RetinaDisplay 1.2 Gegenüber älteren Versionen wurde die Benutzung von der Shell, aus Directory-Utilities und von der Workbench verbessert. RetinaDisplay laßt sich jetzt von Project-Icons aufrufen, d.h. zum Anzeigen eines Bildes braucht nur dessen Icon angeklickt zu werden, sofern darin RetinaDisplay als Anzeigeprogramm gewählt wurde. Über das Menü gemachte Einstellungen werden in ENVARC: gespeichert. Die alte Auswertung der Tooltypes entfällt. Die Animationsfähigkeit wurde verbessert. Vollbildanimationen mit bis zu 256 Farben mit unterschiedlicher Palette für jedes Bild lassen sich jetzt besonders über den optionalen RAM-Puffer noch schneller und störungsfreier abspielen. ---------------------------------------------------------------- Es gibt einen neuen Parameter: 'BADPALETTE'. Er muß angegeben werden, wenn Bilder angezeigt werden sollen, die mit einer falschen, oder besser gesagt ungenauen, Palette gespeichert wurden. Der Fehler wird generell nur bei IFF-ILBM-Bildern gemacht und ist eigentlich nur bei HAM-Bildern optisch wahrnehmbar. Leider gibt es immer noch Programme, die solche falschen Paletten abspeichern. Wird 'BADPALETTE' als zusätzlicher Parameter angegeben, wird die Palette analysiert und nach Möglichkeit so korrigiert, daß das Bild auf der Retina korrekt dargestellt wird. Für Insider hier kurz die Erklärung des Fehlers: Der Amiga konnte bis zum Erscheinen des Amiga-1200 und 4000 pro Farbanteil nur 4 Bit anzeigen. 0x0F war also das Maximum. Da im IFF-ILBM Chunk 'CMAP' aber 8 Bit für jede Farbe vorgesehen sind, schieben viele Programme den 4-Bit Wert vier mal nach links; aus 0x0F wird damit 0xF0. Hierbei handelt es sich allerdings nicht, wie geplant, um das Maximum, denn das wäre 0xFF. Auf den neuen Amiga-Modellen und natürlich auch auf der Retina können alle 8 Bit benutzt und angezeigt werden. Dadurch werden Farben u.U. anders als geplant wiedergegeben. Bedingt durch die Technik des HAM-Modus treten dabei die Fehler besonders deutlich auf. Zugegeben, fast alle anderen Programme, die HAM-Bilder laden und anzeigen können, korrigieren solche Paletten und zeigen das Bild so an, wie ursprünglich geplant. RetinaDisplay macht das nicht, weil es einfach falsch wäre. Man kann einen Farbwert wie im obigen Beispiel 0xF0 nicht einfach auf 0xFF ändern, nur weil vielleicht das abspeichernde Programm einen Fehler gemacht hat! Spätestens seit Erscheinen der Amiga 1200 oder 4000 muß damit gerechnet werden, daß zwischen 0xF0 und 0xFF ein deutlicher Unterschied besteht und auch bestehen und sichtbar sein soll! Der Fehler sollte an seiner Quelle behoben werden: Den 4-Bit Farbwert nicht durch vierfaches linksschieben erweitern, sondern ihn mit 17 multiplizieren, das ergibt dann den 100% korrekten Farbwert (17 * 0x0F = 0xFF)!