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			Einführung in die Sprengchemie
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Definitionen und Erläuterungen
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Definition der Begriffe Explosion und explosionsfähiger Stoff

 Unter  Explosion  versteht  man  im weitesten Sinne jede physikalische oder
chemische     Zustandsänderung   von   Stoffen,   die   unter    plötzlicher
Arbeitsleistung  vor  sich  geht.   Im  engeren  Sinne  sind die Explosionen
Vorgänge,  die  in einer auf dem Ausdehnungsbestrebe n von Gasen und Dämpfen
beruhenden,  plötzlich verlaufenden Kraftäußerung bestehen, gleichgültig, ob
die  Gase  bereits  vor  der  Explosion  vorhanden  waren  oder erst bei ihr
gebildet  wurden (Dampfkesselexplosionen oder Zerknall von Stahlflaschen mit
komprimierten Gasen).
 Im  engsten  Sinne  ist die Explosion eine sehr rasch verlaufende Umsetzung
eines  chemisch einheitlichen Stoffes oder Stoffgemisches (explosionsfähiger
Stoff), bei dem erhebliche Gas- und Wärmemengen entwickelt werden.
 Um   einheitliche   Bezeichnungen   für    die   verschiedenen   Arten  von
explosionsfähigen  Stoffen,  vor allem in Gesetzen und Verordnugen zu haben,
hat  die Bundesanstalt für Materialprüfung eine neue Einteilung und amtliche
Bezeichnung aller explosionsfähigen Stoffe zusammengestellt.


Chemie der explosionsfähigen Stoffe

 Alle    explosionsfähigen   Stoffe   sind   chemische   Verbindungen   oder
Stoffgemische,  die  sich  in  sich  selbst oder miteinander umlagern können
unter  Freiwerden  von  Wärme und Gasen.  Von besonderer Wichtigkeit ist für
die  Bildung  explosionsfähiger  Stoffe Sauerstoff,  der an Stickstoff (z.B.
in  Nitraten  mit  organischem  oder  anorganischem  Kation,  in  Form einer
organisch   gebundenen   Nitrogruppe)   oder  an  Chlor  (als  Chlorat  bzw.
Perchlorat) gebunden ist.  Die meisten Explosivstoffe sind auf die Oxidation
von Kohlenstoff
 und  Wasserstoff  abgestellt,  weshalb man Stickstoff, Chlor und Sauerstoff
als die wichtigsten Elemente der Sprengstoffchemie bezeichen kann.


Sprengstoffe

 Die  wichtigsten  Sprengstoffe  sind  die  Salpetersäureester  mehrwertiger
Alkohole.   Diese  sind teils flüssig, teils fest und ihr explosiver Zerfall
erfolgt  wegen der hohen freiwerdenden Energie mit einer Geschwindigkeit bis
zu 8000m/s.

 Die  wichtigsten Vertreter dieser Klasse sind Glycoldinitrat (Nitroglycol),
Glyzerinnitrat  (Nitroglyzerin)  und  Pentacrythrittetranitrat (Nitropenta).
Der  Zerfall  des  Nitroglyzerins  erfolgt durch mechanische Einwirkung oder
durch Sprengkapselzündung nach der Gleichung:

        4 * (C3H5(ONO2)3 -> 12 CO2 + 10 H2O + 6 N2 + O2 (1)

wobei je kg Sprengstoff 6222 Joule und 715 l Gas frei werden.

 Eine  andere  Sprengstoffklasse  sind  die   aromatischen  Nitrokörper  mit
mehreren  Nitrogruppen  je  Benzolring.  Typische Vertreter sind Pikrinsäure
und Trinitrotoluol.
 Während  Nitroglyzerin  mehr Sauerstoff im Molekül enthält als zur völligen
Verbrennung  des  Kohlenstoffs  und  Wasserstoffs  benötigt wird, genügt der
Sauerstoffgehalt der Nitrokörper bei weitem nicht zur völligen Oxidation von
Kohlenstoff  und Wasserstoff.  Diese Stoffe  haben eine negative Stoffbilanz
und  verhalten  sich  bei  der  durch  kräftige  Initialzündung  ausgelösten
Detonation dennoch wie brisante Explosivstoffe, wobei eine allgemein gültige
Umsetzungsformel nicht angegeben werden kann.  Die entstehenden  Endprodukte
der  Umsetzung sind vielmehr von der Ladedichte und der Art des Einschlusses
der  Sprengstoffe  abhängig,  so  daß  Kohlensäure  und  Kohlenmonoxid neben
Wasserstoff und freiem Kohlenstoff (Ruß) auftreten können.
 Die  Möglichkeiten  des  an  Stickstoff  gebundenen  Sauerstoffs, explosive
Systeme  zu  liefern, sind mit der seit Jahrhunderten bekannten Verarbeitung
des  Salpeters  mit Holzkohle und Schwefel zu Schießpulver oder Sprengpulver
und  der Bindung von Estern, wie  z.B.  Nitroglyzerin, oder Nitrokörpern wie
z.B.  Pikrinsäure, nicht erschöpft.

 So  genügt  es, organische Stoffe, die mit konzentrierter Salpetersäure bei
gewöhnlicher  Temperatur  nicht reagieren, in höchstkonzentrierter Salpeter-
säure  aufzulösen,  z.B.   35  Teile  Dinitrotoluol  in  65  Teilen  99%iger
Salpetersäure  oder  23  Teile Acetonitril in 77 Teilen der selben Säure, um
flüssige  Sprengstoffe  etwa  von  der  Sensibilität  und  Sprengkraft  des
Nitroglyzerins  zu  erhalten.   Die  Unbequemlichkeit der Hantierung mit der
sauren  Flüssigkeit,  die hohe Empfindlichkeit gegen Schlag und Stoß, ferner
die  erforderliche  Vermischung  an  Ort  und  Stelle  kurz vor dem Gebrauch
standen einer Verwendung hindernd im Wege.  Hierher gehören auch die äußerst
sprengkräftigen,  stöchiometrischen  Lösungen  von  Benzin  oder  Toluol  in
flüssigem Stickstofftetraoxid (N2O4).
 Zu  den  Sauerstoffträgern  im  Sinne der Erzeugung explosiver Systeme oder
Gemische,  wie man die Salpeterarten, die Chlorate und Perchlorate sowie die
freie    Salpetersäure  und   das  flüssige  Stickstofftetraoxid  mit  69.9%
disponiblem  Sauerstoff  bezeichnet,   gehört als organische Verbindung auch
das  Tetranitromethan.   Dieses  enthält 49% disponiblen Sauerstoff und kann
durch  Auflösen  organischer  Verbindungen  äußerst sprengkräftige, flüssige
Sprengstoffe  bilden,  während es für sich allein kaum Sprengstoffcharakte r
besitzt.   Mit  seiner  hohen Dichte von 1.65g/cm3 bildet es höchst brisante
und  detonationsempfindliche,  explosive  Lösungen, die allerdings wegen der
hohen  Herstellungskosten  und  der  unangenehmen Eigenschaften bisher keine
praktische Verwendung finden konnten.
 Sauerstofflieferanten  aus  labiler  Bindung  sind  auch  die  Peroxide und
Ozonide:   wasserfreies  Wasserstoffperoxid   liefert  mit  47%  verfügbarem
Sauerstoff  äußerst  sprengkräftige  und brisante Sprengstoffe, die aber für
eine  praktische  Anwendung  zu   große Handhabungsgefahren besitzen.  Schon
80%iges  Wasserstoffperoxid  liefert  mit  Holzmehl  im Verhältnis 3:1 einen
Sprengstoff  von  der Sprengleistung des gewöhnlichen Gelatine-Dynamits, der
schon bei Berührung mit aktiver Kohle entflammt.
 Schließlich  ist  als  Sprengstoffbasis  der Sauerstoff selbst in flüssiger
Form  (bei  -183°C)  zu  erwähnen.  Aufgesaugt von brennbaren Substanzen mit
hoher  Porösität,  wie  Holzmehl  oder  Korkmehl, evtl.  mit Zusatz von Ruß,
Petroleum  oder  Naphtalin,  gibt er ziemlich sprengkräftige Mischungen, die
unter  der  Bezeichnug  Oxyliquit  zeitweise in erheblichem Umfang im ersten
Weltkrieg  im Salzbergbau angewand wurden.  Sie werden unwirksam, sobald der
flüssige  Sauerstoff   aus  ihnen  verdampft ist, daher ist ihre Lebensdauer
begrenzt.   In  Gasform  ist der Sauerstoff bekannt als Komponente exlosiver
Gemische.  Eine Mischung von Sauerstoff mit Wasserstoff liefert das bekannte
Knallgas.   Mischungen  von Luft und und Methan (Grubengas) führen zu den im
Bergbau   gefürchteten   Schlagenden  Wettern, und Luft- Kohlenstaubgemische
haben gefährliche Kohlenstaubexplosionen im Kohlebergbau zur Folge.
 Dampf-  oder  Gasgemische  mit  Luft  haben  gegenüber festen und flüssigen
Sprengstoffen   eine   geringe   Dichte   und   somit  auch  eine  geringere
Explosionsgeschwindigkeit.   Sie  entfalten  keine  den obigen Sprengstoffen
vergleichbare   brisante   Wirkung.   Demgegenüber  haben  die  sog.   Raum-
explosionen,  die  beim  Ausströmen großer Mengen leicht brennbarer Flüssig-
keiten  von  niederem  Siedepunkt  durch  Vermischung  mit  Luft  entstehen,
gezeigt,  welche Verheerungen Gasexplosionen besonders an Gebäuden anrichten
können.


Grenzen der praktischen Anwendung

 Von  den  zahlreichen  explosionsfähigen  Stoffen  sind  nur solche für den
praktischen  Gebrauch  geeignet,  die eine ausreichende, aber nicht zu große
Detonationssensibilität  besitzen.   Labile  Stoffe,  die  bei der leisesten
Reibung  (Jodstickstoff)  oder Berührung mit oxidablen Substanzen detonieren
(Chlorstickstoff),  sind  nicht verwendbar.  Ähnliches trifft für zahlreiche
hochendotherme  Stofe zu.  Jede übermäßige Empfindlichkeit gegen mechanische
Beanspruchung  und  geringe  chemische Beständigkeit gegen  mäßige Erwärmung
schließt  eine praktische Anwendung als Sprengmittel aus oder beschränkt die
Anwendung  auf Sonderzwecke in kleinen Mengen.  Bleiazid z.B.  läßt sich nur
als  Zündmittel  (Initialsprengstoff) in Sprengkapseln in feinster Kristall-
form  verwenden,  größere  Kristalle  explodieren  bereits  beim Zerbrechen.
Andererseits  muß  die  Detonation  mit einfach anzuwendenden Mitteln sicher
auslösbar  sein,  um ein an sich explosives System als Sprengmittel anwenden
zu können.
 Ammonsalpeter  z.B.   ist ein Explosivstoff, der unter Einschluß durch eine
sogenannte  Zündladung  aus  einem  anderen  Sprengstoff  zu einer exposiven
Zersetzung  unter  beachtlicher  Arbeitsleistung  gebracht werden kann.  Mit
einer  einfachen  Sprengkapsel  verpufft  er  nur teilweise und kann deshalb
nicht   in  Patronenform  verwendet   werden.   Sprengstoffe  für  Bohrloch-
sprengungen  müssen  so  detonationsfähig  sein,  da  sie  in  den  üblichen
Papierpatronen,  in  Reihe  ausgelegt  und  am  Ende  mit einer Sprengkapsel
initiiert, durchdetonieren.   Es gibt jedoch, besonders für die militärische
Anwendung  auch  Sprengladungen,  die  durch  ihre  besondere  physikalische
Beschaffenheit  (hohe  Dichte durch Kompression oder Erstarrenlassen aus dem
Schmelzfluß)  nur  in  starkem  Einschluß mit starker Zündladung, aber nicht
direkt durch eine Sprengkapsel, zur Detonation gebracht werden können.


Verbrennung, Explosion und Detonation

 Die Umsetzung der Explosivstoffe kann nach zwei grundsätzlich verschiedenen
Arten  erfolgen.   Die  erste Art ist die Verbrennung, die mit geringer, mit
Druck  und  Temperatur  ansteigender  Geschwindigkeit von Schicht zu Schicht
unter  typischer  Flammenbildung  vordringt.   Erfolgt die Verbrennung eines
Explosivstoffes  in  einem geschlossenen Raum, so entstehen hohe Drücke, die
unter  plötzlicher  Arbeitsleistung  die einengenden Wandungen zertrümmern -
Explosion.
 Die   zweite   Art   der  Umsetzung  ist  die  Detonation,  die  mit  hoher
Geschwindigkeit verläuft.

 Bei   Glycoldinitrat   ist   unter   Normalbedingungen   die  Verbrennungs-
geschwindingkeit  0.3mm/sec; die Verbrennung verläuft unvollständig nach der
Gleichung:

        C2H4(ONO2)2 = 2NO + 1.7CO + 1.7H20 + 0.3CO2 + 0.3H2 (2)
                (delta H = -1927 J/g)

 Die  Detonation  verläuft  mit  der  hohen  Geschwindigkeit von 8000 m/s im
wesentlichen bis zu den Endprodukten nach der Gleichung:

                C2H4(ONO2)2 = 2CO2 + 2H20 + N2
                  (delta H = -6704 J/g) (3)

