------------------------------------------------------------------------- 1. Was ist das hidedisk.device ? ------------------------------------------------------------------------- Das hidedisk.device wird für den Betrieb des High-Density 3.5 Zoll Disket- tenlaufwerks von FSE benötigt. Auf der Diskette befinden sich zwei Versionen des hidedisk.device, nämlich hidedisk20.device und hidedisk19.device. Beide Versionen können das Standard-Amiga 3.5 Zoll Double Density Disket- tenformat mit 880 KB Kapazität (DD) verwalten. Zusätzlich bieten beide De- vices ein jeweils eigenes High Density Format mit 1.56 MB Kapazität (HD19) bei hidedisk19.device und 1.64 MB Kapazität (HD20) bei hidedisk20.device. Im DD Modus arbeiten beide Treiber 100% kompatibel zum trackdisk.device des Betriebssystems. Sie können also ohne Probleme Disketten lesen und schreiben, die Sie mit trackdisk.device benutzt haben. Dabei spielt es keine Rolle, un- ter welcher Version des AmigaOS (1.2/1.3/2.0) Sie die Disketten verwendet ha- ben, da das Diskformat unter allen bisherigen Betriebssystem-Versionen gleich- geblieben ist. Im HD19/HD20 Modus benutzte Disketten sind dagegen nur vom jeweiligen Treiber zu verarbeiten, da sich die Diskformate im Bezug auf DD und untereinander grundlegend unterscheiden. Die exakten Dimensionen der unterstützten Diskformate sind: ---------------------------------------------------------------------- | Format | Köpfe | Sektoren | Zylinder | Spuren | Blöcke | Kapazität | ---------------------------------------------------------------------- | DD | 2 | 11 | 80 | 160 | 1760 | 880 KB | ---------------------------------------------------------------------- | HD19 | 2 | 19 | 82 | 160 | 3116 | 1.558 MB | ---------------------------------------------------------------------- | HD20 | 2 | 20 | 82 | 164 | 3280 | 1.640 MB | ---------------------------------------------------------------------- Sie werden sich jetzt vielleicht fragen, warum zwei verschiedene HD-Formate zur Verfügung stehen. Um dies zu erklären, hier erst einige allgemeine Anmer- kungen zu Aufbau und Verwaltung einer Diskette: Eine Diskette besteht im wesentlichen aus einer Magnetscheibe in einem Kunst- stoffgehäuse. Die empfindliche Scheibe wird bei einer nicht eingelegten Dis- kette durch einen Metallschieber vor Verunreinigungen geschützt. Wird die Diskette in das Laufwerk eingelegt, wird dieser Metallschieber automatisch zurückgezogen. Jedes Laufwerk besitzt zwei Schreib-/Leseköpfe, durch die die Daten auf die Diskette aufgebracht und auch wieder zurückgewonnen werden können. Die Köpfe werden auf Ober- und Unterseite der Magnetscheibe aufgesetzt, es kann also ohne Wenden der Disk auf beide Seiten zugegriffen werden (double sided). Die Köpfe können durch entsprechende Ansteuerung vom Amiga aus in Richtung Diskettenmitte und umgekehrt bewegt werden. Dabei wird vom Laufwerk gesteuert, wie groß die gemachten Schritte sind. Typischerweise ist Platz genug, um ge- nau 80 solcher Schritte in Richtung Diskettenmitte zu machen, bevor das Zen- trum der Diskette erreicht wird. Jeder Schritt ermöglicht den Zugriff auf eine neue Spur. Eine Spur ist ein konzentrischer Ring um die Diskettenmitte mit einer (mehr oder weniger genau) definierten nutzbaren Länge, die bei etwa 12800 Bytes oder 12.5 KByte liegt. Da beidseitig gelesen und geschrieben wird, existieren 2 * 80 = 160 solcher Spuren, was eine Rohkapazität von 160 * 12.5 KByte = 2 MByte ergibt. Die Spuren werden in gleichgroße Einheiten unterteilt, die sogenannten Sek- toren. Innerhalb dieser Sektoren werden die eigentlichen Daten zuzüglich ei- niger Verwaltungsdaten abgelegt. Der nutzbare Teil eines Sektors bietet Platz, um 512 Bytes an Daten zu speichern. Beim Amiga Format (DD) werden 11 Sektoren in eine Spur gepackt, wodurch sich die effektive Kapazität dieses Formats ergibt: 160 Spuren * 11 Sektoren * 512 Bytes = 901120 Bytes = 880 KByte. Fällt Ihnen etwas auf ? Wie kommt es, daß die Rohkapazität von 2 MByte letzt- endlich auf 880 KByte zusammenschrumpft ? Der erste Grund dafür liegt in der Kodierung der Daten. Es ist nämlich nicht möglich, die Daten so auf der Diskette abzulegen, wie sie normalerweise vom Amiga verarbeitet werden. Würde man versuchen, z.B. diesen Text einfach Zeichen für Zeichen auf die Dis- kette zu schreiben, entstünden Fehler, die ein Zurücklesen absolut unmöglich machen würden. Der Teil der Amiga Hardware, der für Diskettenzugriffe zuständig ist, erwar- tet die Daten in einem bestimmten Format, das MFM genannt wird. Bitte erwar- ten Sie jetzt keine Abhandlung über den Aufbau dieses Formats, wichtig ist dabei letztendlich nur, daß sich die Länge der Daten exakt verdoppelt, also bei nutzbaren 512 Bytes ohne die notwendige Verwaltung bereits 1024 Bytes beträgt. Zusätzlich werden vom Betriebssystem noch einige Daten in jeden Sektor ge- schrieben, die z.B. der Identifikation von Fehlern innerhalb eines