrüstungserklärung vor den Vereinigten Nationen. Der Handel argumentiert, ein sowjetischer Truppenabbau könnte dem US-Präsidenten durch Kürzungen des US-Rüstungsetats die Aufgabe erleichtern, das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen. Die Hoechst AG hat eine *Kapitalerhöhung* gegen Bareinzahlung im Verhältnis 4:1 beschlossen. Die jungen Aktien werden für DM 50,- angeboten, der Kurs der Altaktie ermäßigt sich um den rechnerischen Wert des Bezugsrechts. Die neue Firmenleitung der Puma AG will es noch einmal wissen. Zur Finanzierung neuer Produktionsstätten wurde eine *Kapitalerhöhung* gegen Bar- einzahlung im Verhältnis 1:1 beschlossen. Die jungen *Aktien* werden für DM 50,- angeboten, der Kurs der Altaktie ermäßigt sich um den rechnerischen Wert des Bezugsrechts. Aufgrund jahrelanger immenser Verluste schließt die Volkswagen AG zu Beginn des nächsten Jahres das Montagewerk in Nordamerika. Mehr als 10.000 Werksangehörige verlieren dann ihren Arbeitsplatz. Ein Mitglied der "grünen Umweltpartei" soll neuer Umweltminister der Bundesregierung werden. Der designierte Minister kündigte bereits vorab auf einer Pressekonferenz verschärfte Umweltauf- lagen, insbesondere für die Chemische Industrie, an. Bei einem Anschlag auf die Frankfurter *Börse* detonierte ein Spreng- körper direkt neben den Maklerschranken der amtlichen *Kursmakler*. Aus Solidarität mit den amtlichen Kursmaklern verzichteten auch die in einem anderen Raum der Börse untergebrachten *Freimakler* auf die Aus- führung von Börsenorders, so daß die Börse für heute geschlossen bleibt. 50 km von der Frank- furter *Börse* entfernt ist durch ein abstürzendes Flugzeug ein Atomkraft- werk vom Typ "Schneller Brüter" stark beschädigt worden. Die radioaktive Verseuchung der Luft be- trägt nach ersten Mes- sungen ein Mehrfaches der Werte von Tschernobyl. Trotzdem wurde die lau- fende Börsensitzung unter teilweise panikartigen Umständen noch beendet. Der Chemieriese Bayer AG wurde für die jüngste Rhein- verschmutzung infolge eines Großbrandes auf dem Werksgelände haftbar gemacht und zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von 1 Milliarde DM verurteilt. Auf der morgigen Sitzung des Zentralbankrates der Deutschen Bundesbank wird eine Senkung des *Diskontsatzes* um einen halben Prozentpunkt erwartet. Auf der heutigen Sitzung des Zentral- bankrates der Deutschen Bundesbank ist überraschend eine Senkung des *Diskont- satzes* um 1% beschlossen worden. Im Zusammenhang mit dem jüngsten Devisenhandel bei der Volkswagen AG ist dem Unternehmen ein Verlust von über einer halben Milliarde DM erwachsen. Gut informierte Quellen verweisen inzwischen auch auf andere bedeutende Aktiengesellschaften, bei denen aufgrund fehlen- der Kontrollinstanzen ähnliche Devisenmanipulationen für möglich gehalten werden. Der Dollar hat sich gegenüber der D-Mark wieder deutlich abgeschwächt. Der amtliche Devisenkurs wurde um mehrere Pfennige niedriger ermittelt als am Vortag. Inzwischen sprechen sogar offizielle Vertreter der OPEC das aus, was bis vor kurzem noch als Wunschtraum der westlichen Industrie- nationen abgetan wurde: Der Ölpreis wird aufgrund weltweiter Über- produktion und durchgreifender Sparmaßnahmen der westlichen Industrienationen auch in Zukunft eine weiter fallende Tendenz aufweisen. Die starke Zunahme von *Tafelgeschäften* in den letzten Wochen belastet immer mehr den Absatz von *Bundesanleihen*, von denen schon seit Jahren keine effektiven Stücke mehr ausgedruckt werden. Trotz höherer Belastungen durch den ungünstigen Dollar-Wechselkurs zahlt Hapag-Lloyd auch in diesem Jahr eine unveränderte *Dividende* von 20,-- pro *Aktie*. Dementsprechend hoch fällt auch der Dividendenabschlag aus. Seit Wochen schon findet man fast jeden Tag hinter dem *Börsenkurs* der Stern-Brauerei den *Kurszusatz* "G" (Geld). In Börsenkreisen spricht man von massiven Aufkaufbemühungen eines nicht genannten Großaktionärs. Einer firmeninternen Studie zufolge wird der