 Der  Unterschied  in  der Umsetzung ist nicht nur energetisch wichtig.  Bei
Sprengungen  unter  Tage muß die Detonation einwandfrei ausgelöst werden, da
nur  die  Endprodukte  nach  Gleichung (3) praktisch frei von giftigen Gasen
sind.   Beim  Schuß  hingegen  findet Verbrennung der rauchlosen Pulver nach
Gleichung (2) statt.
 Berechnet    man   die   Leistung   für   beide  Umsetzungsarten  auf  eine
Nitroglycolsäure  von  jeweils  1cm2-Querschnitt, so erhält man 8.8W/cm2 und
8.2.108W/cm2  (Dichte  1.5g/cm3).   Schon  dieses  Leistungsverhältnis macht
deutlich,  daß  die Detonation nicht  als beschleunigte Verbrennung gedeutet
werden  kann.  Die Detonation ist vielmehr ein hydrodynamischer Stoßvorgang,
gekoppelt  mit  einer  chemischen  Umsetzung.   Die chemische Umsetzung hält
hierbei  den  Stoßvorgang  energetisch  aufrecht;  der  Stoßvorgang wiederum
treibt di e rasche und vollständige Umsetzung voran.
 Man   unterscheidet   die   Geschwindigkeit,   mit   welcher   der  Vorgang
fortschreitet   (Vb   =   Verbrennunggeschwidigkeit;   Vd   =   Detonations-
geschwindigkeit)  und  die  Geschwindigkeit  der  Materie, hier der Schwaden
analog  Wb  und  Wd,  die Ladedichte des Sprengstoffs Delta , die Dichte des
Schwaden  Rho  b  und  Rho  d,  den Druck im Explosivstoff Pa, den Druck bei
Verbrennung Pb und den Druck bei Detonation Pd.
 Bei der Detonation stoßen die hocherhitzten, verdichteten, chemisch aktiven
Schwaden mit großer Geschwindigkeit (über 1000m/s) und hohem Druck (etwa 105
bar)  auf die anstehende Sprengstoffschicht und treiben die Reaktion bis zum
fast  völligen  Ablauf  in kürzester Zeit.  Stößt nun die Detonation mit die
ser  Wucht  auf  die einschließende Materie (z.B.  Gestein), so zermalmt sie
die  ersten  Schichten,  zerrüttet das Gefüge der Weiteren und treibt Spalt-
risse noch weiter vor (brisante Wirkung).  Nach Ablauf der Detonation stehen
die  heißen  Schwaden  unter  hohem  Druck im Sprengraum, expandieren in die
gebildeten  Risse,  wobei  sie  das  Gestein  auseinanderbrechen und -werfen
(treibende  Wirkung).   Auch  in der Art der Auslösung bestehen Unterschiede
zwischen  Verbrennung  und   Detonation.   Die  Verbrennung wird vornehmlich
durch   thermische   Einwirkung,  die  Detonation  mehr  durch  Schlag-  und
Stoßvorgänge ausgelöst.  In der Praxis wird die Verbrennung der Schießmittel
durch  die  Stichflamme eines Zündhütchens, die Detonation der Sp rengstoffe
durch  den  Initialstoß  einer  Sprengkapsel bewirkt.  Bei der Auslösung der
Sprengstoffumsetzung  durch Schlag und Reibung wird die Energie in einzelnen
Stellen  (hot spots) akkumuliert, in denen die Umsetzung einsetzt [3].  Eine
Verbrennung  kann  bei Steigerung von Temperatur und Druck plötzlich in eine
Detonation  umschlagen.   Bei  dem  festen  Initialstoff  Bleiazid setzt die
anfängliche,  verbrennungsartige  Umsetzung an einigen Stellen der Kristall-
oberfläche ein.
 Von diesen Stellen brechen die frei werdenden Gase als gerichtete Gasströme
mit  wachsender  Heftigkeit  aus;  sie  stoßen in den Kristallzwischenräumen
aufeinander,  bis  an  irgendeiner Stelle die Summe solcher Gaszusammenstöße
zur Auslösung des Detonationsstoßes ausreicht.
 Bei  dem  flüssigen  Nitroglycol  dringt  die  Verbrennung  bis  etwa  10°C
unterhalb des Siedepunktes schichtweise langsam vor.  Kurz vor erreichen der
Siedetemperatur  setzt  unter  dem Einfluß der Strahlungswärme ein Sieden in
den  der Umsetzung  benachbarten Schichten ein.  Die Verbrennung springt auf
die Dampfblasen über und wird unter Steigerung der Geschwindigkeit (auf 10 -
50  mm/s)  turbulent.   Wird  das  Nitroglycol von außen her durch die ganze
Masse  zum  Sieden  gebracht,  so schlägt die turbulente Verbrennung in eine
Detonation um.
 Trotz  der  extremen  Stoßdrücke  und  der  hohen  inneren  Energie  in der
Detonationszone behält die Detonation fester oder flüssiger Sprengstoffe den
Charakter  der  heterogenen  Reaktion infolge der kurzen Umsetzungszeit oder
der  geringen  Dicke der  Detonationszone.  Die Detonation setzt vornehmlich
nur  an  den  freien  Oberflächen  ein.   Die nach hydrodynamischen, thermo-
dynamischen Grundsätzen mögliche maximale und charakteristische Detonations-
geschwindigkeit (die obere Detonationsgeschwindigkeit) stellt sich nur  dann
ein,  wenn  die  Größe  der  freien  Oberfläche  ausreicht,  um  die völlige
Umsetzung   des   Sprengstoffes   in  der  Detonationszone  sicherzustellen.
Außerdem  dürfen  Energieverluste  den  Vorgang höchstens in den Randpartien
beeinflussen.   Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, so fällt die Geschwin-
digkeit  ab.   Sie  kann  z.B.   bei  Sprenggelatine von 8000m/s auf 1500m/s
zurückgehen.
 Weiter    ist    diese    untere    Detonationsgeschwindigkeit    ebenfalls
charakteristisch   für   den  Sprengstoff.    Werden  die  Bedingungen  noch
ungünstiger,  so setzt die Detomation aus (Totlaufen) oder geht in eine mehr
oder weniger heftige Verbrennung über (Auskochen).
 Auch  das  Anlaufen einer durch Initialimpuls mit niedriger Geschwindigkeit
eingeleiteten  Detonation  zur maximalen Geschwindigkeit ist von der inneren
Oberfläche  abhängig.Bei flüssigen oder plastischen Sprengstoffen übernehmen
die   Oberflächen  der eingeschlossenen Mikro-Gasblasen die Rolle der freien
Kristalloberfläche,   wozu  noch   die  Zündung  durch  nahezu  adiabatische
Verdichtung  und örtlich starke Stöße beim Zusammenschlagen (Kollaps) dieser
Gasbläschen  hinzukommt (hot spots).  Sowohl die Geschwindigkeit, der Druck,
die Schwadendichte und die Schwadengeschwindigkeit der maximalen Detonation,
als    auch   die   entsprechenden   Größen  bei  der  unteren  Detonations-
geschwindigkeit  sind neuerdings für alle Sprengstoffe berechenbar geworden.
Selbst  für die technischen Sprengstoffgemische lassen sich diese Daten nach
der    hydro-thermodynamischen   Theorie   unter   Heranziehung   geeigneter
Zustandsgleichungen  für  die  extremen  Drücke  und  Temperaturen  und  der
quantenstatistisch berechneten Molwärmen und Gleichgewichte ermitteln .  Als
Unterlagen  sind  die  Zusammensetzung,  Bildungswärme  und  Ladedichte  des
entsprechenden Sprengstoffes erforderlich [6,63].  Durch Gegeneinanderlaufen
kräftiger  Detonationsstöße erhielt Muraour [49,50] außergewöhnliche Licht-,
Wärme-  und Stoßeffekte.  Läßt man  durch besondere Ausgestaltung der Ladung
(Hohlladungen)  die  Schwaden  so ausstoßen, daß sie sich zu einem kräftigen
Strahl  vereinigen,  so  tritt  eine  Steigerung  der Durchschlagskraft ein.
Durch  Einlage  günstig  geformter   Metallbleche  in  passend  ausgesparten
Ladungen   wird   ein  Stoß  aus  Metallteilen  und  Schwaden  erzielt,  der
militärisch  zum  Durchschlagen  von Panzerungen, zivil zum Durchtrennen von
Eisenkonstruktionen Verwendung findet.


    Systematische Übersicht über die praktischen Spreng- und Schießmittel
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Schwarzpulver

 Schwarzpulver  ist das älteste Spreng- und Schießmittel und wurde in Europa
Ende  des  13.   oder Anfang des 14.  Jahrhunderts bekannt (Berthold Schwarz
und  Roger  Bacon).   Es  beherrschte  500 Jahre lang allein die Schieß- und
Sprengtechnik,   bis   es   gegen  das  Jahr  1865  mit  der  Erfindung  des
Nitroglyzerins  und der Erfindung des Dynamits (Alfred Nobel) durch die viel
wirksameren  sog.   brisanten  Sprengstoffe  zum größten Teil ersetzt wurde.
Typische Zusammensetzung:  75% Kalisalpeter, 10% Schwefel und 15% Holzkohle.

Salpetersäure-Ester

- Sprengöle:
 Zu  dieser Gruppe gehören Nitroglyzerin (Glyzerinnitrat), früher als Nobels
Sprengöl    bezeichnet,  und  seine  Homologen  und  Verwandten  Nitroglycol
(Ethylenglycoldinitrat)  und Diglycoldinitrat (im rauchschwachen Pulver).
 Dinitroglyzerin   (Glyzerindinitrat),   Dinitrochlorhydrin  und Tetranitro-
diglyzerin  gelangten  nur  vorübergehend zur Anwendung, bis diese Sprengöle
durch das wirksamere Nitroglycol ersetzt wurden.

- Nitrocellulose, Nitrostärke und Nitrozucker:
 Nitrocellulose  wird  in Form von Schießbaumwolle als militärisches Spreng-
mittel  in  Form  von  Kollodiumwolle  zur  Gelatinierung  der Sprengöle und
Herstellung  der gelatinösen Sprengstoffe verwendet.  Beide Formen liegen im
rauchschwachen   Pulver  vor.    Nitrostärke wird nur in wenigen Ländern als
Sprengstoff   oder   Sprengstoffbestandteil   verwendet.    Nitrozucker  ist
zeitweise in den USA als Streckmittel für Nitroglyzerin und Nitromilchzucker
in Feuerwerkssätzen angewandt worden.

- Kristallisierte Salpetersäureester:
 Nitropentaerhydrit  (Pentaerhydrittetranitrat)  wird  zur  Herstellung  von
Sprengkapseln,  detonierenden   Zündschnüren,  in  gewissen   Dynamiten  zur
Erhöhung   der  Sensibilität  und   gepreßt  für  militärische  Sonderzwecke
verwendet.
 Nitromannit  (Mannithexanitrat)  wird  in  Amerika  als Sprengkapselfüllung
verwendet.

Nitroverbindungen

- Aromatische Nitroverbindungen:
 Die  aromatischen Nitrokörper, Pikrinsäure (Trinitrophenol), Dinitrobenzol,
Trinitrotoluol,  in  gewissem  Umfang vorübergehend auch Trinitrochlorbenzol
und  Hexanitrodiphenylamin,  dienen vorwiegend als Füllmittel für Bomben und
Granaten.    Trinitrobenzol  konnte  sich  wegen  seiner  unwirtschaftlichen
Gewinnung  praktisch keinen Eingang verschaffen.  Trinitronaphtalin wurde im
ersten Weltkrieg verwendet.
 An  die speziefisch militärischen Sprengstoffe zum Füllen von Granaten usw.
(auch  Füllmittel  genannt)  werden  ganz  besondere Anforderungen gestellt.
Unbegrenzte   chemische  Stabilität,  weitgehende   Unempfindlichkeit  gegen
Feuchtigkeit  und  eine  ausgeprägte  Schock-   und  Beschußsicherheit  sind
Bedingung.   (Aus  diesem  Grund  ist  z.B.  Dynamit kein militärischer bzw.
überhaupt  frontfähiger  Sprengstoff).   Auf  der  anderen Seite spielen für
militärische  Füllmittel   chemische  Anforderungen,  wie  sie  an  Bergbau-
sprengstoffe  für  den  Gebrauch  unter  Tage  gestellt  werden (vollkommene
Verbrennung   zu  CO2  und  H2O,  keine  Bildung  giftiger  oder  brennbarer
Explosionsprodukte),  keine  Rolle.  Die aromatischen Nitrokörper entwickeln
meist  erhebliche  Mengen  unvollständig  oxidierter  Explosionsprodukte und
sind  daher  ohne  Sauerstoffträger  nur für militärische Zwecke verwendbar.
Trinitrophenylmethylnitramin  (Tetryl)  hat  als  Zündladung und als Spreng-
kapselfüllung Bedeutung.  Als Bestandteil gewerblicher, meist pulverförmiger
Sprengmittel kommen vorwiegend Trinitrotoluol und Dinitrotoluol in Betracht,
in manchen Ländern, z.B.  Frankreich, auch die Nitronaphtaline.


Aliphatische Nitroverbindungen:

 Von  den  zahlreichen  anwendungsfähigen  aliphatischen  Nitrokörpern haben
Hexogen  (Cyclotrimethyltrinitramin)  für   militärische   Sonderzwecke  und
Nitroguanidin  als Bestandteil von Sprengladungen und rauchschwachen Pulvern
praktische Bedeutung.


Dynamite

- Pulverförmige sog.  Mischdynamite:
 Gur-Dynamit,  bestehend aus 75% Nitroglyzerin, aufgesaugt von 25% Kieselgur
(Diatomeenerde),  ist  die  älteste  Form  der  Verwendung  des Sprengöls in
festem, pulverförmigen Zustand.  Heute hat es keine Bedeutung mehr.
 Mischdynamite  oder  "straight-dynamites"  sind  pulverförmige Gemische von
Nitroglyzerin  mit vorwiegend Salpeter und Holzmehl, z.B.  von 40% Sprengöl,
42% Natronsalpeter, 17% Holzmehl und 1% Kreidepulver.  Dieser Sprengstofftyp
wird nur noch in geringem Umfang in den USA hergestellt.

- Gelatinöse Sprengstoffe:
 Sprenggelatine,  bestehend  aus  92  - 93% Sprengöl, gelatiniert mit 6 - 7%
Kollodiumwolle,   ist   der  stärkste,  praktisch  angewandte  Sprengstoff.
Gelatine-Dynamite  bestehen  aus  20  - 80% mit Kollodiumwolle gelatiniertem
Sprengöl  und  20 - 80% sog.  Zumischpulvern (Natronsalpeter, Ammonsalpeter,
Holzmehl und Nitrokörper).
 Nitroglyzerin  kann  in  diesen Sprengstoffen ganz oder teilweise durch das
gleichwertige  Nitroglycol  ersetzt  werden.   Bei  25  - 30% Nitroglycol im
Sprengöl werden die Sprengstoffe ungefrierbar, d.h.  sie erstarren nicht bei
Wintertemperaturen.
 Dynamitähnliche,  gelatinöse  Spengstoffe  von  hoher Handhabungssicherheit
sind  auf  Basis  von  20  -  40% gelatiniertem Nitroglycol mit aromatischen
Nitrokörpern  und Ammonsalpeter aufgebaut und ebenfalls ungefrierbar (früher
GelatineDonarite, heute Ammon-Gelite genannt).


Pulverförmige gewerbliche Sprengstoffe

- Basis Ammonsalpeter:
 Dieser  Typus  stellt  ein  pulverförmiges  Gemisch  aus  Ammonsalpeter als
Hauptbestandteil  mit  Kohlenstoffträgern,  wie  aromatische Nitrokörper und
Holzmehl,   dar.    Auch  Metallpulver,  wie  Aluminiumpulver  und  4  -  6%
Nitroglyzerin  können  zugemischt  werden  und  ergeben  die  Ammonite  bzw.
Donarite.

- Basis Kalksalpeter:
 Die  Calcinite  enthalten  als  Sauerstoffträger  vollständig  entwässertes
Calciumnitrat,  evtl.   mit Ammonsalpeter vermischt.  Sie werden heute nicht
mehr hergestellt.

- Basis Kalium- oder Natriumchlorat:
 Die  Chlorate werden mit Nitrokörpern, Ölen, Paraffin und Holzmehl versetzt
(Chloratite).

- Basis Perchlorat:
 Ammonium-,  Kalium-  oder Natriumperchlorate wurden mit Nitrokörpern, Ölen,
Paraffin  und Holzmehl, auch mit Amonsalpeter gemischt (Perchloratite).  Sie
werden heute nicht mehr hergestellt.