Sektors dienen, wodurch sich eine gesamte Sektorgröße von 1088 Bytes ergibt. Macht man jetzt die Rechnung erneut auf, so kommt man auf 1088 * 11 = 11968 Bytes pro Spur, was schon recht nahe an die bestehenden 12800 Bytes heranreicht. Der Rest des nutzbaren Bereiches kann nicht mehr verwendet werden, weil kein ganzer Sektor mehr hineinpaßt. Das ist der zweite Grund für die Verminderung der Rohkapazität. Auch hidedisk.device arbeitet im DD Modus mit diesem Spur/Sektoraufbau, um die Kompatibilität zum Betriebssystem zu gewährleisten. In den HD Modi wird jedoch eine gänzlich andere Art der Kodierung möglich, die sogenannte GCR Kodierung. Diese Kodierung hat den Vorteil, die ursprüng- liche Datenmenge nicht um das Doppelte, sondern nur um ein Viertel zu ver- größern, wodurch natürlich wesentlich mehr Daten auf eine Diskette passen als bei MFM. Umgekehrt wird die Dichte der Daten auf der Diskette entsprechend größer. Diese Dichte ist von den 'normalen' Amiga Disketten (2DD) nicht mehr zu verarbeiten, sondern kann nur noch von HD-Disketten bewältigt werden. HD-Disketten ermöglichen eine doppelt so hohe Datendichte als DD-Disketten. Theoretisch wäre es also möglich, genau doppelt so viele Daten wie bei DD im MFM Format auf der Disk abzulegen. Dazu müsste jedoch die Amiga Hardware die Daten mit doppelter Geschwindigkeit übertragen, was sie nicht kann. Deshalb ist eben die einzige Alternative die GCR Kodierung, die die Dichte um 75 % bei gleichbleibender Transfergeschwindigkeit erhöht. Der HD19 Modus arbeitet mit dem GCR Format und ermöglicht dabei eine Sektor- länge von 658 Bytes, sodaß 19 Sektoren auf eine Spur passen. Der Aufwand bei dieser Kodierungsart hält sich in Grenzen, sodaß die zu erzielenden Geschwin- digkeiten des Datentransfers in diesem Modus auf einem Amiga ohne Turbokarte (68020/68030 Karte) maximal werden. Der HD20 Modus dagegen arbeitet mit einer Weiterentwicklung des GCR Formats, die eine Sektorlänge von 628 Bytes ermöglicht. Damit wird es möglich, 20 Sek- toren auf eine Spur zu packen und ein Maximum an Kapazität pro Diskette zu schaffen. Leider ist der Aufwand bei der Kodierung der Daten recht hoch, sodaß auf ei- nem Amiga ohne Turbokarte die Geschwindigkeit in der Datenübertragung zwi- schen 15 % und 25 % zurückgeht. Ist Ihr Amiga dagegen mit einer Turbokarte ausgerüstet, ist mit diesem Modus neben der maximalen Kapazität auch die maximale Geschwindigkeit zu erzielen. Sie können also selbst entscheiden, ob Sie bei einem Standard-Amiga höhere Geschwindigkeit oder größere Kapazität wünschen. Deshalb wurden die beiden Versionen des hidedisk.device auf der Diskette abgelegt. ------------------------------------------------------------------------- 2. Was leistet hidedisk.device ? ------------------------------------------------------------------------- hidedisk.device ist ohne Uebertreibung der zur Zeit schnellste und komfor- tabelste Multitasking-fähige Floppydisk-Treiber auf dem Markt. Folgende Features bieten Ihnen hidedisk.device: - Arbeitet korrekt unter Kickstart 1.2/1.3/2.0, auf A 500/1000/2000/3000. - Vollkommen unabhängiger Betrieb von DD und HD Disketten, kein Patchen des trackdisk.device zum DD Betrieb. - Freie Auswahl des Schreib/Lesespeichers. hidedisk.device liest und schreibt anstandslos im Fast- und Chipmemory auf geraden oder ungera- den Speicheradressen. Dies ist besonders wichtig für den Betrieb unter AmigaOS, da man die Puffer für die Laufwerke nicht mehr vom knappen Chipmemory abziehen muß. - Vorbereitet und optimiert für Besitzer von Turbokarten und A 3000. - Automatische 'NoClick' Option. Das störende Klicken bei nicht einge- legter Diskette entfällt. - Wählbarer Burst/Noburstmodus. Im Burstmodus erfolgt Dekodierung/Kodie- rung der Daten während der Uebertragung von und zur Disk. Dies macht die überragenden Geschwindigkeiten erst möglich. Der Burstmodus kann abgeschaltet werden, dann verhält sich hidedisk.device auch im Timing wie trackdisk.device. - Ueberragende Schreib/Lesegeschwindigkeiten ohne Herabsetzung der Daten- sicherheit. Hier einige Werte zum Vergleich (alle Angaben in Bytes/Se- kunde im Burstmodus): ------------------------------------------------------- | Prozessor | Diskformat | Lesen | Schreiben | ------------------------------------------------------- | 68000 (7.14 MHz) | DD | 21000 | 10000 | ------------------------------------------------------- | 68030 (28 MHz) | DD | 25000 | 12000 | ------------------------------------------------------- | 68000 (7.14 MHz) | HD19 | 36000 | 16000 | ------------------------------------------------------- | 68030 (28 MHz) | HD19 | 44000 | 20500 | ------------------------------------------------------- | 68000 (7.14 MHz) | HD20 | 30000 | 13000 | ------------------------------------------------------- | 68030 (28 MHz) | HD20 | 46000 | 22000 | ------------------------------------------------------- Es werden keine zusätzlichen Puffer