derzeitige Börsenkurs der Puma-*Aktie* für wesentlich zu niedrig gehalten.Aus fundamentaler Sicht kann der *Kurswert* der Puma-Aktie ein Mehrfaches des *Nennwertes* betragen, ohne als überteuert gelten zu müssen. In der Automobilindustrie wie auch in der davon abhängigen Stahlin- dustrie werden wieder Sonderschichten gefahren, um die Kundennachfrage zu befriedigen. BMW meldet sogar für das vergangene Vierteljahr einen explosionsartigen Anstieg der Auftragseingänge um fast 200%, obwohl der Dollar weiter fest tendiert. Die geplante Einführung der 10-prozentigen *Quellensteuer* auf Kapital- erträge hat bei den *festverzinslichen Bundespapieren* zu deutlichen Kurseinbußen geführt, da die Kapitalanleger jetzt offensichtlich auf quellensteuerfreie Geldanlagen ausweichen. Die Deutsche Bundesbank hat den Zielkorridor für das Wachstum der Geldmenge *M1* in sehr großzügiger Weise neu festgelegt, um jederzeit eine ausreichende Versorgung mit Liquidität sicherzustellen. Völlig überraschend wur- de gestern Abend ein Re- kordbetrag für das Außen- handelsdefizit der USA gemeldet.. Die Finanzie- rungslücke betrug im ver- gangenen Monat 16,5 Mrd. Dollar. Zur gleichen Zeit beschuldigte der ame- rikanische Finanzmini- ster die Deutsche Bun- desbank und die Bonner Regierung, die Zinsen zu erhöhen, anstatt die Kon- junktur zu unterstützen und so für mehr Wachstum zu sorgen. Obwohl die Deutsche Bun- desbank den Dollar mit einem zweistelligen Mil- lionenbetrag stützte,ver- breitete das amerikani- sche Finanzministerium weltweit über alle Medi- en, man würde in Washing- ton lieber den Dollar drücken, als die Zinsen zu erhöhen. Wörtlich sagte er: "In diesem Land werden wir nicht zusehen, wenn Überschußländer ihre Zinsen heraufsetzen und weltweit das Wachstum abwürgen." Es ist der 21. Oktober 1987. An den beiden Vortagen haben allein die Kapitalanleger in den USA im Gefolge des bisher schwersten Börsen-Crashs aller Zeiten Kursverluste von über einer Billion DM hinnehmen müssen. Die wichtigsten Notenbanken bemühen sich weltweit um eine möglichst rasche Expansion der umlaufenden Geldmengen, um so mit einer gelockerten Geldpolitik einer drohenden wirtschaftlichen *Rezession* wie 1929 vorzubeugen. Die bisher geheimgehaltene neue Generation von Nixdorf-Computern mit integrierten Glasfaserkabeln schlägt bei einem ersten Vergleichs- test das bisher schnellste IBM-Modell um Längen. Fachleute bezeichnen die Weltneuheit bereits als einen Meilenstein in der Entwicklung fort- schrittlicher Computertechnologien. Dem Vernehmen nach soll die Deutsche Bank einen Großteil der Entwicklungskosten mit der Maßgabe vorfinanziert haben,an den zu erwartenden Lizenzeinnahmen über- proportional zu partizipieren. In Deutschland wird in erster Linie die Siemens AG die Folgen dieser Neuentwicklung spüren. Siemens, die bisher japanische Computer in Lizenz vertrieb, wird mit diesen jetzt veralteten Geräten nur noch schwer einen Absatzmarkt finden. Durch die Einführung neuartiger computer- gesteuerter Zahlungssysteme wird das Bank- gewerbe voraussichtlich in den nächsten 5 Jahren Einsparungen in Höhe dreistelliger Millionenbeträge realisieren können. Den zusammengenommen bisher höchsten Subventionsbetrag aus staat- lichen Kassen erhalten mehrere Chemieunternehmen für die Entwicklung eines konkurrenzfähigen synthetischen Kraftstoffes, der bereits in den nächsten 5 Jahren die Abhängigkeit der deutschen Industrie von der OPEC deutlich verringern soll. Entgegen der vorherrschenden Marktmeinung gab der Zentralbankrat der Deutschen Bundesbank heute morgen überraschend eine Senkung des *Diskontsatzes* um 1% bekannt. Begründet wurde dieser Schritt mit einer weiter zurückgehenden *Inflationsrate* in Verbindung mit einem zur Zeit kräftigen *Konjunkturaufschwung*. Ein mit einer Auflage von über 100.000 Exemplaren weitverbreitetes Journal für den Aktionär empfiehlt in der heutigen Ausgabe für spekulative Anleger den Chemiewert Cassella zum Kauf. Als Kursziel wird ein Gewinn