Wettersprengstoffe (Schlagwettersichere und kohlenstaubsichere Sprengstoffe)

 Die  oben  beschriebenen  gelatinösen  und  pulverförmigen Sprengstofftypen
können  unter  wesentlicher  Herabminderung ihrer Gesamtenergie, Brisanz und
Explosionstemperatur  durch  Zusatz  inerter  Salze,  z.B.   Alkalichloride,
wettersicher  gemacht werden.  Bei einem anderen Typ von Wettersprengstoffen
wird   Natrium-   oder   Kaliumnitrat  und  Ammoniumchlorid  im  molekularen
Verhältnis  in  Mischung  mit  Nitroglyzerin  verwendet.  Diese Sprengstoffe
haben  den  Vorteil,  daß sich das Alkalichlorid erst während der Detonation
bildet.   Hierdurch  ist  es  möglich,  Sprengstoffe   mit  besonders  hoher
Schlagwettersicherheit bei guter Sprengleistung herzustellen.


Sprengstoffgemische auf Basis von flüssigem Sauerstoff

 Diese  Gemische  erhält  man  durch  Tränken  von  brennbaren  Stoffen  wie
Holzmehl, Ruß, Torfmehl und Korkmehl mit flüssigem Sauerstoff (Oxyliquite).


Initialsprengstoffe und Zündstoffe

 Unter  Initialsprengstoffen  versteht  man  Körper,  die  schonin kleinsten
Mengen   durch  Flamme   (z.B.   Zündstrahl  einer   Pulverzündschnur)  oder
Bolzenschlag  in  Detonation  übergehen  und  diese  auf andere Sprengstoffe
übertragen.   Die  wichtigsten  Vertreter sind Bleiazid, Knallqucksilber und
Azodinitrophenol.   Zündstoffe  geben  beim  Schlag  mit  einem  Bolzen eine
kräftige  Flamme  (Zündstrahl),  die  zum Entzünden von Schießmitteln dient.
Praktische Bedeutung haben Tetrazen und Knallquecksilbergemische.


Rauschschwache Pulver

 Die  sog.   rauchlosen,  besser  rauchschwachen  Schießpulver (Treibmittel)
stellen  energiereiche  Stoffe  dar.   Sie  bestehen aus Nitrocellulose, die
allein  oder  im  Gemisch  mit  Sprengöl  und anderen Stoffen in eine schwer
detonationsfähige,  hornartige  Form  gebracht  werden.   Sie  brennen  beim
Gebrauch im Gewehr oder Geschützrohr rasch ab, detonieren aber nicht.


                    Rezepturen diverser Explosivstoffe
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Initialsprengstoffe
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Chlorat-Phosphor-Mischung

 Man  mischt  Kaliumchlorat  und  roten  Phosphor feucht(mit viel Wasser) zu
einem Brei (bei Trockenmischung explodiert das Gemisch schon beim Umrühren).
Diesen  Brei füllt man in die Zündkapsel und läßt ihn darin trocknen.  Diese
Kapsel  ist  extrem  schlagempfindlich  und  recht sprengkräftig.  Von einer
Herstellung kann nur abgeraten werden.


Nitropenta

 Einen  extrem  starken  Detonationsstoß  erzeugt  Nitropenta  in Form einer
Sprengkapsel.   Es   ist  geeignet  z.B.   zur  Zündung  von  Ammonsalpeter.
Allerdings  muß  Nitropenta selbst mit einem der anderen Initialsprengstoffe
gezündet werden.  Herstellung siehe Nitrosprengstoffe.


Kupferazetylit

 Entsteht   durch   Einleiten   von   Azetylengas  (Carbid  und  Wasser)  in
ammoniakalkalische Kupfer(1)-Salzlösung.  Diese Lösung stellt man her, indem
man  1  g  Kupfer-I-oxid in etwa 3 ml 25 %iger Salzsäure löst, mit Ammoniak-
lösung  versetzt,  bis  tiefblaue  Lösung entsteht, und mit Wasser auf 50 ml
verdünnt.   Leitet  man  Azetylen ein, so fällt sofort das rotbraune Kupfer-
azetylit  aus.   Der Niederschlag wird auf dem Filter gesammelt, mit 5 %igem
Ammoniakwasser,  dann  mit  Brennspirit und schließlich mit Ether gewaschen.
Nac h dem Trocknen ist die Substanz hochexplosiv.


Silberazetylit

 Man  versetzt  eine  1  %ige  Silbernitratlösung  tropfenweise  mit  soviel
verdünntem  Ammoniak  bis der sich bildende Niederschlag wieder löst und die
Lösung  wieder  klar  ist.   Leitet  man in diese Lösung Azetylen ein, fällt
Silberazetylit aus, welches noch viel explosiver als das Kupfersalz ist.


Jodstickstoff

 Entsteht,  wenn  man  Jodtinktur  mit  überschüssiger,  starker,  wässriger
Ammoniaklösung  ausfällt.   Man  bringt  den Niederschlag auf ein Filter und
wäscht  ihn  rasch nacheinander mit verdünntem Ammoniakwasser, Brennspiritus
und  zuletzt mit Ether aus.  Das  Produkt kann, solange noch feucht, berührt
werden.  Trocken ist es dermaßen empfindlich, daß die leiseste Berührung mit
einer  Hühnerfeder zur Explosion führt.  Auch ein Fotoblitz oder der höchste
Ton  des Klaviers verursachen die Detonation!  Jodstickstoff hat ein erseits
wegen   seiner   extremen  Empfindlichkeit  und  andererseits  der  geringen
Sprengkraft    keine    Bedeutung    erlangt.     Noch   empfindlicher   ist
Chlorstickstoff, dessen Herstellung schwer möglich ist.


Bleiazid

 0,2  g Natriumazid werden in ca.  10 ml Wasser gelöst.  1 g Bleiazetat wird
in  20  ml  Wasser  gelöst.   Man  gießt die erste Lösung zu der zweiten und
schüttelt  kurz.  Der sich sofort bildende Niederschlag wird abgefiltert und
mit  Wasser  nachgespült.  Das Filter wird mit dem Niederschlag ausgebreitet
und  getrocknet (Zimmertemperatur).  Bleiazid ist sehr schlagempfindlich und
kann  auch mit der Flamme zur Explosion gebracht werden.  Bleiazid dient zur
Füllung  von  Sprengkapseln  und  kann  auch  mit  der Flamme  zur Explosion
gebracht  werden.   Bleiazid dient zur Füllung von Sprengkapseln und wird so
als Initialsprengstoff verwendet.


Kupferazid

 Das   gleiche   Vorgehen,   nur  wird  das  Bleiazetat  durch  Kupfersulfat
(Kupfervitriol)  ersetzt.   Kupferazid  ist noch empfindlicher als Bleiazid.
Unter dem Einfluß von Kohlendioxid werden die Azide zerstört.
 Vor  allem Bleiazid eignet sich für die Herstellung von Sprengkapseln.  Mit
Vorteil  verwendet man dazu Aluminiumröhrchen, auf den Boden bringt man eine
Schicht  Sekundärsprengstoff  und darüber das Azid, die Kapsel wird entweder
mit Zündschnur oder auch elektrisch gezündet.
 Die  so  präparierten  Kapseln  sind vorsichtig zu handhaben und müssen vor
Feuchtigkeit  geschützt  werden,  zur  Verwendung  werden  diese dann in den
Sekundärsprengstoff gesteckt.


Knallsilber

 Diese  Substanz  ist  außerordentlich explosiv!  Darstellung:  0,5 g Silber
werden   in  15,5g  Salpetersäure  (Dichte  1,39)  gelöst  und  in  15  ml
Brennspiritus  gegossen.   Es scheidet sich Knallsilber aus.  Diese Reaktion
erfolgt  sicherer,  wenn die Lösung auf dem Wasserbad vorsichtig während ca.
10  min  erwärmt  wird.   Wasser  löst 0,18 g Knallsilber (1 l Wasser).  Der
Elektronenblitz (Fotographie) verursacht Explosion!



Sprengstoffe aus Stärke, Harz, Casein, Melasse
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 Diese  Substanzen  können  einzeln,  aber  auch  in  Mischung  nach bereits
beschriebenem Nitrierverfahren mittels Nitriersäure (Salpeter/Schwefelsäure)
nitriert werden.


 Gekörntes  rauchloses  Pulver  erhält  man  durch  Mahlen und Pressen eines
Gemenges von 8-10% Nitrobenzol und 90% Nitrostärke.

 Ein  langsam  abbrennender  Sprengstoff,  der  klimabeständig ist und durch
Initialzündung  zur  Explosion  gebracht werden kann, wird hergestellt durch
Erhitzen  von  53  Teilen  gepulvertem (allein schwer nitrierbarem) Harz, 27
Teilen  Weizenmehl  und 20 Teilen ko nz.  Salpetersäure.  Man läßt erkalten,
pulverisiert den obenauf schwimmenden Kuchen, setzt auf einen Teil der Masse
3  Teile  Kaliumchlorat zu, rührt mit Wasser an, bringt in passende Form und
trocknet.

 Ein  hervoragendes  Schießpulver,  welches  sich  auch für Geschützmunition
bestens  eignet,  wird  erhalten durch Vermischen einer Lösung von 25 Teilen
Schießbaumwolle und 20 Teilen Teilen Kampher in 100 Teilen Nitroglyzerin mit
106 Teilen nitrierter Stärke un d 200 Teilen Nitroglyzerin.


 Ein  äußerst  starker Explosivstoff entsteht durch nitrieren einer Mischung
von  100  Teilen  Melasse,  je  5  Teilen Ether und Alkohol, 10 Teilen einer
gesättigten Lösung von schwefliger Säure und 15 Teilen Glyzerin.

 Eine  Mischung  aus  gleichen  Teilen Melasse, Natriumperoxid und Knochenöl
wird nach bekannter Weise nitriert.

 Ein  äußerst  starker Explosivstoff entsteht durch nitrieren einer Mischung
von  100  Teilen  Melasse  je  5  Teile  Ether  und  Alkohol, 10 Teile einer
gesättigten wässerigen Lösung von schwefliger Säure und 15 Teilen Glyzerin.



Nitrat- und andere Sprengstoffe mit Zusatz von Aluminium, Magnesium, Pyrit
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45%   Ammonsalpeter,   19,5%  Trinitrotoluol  (TNT),  22%  Alu-Pulver,  4,5%
Bleiperoxid, 2,5% Holzkohle, 1% Schwefel und 5,5% Kalisalpeter.

72% Ammoniumnitrat, 23,5% Alu-Pulver und 4,5% Holzkohle.  Dieser Sprengstoff
hat besonders hohe Druckkraft bei niedriger Brisanz.

32 Teile Bariumnitrat, 10 Teile Toluol und 4,5 Teile Holzkohle.

21,5% Alu-Pulver, 21,5% Zink- oder Antiomonpulver und 57% Kaliumchlorat.

75%  Ammonnitrat,  10% TNT und 15% Aluminiumsilicid.  Dieser Sprengstoff ist
brisant und eignet sich vorhandenes TNT zu "strecken".

70%  Ammonnitrat,  10%  Kieseleisen,  5%  Alupulver  und  5%  Manganperoxid.
(Explodiert mit Initialzündung)

76%   Ammonnitrat,   6%   Eisenpyrit   (Eisendisulfit),  5%  Manganoxid,  4%
Aluminium-Pulver und 9% Kristallzucker.



Gemenge   von   Nitraten   mit   Anthracen,   Phenanthren,  Naphtalinsulfat,
Methallrhodan- und anderen Metallanilinverbindungen
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92% Ammoniumnitrat, 5,5% Phenanthren und 2,5% Kaliumbichromat.

90% Ammoniumnitrat, 7% Anthracen und 3% Manganperoxid.

Man  löst  77  kg  Kaliumnitrat  in  einer  siedendheissen  Lösung von 23 kg
Naphtalin-2-monosulfosaurem  Natron  in  150 Liter Wasser und dampft ein bis
zum Eintrocknen.

Zur  Herstellung  von  Sprengstoffen  mengt  man  bekannte Sätze, (z.B.  60%
Kaliumnitrat und 20% Schwefel) mit 20% Kupferammoniakrhodanat.

2,1 Teile Kupferammoniakrhodanat und 4,9 Teile Kaliumchlorat.

15% Kaliumchlorat und 85% Ammoniumnitrat.



Gemenge  anorganischer Nitrate mit Nitrocellulose, Nitroglyzerin, Nitroharz,
Nitrostärke mit oder ohne Zusatz von Chloraten, Oxalaten etc.
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Lignit  ist  ein  dynamitähnlicher  Sprengstoff  und  besteht aus nitriertem
Holzmehl und 70% Ammoniumnitrat.

16  Teile Bariumnitrat, 1 Teil Holzkohle und 1 Teil Nitrocellulose werden zu
einem Brei (mit Wasser) angerührt in Scheiben geformt und getrocknet.

Ein  billiges, kräftiges und fast rauchloses Schießpulver erhält man aus 60%
Kaliumnitrat,   15%   mit   etwas   Ammoniak   versetztem   Humus   und  25%
Nitrocellulose, die in Essigether gelatiniert wurde.

1  Teil  gepulvertes  Harz wird mit 1,5 Teilen Salpetersäure (spez.  Gewicht
1,42-1,46  g/cm3)  nitriert  (ca.  30 min), getrocknet und dann mit 5 Teilen
Pyroxylin und 6 Teilen Salpeter vermischt.

60%  Ammoniumnitrat, 5% Ferrosilizium, 15% Nitrocellulose, 10% Holzkohle und
10% Ammoniumoxalat.

30%   Ammoniumnitrat,   30%  Nitrocellulose,  (eventuell  gelatiniert),  30%
Kaliumchlorat und 10% Mirbanöl.  Dieser Sprengstoff erreicht 75% der Brisanz
von Dynamit, ist plastisch und kann gut plaziert werden.

19  Teile  Schwefel, 3 Teile Harz und 2 Teile Asphalt werden geschmolzen und
mit  3% Nitroglyzerin versetzt, getrocknet und pulverisiert.  Diese Mischung
vermengt man mit 70 Teilen Salpeter und 10 Teilen Anthrazitpulver.

50%   Ammoniumperchlorat,   12%  Dinitrotoluol,  33%  Natriumnitrat  und  5%
Parafinwachs.

60  Teile  Kaliumchlorat,  24 Teile Mononitrobenzol, 10 Teile Pikrinsäure, 4
Teile  Kollodium  sowie  ca.   0,5 Teile Soda.  Letzteres verhindert bei der
Explosion  die  Bildung  des  Kollodiumlösungsmittels.   Bei 35 Grad Celsius
trocknen.

Cheddit:  80% Kaliumchlorat, 8% Rizinusöl und 12% Nitronaphtalin.

Zur Herstellung eines plastischen Sprengstoffes nitriert man ein Gemenge von
50%  Harzpulver  und  50%  Stärke  mit  konz.  Salpetersäure während 30 min,
wäscht  mehrmals  aus,  spült  mit Sodalösung und trocknet.  20 Teile der so
gewonnenen  Substanz vermengt man mi t 80 Teilen Kaliumchlorat und besprengt
das  ganze  Gemenge  mit  Brennspiritus, der 2% Rizinusöl enthält.  Nach der
Verdunstung des Alkohols ist die Masse knetbar.