benötigt. Das Multitasking wird nicht beeinträchtigt oder gar abgeschaltet. - In Zusammenarbeit mit HideGrab (siehe unten) können externe Standard DD Laufwerke von trackdisk 'gestohlen' werden. Diese arbeiten dann ebenso schnell wie unser Laufwerk im DD Modus. - HideMount macht das Anmelden der Laufwerke extrem einfach, ohne eigene 'mountlist's erstellen zu müssen. Auch die unter OS 2.0 neu hinzuge- kommene 'FileSystem.resource' wird unterstützt und auch bereits unter OS 1.2/1.3 erstellt und benutzt. Somit ist es möglich, mehrere Laufwerke über ein nur einmal im Speicher stehendes 'FastFileSystem' zu betreiben, was sehr viel Speicherplatz einspart. - HideBoot erlaubt Ihnen das Booten von allen unter hidedisk.device betrie- benen Laufwerken unter OS 1.3 und 2.0. Sie können sowohl von DD- als auch HD-Disketten booten, von OFS und FFS Disketten. - HideInstall bereitet Ihre Disketten für das Booten mit HideBoot vor. - HideFormat formatiert Ihre Disketten, um sie unter OS benutzen zu können. ------------------------------------------------------------------------- 3. Wie werden die beiden Diskettentypen verwaltet ? ------------------------------------------------------------------------- Die Erkennung des Diskettentyps erfolgt automatisch beim Einlegen einer Diskette oder beim ersten Zugriff auf ein Laufwerk bei bereits eingelegter Disk. Die Erkennung wird möglich durch eine zusätzliche Einkerbung der HD-Disket- ten, deren Existenz über die Floppy-Hardware abgefragt werden kann (auf der gegenüberliegenden Seite der Schreibschutzkerbe der HD-Diskette). hidedisk.device behandelt eine Floppy als zwei voneinander unabhängige Lauf- werke. Der gewünschte Diskettentyp wird beim Öffnen des Devices durch die Laufwerknummer gesteuert. Die DD Laufwerke haben die Nummern 0 bis 3, die HD Laufwerke 4 bis 7, beide Typen arbeiten jedoch auf demselben physikalischen Laufwerk. Möglich wird dies durch eine interne Steuerung der Zugriffsberechtigung. Will man z.B. beide Modi unter Amiga OS für das erste externe Laufwerk ver- wenden, so meldet man DF1 und DF5 an. Befindet sich keine Diskette im Laufwerk, so werden DF1 und DF5 als 'No disk present' erscheinen (bei Aufruf des CLI-Befehls 'info'). Legt man eine HD-Diskette in das Laufwerk, wird DF5 aktiviert und man kann ganz normal damit arbeiten. DF1 bleibt weiterhin 'No disk present'. Umgekehrt wird bei einer DD-Diskette DF1 aktiviert und DF5 inaktiv. Dies verhindert das versehentliche Beschreiben einer Disk im falschen Modus, wodurch die Daten unweigerlich zerstört würden. Die logischen Laufwerke für hidedisk.device sind also immer paarweise ange- ordnet, wobei das logische HD Laufwerk immer eine um 4 erhöhte Laufwerknummer besitzt: DF1 -> DF5 auf physikalischem Laufwerk 1 DF2 -> DF6 auf physikalischem Laufwerk 2 DF3 -> DF7 auf physikalischem Laufwerk 3 Genauere Informationen über das Anmelden unter AmigaOS folgen bei der Beschrei- bung von HideMount. ------------------------------------------------------------------------- 4. Was ist HideGrab ? ------------------------------------------------------------------------- HideGrab ermöglicht Ihnen die Sperrung von trackdisk.device-kompatiblen Floppy-Laufwerken, um diese Laufwerke unter hidedisk.device arbeiten zu lassen. Dadurch wird es möglich, alle Features wie automatisches 'NoClick', Ver- wendung des 'fastfilesystem' unter Kickstart 1.2/1.3 ohne zusätzlichen Speicherbedarf bei mehreren Laufwerken, Verwendung von Fastmemory als Schreib-/Lesepuffer sowie die überragende Schreib-/Lesegeschwindigkeit auch für Ihre 'alte' Standardfloppy zu nutzen. Außerdem können durch Ver- bindung von HideGrab und HideBoot externe Standardlaufwerke auch unter OS 1.3 bootfähig gemacht werden. Leider ist es aus Sicht des Betriebssystems nicht möglich, das Laufwerk DF0 zu sperren. Dies führt zu einem Guru, da die Existenz von DF0 vom Be- triebssystem vorausgesetzt wird. Das erste sperrbare Laufwerk ist demnach DF1. Die Sperrung erfolgt während der Bootphase. trackdisk.device wird dabei vorgegaukelt, daß die normalerweise für es zur Verfügung stehenden Lauf- werke nicht angeschlossen sind, wodurch es sich, ohne jeglichen Speicher zu belegen, von diesen Laufwerken verabschiedet. HideGrab besteht aus einem residenten Teil (im weiteren als 'Grabber' = Greifer bezeichnet), der resetfest im System verankert wird und einem Kon- figurationsteil, mit dem die zu sperrenden Laufwerke selektiert werden können. Der residente Teil bleibt bis zur Löschung auch über mehrere Resets hinweg erhalten. HideGrab ist nur aus CLI/SHELL wie folgt aufrufbar: 'HideGrab' gibt Ihnen Statusinformationen über verwendete Laufwerke und Aktivität des Grabbers und sagt Ihnen, ob der Grabber momentan im System ver- ankert ist. Auch werden Ihnen die hier gegebenen Informationen nochmals in Kurzform angezeigt. 'HideGrab Quit' entfernt den Grabber aus dem System. Er wird nach dem nächsten Reset verschwinden. 