von fast 100% in Aussicht gestellt. Ein mit einer Auflage von über 100.000 Exemplaren weitverbreitetes Journal für den Aktionär empfiehlt in der heutigen Ausgabe, den Chemiewert Cassella schleunigst zu verkaufen, da das avisierte Kurs- ziel bereits erreicht worden sei. +++++++ Wie in der vergangenen Nacht gerüchteweise durchsickerte, hat die Bayerische Vereinsbank auf Intervention des bayerischen Ministerpräsidenten in den letzten drei Jahren weit über den üblichen Rahmen hinaus Kredite an die Luftfahrtindustrie vergeben. Die offenbar ungesicherten Kredite in jeweils dreistelliger Millionen- höhe dienten dabei nach Auskunft eines Banksprechers vornehmlich dem Zweck, ein international konkurrenzfähiges Mittelstreckenflugzeug zu konstruieren. ++++++++++ Der Dollar erlebte gestern Abend im späten Handel in New York den größten Kurssturz in seiner Geschichte. Der Dollar fiel gegenüber der D-Mark trotz teilweise massiver Interventionen der Notenbanken um fast 10%. Einen bisher nicht für möglich gehaltenen Kurssprung unternahm der Dollar gestern Abend im späten Handel in New York. Der Dollar stieg gegenüber der D-Mark um fast 10%. Allen Unkenrufen zum Trotz: Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank scheint es bereits im ersten Anlauf geschafft zu haben. Seine Wahl zum Bundeskanzler steht nach den neuesten, bislang noch nicht veröffentlichten Meinungsumfragen unmittelbar bevor. Von vielen unbemerkt und daher auch völlig überraschend hat sich damit ein "Mann der Wirtschaft" und mehrmaliger "Manager des Jahres" in das Machtzentrum der Bundesrepublik hineinkatapultiert. Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten scheinen bisher noch unbestätigten Ge- rüchten zufolge vor einem sensationellen historischen Höhepunkt zu stehen: In Form eines Zweistufenplanes zur Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen sollen im Laufe der nächsten fünf Jahre alle Handelsbarrieren zwischen den beiden deutschen Staaten ersatzlos abgeschafft und damit ein völlig ungehinderter Austausch von Waren und Dienstleistungen ermöglicht werden. Wie aus gewöhnlich gut informierter Quelle verlautete,plant die Bundesregierung für die nächste Legislaturperiode die Abschaffung aller Steuern auf Erträge aus Aktienvermögen, um die Refinanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen zu stärken und damit mittel- fristig die Eigenkapitalquote deutscher Aktiengesellschaften zu erhöhen. Der bereits seit Jahren andauernde Preisfall bei Immobilien hat sich in den letzten Wochen in be- unruhigender Weise ver- stärkt. Inzwischen ist es selbst mit Hilfe von Zwangsversteigerungen nur noch schwer möglich, Grundbesitz zu veräußern, da nach Ansicht von Ex- perten auch für die kom- menden Jahre fallende Grundstückspreise erwar- tet werden. Gewinner dieser negativen Entwicklung auf dem Im- mobilienmakt sind die Wertpapierbörsen, die Tag für Tag steigende Umsätze zu verzeichnen haben. Inzwischen scheint es fast schon sicher: Die CDU wird bei den bevorstehenden Bundestagswahlen am kommenden Wochenende die absolute Mehrheit erreichen, während die sog. Um- weltpartei der Grünen vermutlich unter der 5%-Marke bleiben wird. Der Bundesminister für Umwelt und Reaktorsicherheit, Mitglied in der Partei der Grünen, wird in den nächsten Tagen sein Amt zur Verfügung stellen. Wie weiter verlautete, soll dieses Ressort in Zukunft wieder von einem CDU-Minister geleitet werden. Die Preise für Rohstoffe haben in den vergangenen Tagen einen neuen Tief- punkt erreicht. Während insbesondere die Chemie- und Autobranche vom guten Ölpreis profitieren, sind auch andere Zweige der Industrie aufgrund der gesunkenen Beschaffungs- kosten in der Lage,längst fällige Investitionsvor- haben in die Tat umzu- setzen. Die erst vor kurzem bundesweit eingeführte Quellensteuer auf Kapitalerträge soll wieder abgeschafft werden. Die bevorstehende Halbierung des Mineralöl- steuersatzes wird von den deutschen Wirtschaftsmanagern überaus positiv bewertet.