79% Natriumchlorat, 16% Dinitrotoluol und 5% Rizinusöl.


Chlorat- oder Perchloratpulver mit Zusatz von Zucker, Melasse,Stärke etc.

1  Teil  gelbes  Blutlaugensalz,  2  Teile  Zucker,  1 Teil Mehl und 2 Teile
Kaliumchlorat.

9  Teile  Kaliumchlorat,  2  Teile  Zucker,  1  Teil  Mehl und 1 Teil gelbes
Blutlaugensalz.

12 Teile Kaliumchlorat, 3 Teile Zucker und 5 Teile Anthrazit.

60 Teile Holzkohle und 470 Teile Ammoniumchlorat

564 Teile Ammoniumperchlorat und 171 Teile Rohrzucker.

1  Teil Ruß, 16 Teile Kaliumchlorat, 12 Teile Kaliumnitrat, 3 Teile Melasse,
3 Teile Kaliumbichromat, 6 Teile Schwefel und 1 Teil Holzkohle.

75%  Kaliumchlorat,  25% Zucker und 2% Berlinerblau.  Hat ca 80% der Brisanz
von Dynamit.

60  Teile  Kaliumchlorat,  40  Teile Zucker, 1/800 Teil Kaliumpermanganat, 2
Teile Terpentin und 2 Teile Holzteer.

Man  macht  einen  Sirup aus 35 Teile Rohrzucker, 40 Teile Kaliumchlorat und
Wasser,  trocknet ihn, pulverisiert und vermengt mit 10 Teile Manganoxid, 10
Teile Holzkohle und 5 Teile Milchzucker.

736   g   Kaliumchlorat,   480   g   Rohrzucker,   320  g  Weizenmehl,  2  g
Chrysophansäure,  1 g Kurkuma, 30 ml Alkohol und Wasser.  Man bereitet einen
Brei, trocknet und pulverisiert.

In   einem   Mörser   werden   10   g   Kaliumchlorat  oder  Natriumchlorat
(Unkrautvertilger)  fein  pulverisiert  und  mit  10  g  Schwefel  und  10 g
Puderzucker   vermischt.    Diese  Mischung  ist  explosiv  und  auch  etwas
schlagempfindlich.

1 Teil Kaliumchlorat, 1 Teil Magnesiummetallpulver.  Die Mischung brennt mit
hellem Blitz.  Sie explodiert mit Lunte in einem Druckgefäß.  Achtung:  Kein
Sicherheitssprengstoff!  100 g Mischung = Fahrkartenautomat weg!



Chloratsprengstoffe mit Paraffin, Wachs, Mineralölen,Terpentinöle etc.
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 Der Sprengstoff "Promethen" besteht aus einer festen Substanz, und zwar aus
56g  Kaliumchlorat,  20g Braunstein und 24g Eisenoxid, das in Patronenhülsen
aus  saugfähigem  Papier  gefüllt  ist, und einer flüssigen Substanz von 50g
Petroleum,  40g  Terpentinöl  und 10g Bittermandelöl.  Kurz vor dem Gebrauch
vereinigt  man die beiden Substanzen in der Weise, da man 250g der flüssigen
Substanz von 750g der festen aufsaugen läßt.  Die Kaliumchloratpatronen sind
erst nach dieser Behandlung entzündbar.

100g Kaliumchlorat, 20g Karaubawachs und 6g Lycopodium.

800g Kaliumchlorat und 200g halbtrockenen Kartoffelbrei und 40g Milchzucker.
Man trocknet und pulverisiert.

Man  rührt  90g  Kaliumchlorat in 10g geschmolzenes Paraffin.  Detoniert mit
Sprengkapsel.

Man  preßt  eine Mischung von 70g Kaliumchlorat und 20g Kaliumpermanganat in
eine Mischung von 9g Terpentinöl und 1g Phenol.

70%  Kaliumperchlorat  gemischt mit 30% gelbem Blutlaugensalz.  Gezündet mit
Zündschnur.

100g   Naphtalin  werden  mit  750g  Kaliumchlorat  und  150g  Kupferchloryr
gemischt.

Man  mischt  900g  Kaliumchlorat  mit  200g  Puderzucker, 100g Mehl und 100g
gelbem Blutlaugensalz.

 Ein rauchschwaches Pulver setzt sich zusammen aus 100 Teilen Kaliumchlorat,
12  Teilen  Dammar  und  25  Teilen  Extrakt  einer  Abkochung  von  1  Teil
Carraghenmoos oder Altheewurzel in etwa 7 Teilen Wasser.  (15 min Kochdauer)

 Ein  Sprengstoff  mit guten Eigenschaften wird hergestellt durch vermischen
von  12-14%  gut  durchgeglühter  pulverisierter  Kohle  mit  5,5  bis  7,5%
entschwefeltem  Teer  und 0,5 - 1% kohlensaurer Magnesia, worauf man der auf
diese Weise mit Teer umhüllten Kohle substanz 80% Kaliumchlorat beimengt.

 Eine  mit  Kaliumchlorat  gefüllte  Patrone  oder  Hülse wird mehrmahls mit
Petroleum  getränkt.  Es kann auch anstelle von Petroleum Paraffin verwendet
werden.  Kaliumchlorat kann auch durch Natriumchlorat ersetzt werden.

 Ein  durch  Initialzündung  explodierender  Stoff  entsteht,  wenn man fein
gepulvertes   Kaliumchlorat   in  geschmolzenes  Paraffin  einrührt.   (90%
Kaliumchlorat und 10% Paraffin)



Verwendung von Unkraut-Ex(NatriumChlorat)
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 Leider  gibt es Unkraut-Ex nicht mehr im Handel, da es seit Januar 1990 vom
Markt  genommen  ist.   Hie  und  da  bekommt  man  es  noch als Restposten.
Möglicherweise bekommt man es noch im Ausland.
 Anstelle   des   Unkraut-Ex   kann  man  auch  reines  Natriumchlorat  oder
Kaliumchlorat verwenden.


1.  Unkraut-Ex und Zucker

 Mischt  man  Unkraut-Ex  im  Verhältnis  1:1  mit Zucker und zündet man die
Mischung   in  einem  Behälter,  so  baut  sich  durch  die  mittelschnelle
Verbrennung ein Druck auf und sprengt den Behälter.

2.  Unkraut-Ex und Schwefel

Wirkt wie (1.), ist aber teurer.

3.  Unkraut-Ex und roter Phosphor

 Nur  für Selbstmörder.  Dieses Gemisch (im Verhältnis 1:1) explodiert schon
beim  Umrühren.   Die  Brisanz  lässt sich mildern, indem man die Substanzen
feucht anrührt.

4.  Unkraut-Ex und Paraffin

 Man  mischt  Unkraut-Ex  mit  Zucker  wie  in  (1.)  beschrieben und mischt
anschließend  Paraffin  unter.   Beim  Verbrennen verdampft das Paraffin und
bildet Druck.  Hat man das Pulverin ein Rohr gefüllt, wird das Paraffin oben
herausgedrückt  und verbrennt als Funk enregen.  Je mehr Paraffin man nimmt,
desto stärker wird der Funkenregen.  Bei zuviel Paraffin passiert gar nichts
mehr.  Man kann auch Zucker, Schwefel und Paraffin gleichzeitig unterrühren.

5.  Läppchen mit Chloratlösung

 Man   nehme   ein   Zelluloseläppchen,   z.B.    Papiertaschentuch   oder
Toilettenpapier,  und  tränke  es  in  einer gesättigten Chloratlösung.  Bei
Bedarf  kann  man  die  Läppchen mehrfach tränken.  Die Läppchen brennen bei
Entzündung  rasch  mit großer, orangefarbener Flamm e ab.  Sperrt man sie in
einen Druckbehälter, hat man eine Bombe.
 Hinweis:   Chlorate  sind  hygroskopisch,  also  werden sie mit der Zeit so
feucht,  daß  sie  nicht  mehr brennen.  Im Heizraum aufbewaren und nicht zu
lange mit herumtragen, sonst sind die Läppchen feucht.
 Man  kann  auch noch Zucker oder Kaliumpermanganat mit in die Lösung geben,
um den Brenneffekt zu beschleunigen.



Andere Sprengstoffe
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Tetranitromethan
 Ein  Gemisch  von  Tetranitromethan  mit  30%  Toluol wird als das stärkste
überhaupt   mögliche   Sprengstoffgemenge   bezeichnet.   Es  erzeugt  einen
Lichtblitz  von  3-4ms,  eine  Detonationsgeschwindigkeit von 9300 m/s!  Die
Explosionstemperatur  in  Luft  beträgt  10500 °C.  In Argonatmosphäre sogar
27000°C!  Ein Versetzen mit bis zu 30% Al-Pulver soll das Gemenge sogar noch
brisanter machen.

Erdbebenbombe
 Eine  ebenfalls  fürchterliche  Zerstörung  verursacht  ein Gemisch von 30%
Tetrachlorkohlenstoff, 65% Distickstofftetroxid und 5% Aluminium-Pulver.

 Ein   Gemisch   von   30%   Benzol   oder  auch  Nitrobenzol,  Toluol  oder
Schwefelkohlenstoff mit 70% Distickstofftetroxid wird als Häuserknacköl oder
auch  als  sogenannte Erdbebenbombe bezeichnet.  Diente im zweiten Weltkrieg
bei der Royal Air Force als Wohnblockknacker!
 Detonationgeschwindigkeit  8000  m/s.   Im Vergleich dazu hat Schwarzpulver
von 300-500 m/s, Dynamit ca.  6000 m/s, das bekannte TNT 6900 m/s.

Benzoltriozonid  ist  ein  gewaltiger  Sprengstoff  (8380 kcal).  Ebenso ist
Diazobenzolperchlorat extrem explosiv.



Nitrocellulose
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Vorbereitung der Cellulose zur Nitrierung

 Man  kann  gewöhnliche  Watte  nitrieren,  doch  ergibt  eine vorbehandelte
Cellulose  wesentlich  bessere  Ergebnisse  beziehungsweise stärkere Spreng-
stoffe.
 Man trägt 2-4 Teile zerkleinertes Cellulosematerial unter starkem Rühren in
eine  14 °C warme Lösung von Kaliumpermanganat ein.  Wenn die Gasentwicklung
aufgehört  hat,  wäscht  man  die  entstandene  Cellulose  neutral (mit viel
Wasser), trägt sie in 10 Teile
 Salpetersäure  vom  spez.   Gewicht  1,3 g/cm3 ein, läßt 12 Stunden stehen,
wärmt  dann  auf  50 °C, um das Manganoxyhydrat in Lösung zu bringen, wäscht
den  zurückbleibenden  Cellulosekuchen  völlig  neutral,  mahlt, preßt durch
Siebe  und  trocknet  bei höchstens 70 °C.  Das erhaltene hornartige Produkt
wird  gepulvert  und  durch  weiternitrieren  in Sprengstoff überführt.  Als
Cellulosematerial  kann  auch  ersatzweise  Stroh  verwendet werden.  Ebenso
eignet sich sehr gut Sulfitcellulose.

Herstellung von Nitrozellulose

 Gewöhnliche  Watte  wird  während  ca.   30  min in Nitriersäure gelegt und
anschließend vielfach gewaschen.
 1  Teil konzentrierte Salpetersäure und 2 Teile Schwefelsäure nimmt man zum
Nitrieren von Cellulose.
 Auch  hier  gilt:   Nachwaschen  mit Sodawasser.  Dann an der Luft trocknen
lassen.   Das Produkt verbrennt so schnell, daß man geringe Mengen sogar auf
der  Hand  abbrennen  kann.   Diese  Nitrozellulose,  auch  Schießbaumwolle
genannt, oder eben Kollodiumwolle ergibt
 mit  Nitroglyzerin  gemischt, die Sprenggelatine.  Löst man Schießbaumwolle
in  1  Teil  Alkohol und zwei Teilen Schwefeläther, so gelatiniert die Wolle
ebenfalls  und  hinterläßt  nach dem Auftrocknen einen feinen durchsichtigen
Film als Lack.

 Verknetet  man  100  Teile  Nitrozellulose  mit  30-40  Teilen  Kampfer  in
konzentrierter  alkoholischer  Lösung,  so erhält man das bekannte Celluloid
und erkennt damit auch, warum Kinofilme so feuergefährlich sind.

Stabilisierung der fertigen Schießbaumwolle:

 Fertig  nitrierte Cellulose wird stabilisiert durch 1/2 stündiges Kochen in
konz.   Salmiaklösung,  worauf  man  die Cellulose anschließend in der Sonne
trocknet.   Auf  diese  Weise  können  auch  die  aus  Baumrinde  und Stärke
gewonnenen  Nitropulver  stabilisiert  wer  den.   Das Trocknen kann auch im
Trockenraum bei Temperaturen zwischen 40 und 75 °C erfolgen.
 Die  größte Stabilität der Nitrocellulose wird erreicht durch mehrstündiges
Waschen in kalkarmem bis kalkfreiem Wasser.  Anschliessend wird zwei Stunden
gekocht,  wobei  dem Wasser 0,05% Schwefelsäure zugesetzt wird.  Wieder wird
kalt gewaschen und nochmals
 gekocht,  diesmal  unter  Zugabe  von  0,1%  Soda.  Dann wiederum wird kalt
gewaschen.   Die  Prozedur  nimmt 24 Stunden in Anspruch und lohnt sich nur,
wenn auf extrem gute Haltbarkeit wert gelegt wird.
 Im  abgekürzten  Verfahren  reicht  ein  1-2  stündiges  Kochen in 0,1%iger
Sodalösung und anschließendem Waschen in kaltem Wasser während zwei Stunden.



Die Herstellung von Nitroglyzerin
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Erläuterungen

 Nitroglyzerin  ist  chemisch  rein farblos, das technische Produkt weißgelb
bis  bräunlich.   Es  enthält  meistens  18,35-18,40% Stickstoff.  Bei Raum-
temperatur  ist  es  geruchlos  und  nicht  flüchtig.   Oberhalb 50°C ist es
zunehmend  flüchtig, mit eigentümlichem Ger uch und schon in geringen Mengen
sehr giftig.  Das spezifische Gewicht bei 15°C ist 1,60g/cm3.  Nitroglyzerin
ist  mit  Alkohol,  Benzol,  Nitrotoluol,  Eisessig  und Chloroform in jedem
Verhältnis mischbar.  Die Zersetzung beginnt bei 50-60°C.  2-3mg genügen, um
den Blutdruck von 130 auf 100 herabzusetzen.