'HideGrab Off' ermöglicht die kurzzeitige Abschaltung des Grabbers, z.B. um Spielen den Zugriff auf DF0 und DF1 über das trackdisk.device zu ermöglichen. 'HideGrab On' macht die Abschaltung rückgängig. Nur durch diesen Aufruf wird die Abschaltung rückgängig gemacht, eine Änderung der zu sperrenden Lauf- werke ändert nichts an einer Deaktivierung. Die Voreinstellung beim erstmaligen Anmelden des Grabbers ist immer 'On'. 'HideGrab DFx..' Sperren eines oder mehrerer Laufwerke. Der gül- tige Bereich der Laufwerke ist DF1 bis DF3. DF0 kann, wie oben bereits beschrieben, nicht gesperrt werden. Nur die Laufwerke, die hier beim aktuellen Aufruf angegeben werden, sind beim folgenden Reset ge- sperrt. Andere Laufwerke, die eventuell bei einem vorherigen Aufruf gesperrt wurden, werden hier wieder freigegeben. Beispiel: 'HideGrab DF1 DF3' sperrt DF1 und DF3, gibt DF2 frei. Natürlich sind auch Angaben von DF1: oder DF2:, also mit abschließendem Doppelpunkt möglich. HideGrab wurde extrem kompakt gehalten, der Grabber belegt lediglich 250 Bytes nach der Installation. Wenn Sie mit einem Virenschutz-Programm ar- beiten, wird Ihnen dieses Programm höchstwahrscheinlich eine Mitteilung darüber geben, daß die entsprechenden Vektoren des Betriebssystems neu belegt wurden. Da der Grabber resetfest sein muß, belegt nämlich auch HideGrab diese Vek- toren. Viele dieser Schutzprogramme bieten jedoch die Möglichkeit, bekannte 'Viren' ohne Warnung bestehen zu lassen. Der Grabber trägt den Namen 'hidedisk.grabber' und hat immer eine Länge von 250 Bytes. Durch eine spezielle Funktion für die Speicherreservierung liegt 'hidedisk.grabber' immer am Ende des verfügbaren Chipmemory-Bereiches. Mit diesen Angaben können Sie Ihrem Schutzprogramm mitteilen, daß dieser 'Virus' gar keiner ist, wenn Ihr Programm die Möglichkeit dazu bieten sollte. ------------------------------------------------------------------------- Wie wird HideGrab angewendet ? ------------------------------------------------------------------------- Nehmen wir an, Sie besitzen einen Amiga 500 und haben bereits ein externes DD Laufwerk DF1 und unser HD Laufwerk als das nächstfolgende, also DF2 in- stalliert. Dann starten Sie HideGrab mit 'HideGrab DF1', wodurch das externe DD Lauf- werk nach dem nächsten Reset vom Betriebssystem nicht mehr automatisch ein- gebunden wird. Nun können Sie mit HideMount (Beschreibung folgt) DF1, DF2 und DF6 anmelden oder mit HideBoot das Booten von diesen Laufwerken akti- vieren. DF1 arbeitet grundsätzlich im DD Modus, DF2 und DF6 werden je nach einge- legtem Disktyp aktiviert. ------------------------------------------------------------------------- 5. HideMount ------------------------------------------------------------------------- HideMount dient zur Anmeldung von Laufwerken, die über das 'hidedisk.device' laufen sollen. Es macht Sie unabhängig vom Erstellen von 'mountlist' - Ein- trägen. HideMount ist nur aus CLI/SHELL aufrufbar. Um die Benutzung möglichst ein- fach zu gestalten, reicht ein Aufruf wie 'HideMount DFn' mit n = der gewünschten Laufwerknummer vollkommen aus, um ein Laufwerk un- ter AmigaOS anzumelden. Zusätzlich bietet Ihnen HideMount alle Freiheiten, DOS-spezifische bzw. hidedisk.device-spezifische Parameter zu ändern. Es folgt eine Auflistung der möglichen Parameter und ihrer Bedeutung: ------------------------------------------------------------------------- DFn ------------------------------------------------------------------------- Bestimmung des zu öffnenden Laufwerks. Es muß genau ein 'DFn' in jedem HideMount-Aufruf vorhanden sein. Der Be- reich der gültigen Laufwerke reicht von 'DF1' bis 'DF3' sowie 'DF5' bis 'DF7'. HideMount geht bei den Laufwerken 1 bis 3 von Double Density (DD) Laufwer- ken aus, also von Laufwerken, die das Standard Amiga Diskformat verarbeiten und bei den Laufwerken 5 bis 7 von High Density (HD19/20). Die Hardware-spezifischen Parameter, wie Anzahl Zylinder und Sektoren pro Spur, werden direkt von hidedisk.device erfragt und sind daher immer korrekt, egal ob Sie hidedisk19.device oder hidedisk20.device installiert haben. HideMount wird Ihnen bei Angabe eines HD Laufwerks mitteilen, welcher HD Modus zur Anmeldung verwendet wurde (HD19/HD20). ------------------------------------------------------------------------- BUF=n ------------------------------------------------------------------------- Hiermit bestimmen Sie die Anzahl an Puffern, die für das Filesystem des Laufwerks bereitgestellt werden sollen. Die Voreinstellung für diesen Wert beträgt BUF=10, was ein relativ ge- bräuchlicher Wert für Floppylaufwerke ist. Sie sind in Ihrer Wahl dieses Parameters vollkommen frei, sollten jedoch bedenken, daß jeder Puffer etwa 560 Bytes vom Gesamtspeicher Ihres Systems abzweigt. Glücklicherweise ist hidedisk.device in der Lage, auch Fastmemory zu verarbeiten, sodaß diese Puffer nicht vom wertvollen