Die Herstellung

 200g  reines  Glyzerin  (spezifisches  Gewicht  1,26g/cm3) werden aus einem
wenigstens   160ml  fassenden   Tropftrichter  zu  1500g  kalter  Mischsäure
bestehend  aus 500g (333ml) rauchender Salpetersäure und 1000g (544ml) konz.
Schwefelsäure   unter  stetem  Schwenken  und   Temperaturkontrolle  langsam
zugesetzt.   Die  Temperatur  darf 30°C auf keinen Fall überschreiten.  Nach
dem  zugießen  von ca.  der Hälfte der Glyzerinmenge wird die Reaktion resp.
die  Temperaturentwicklung  träger und die Temperatur kann leicht unter 20°C
gehalten  werden.  Der 1,5-l-Kolben steht dazu in einem Spühlbassin an einer
Feder aufgehängt.  (fließendes Wasser).
 Ein dreifach durchbohrter Korken oder Gummistopfen trägt den Tropftrichter,
das  Thermometer  welches,  in  die Säure ragt und ein abgebogenes Rohr, das
nach   innen   lose   mit   Watte  verstopft  ist.   Dieses  Rohr  wird  mit
Natriumhydroxid gefüllt; damit werden die giftigen Dämpfe absorbiert.
 Bei  einer  Temperatur  des  Kühlwassers  von  ca.  12°C und einer Gemisch-
temperatur  von  ca.   18-25°C  ist  die  Reaktion  in  einer Stunde beendet
(Veresterung).   Bei der Verwendung eines Rührers verkürzt sich die Zeit auf
ca.   15  Minuten.   Nach 30 Minuten Ruhezeit hat sich das Nitroglyzerin als
ölige  Flüssigkeit  scharf über der Abfallsäure abgeschieden.  Nun führt man
vorsichtig  eine  Glasröhre, über die man etwas Gummischlauch geschoben hat,
auf  den Grund der Säure, bzw.  auf den Grund des Kolbenbodens und saugt mit
einer  Wasserstrahlpumpe  sorgfältig  die  Säure  ab.   Das zurückgebliebene
Nitroglyzerin  giesst  man in 1 l kaltes Wasser und mit einem Gummistab oder
Glasstab  mit Gummibesatz kräftig um.  Erneut wird das Ganze ruhen gelassen,
bis  sich  das Nitroglyzerin wieder von Waschwasser trennt.  Wieder wird das
Waschwasser  abgesogen  und  das  zurückgebliebene  Nitroglyzerin  in  einen
Scheidetrichter gegossen und mit Wasser versetzt, geschüttelt und wieder mit
Wasser  vom Nitroglyzerin diesmal exakter getrennt.  Nun macht man d asselbe
erneut  mit  konz.   Sodawasser  und prüft mit Indikatorpapier (Lackmus) die
Neutralisation.   Das  Indikatorpapier  muß  blau bleiben.  Nun wird erneut,
diesmal  mit  2%  Sodawasser gewaschen, mit Lackmus geprüft (das Papier darf
nicht  rot  werden)  und  wieder  wird das Wasser getrennt.  Insgesammt soll
nicht  mehr als 4 l Waschwasser verwendet werden.  Nun läßt man das Ganze im
Scheidetrichter  während  ca.  5 Stunden stehen und filtriert dann durch ein
Filter, das mit entwässertem Natriumsulfat halb bis dreiviertel gefüllt ist,
direkt in die Vorratsflasche.  Ausbeute:  430 g bzw.  269 ml Nitroglyzerin.

 Achtung:   Bei  rascher,  plötzlicher Erhitzung, Erschütterung, Schlag oder
Stoß  erfolgt  heftige Explosion.  Schlagempfindlichkeit mit 2 kg Fallhammer
ca.   4cm.   Nitroglyzerin  ist  einer  der wichtigsten und meistgebrauchten
Sprengstoffbestandteile.    In   Mischung   von  92%  Nitroglyzerin  und  8%
Kollodiumwolle  ergibt  sich  der  äußerst brisante Plastiksprengstoff.  Ein
Zusatz  von  bis  zu  30%  Aluminiumpulver  verstärkt  diese  Wirkung  noch
erheblich.  Dieser Sprengstoff wird allerdings nur noch selten verwendet, da
man  in  de  r  Regel  keine  so  hohe Sprengleistung benötigt.  Ein solcher
Sprengstoff  wird  mit  einer  Sprengkapsel,  also  initial,  zur Detonation
gebracht.

Die Vernichtung von Nitroglyzerin

Zinn und Salzsäure spalten Nitroglyzerin in das ungefährliche Glyzerin.



Glykoldinitrat:
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Anstelle von Glyzerin kann man auch Glykol nitrieren.  Dies hat den Vorteil,
daß  man  im  Gegensatz zu Nitroglyzerin ein ungefrierbares Sprengöl erhält.
Die Verarbeitung, auch Gelatinierung, erfolgt analog zu Nitroglyzerin.
 In  einem  2l  Stehkolben  werden  500ml  Salpetersäure  (1,38)  mit  800ml
konzentrierter  Schwefelsäure  unter  äußerer  Kühlung  gemischt  und  unter
schütteln  110g Glykol zufügt.  Während 30min gelegentlich leicht schwenken.
Hierauf wird analog zu Nitroglyzerin getrennt und gewaschen.



Gelatinedynamite
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58  Teile  Nitroglyzerin,  37  Teile  Nitrozellulose  mit etwa 10% löslichem
Anteil, 19,2 Teile Aceton und 5 Teile Vaseline.

60  Teile  Nitroglyzerin,  30  Teile  löslicher  Nitrozellulose  und  1 Teil
Cyanamid.

62  Teile  Nitroglyzerin,  3,5  Teile Schießbaumwolle und 3 Teile Kieselgur.
Man  läßt  nach  einiger  Zeit  die  Mischung  in  Gelatine  fließen,  deren
Temperatur höchstens 50°C beträgt, setzt nach 5 min 21,5 Teile Kaliumnitrat,
nach  weiteren  5  min 6,13 Teile Cellulose, 1,87 Teile Kieselgur sowie je 1
Teil  Magnesiumcarbonat  und  Eisenoxid  hinzu  und rührt zu einer homogenen
Masse.

Man  nitriert  feingehacktes  Stroh (wenn Cellulose fehlt) und mischt mit 50
Teilen Nitroglyzerin und 1 Teil Ammoniumoxalat.

Sprenggelatine:  90% Nitroglyzerin und 10% Kollodiumwolle.



Nitro - Sprengstoffe
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Pikrinsäure  und andere nitrierte Phenole mit Kohlenstoffträgern, Salzen und
andern Nitrokörpern.

Pikrinsäure
 Ist   noch   brisanter  als  TNT.   Darstellung:   0,6g  Phenol  und  1,7ml
konzentrierte  Schwefelsäure  werden  bis zum völligen klarwerden der Lösung
erhitzt.   Man  läßt abkühlen und giesst das ganze in 2,5ml eiskaltes Wasser
und  kühlt  weiter.   Man  setzt  nun  1,7ml rauchende Salpetersäure (Dichte
1,5g/cm3) zu.  Die Lösung wird nun tiefrot und nitrose Gase entweichen.  Man
erhitzt  weiter  während  ca.   15  min  im  Wasserbad und verdünnt nach dem
Erkalten   mit   der   gleichen   Menge  Wasser.   Es  scheiden  sich  gelbe
Pikrinsäurekristalle aus.
 Vorsicht:   bei  Lagerung  in  Metallgefäßen bilden sich die teilweise sehr
empfindlichen Pikrate, die bei Berührung den ganzen Behälter zünden können.

Pikrate
 Pikrinsäure  und  Ammoniak  bilden  Ammoniumpikrat, das als panzerbrechende
Substanz verwendet wird.

Pikrinsäure  und  Natron-  oder Kalilauge bilden Natrium- und Kaliumpikrate.
Ebenfalls bei Zündung explosiv.

Pikrinsäure
 Pikrinsäure  ist  ein  fester,  kristalliner Explosivstoff und außerdem ein
starker  Farbstoff.  Sie basiert auf Phenol und hat den systematischen Namen
2,4,6-Trinitrophenol.
Herstellung:
 In  einen  Kolben  gibt man 100ml konzentrierter Schwefelsäure.  Darin löst
man  so  viel  Phenol,  bis eine durchsichtige, grünfarbene Lösung im Kolben
ist.   Nun  kocht  man  die  Lösung  im  Wasserbad,  bis  der  grüne Farbton
verschwunden ist.  Es bleibt eine klare, graue Lösung.  In diese Lösung gibt
man  nun  schluckweise  konzentrierte  Salpetersäure (die Lösung sollte noch
warm  sein).Es  entweichen  nitrose  Gase in großen Mengen.  Es wird solange
Säure  zugegeben,  bis  die  Lösung  tiefrot  ist.   Nun läßt man den Kolben
abkühlen,  dabei  fallen  gelbe  Kristalle in große Menge aus.  Dies ist die
Pikrinsäure.   Man  filtert die kalte Lösung und wäscht die Pikrinsäure kurz
aus (sie löst sich in Wasser - etwa 1g pro Liter) und läßt sie trocknen.
 Nun  kann  sie  geschmolzen und in einen Sprengbehälter gegossen werden, in
dem sie dann initial gezündet wird.
 Oder  man  bildet  Pikrate,  die schlagempfindlich sind und als Spreng- und
Initialsprengstoffe  geeignet  sind.  Durch Lösen in Kalilauge entsteht z.B.
Kaliumpikrat,  in  Ammoniakwasser  Ammoniumpikrat,  welches  militärisch als
panzerbrechender Sprengstoff Verwen dung findet.
 Pikrinsäure  sollte  nicht  in  Gefäßen gelagert werden, aus deren Material
sich  Pikrate  bilden  können,  sonst  bildet sich eine Pikratschicht um die
Pikrinsäure  und  ein  leichter Schlag löst die Detonation aus.  Pikrinsäure
ist stärker als TNT.



Andere Nitrosprengstoffe
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Sägemehl  wird  mit  einer  Lösung  von  100g  Pikrinsäure  in  einem  Liter
Brennspirit  gut durchgetränkt.  Nach der nachfolgenden Trocknung ist dieses
explosiv.

Ein  Gemenge  von  Pikrinsäure  und  Trinitrokresol  im  Verhältnis  1:1 ist
besonders  brisant.   Diese  Mischung  schmilzt  bereits bei 70°C, wobei der
Schmelzpunkt der einzelnen Substanzen bei 122°C bzw.  107°C.  liegt.

Trinitroanisol  wird  in  der Wärme mit Schießbaumwolle zu einem gelatinösen
Teig verarbeitet.  (Sehr brisant)

Zum  Sprengen  harter  Steinarten  eignet  sich  ein  Gemenge  von 45 Teilen
Pikrinsäure  und 40 Teilen Salpeter, das man in Wasser gelöst durch Holzmehl
oder  Stärke aufsaugen läßt, worauf die komprimierte Masse mit TNT überzogen
wird.

Man  nitriert  1  Teil  Naphtalin  mit  5  Teilen Natriumnitrat und 6 Teilen
konzentrierter  Schwefelsäure während drei Stunden in der Wärme (ca.  40 °C)
mischt 1 Teil des rotbraunen Nitroproduktes mit 0,8 Teilen Kaliumchlorat und
läßt  allmählich  zur  Chlorierung  des  Nitrokörpers  5 Teile konzentrierte
Salzsäure  zufließen.   Die  auf  diese  Weise  aus verschiedenen Substanzen
erhaltenen  Chlornitrokörper  werden  zur Herstellung der äusserst brisanten
Sprengstoffe  mit  2-3%  Kaliumnitrat  (Sauerstoffträger) vermengt.  Durch Z
usatz von einigen Prozent Schwefel kann die Brisanz etwas gemindert werden.

Man  nitriert  ein Gemenge von 100 Teilen Glyzerin und 33 Teile Glucose.  60
Teile   dieses   nitrierten  Produktes  vermengt  man  dann  mit  18  Teilen
Braunstein, 10 Teilen gelbem Blutlaugensalz, 2 Teilen Schwefelantimon und 10
Teile Sägemehl.

Setzt  man  einer  Mischung  von  20  Teilen  Nitroglyzerin  und  80  Teilen
Nitrozellulose 2-3% eines Lithiumsalzes zu, verhindert man Mündungsfeuer.

Zur  Herstellung  eines  besonders  wirksamen Sprengstoffes nitriert man ein
Gemenge von 80 Teilen Glyzerin und 20 Teilen Zucker, reinigt die Masse durch
Waschen,  zuerst  in  Wasser,  dann  in  40°C  warmer  2%iger Sodalösung und
schliesslich in 0,2%iger Sodalösun g und gelatiniert 93 Teile dieses Körpers
mit 7 Teilen Schießbaumwolle.

Ein Sprengstoff hoher Brisanz erhält man aus einem 40°C warmen Gemisch von 4
Teilen  Terpentinöl,  1  Teil Kollodiumwolle mit 30 Teilen Nitroglyzerin bei
75°C  Die  erhaltene  Gelatine verknetet man mit einem Gemenge von 40 Teilen
Kaliumnitrat, 24 Teilen Bit tersalz und 1 Teil Soda.

Ein  brisantes,  aber  schwieriger  herzustellendes  Gemisch  entsteht durch
vermengen  von  68g  Ammoniumpikrat,  26g  Kaliumbichromat  und  7g  Kalium-
hyperwolframat und 5g Barium- oder Strontiumnitrat.

Ein  rauchloses  Pulver wird hergestellt aus 43% Ammoniumpikrat, 34% Barium-
nitrat, 10% Kaliumpikrat, 1% gelbem Blutlaugensalz, 4% Kaliumpermanganat und
8% feinstem Holzmehl.

Ein  gegen  Stoß  und  Reibung  unempfindlicher Sprengstoff wird hergestellt
durch Neutralisation von 48 Teilen Trinitrokresol mit 20 Teilen kohlensauren
Barit  unter  Zusatz  von  33 Teilen Bariumnitrat als Sauerstoffträger.  Der
trockene  Sprengstoff  erhält  schließlich  einen  Zusatz von 2% Paraffin in
alkoholischer Lösung (Spiritus).  Der Teig wird getrocknet und geformt.

Ebenfalls  sehr  brisant  ist eine Mischung von 1 Teil Dinitrochlorphenol, 1
Teil  Pikrinsäure  und 1 Teil Trinitrochloranilin, je 0,5 Teilen Nitrobenzol
und  Dinitrobenzol,  je  2,5  Teile  Ammoniak  und  Kaliumnitrat.   60 Teile
Malzkeime, 15 Teile Ammoniumnitrat un d 25 Teile Kaliumchlorat.



Schießpulver aus nitrierter Cellulose (Stroh, Moos, Baumwolle) oder Stärke
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Haferstroh  wird  entsprechend  vorbehandelt,  nitriert  und anschließend in
2%iger  Pottaschelösung 1 Stunde gekocht und getrocknet.  Danach wird erneut
in 1%iger Kaliumpermanganatlösung gekocht, getrocknet und gekörnt.

Man kocht Moose, besonders Torfmoose in 5%iger Natronlauge und neutralisiert
mit Salzsäure (Kontrolle mit Indikatorpapier), dann wird getrocknet.  Das so
erhaltene   Produkt  wird  dann  mit  Nitriersäure  nitriert  (3  Stunden),
anschließend in viel kaltem Wasser
 gewaschen und stabilisiert.

Zur  Herstellung von Schießpulver nitriert man zellulosehaltige Stoffe jeder
Art  nach  entsprechender Vorbehandlung während 2 Stunden mit einer Mischung
von  1  Teil  Salpetersäure  (spezifisches  Gewicht  1,5 g/cm3) und 3 Teilen
Schwefelsäure (spezifisches Gewicht 1,84 g/cm3) bei höchstens 21°C so, da 11
Teile  Säuregemisch  auf  1  Teil  Cellulose  kommen.   Dann  preßt  man die
überschüssige  Säure ab, wäscht gründlich in kaltem Wasser, stabilisiert und
trocknet.   Diese  Masse  wird  gemahlen.   100 Teile dieses Pulvers we rden
verrührt  mit  78  Teilen  Ether,  12 Teile absolutem Alkohol und 100 Teilen
Azeton  zu einem Teig, den man 10 min stehen läßt.  Dann wird halbgetrocknet
und  nochmals  in  obiger Säure während 10 Stunden nitriert.  Wieder wird in
viel kaltem Wasser gewaschen und 10 min in 5%iger Ammoniaklösung gekocht und
getrocknet.   Die  so  gewonnene  Substanz wird dann mit einer siedendheißen
Lösung  von 1 Teilen Kaliumnitrat, 5 Teilen Bariumnitrat in 60 Teilen Wasser
während 15 min behandelt.  Nun wird getrocknet und gekörnt.



Nitropenta (Pentaerhydrittetranitrat)
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 Nitropenta  ist  ein  sehr  sprengkräftiger  Explosivstoff.   In der Praxis
findet  es  Anwendung als Sprengkapselsprengstoff, in Schläuchen als Spreng-
schnüre,  oder  als  Sprengstoff für militärische Sonderzwecke (wegen seiner
Stärke).  Nitropenta detoniert mit einer Geschwindigkeit von 7000m/s.
 Die  Herstellung  ist  recht  einfach.   Man löst Pentaerhydrit in etwa der
fünffachen  Menge  rauchender  Salpetersäure  auf.   Wie  bei allen Nitrier-
vorgängen  sollte  man  sich auch hier Zeit nehmen, da bei zu rascher Zugabe
alles  überkocht.   Nach  einiger Zeit fällt das Nitropenta aus und man kann
dann  konzentrierte  Schwefelsäure zur entgültigen Ausfällung hinzugeben, es
neutralisieren,  waschen  und  trocknen.   Über Schlagempfindlichkeit liegen
keine Daten vor.  Gezündet wird initial.



Wasserstoff-Peroxid
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 80 %iges Wasserstoffperoxid im Verhältnis 3:1 mit Holzmehl vermischt ergibt
einen  Sprengstoff  von  der  Stärke  des  Gelatine-Dynamits,  der schon bei
Berührung mit Aktivkohle zündet.


Peroxid - Verbindungen
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Azeton-Peroxid (trimeres)

Trimeres   Azeton-Peroxid   ist  eine  zyklische  Verbindung  mit  folgendem
Aussehen:

                                CH3 CH3
                                 \ /
                                  C
                                 / \
                                O   O
                               /     \
                              O       O
                             /         \
                        CH3-C---O---O---C-CH3
                             \         /
                              CH3     CH3

 Es  liegt  in  Form  von weißen Kristallen vor, die sehr leicht detonieren.
Die  Verbindung ist empfindlich gegen Schlag, starke Reibung und Hitze.  Das
Peroxid  löst  sich  am  besten  in  Azeton,  worin  man es aufbewahren oder
Kristalle  züchten  kann.  Schmelz- und Siedepunkt liegen zwischen 100°C und
120°C. Detonation erfolgt bei ca. 130°C.
 Bei  der  Detonation  (welche ohne Druckbehälter erfolgt), geht das Peroxid
vollkommen  in  Gase  über.Die Detonation verläuft so schnell, daß von einem
Gefäß,  in  dem  man  die  Substanz  zündet,  nichts  mehr übrig bleibt.  Es
entsteht  aber  keine  über  größere  Entfernungen wirksame Druckwelle.Um zu
detonieren,  muß  das weiße Pulver einigermaßen verdichtet sein, man kann es
z.B.   in  eine  kleine  Flasche  stopfen.   Von der Flasche bleibt nach der
Sprengung nur Glasstaub übrig.
 Gezündet  wird ein Sprengsatz mit diesem Sprengstoff mit Blitzbirne, Schlag
oder  Funke  (=Lunte).   Man  kann  auch einen Behälter werfen, bei heftigem
Aufschlag detoniert er dann.

Herstellung:
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 Man  mischt  in  einem nicht zu kleinen Gefäß,welches in Kältemischung oder
wenigstens  in  Eis(wasser)  steht,  folgende  Substanzen:   1000ml  30%iges
Wasserstoffperoxid 720ml Azeton.
 Nach  gutem  Vermischen  der  beiden  Flüssigkeiten  gibt  man  in  kleinen
Portionen  (schluckweise) 30%ige Salzsäure hinzu.  Die Säure katalysiert die
Reaktion,  ist aber nicht an der Verbindung beteiligt.  So bald die Reaktion
angelaufen  ist  (Trübung  und weißer Niederschlag), gibt man unter stetigem
Rühren  langsam  noch  bis  zu  400ml  Salzsäure  zu.   Es  bildet  sich das
wasserunlösliche,  weiße Peroxid-Salz.  Bildet sich Schaum, so rührt man ihn
einfach wieder unter.  Ist die Phase der Schaumbildung vorüber, läßt man die
Mischung  noch  einige  Stunden stehen, damit möglichst viel der Grundstoffe
noch miteinander reagiert.
 Zur  Aufbereitung  gibt  man den Inhalt des Gefäßes durch einen Filter oder
ein  Tuch  und spült den zurückbleibenden Sprengstoff kräftig mit Wasser ab,
um  Säure-  und  Chemiekalienreste  zu entfernen.  Nun läßt man die Substanz
trocknen und erhält den gebrauchsfertigen Spengstoff.
 Mischt   man   fein  pulverisiertes  Kalumpermanganat  unter  die  Peroxid-
verbindung,  steht  mehr  Sauerstoff  zur  Verfügung  und  man  erhält  eine
heftigere    Detonation.     Nachteil:     es    bleiben   Braunstein-   und
Permanganatspuren zurück.

 Nimmt man anstelle der Salzsäure als Katalysator Schwefelsäure, so entsteht
das  dimere  Azeton-Peroxid.   Die Verbindung ist mit normalen Mitteln nicht
vom  trimeren  Azeton-Peroxid  zu  unterscheiden,  ihre  Eigenschaften  sind
annährend  identisch.   Laut  der  Literatur  soll  das dimere Peroxid etwas
schwächer  in der Wirkung sein als das trimere Azeton-Peroxid.  Die Struktur
des dimeren Azeton-Peroxides sieht so aus:

                             3HC   O-O   CH3
                                \ /   \ /
                                 C     C
                                / \   / \
                             3HC   O-O   CH3

Man kann die Azeton-Peroxide auch auf Basis von Diisopropylether herstellen.
Allerdings  ist die Vorgehensweise hier nicht so einfach.  Der Ether muß mit
Sauerstoff   (oder   Luft)  durchblasen  werden  und  dabei  UV-Licht  (oder
Sonnenlicht)  ausgesetzt  werden.   Dabei bildet sich allmählich ein Gemisch
der  Azeton-Peroxide.   Da  der Ether allerdings stark flüchtig ist, muß man
ihn  mit einem größeren Rückgewinnungssystem (Kühler) zurückhalten, wenn die
durchgeblasene  Luft  entweicht.   Außerdem  ist  dieses  Verfahren  relativ
zeitaufwendig.



Ammonsalpeter
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Ammoniumnitrat,  bekannt  als  der  ideale  Stickstoffdünger,  ist ein recht
wirksamer  Explosivstoff,  wenn  er  mit  einer  Sprengkapsel  zur Explosion
gebracht wird.  Erhitzt man Ammonsalpeter vorsichtig auf etwa 170 bis 260°C,
zersetzt  es sich in Lachgas und Wasser.  Vorher schmilzt er jedoch und kann
in Formen gegossen werden.
 Ammoniumnitrat ist ein vielseitiger und äußerst interessanter Rohstoff.  Er
kann  sowohl  in  reiner  Form  (was  recht  teuer  ist)  oder  in  Form von
Ammonsalpeterdünger  (50kg  für ca.  25DM) beschafft werden, wobei letzterer
mit einem geringen Anteil Kalk vermischt ist.

1.  Reinigung des Düngers

 Um  den Kalk wenigstens zum größten Teil aus dem Ammondünger zu ent fernen,
löst  man  ihn bis zur Sättigung in Wasser.  Den Kalk läßt man dann absinken
und  schöpft  die  Ammoniumnitrat-Lösung  ab.Diese dampft man dann ein oder,
wenn man höhere Reinheit braucht, wiederholt man die Prozedur.

2.  Verwendung von Ammoniumnitrat als Syntheserohstoff

 Ammonsalpeter  kann  zunächst  als  Rohstoff zur Herstellung anderer Stoffe
benutzt werden.

a.  Synthese von Natriumnitrat (Chilesalpeter)
 Man  löst  954g Natriumnitrat und 465.1g Natriumhydroxid in Wasser und läßt
es  reagieren.   Es  entstehen  209.7g  Ammoniak,  209.5g  Wasser  und 1000g
Natriumnitrat,  welches  für  Schwarzpulver  oder  zur Salpetersäuresynthese
verwendet werden kann.

b.  Synthese von Salpetersäure
 Man   mischt   konzentrierte  Schwefelsäure  mit  Ammonsalpeter  nach  der
Gleichung:  2 NH4NO3 + H2SO4 -> (NH4)2SO4 + 2 HNO3.
 Man  wartet,  bis  der  Salpeter sich in der Schwefelsäure gelöst hat, dann
erhitzt man das Gemisch.  Das entstehende Gas ist Salpetersäure, welches nun
in  einem  Kühler  verflüssigt  wird.   Die  entstehende  Säure  ist  hoch-
konzentriert und kann zur Nitrierung verwendet werden.

3.  Ammoniumnitrat als Sprengstoff

a.  Ammoniumnitrat pur
 Reiner   Ammonsalpeter   und   auch   schon   der  Dünger  können  heftig
explodieren,wenn  man  eine  größere  Menge mit einer kleineren Sprengladung
zündet.   Bei der Detonation des Ammoniumnitrats wird gasförmiger Sauerstoff
frei.
 Als  Zündsprengladung  eignen sich vor allem Nitropenta oder Azeton Peroxid
mit  Kaliumpermanganat.Zur Aufbereitung schmilzt man das Ammoniumnitrat und
läßt  es  z.B.  in einer Konservendose erstarren.  Nun bohrt man ein Loch in
die Mitte und bringt hier die Zündkapsel an.

b.  Ammoniumnitrat mit Flüssigkeiten
 Man  kann  Ammoniumnitrat  wegen  seiner  Sauerstoffabgabe  auch  noch  mit
flüssigen  Kohlenstoffträgern mischen, die dann vom Stoff aufgesaugt werden.
Man nimmt z.B.  folgende Stoffe:  - 6 % Dieselöl - 4-6 % Nitroglycol - 4-6 %
Nitroglyzerin
 Die  letzten  beiden  Stoffe  fördern  noch  die  schnelle  Detonation.

c.  Ammoniumnitrat mit Feststoffen
 Da  bei  der  Zersetzung  vom  Ammonsalpeter  20 Gewichtsprozent Sauerstoff
freiwerden,  kann  man  auch  feste,  oxidierbare  Substanzen beimengen.  Es
eignen  sich  z.B.   Pikrinsäure  (die  auch  detoniert,  dabei  aber  nicht
vollständig oxidiert wird) und andere Nitrokörper.



Benzinbomben
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 Mischt  man  Kaliumpermanganat  mit konz.  Schwefelsäure bis zur Sättigung,
erhält  man das flüssige Dimanganheptoxid (Mn2O7).  Es ist äußerst aggressiv
und  oxidiert  organische  Stoffe  bei Berührung.  Benzin entzündet sich bei
Kontakt  damit.  Das Dimanganheptoxid kann bei Erhitzung selbst explodieren,
es zerfällt dabei in Braunstein und Sauerstoff.
 Füllt  man nun ein größeres Gefäß mit Benzin und füllt etwa die selbe Menge
Manganheptoxid  in  ein  dichtes  Gefäß,  welches  man in den Benzinbehälter
stellt, hat man eine sprengkräftige Bombe.  Man muß die beiden Flüssigkeiten
nur  noch  schlagartig  miteinand er vermischen.  Dies geschieht z.B.  durch
Sprengung  des  inneren  Behälters mit einer kleinen Sprengladung oder durch
Werfen der Ladung (siehe Kapitel Diverses, Brandgeschosse).
 Weil warscheinlich Benzin übrigbleibt, kann man noch weißen Phosphor in das
Benzin geben, der zündet dann bei Luftkontakt das Benzin.



Bomben mit Gaspatronen
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 In  Gaspatronen herrscht in der Regel ein recht hoher Druck.  Man kann sich
die  Arbeit,  einen  Druckbehälter  zu bauen, sparen, indem man eine fertige
Gaspatrone  so  aufheizt, daß sie platzt.  Es gibt viele verschiedene Sorten
von  Gaspatronen  und  entsprechend  viele  Sprengsatz-Variationen.   Einige
erprobte werden hier vorgestellt.

1.  Deo-Bombe

 Aus  jeder Art von Spraydose läßt sich eine Bombe bauen.  Man muß die Dose,
egal  ob  Deo, Haarspray oder Autolack, einfach nur in möglichst kurzer Zeit
auf  eine recht hohe Temperatur bringen, dann platzt sie mit ziemlich lautem
Knall.
 Die  Erwärmung  kann  dadurch  geschehen,  daß  man die Dose ins Grillfeuer
wirft,  sie  mit  einem brennenden Salz in einem Behälter verbrennt oder sie
z.B.  über einem Benzinfeuer heizt.
 Die  neuen, umweltfreundlichen Spraydosen haben übrigens nicht selten BUTAN
oder  PROPAN  als Treibgas.  Beides sind brennbare und explosive Gase.  Auch
leergesprühte Dosen explodieren noch.
 Um  die  Wirksamkeit  zu  erhöhen, kann man die Dose vor dem Sprengen außen
herum noch mit Steinen oder Metallsplittern bekleben.

2.  Campinggas-Bombe

 Man  nehme  eine handliche Campinggaspatrone (gibts für unter 5 DM in jedem
Kaufhaus),  eine  leere Konservendose und etwas Benzin.  Das Benzin schüttet
man  in  und um die Dose, die Patrone legt man auf die Büchse.  Anzünden und
das Weite suchen.
 Ausgewachsene  Terroristen  nehmen  die größeren (und teureren) Gasflaschen
für  Wohnwagen.   Beim  Kauf  von Gaspatronen auf Sicherheitsventile achten.
Die verderben den ganzen Spaß.
 Um  eine  Höllenexplosion  zu erreichen, reicht es schon aus, einen kleinen
Gasbrenner auf eine Gasflasche zu richten. Oder die Azetylenflasche von der
nächsten Baustelle auf den Teerpappe-Brenner zu legen.