und eigentlich immer zu knappen Chipmemory abgehen, sofern Ihr System mit Fastmemory ausgestattet ist. Wenn Sie (vielleicht aus Versehen) BUF=0 angeben, wird der Wert automatisch auf BUF=1 erhöht. ------------------------------------------------------------------------- DOS0, DOS1, DOS2, DOS3 ------------------------------------------------------------------------- Angabe des gewünschten Filesystems. Ein Filesystem kümmert sich um die Ver- waltung der Diskette und verbindet im Amiga Devices, die die Hardware an- sprechen und den Teil des AmigaOS, der für Disketten- und auch Festplatten- zugriffe zuständig ist, miteinander. Die Angabe eines dieser Parameter bestimmt die Art der Verwaltung und auch ganz wesentlich die Geschwindigkeit des Datentransfers von und zur Disk. Nur ein DOSx Parameter ist pro Aufruf erlaubt, mehrere Filesysteme auf eine Diskette anwenden zu wollen, macht keinen Sinn. DOS0 bezeichnet die Verwaltungsart, die ganz zu Anfang der Amiga-Geschichte bis einschließlich Betriebssystemversion 1.1 ausschließlich zur Verfügung stand. Da DOS0 für Diskettenzugriffe ausgelegt und sehr langsam ist, was die Daten- übertragung angeht, wurde ab Kickstart 1.2 das 'FastFileSytem' (FFS) im 'L'- Ordner der Workbench hinzugefügt, um die zu dieser Zeit aufkommenden Fest- platten effektiver und vor allem schneller ansprechen zu können. Als Nachfolger oder Zusatz zur DOS0 Verwaltung konnten die ersten FFS Pro- gramme lediglich ihre eigene Verwaltungsart, nämlich die DOS1 Verwaltung verarbeiten und waren nicht für wechselbare Medien, also auch nicht für Diskettenlaufwerke ausgelegt. Sie erkannten einen Diskwechsel nicht automa- tisch. Mit Entwicklung des neuen Betriebssystems 2.0 wurden Diskettenversionen des neuen FFS verfügbar, die sowohl DOS0 als auch DOS1 Verwaltung beherrschten und Diskwechsel erkennen konnten. DOS2 und DOS3 sind erweiterte DOS0 bzw. DOS1 Verwaltungen. Diese sind für die korrekte Verwaltung internationaler Zeichen ausgelegt, so z.B. auch für die deutschen Umlaute, ansonsten besteht kein Unterschied zu DOS0/1. Unter AmigaOS 1.x liegt das Filesystem für DOS0 bereits im ROM Ihres Rechners vor. Zur Benutzung der anderen Typen muß die Datei "l:fastfilesystem" einmal in den Speicher Ihres Amiga geladen werden. HideMount nimmt dieses Laden auto- matisch vor und bindet den Programmcode in eine Betriebssystemstruktur ein, die ab OS 2.0 automatisch gebildet wird und 'FileSystem.resource' heißt. Diese Struktur dient dazu, einen möglichst unkomplizierten Zugriff auf ver- schiedene Filesysteme zu bieten. Darüber hinaus wird es möglich, den Programm- code eines einmal geladenen Filesystems mit mehreren, voneinander unabhängigen Laufwerken zu nutzen. Es entfällt also das wiederholte Laden eines Filesystems, was eine große Speicherplatzersparnis bedeutet. Ohne HideMount müssten Sie Ihre Laufwerke mittels 'mountlist' und dem CLI Befehl 'mount' anmelden. Dann aber wäre der Vorteil, den Ihnen HideMount mit dem nur einmaligen Laden des FFS bietet, verspielt und es würde für jedes Laufwerk, ob HD oder DD, jeweils ein neuerliches Laden des FFS notwendig ! Mehr noch, wenn Sie im Besitz eines Festplattensystems sind, das die 'File- System.resource' unterstützt, wie z.B. BOIL3, dann ist es ohne weiteren Be- darf an Speicherplatz möglich, das bereits vom Festplattensystem vorgeladene FFS ebenfalls zu nutzen ! Da die Größe der Diskversionen des FFS je nach Version zwischen ca. 12000 und 23000 Bytes liegt, ergibt sich eine beträchtliche Einsparung. Das 'FastFileSystem', das auf dieser Diskette im 'l'-Ordner vorliegt kann alle vier Typen verwalten und bietet auch die automatische Diskwechsel-Erkennung. Wenn Sie unter OS 1.2/1.3 DOS2 oder DOS3 Disketten betreiben wollen, ist es wichtig, daß Sie diese Datei in den 'l'-Ordner Ihrer Bootdiskette bzw. Boot- partition Ihrer Festplatte kopieren. HideMount geht bei keiner Angabe des Dostyps immer von DOS1 aus. Dies ist nur eine Formalität, da sich das FFS je nach eingelegter Diskette auf die vorlie- gende Verwaltung einstellt und es somit problemlos möglich ist, auch mit den anderen Typen erstellte Disketten anzusprechen. Wenn Sie DOS0 angeben, wird HideMount dennoch das FFS suchen bzw. laden, weil dieses auch mit DOS0 noch wesentlich effektiver arbeitet als das ROM File- system des Betriebssystems. Wenn Sie unbedingt das ROM Filesystem verwenden wollen, können Sie durch An- gabe von USEROM dieses erzwingen (siehe unter USEROM). Dann verbietet sich jedoch ein Zugriff auf Disketten der Typen DOS1 bis DOS3. Unter Amiga OS 2.0 entfallen Laden des FFS und Erstellen der 'FileSystem. resource' komplett, da dies bereits vom Betriebssystem vorgenommen wurde. Auch befindet sich das FFS bereits im ROM, sodaß ein zusätzlicher Speicher- bedarf wegfällt. Natürlich erkennt dies HideMount und wird nicht versuchen, eine Diskversion zu laden. HideMount verwendet dann grundsätzlich die ROM Version