3.  Sahnepatronenbombe

 Jeder  kennt  die  kleinen  Metallpatronen  für Zapfanlagen und Sahnesprüh-
geräte,  die massenweise Kohlendioxid oder Stickstoff enthalten.  Sofern sie
kein  Sicherheitsventil  enthalten,  sind sie sehr geeignet für Bomben.  Zum
Zünden verfährt man wie bei Spraydosen.

4.  Patronenbombe aus scharfer Munition

 Statt  ´harmloser´  Gaspatronen kann man in seine Brennmischungen natürlich
auch  scharfe Munition von Leuchtmunition, Gas- und Schreckschußpatronen bis
zu  Patronen  mit  Geschossen  einarbeiten.   Dabei  sollte  man  allerdings
bedenken,  daß  die  Geschosse  in  der  Umgebung  der Explosion ´rumfliegen
werden.
 Ein  Behälter  mit  vielen  Patronen  ist  keine  schlechte  Splitterbombe.
Schreckschußmunition kostet 9 DM für 100 Schuß (ab 18 Jahre).

5.  Patronenbombe mit Säurezünder

 Man  kann  eine  unter  Druck stehende Patrone wie eine solche Sahnepatrone
auch  dadurch  zur Explosion bringen, indem man sie in ein Gefäß mit starker
Säure  legt.   Allerdings  ist  dies nicht so effektiv wie bei Erwärmung der
Patrone, da sich das Gas bei Erwärmung noch ausdehnt und somit beim Zerätzen
der Patrone der Innendruck geringer ist als beim Erhitzen.  Außerdem braucht
das Durchätzen meist zu lange und einen großen Behälter mit Säure.



Schwarzpulver und ähnliche Mischungen
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Schwarzpulver:  besteht aus 70% Kaliumnitrat
                            10% Schwefelblume
                            20%  Holzkohle
 Alle Substanzen werden vorher einzeln fein pulverisiert und dann gründlich,
aber  vorsichtig  vermischt.   Mit einer Mischung von gleichen Teilen Wasser
und Alkohol bereitet man mit den pulverisierten Substanzen einen dicken Brei
und läßt diesen trocknen, da nach wird die Masse wieder zerkleinert.
 Als  Schwarzpulver  wird  auch das altbekannte Schießpulver bezeichnet.  Es
ist  das  älteste  Spreng-  und Schießmittel und beherschte während über 500
Jahren  in  Europa  die  Sprengtechnik!   Es  wurde  dann  durch  wesentlich
wirksamere Explosivstoffe verdrängt, doch
 sei  es  der Einfachheit halber und im Sinne der vorliegenden Dokumentation
trotzdem  erwähnt.   Es könnte ja sein, daß nur die beschriebenen Substanzen
zur Verfügung stehen.

 Die  Güte  des  Schwarzpulvers  hängt  stark von der innigen Vermengung der
Substanzen   ab.    Dies  gilt  im  wesentlichen  auch  für  die  folgenden
Schwarzpulvervarianten:

Variante 1:  78% Salpeter, 12% Kohle und 10% Schwefel

Variante 2:  72% Salpeter, 18% Holzkohle und 10% Schwefel.

Variante 3:  85% Salpeter, 14% Kohle und 1% Schwefel.  (Langsam, wenig Hitze
und viel Gasentwicklung)

Variante  4:   79%  Salpeter,  3% Schwefel und 18% bis zu schokoladenbrauner
Farbe verkohltes und pulverisiertes Stroh.

Schwarzpulvermischungen

 Schwarzpulver   ist   der   älteste   Sprengstoff.    Es   explodiert   mit
vergleichsweise  geringer Geschwindigkeit von etwa 500 km/h.  Allerdings ist
es  sehr  einfach herzustellen.  Es gibt verschiedene Mischverhältnisse, man
kann  sie  alle ausprobieren.  Gemeinsame Grun dstoffe für das Schwarzpulver
sind  Kaliumnitrat  ("Salpeter"),  Kohlenstoff  und Schwefel.  Man mahlt die
einzelnen  Stoffe  jeweils  fein  und  vermischt  sie dann im entsprechenden
Verhältnis miteinander.  Durch Zugabe von Wasser wird die Mischung homogener
und  nach Trocknung sind keine Lufträume mehr im Pulver, so daß es schneller
abbrennt.
 Das  Pulver brennt, wenn man es anzündet, schnell ab.  Um eine Explosion zu
bekommen,  muß  es in einem abgeschlossenen Raum verbrennen, so daß sich ein
Druck aufbauen kann (z.B.  in einem zugeschraubten Rohr).  Feuerwerkskracher
sind mit Schwarzpulver hergestellt.


Verschiedene Schwarzpulvermischungen

1.  75% Salpeter, 15% Holzkohle, 10% Schwefel

2.  Historische Mischungen (Chronologisch)

                Jahr  Salp.  Schwef.  Kohlenst.
                -------------------------------------
                ~1200 67     11       22       Griech.  Feuer
                ~1800 74     10       16       deut. Gewehrpulver
                      74     10.5     15.5     franz.  " "
                      75     10       15       engl.  " "
                ~1800 78.5   10       11.5     deut. Jagdpulver
                      78     10       12       franz.  " "
                ~1800 66     12.5     21.5     deut.  Sprengpulver
                      65     20       15       franz.  " "
                      66.8   16.6     16.6     russ. Sprengpulver
               20.Jhd 74     10.4     15.6     Schwarzpulver

(Alle Angaben in Gewichtsprozent.)

 Schwarzpulver  ist  kein  Sicherheitssprengstoff.   Feucht  funktioniert es
nicht mehr.  Feuergefährlich.  Nur mit Druckbehälter explosiv.


Schwarzpulverähnliche Pulver

 Anstelle  von  Kaliumnitrat  kann  man  auch  Natriumnitrat (Chilesalpeter)
benutzen.   Man  kann  ihn kostengünstig aus Ammonsalpeter herstellen (siehe
auch ´Ammonsalpeter´).  Einziger Nachteil:  Chilesalpeter ist hygroskopisch,
das Pulver wird also an der Luft feucht.

 Pulver,  in  denen  Kaliumpermanganat,  Chlorate,  Perchlorate, Nitrate und
andere   Sauerstofflieferanten   mit   oxidierbaren  Stoffen  wie  Schwefel,
Phosphor,   Kohlenstoff,   Zucker   usw.    reagieren,   zählen   zu   den
schwarzpulverähnlichen Substanzen.  Sie werden verwendet wie Schwarzpulver.
Einige Beipiele:

-  Chlorate und Zucker im Verhältnis 1:1 - Kaliumpermanganat und Phosphor im
Verhältnis  2:1  - Magnesium- oder Aluminiumstaub und Chlorate im Verhältnis
1:1 - Phosphor und Chlorate (extrem brisant im trockenem Zustand)

 Als   Schwarzpulverersatz   sind  auch  Streichholzköpfe  oder  das  davon
abgeriebene Pulver geeignet.  Es brennt ebenfalls mit hoher Geschwindigkeit.

Dem Schwarzpulver verwandte Mischungen

69%  Natronsalpeter  (Natriumnitrat),  5%  Kaliumnitrat  10%  Schwefel,  15%
Steinkohlenpech   und   1%   Kaliumbichromat.    Trocken   mischen.   Dieser
Sprengstoff   (Petroklastit/Haloklastit)   ist   gegen   Feuchtigkeit   sehr
widerstandsfähig,  entzündet  sich  erst  bei  350 °C, verbrennt mit ruhiger
Flamme und seine Gase schlagen sich schnell nieder.

Man  schmilzt  5-10%  Harz  und  verrührt in diese Schmelze bei 110°C 10-25%
feinpulverisiertes  Kaliumchlorat.  Das erkaltete Gemenge wird fein gemahlen
und  mit  10-15% eines Pechs verschmolzen, dessen Schmelztemperatur zwischen
75  -  85°C  liegt.  In diese Schmelze verrührt man noch 5% Holzkohle.  Nach
dempulverisieren   der   Masse  vermengt  man  mit  70%  Natronsalpeter,  5%
Kalisalpeter  und 5% Schwefel.  Dieser Sprengstoff (Ormit) ist brisanter als
gewöhnliches Schwarzpulver.

90% Ammonsalpeter, 4,5% Kalisalpeter und 5,5% pulverisietes Harz.

60%  Salpeter,  15%  Gerberlohe,  5%  Natriumsulfid,  15%  Schwefel,  je  5%
Holzkohle und Harz.

73%   Kalisalpeter,   8%   Holzkohle,   8%   Kleie,   10%  Schwefel  und  1%
Magnesiumsulfat.

90% Ammonsalpeter und 10% Seife.

50 Teile Salpeter, 13 Teile Schwefel, 14 Teile Sägemehl und 9% Ruß.

45  Teile  Salpeter,  9  Teile  Sägemehl,  50  Teile  Holzkohle  und  1 Teil
Ferricyankali.

20  Teile  Ammonsalpeter mit 1 Teil Rüben- oder Leinöl innig vermengen.  Der
Mischung gibt man 5% Schwefel zu.

12 Teile Salpeter, 3 Teile Schwefel, 1 Teil Holzkohle, 1 Teil Pferdedung.

72% Kalisalpeter, 18% Schwefel, 5% Holzkohle, 5% Pferdedung.

82,73%   Ammonsalpeter,  3,68%  Kalisalpeter,  4,6%  Harz  und  8%  Natrium-
thiosulfat.

48%  Natronsalpeter,  24%  Ammonsalpeter,  4%  Calciumcarbonat  und  je  12%
Schwefel und Holzkohle.

73%  Kaliumsalpeter,  9%  Schwefel,  9%  Holzkohle  und 9% Harnsäure.  Diese
Mischung ist besonders stark und bildet weniger Rauch und Rückstand.

40% Kalisalpeter, 48% Guanidinnitrat und 12% Holzkohle.



Explosivstoffe für die Feuerwerkerei
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Variante 1

Man  mischt  70%  Kaliumperchlorat mit 30% gelbem Blutlaugensalz.  Entzündet
sich mit Zündschnur.

Variante 2

Man mischt 100 g Naphtalin mit 750 g Kaliumchlorat und 150 g Kupferchloryr.

Variante 3

Man  mischt  900 g Kaliumchlorat, 200 g Kristallzucker, 100 g Mehl und 100 g
gelbes Blutlaugensalz.



Flammenwerfer
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1.  Spraydosen

 Spraydosen  mit Deo oder Lack (Öl, Kältespray, Haarspray, etc.) eignen sich
gut als Nahkampf-Flammenwerfer.  Man hält ein Feuerzeug davor und drückt ab.
Je nach Inhalt und Treibgas erhält man bis zu einem Meter Flamme.

2.  Gasflaschen

 Montiert  man  ein  Hochdruchventil  vor  eine  Gasflasche  und  läßt  den
Druckverminderer   weg,   erhält   man  einen  beachtlichen  Flammenwerfer.
Allerdings muß man einen Zünder (z.B.  Kartuschen-Gasbrenner) installieren.

3.  Feuerlöscher

 Wiederauffüllbare  Feuerlöscher sind gute Flammenwerfer.  Man füllt sie mit
Benzin  und gibt anschließend Kohlendioxid (Trockeneis) als Treibmittel dazu
(auf  keinen  Fall  Luft  -  sonst  knallts!).  Man installiert einen Zünder
(Gasbrenner) und drückt ab ...



Molotow - Cocktails
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1.  Normale Brandbomben

 Man  steckt  einen Lappen in die Öffnung einer mit Benzin gefüllten Flasche
zündet  ihn  an  und  wirft die Flasche weg.  Statt Benzin pur kann man auch
eine  Mischung  aus 50 % Benzin und 50 % Heizöl (= Diesel) verwenden.  Diese
Mixtur  explodiert  beim  Aufschlag  und  verspritzt im Umkreis von mehreren
Metern.   Danach  brennt  sie  durch das Heizöl besonders gut und setzt auch
schwer entflammbare Gegenstände recht gut in Brand.  Ein besonderer Spaß ist
es  auch,  im Benzin gut brennbare Kunststoffe aufzulösen.  Damit diese sich
gut lösen, muß man Schmierseife zufügen!

2.  Selbstzünder

 Man  mischt 100 %ige Schwefelsäure mit Kaliumpermanganat so lange, bis sich
Benzin  daran  entzündet.  Nun füllt man die Flüssigkeit in ein Reagenzglas,
daß  man  absolut abdichtet (z.B.  zuschmelzen).  Diesen Zündsatz steckt man
nun  in  die  mit  Benzin  gefüllte  Flasche.   Beim  Werfen  und Zerbrechen
entzündet das Dimanganheptoxid das Benzin.
 Beim  Zuschmelzen  empfiehlt  es  sich,  darauf  zu  achten,  daß  man  das
Dimanganheptoxid  nicht  zu  stark  erhitzt,  da  es  sich  selbst  explosiv
zersetzen kann.
 Es  hat  sich im Einsatz erwiesen, daß bei schneller Vermischung der beiden
Stoffe  eine  aüßerst  heftige  Explosion  erfolgt.   Das  Dimanganheptoxid
explodiert auch bei Erwärmung in Braunstein und Sauerstoff und Energie.  Der
Sauerstoff wird z.B.  vom Benzin weiterverwendet.
 Brandsätze verschärft man durch Zusatz von weißem Phosphor.



Zünder für die Sprengsätze
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Chemische Zünder

1.  Wasserzünder

 Dieser  Zünder  ist geeignet für Zündung mit Wasser, z.B.  durch Regen oder
Blumengießen.   Man  legt die Mischung auf den Sprengsatz und wartet darauf,
daß sie naß wird.
 Für   die   Bengalmischung   braucht  man  Zinkstaub,  Ammoniumnitrat  und
Ammoniumchlorid.Man  mischt  50%  Zinkstaub,  10%  Ammoniumchlorid sowie 40%
Ammoniumnitrat.   Man  muß  sich  genau  an das Verhältnis halten, ansonsten
funktioniert  die Mischung nicht.  Das Gemisch brennt mit grün-gelber Flamme
ab, wenn es naß wird.

2.  Säurezünder

 Eine Mischung aus Natriumchlorat und Zucker im Verhältnis 1:1 fängt auf der
Stelle  an  zu  brennen,  wenn  man  hochkonzentrierte  Schwefelsäure darauf
tropft.   Nun kann man ein Röhrchen machen, daß mit einem Material verstopft
ist,  welches  von  der  Säure aufg elöst wird.  An einem Ende füllt man die
Säure  ein,  am  anderen  den  Brandsatz.   So  erhält  man  einen einfachen
Zeitzünder.
 Als geeignet erwiesen hat sich Schaumstoff, welcher gut dosierbar innerhalb
einer bestimmten Zeit von der Schwefelsäure zersetzt ist.

3.  Dimanganheptoxid

 Diese ölige Flüssigkeit ist ein starker Sauerstoffspender.  Man erhält sie,
indem   man   Kaliumpermanganat   bis   zur   Sättigung  in  konzentrierter
Schwefelsäure löst.  Schüttet man das Öl auf organische Stoffe, werden diese
augenblicklich  verkohlt.  Benzin, Azeton und andere brennbare Flüssigkeiten
fangen sofort an zu brennen, wenn sie damit in Berührung kommen.
 Um  eine  Brandbombe zu zünden, sprengt man einfach mit einer kleinen Bombe
einen  Behälter  mit  Benzin  und einen mit Dimanganheptoxid zusammen in die
Luft.