des OS 2.0. ------------------------------------------------------------------------- BURST / NOBURST ------------------------------------------------------------------------- Hiermit bestimmen Sie, ob Sie den hidedisk-eigenen Burstmodus für das ak- tuelle Laufwerk verwenden wollen. Voreingestellt ist grundsätzlich BURST, da dieser Modus nur Vorteile im Bezug auf die Datenübertragungsgeschwin- digkeit bringt und dies ohne jeglichen zusätzlichen Speicherbedarf. Die Angabe von NOBURST schaltet den Burstmodus aus, wodurch sich durch- schnittliche Geschwindigkeitseinbußen von ca. 15 % ergeben. Die Möglich- keit, den Burstmodus auszuschalten, wurde in hidedisk.device nur integriert, um 100 % Kompatibilität zum Betriebssystem-eigenen 'trackdisk.device' zu ermöglichen, das keinen Burstmodus kennt. Vielleicht könnte es einmal eine Anwendung geben, die auf die langsamere Geschwindigkeit des 'trackdisk. device' angewiesen ist, dann können Sie dies mit einer Angabe von NOBURST gewährleisten. Dieser Fall ist jedoch höchst unwahrscheinlich. Sie sollten den Burstmodus immer aktiviert lassen, da erst dieser die maximale Geschwindigkeit in der Datenübertragung ermöglicht. ------------------------------------------------------------------------- CLICK / NOCLICK ------------------------------------------------------------------------- Mit dieser Option kann das extrem störende Klicken bei nicht eingelegter Diskette an- bzw. abgeschaltet werden. Das Klicken entsteht beim Test des Devices, ob inzwischen eine neue Dis- kette in ein Laufwerk eingelegt wurde. Um dies feststellen zu können, muß das Device einen Step, also einen Schritt der Schreib-/Leseköpfe des Laufwerks vornehmen. Bei älteren Laufwerken mussten die Köpfe jeweils einen Schritt in Richtung Diskettenmitte und dann einen Schritt in Richtung Aussenseite der Diskette tun, da diese Laufwerke keine Sperre eingebaut hatten, die es unmöglich machte, die Köpfe über die äusserste Spur 0 hinaus zu bewegen. Dies konnte bei weitergehenden Schritten nach aussen dazu führen, daß ent- weder die Laufwerksmechanik beschädigt wurde oder die Köpfe sich festfuhren, also nicht mehr vom Schrittmotor des Laufwerks nach innen bewegt werden konnten. Bei neueren Laufwerken besteht diese Gefahr nicht mehr, sodaß das Device aus- schließlich durch Schritte nach aussen feststellen kann, ob eine neue Dis- kette eingelegt wurde. Diese Schritte sind jedoch, im Gegensatz zum ständigen Richtungswechsel, nicht hörbar. Bei unserem Laufwerk können Sie grundsätzlich NOCLICK, also die Voreinstellung aktiviert lassen. Wenn Sie ein älteres externes DD Laufwerk auch mit hidedisk. device betreiben wollen (siehe HideGrab) und nicht sicher sind, ob das Lauf- werk die beschriebene Vorgehensweise verträgt, sollten Sie CLICK beim Aufruf von HideMount einfügen. Unseres Wissens nach sind jedoch sämtliche für den Amiga erhältliche externe DD Laufwerke mit einer Sicherheitssperre ausgerüstet. ------------------------------------------------------------------------- USEROM ------------------------------------------------------------------------- Diese Option wirkt nur in Verbindung mit der Angabe des Filesystems DOS0 und auch nur unter den Kickstart Versionen 1.2/1.3. Bei diesen Kickstart Versionen ist das Filesystem, das mit der DOS0 Ver- waltung arbeitet, im Kickstart ROM bereits integriert. Dieses Filesystem arbeitet jedoch aufgrund der Programmierungsart sehr viel langsamer als das 'FastFileSystem' mit DOS0. Andererseits fällt bei Verwendung des ROM- Filesystems der zusätzliche Speicherbedarf zum Laden des 'FastFileSystem' weg. HideMount geht als Voreinstellung davon aus, daß Sie auch für die DOS0 Verwaltung das 'FastFileSystem' verwenden wollen und lädt dieses in den Speicher, sofern es nicht bereits in der dafür zuständigen 'FileSystem. resource' existiert. Mit USEROM können Sie diesen Vorgang verhindern. Dann wird bei Fehlen der 'FileSystem.resource' automatisch das ROM-Filesystem des Betriebssystems verwendet, also Speicherplatz eingespart. USEROM hat keine Wirkung, wenn das 'FastFileSystem' bereits von vorherigen Anmeldungen oder z.B. auch Festplatten-Anmeldungen geladen wurde. Dann wird immer dieses Filesystem verwendet, weil sich kein zusätzlicher Speicherbedarf ergibt und die Geschwindigkeitsvorteile erheblich sind. ------------------------------------------------------------------------- CHIP ------------------------------------------------------------------------- Als Voreinstellung wird AmigaOS angewiesen, grundsätzlich Fastmemory für die Puffer des Filesystems zu verwenden, sofern Fastmemory vorhanden ist. Mit Angabe dieser Option können Sie erzwingen, daß ausschließlich Chipmemory für die Pufferspeicher angefordert wird. Im Normalfall ist das Belegen von wertvollem Chipmemory jedoch nicht notwendig, da hidedisk.device im Gegen- satz zum trackdisk.device der Kickstart Versionen bis einschließlich 1.3 auch mit Fastmemory klaglos arbeitet. Diese Option soll Ihnen trotzdem die Möglichkeit offenhalten, die Puffer in das Chipmemory legen zu lassen, falls eine Anwendung darauf angewiesen sein sollte. ------------------------------------------------------------------------- Fazit: ------------------------------------------------------------------------- Wenn Sie mit den möglichen Parametern etwas überfordert sind, so reicht es in allen Fällen aus, wenn Sie einfach 'HideMount DFn', also z.B. 