4.  Phosphorzünder

 Man  stellt  weißen  Phosphor  her  und löst diesen in Kohlendisulfid.  Der
Sprengsatz  wird  in  einer brennbaren Masse, z.B.  Schwarzpulver, gebettet,
dann  die  Phosphorlösung  darübergeschüttet.  Das Kohlendisulfid verdampft,
der  weiße Phosphor bleibt zurück und entzündet sich an der Luft, das Pulver
entzündet sich und der Sprengsatz explodiert.

Elektrozünder

1.  Glühdrahtzünder

 Für  diesen Zünder benötigt man ein Streichholz, ein paar Zentimeter dünnen
Widerstandsdraht und eine Batterie.
 Man  wickelt den Draht um den Kopf des Streichholzes und steckt dieses dann
in  die  zu zündende Ladung.  Den Draht verbindet man dann mit dem Zündkabel
und  in sicherer Entfernung das Zündkabel mit der Batterie.  Der Draht fängt
an zu Glühen und der Streich holzkopf brennt ab.  Dieser wiederum zündet den
Sprengstoff.
 Bei  den  Peroxidsalzen  und anderen empfindlicheren Verbindungen genügt es
auch,  einfach den Glühdraht in die Sprengladung zu stecken, das Streichholz
ist  dann  überflüssig.   Der  Draht schmilzt innerhalb von wenigen Sekunden
hellrot  glühend  durch.   Als  Zündstromquelle  nimmt  man  am besten einen
stärkeren  Akkumulator,  da man einen hohen Kurzschlußstrom braucht, der von
einem  Akkumulator  besser  aufgebracht  wird,  als von einer gleich starken
Batterie.   Desto dünner der Glühdraht, desto geringer sind die Ansprüche an
die Stromquelle.

2.  Glühbirnenzünder

 Im  Prinzip  wie  oben,  aber  statt eines Konstantandrahtes nimmt man eine
kleine  Glühbirne,  die  mit  der  zur Verfügung stehenden Zündspannung hell
brennt  oder  gar  durchglüht,  und  schlägt  den  Glaskörper  ab,  ohne den
Glühfaden zu verletzen (was eine Heidenarbeit sein kann).  Setzt man nun die
ehemalige  Glühbirne  unter  Spannung, verbrennt der glühende Draht und kann
die Ladung zünden.

3.  Blitzbirnenzünder.

 Genau  wie  2., aber anstelle der Glühbirnen nimmt man Blitzbirnen, die von
einer   Batterie  elektrisch  ausgelöst  werden.   Diese  Birnen  enthalten
Magnesium,   daher  werden  sie  sehr  heiß.   Man  kann  mit  ihnen  sogar
Schwarzpulver  zünden,  wenn  dieses  staubtrocken  ist.  Blitzbirnen zünden
schon mit Knopfzellen.

4.  Zeitzünder (biologisch)

 Man  füllt  ein  kleines Gefäß mit Trockenerbsen oder Bohnen und mit Wasser
auf,  so  daß  noch  wenige Millimeter bis zum Rand Platz ist.  nun legt man
eine  Kontaktplatte  auf  die  Bohnen  ins  Gefäß und auf den Gefäßrand zwei
Elektroden,  die  Batterie und Blitzbirne miteinander verbinden.  Die Bohnen
oder  Erbsen  quellen  auf  und  schließenden  Kontakt.   Die  Zeit  bis zum
Schließen  des  Kontakts  hängt  von der Gefäßgröße, Wasser- und Bohnenmenge
etc.  ab.  Man macht am besten eine Versuchsreihe mit identischen Gefäßen.

5.  Lichtzünder (Solarzünder)

 Man nimmt anstelle einer Batterie eine kleine Solarzelle, um die Blitzbirne
zu  zünden.  Sobald genug Licht (Morgendämmerung, Zimmer beleuchtung, Lampe,
...)  auf die Solarzelle fällt, wird gezündet.  Die Zündhelligkeit läßt sich
durch Zwischenschalten eines Widerstandes variieren.

6.  Zeitzünder (mechanisch)

 Man  montiert  Kontakte  entweder  an Zeigern und Zifferblatt eines Weckers
oder an dem Aufziehschlüssel der Alarmglocke.  Haben die Zeiger die richtige
Stellung   erreicht   oder   klingelt  der  Wecker,  wird  der  Zündkontakt
geschlossen.

7.  Zeitzünder (elektrisch - 1)

 Man   nimmt  eine  Digitaluhr  und  entfernt  den  Piezolautsprecher.   Die
Anschlüsse  nimmt  man, um einen Transistor oder OP zu schalten, der zündet.
Man stellt den Alarm ein und statt zu piepsen, knallts.

8.  Zünder für Brief- und Paketbomben

 Bei  Briefbomben  stellt  sich  das Problem,wie man den Zünder konstruieren
soll,  damit  die Post beim Öffnen explodiert.  Eine simple Lösung dafür ist
ein  Fototransistor.   Man  schaltet  ihn  so,  daß  er  bei  entsprechendem
Lichteinfall eine Batterie auf eine Blitzbirne durchschaltet.  Man verwendet
einen  UV-empfindlichen  Transistor und macht die Sendung bei Rotlicht (z.B.
im Fotolabor) scharf und verschließt sie.



Herstellung von Lunten zur Zündung der Sprengsätze
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 Da Pulverspuren nicht besonders sicher sind und man doch besser in sicherer
Entfernung weilt, wenn die Sprengladung detoniert, empfiehlt es sich, Lunten
herzustellen,  die  einem durch Brenndauer und Zündtemperatur einen gewissen
Sicherheitsvorteil verschaffen.

1.  Schwarzpulverlunten

 Schwarzpulverlunten  erhält man dadurch, daß man Schwarzpulver in brennbare
Hüllen  wickelt.  Dazu nimmt man zum Beispiel Toilettenpapier.  Diese Lunten
brennen  relativ  schnell  ab.  Die Lunten von Sylvesterknallern sind in der
Regel  Schwarzpulverlunten.   Sie  sind feuchtigkeitsempfindlich und brennen
nicht  mehr,  wenn  sie naß sind.  Beim Drehen sollte man darauf achten, das
das  eingedrehte  Pulver  gleichmäßig  verteilt  ist.   Dem  kann  man  auch
nachhelfen, in dem man das Papier, in das man das Pulver eindreht, mit einer
dünnen Kleberschicht einstreicht.

2.  Lunten aus Wunderkerzen

 Wunderkerzen  eignen  sich  wunderbar  als Lunten.  Wenn eine einzige Kerze
nicht  ausreicht,  legt man mehrere so hintereinander, daß sie sich berühren
oder  man  verbindet  sie  mit  Klebeband fest miteinander.  Da sie mit sehr
hoher  Temperatur brennen, haben sie zudem den Vorteil, viel Zündenergie zur
Verfügung zu stellen.
 Nachteil:   Sie  sprühen  in ziemlichem Radius Funken.  Nur verwenden, wenn
beim  Anzünden  kein Funken die Sprengladung treffen kann.  Das Sprühen kann
man  dadurch  vermeiden, daß man die Wunderkerzen in Röhrchen legt oder ganz
mit Klebeband umwickelt.  Sie brennen auch ohne mit der Luft in Berührung zu
kommen.   Allerdings  entsteht  ein heißer Gasstrom aus dieser Hülse heraus,
und  so  sollte  man  darauf  achten, daß der Gasstrom nicht gleich nach dem
Anzünden  der  Lunte  in den Sprengkörper strömt, sonst kann dieser gezündet
werden.

3.  Magnesiumband

 Eine  teure,  aber  bei  jedem  Wetter  funktionierende  und  auch naß noch
brennende  Lunte  ist Magnesiumband.  Einziger Nachteil:  es erzeugt starken
Lichtschein beim Brennen.

4.  Salzpapiere

 Papier,  das  mit  einer  Lösung  von  Kaliumnitrat  in Wasser getränkt und
getrocknet wird, eignet sich als einfache Zündschnur.
 Anstelle von Kaliumnitrat kann auch Kaliumchlorat oder -dichromat verwendet
werden.



Weitere Interessante chemische Rezepturen
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Ätzflüssigkeit, tiefwirkend, für Stahl und Eisen

100  ml  rauchende  Salpetersäure  und  500  ml konz.  Essigsäure sind durch
sanftes  Schütteln  zu  vermischen.  Diese Flüssigkeit wirkt auf Stahl in 30
Sekunden so stark wie gewöhnliche Salpetersäre in 10 min auf Kupfer.

Blitzlichtpulver, langsam brennendes

Eine  Mischung  von  5  g  Magnesium  und  5  g  wolframsaurem  Natrium oder
Wolframsäure brennt mit geringer Rauchentwicklung mehrere Sekunden.

Blaustifte

Diese wurden im letzten Krieg als Sabotagemittel benutzt.  Es waren dies die
heute  nur  noch  selten  gebräuchlichen  Blaustifte,  gefüllt  mit  einer
speziellen  Ladung.   Damals  waren  diese Stifte allgemein gebräuchlich und
sind deshalb so wenig aufgefallen wie es heute Kugelschreiber tun.
 Die  Füllung:   Ein  Gemisch  von  0,5g PuderZucker und fein pulverisiertem
Kaliumchlorat  1,5g  entzündet sich im Kontakt mit Schwefelsäure allmählich.
Das  Pulver  wurde  in einem umgebauten Blaustift gebracht, in dem an Stelle
der  Mine  eine  dünne Ampulle Schwefelsäure war.  Der Stift wurde dann beim
"zufälligen Durchwandern" eines Betriebes geknickt, wobei die Ampulle barst.
Der Stift wurde dann in der Nähe von überall vorhandenen Putzfäden plaziert.
Motto:  kleine Ursache - große Wirkung!

Zündmasse

Diese  Masse,  geeignet  für Reibzünder resp.  Knallkörper, erhält man durch
vorsichtiges  Mischen  von  3g  Schwefel,  10g  Schwefelantimon,  10g  rotem
Phosphor und 77g fein pulverisiertem Kaliumchlorat.  Diese Mischung wird mit
Gummi Arabicum verarbeitet und auf Reibflächen (Zünder) gestrichen.

Aluminothermie

Mischt  man  Zinkoxid  mit  Aluminiumpulver  und  erhitzt,  so  entzieht das
Aluminium  dem  Zinkoxid  den  Sauerstoff  und bildet mit ihm Aluminiumoxid,
während  sich das reine Metall am Boden des Gefäßes sammelt.  Dabei entsteht
eine  Hitze  von ca.  3000°C, so daß man das Gemisch einfach an einer Stelle
mit  einem  Streichholz  entzünden  kann,  worauf  die  Reaktion  von selbst
fortschreitet.

Bengalmischung, mit Wasser entzündbar

5  Teile  Zinkstaub,  4 Teile Ammoniumnitrat, 1 Teile Ammoniumchlorid.  Kurz
vor Gebrauch machen, z.B.  auf Regen terminierbar.

Rauchmischung

Man  mischt  25g  Zinkstaub,  20g  Zinkoxid,  50g  Tetrachlorkohlenstoff, 5g
Kieselgur  und  5g  Magnesiumoxid  (Magnesia)  zu einem Brei.  An Stelle von
Tetrachlorkohlenstoff  kan man auch Hexachlorethan (Mottenkugeln) verwenden.
Zur  Entzündung  der  Masse  eignet  sich  ein  Gemisch  von 80% Kalium oder
Natriumchlorat,   15%  Puderzucker  und  5%  Kaliumpermanganat.   oder  eine
Mischung von Eisenpulver und Kaliumpermanganat.

Rauchpulver

30%   Kaliumchlorat,   25%   Milchzucker,  45%   Ammoniumchlorid.   Zündholz
reinhalten  (hygroskopisch,  in geschlossener Büchse aufbewahren, vorsichtig
mischen).  Auf keinen Fall etwas anderes reinmischen!
Diese   Mischung   kann   man   kostenoptimieren,  indem  man  anstelle  des
Milchzuckers Mehl benutzt.  Allerdings muß man dann das neue Mischverhältnis
ausprobieren.

Brennsalz

50% Zucker, 50% Kaliumchlorat.  Zündholz, besser Lunte zum Anzünden!

Brennbarmachung von ....

100  ml  Wasser,  ca.   50%  Kaliumchlorat,  ca.   50%  Flüssigwaschmittel.
Aufkochen, aufpinseln, trocknen lassen!



Brennmischungen
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1.  Aluminium-Mischungen

 Mischt  man  Aluminium-Pulver mit Kalium- oder Natriumchlorat im Verhältnis
1:1,  so  verbrennt  die  Mischung bei Entzündung mit grellweißer Flamme und
enormer  Wärmeentwicklung.   Die  Reaktion  ist   mit  der  Verbrennung  von
Magnesium  vergleichbar.   Eine Mischung von Kaliumpermanganat und Aluminium
reagiert genauso.  Man kann damit Thermit zünden.

2.  Magnesium-Mischungen

 Magnesium verhält sich bei Mischung mit Chloraten und Permanganaten genauso
wie  Aluminium,  nur  daß  die Reaktion wesentlich heftiger ist und daß mehr
Energie  frei  wird.   Man  kann  auch  Aluminium beimischen, um das teurere
Magnesium einzusparen.

3.  Thermit

 Thermit  ist  ein  Gemisch  aus Eisenoxid und Aluminiumpulver im Verhältnis
3:1.   Dieses Gemisch brennt mit ungefähr 2000 °C und bildet unter Oxidation
des  Aluminiums  flüssiges,  weißglühendes Eisen.  Thermit ist besonders zum
Durchbrennen von Gegenständen oder zum Verschweißen geeignet.  Es sollte mit
einer Magnesium- oder Aluminiummischung gezündet werden.

4.  Schwarzpulver

 Schwarzpulver  verbrennt  schnell  und  heiß beim Anzünden.  Rezeptur siehe
Kapitel "Sprengstoffe".

5.  Chlorate und Zucker

 Kalium-  oder  Natriumchlorat verbrennen gemeinsam mit Zucker im Verhältnis
1:1 unter großer Wärmeentwicklung.

6.  Wasserbrennmischung

 Folgende Mischung beginnt mit grünlicher Flamme zu brennen, wenn man Wasser
darauftropft:
 50%  Zinkstaub,  40%  Ammoniumnitrat  und  10% Ammoniumchlorid im Mörser zu
Staub  zermahlen  und  dann gut vermischen.Nicht lange aufbewahren, weil das
Ammoniumnitrat  hygroskopisch  ist  und  die  Mischung sich selbst entzünden
könnte.  (Die % sind Gewichtsprozent)


7.  Alu-Zink-Mischung

 Man  mischt Zinkoxid mit Aluminiumpulver, erhält man eine Mischung, die bei
Entzündung mit 3000°C brennt und als Resultat flüssiges Zink ergibt.

8.  Streichholzköpfe

 Streichholzköpfe  eignen  sich ebenfalls als heiße Brennmischungen oder als
Schwarzpulverersatz in Rohrbomben.

                           ========  ENDE  ========