'HideMount DF1' für unser Laufwerk und DD Betrieb und 'HideMount DF5' für unser Laufwerk und HD Betrieb angeben, sofern es als erstes zusätzliches Laufwerk angeschlossen ist. Diese Aufrufe entsprechen bei Ersetzen der Voreinstellungen: 'HideMount DF1 BUF=10 DOS1 BURST NOCLICK' sowie 'HideMount DF5 BUF=10 DOS1 BURST NOCLICK'. Das Laufwerk arbeitet dann sowohl als DF1 mit 10 Filesystem-Puffern, FFS, Burstmodus und nicht hörbarer Diskwechsel-Erkennung im AmigaOS-kompatiblen DD Format als auch mit den gleichen Parametern im HD19 oder HD20 Format, je nach Typ des hidedisk.device, das im aktuellen 'DEVS:' Ordner vorliegt. Trotzdem ist es natürlich möglich, bei Einlegen einer Diskette, die in einer anderen DOSx Verwaltung erstellt wurde, diese zu lesen und zu beschreiben, da sich das FFS automatisch auf diese Verwaltung einstellt. Sie haben also problemlosen Zugriff auf 8 verschiedene Diskettenformate, näm- lich jeweils 11 bzw. 19/20 Sektoren pro Spur mit DOS0, DOS1, DOS2 oder DOS3 Verwaltung, können somit alle 'alten' DD Disketten lesen und schreiben sowie die DOS1, DOS2 und DOS3 Disketten, ohne irgendwelche eigenhändigen zusätzlichen Anmeldungen tätigen zu müssen. Das Einlegen einer Diskette genügt. ------------------------------------------------------------------------- Fehlermeldungen/Warnungen von HideMount: ------------------------------------------------------------------------- Sollten einmal Fehler auftreten, wird Ihnen HideMount den Grund für den jeweiligen Fehler ausführlich beschreiben. Dies erspart Ihnen das Nach- schlagen in der Anleitung, meistens ist sie im Fehlerfalle sowieso gerade nicht zur Hand. Eine Warnung, die ausschließlich unter frühen Versionen des OS 2.0 auf- treten kann, soll hier dennoch noch einmal aufgeführt werden. HideMount meldet alle Laufwerke so an, daß Sie keinen Zugriff auf das Laufwerk tätigen müssen, um es quasi zu öffnen, d.h. der Status des Laufwerks, ob eine Diskette eingelegt ist, ob Sie lesbar ist usw. kann sofort nach Anmeldung mittels des CLI - Befehls 'info' erfragt werden. Arbeiten Sie auf der Workbench, wird dort ebenfalls sofort nach der Anmeldung das entsprechende Disk-Icon erscheinen. HideMount bedient sich dabei einer Betriebssystem-Funktion, die unseres Wissens nach unter allen Vorversionen des OS 2.0 mit Versionsnummer 36 bei diesem Direktstart unkorrekt arbeitet und (zumindest) zu einem rückkehrbaren Alarm führt. Die (endgültige ?) Version des OS 2.0 trägt bei allen Systemstrukturen die Versionsnummer 37. Darum verzichtet HideMount bei Version 36 auf einen Direktstart der Lauf- werke, d.h. Sie müssen einmal darauf zugreifen (z.B. mit 'dir DF5:'), um sie unter CLI/Workbench 'erscheinen' zu lassen. HideMount wird Ihnen dies während des Programm-Ablaufs mitteilen. Früher oder später sollten sich Benutzer einer frühen OS 2.0 Version sowieso mit einer neueren Version ausrüsten, da dieser Fehler in den 36er Versionen beileibe nicht der einzige ist und nicht alle Fehler so relativ einfach ausgebügelt werden können. ----------------------------------------------------------------------------- 6. Was ist HideBoot ? ----------------------------------------------------------------------------- Mit HideBoot können Sie Ihre HD-Laufwerke und reservierte DD-Laufwerke unter OS 1.3 und OS 2.0 bootfähig machen. Dieses Feature wurde auf vielfachen Kun- denwunsch hin zusätzlich in das Hide-Paket integriert. HideBoot gibt Ihnen die Möglichkeit, genau zu bestimmen, welche Laufwerke während der Bootphase lediglich aktiviert (Automount) und von welchen tatsächlich gebootet werden soll. Auch ist es möglich, Laufwerke nicht anmelden zu lassen, wenn sie nicht benötigt werden. Dann wird der sonst zur Verwaltung notwendige Speicherplatz eingespart. Außerdem bietet HideBoot als erstes kommerzielles Produkt das Booten direkt von FFS-Disketten unter OS 1.3 und OS 2.0 und zwar sowohl von HD-, als auch von DD-Disks. HideBoot meldet die angegebenen Laufwerke nicht an, sondern kümmert sich nur darum, dies während der Bootphase zu tun. Für die manuelle Anmeldung ist weiterhin HideMount zuständig. HideBoot besteht, ähnlich wie HideGrab, aus einem Teil, der resetfest im Spei- cher verankert wird und dort bis zur Löschung verbleibt (im weiteren als Strap bezeichnet) und einem Konfigurationsteil, mit dem die Aktionen des Strap beein- flußt werden können. HideBoot ist nur aus CLI/Shell aufrufbar. Die folgenden Aufrufe dienen der globalen Steuerung der Umgebung von HideBoot: 'HideBoot' gibt Ihnen Statusinformationen über verwendete Laufwerke und deren Konfiguration während der Bootphase und zu- sätzliche Informationen über den Status des Strap. 'HideBoot QUIT' entfernt den Strap aus dem System. Alle Teile, die dem Strap angehören, werden nach dem nächsten Reset ver- schwinden. 'HideBoot OFF' ermöglicht die Abschaltung des Strap. Alle Informa- tionen bleiben jedoch erhalten, sodaß eine Reakti- vierung möglich ist. 'HideBoot ON' macht eine Abschaltung wieder rückgängig. Die Vor- einstellung des Straps bei erstmaligem Aufruf ist immer 'ON'. Die folgenden Parameter verändern lediglich den Status eines bestimmten Laufwerks während der Bootphase: 'DFn' Bestimmung des Laufwerks, dessen Status verändert werden soll. Es ist nur ein DFn in jedem HideBoot-Aufruf erlaubt. Der Bereich der gültigen Laufwerke reicht von 'DF1' bis 'DF3' sowie 'DF5' bis 'DF7'. 'BUF=n' 'DOS0' 'DOS1' 'DOS2' 'DOS3' 'BURST' 'NOBURST' 'CLICK' 'NOCLICK' 'USEROM' 'CHIP' Diese Optionen haben exakt dieselbe Bedeutung wie unter HideMount beschrieben. Sie dienen dazu, die Laufwerke unter der Konfiguration zu betreiben, wie sie auch bei HideMount angegeben werden kann. Die Angaben, die Sie hier machen, werden während der Bootphase verwendet, um das entsprechende Laufwerk mit den gewünschten Parametern anzumelden. 'NOBOOT' Das angegebene Laufwerk soll zwar automatisch angemel- det, jedoch nicht davon gebootet werden. Unter OS 2.0 kann diese Option durch Oeffnen des Bootmenüs (gleich- zeitiges Drücken der linken und rechten Maustaste während des Neustarts) und Auswahl des entsprechenden Laufwerks ausser Kraft gesetzt werden. 'NOMOUNT' Das angegebene Laufwerk wird nicht während der Boot- phase angemeldet. Diese Option schließt 'NOBOOT' mit ein. ----------------------------------------------------------------------------- 7. Wie wird HideBoot angewendet und was bewirkt es ? ----------------------------------------------------------------------------- Damit Sie auch bei der Verwendung von HideBoot nicht mit der Vielzahl an Parametern überfordert werden, ist zum Erreichen der Bootfähigkeit eines Laufwerkes z.B. der Aufruf: 'HideBoot DF5' vollkommen ausreichend. Auch hier werden, wie bei HideMount, voreingestellte Werte ergänzt, die folgendem Aufruf entsprechen: 'HideBoot DF5 BUF=10 DOS1 BURST NOCLICK' DF5 wird also während der nächsten Bootphase zumindest automatisch angemel- det und die Standardparameter werden zur Anmeldung verwendet. Ob das System dann auch wirklich von diesem Laufwerk bootet, hängt von folgenden Faktoren ab: - Es muß eine bootfähige Diskette in DF5 liegen. Unter OS 1.3 liest der Strap die ersten beiden Blöcke der Diskette in DF5. Ist dort keine Diskette vorhanden oder ist diese nicht formatiert oder nicht boot- fähig, wird von diesem Laufwerk nicht gebootet, das hätte ja auch keinen Sinn. Die automatische Anmeldung bleibt jedoch weiterhin bestehen, sodaß Sie ohne einen Aufruf von HideMount direkt nach dem Hochfahren des Systems auf DF5 zu- greifen können. Der Strap von HideBoot kann nicht, wie das Betriebssystem, auf das Einlegen einer Diskette warten (erkennbar an der Workbench-Hand oder der kleinen Anima- tion mit der Diskette unter OS2.0). Die Disk, von der gebootet werden soll, muß also vor dem Auslösen des Resets in das entsprechende Laufwerk einge- legt werden. Unter OS 2.0 ist diese Einschränkung nicht mehr vorhanden. Dort werden alle bootfähigen Geräte, also auch Diskettenlaufwerke, komplett vom Be- triebssystem verwaltet. Dort ist es möglich, auch durch das nachträgliche Einlegen einer Diskette von dieser zu booten. - Es darf nicht bereits ein Gerät mit dem Namen des Laufwerks angemeldet sein. Der Strap durchsucht eine Liste des Betriebssystems. Findet er dort den Namen des anzumeldenden/zu bootenden Laufwerks, wird das Laufwerk weder angemeldet noch gebootet, da Doppelanmeldungen zu sehr unangenehmen Fehlern führen können. Dieses Problem sollte jedoch nie auftreten, da die DFn - Namen für Disketten- Laufwerke reserviert sind. - Es darf kein bootfähiges Gerät mit einer höheren Bootpriorität aktiv sein. Den Laufwerken werden, wie unter OS2.0 üblich, folgende festgelegte Bootprio- ritäten zugewiesen: DF1 und DF5 erhalten Priorität -10 DF2 und DF6 erhalten Priorität -20 DF3 und DF7 erhalten Priorität -30 Sollten Sie also eine Festplatte besitzen, die eine bootfähige Partition mit einer Priorität von z.B. 5 beinhaltet, wird immer von dieser Partition gebootet, es sei denn, sie wäre nicht formatiert oder irgendein anderer Fehler würde auftreten. - Es darf keine bootfähige Diskette in DF0 liegen. DF0 hat immer Priorität über die von HideBoot verwalteten Laufwerke. Liegt dort eine bootfähige Diskette, werden die HideBoot - Laufwerke lediglich au- tomatisch angemeldet. ----------------------------------------------------------------------------- 8. Ein Beispiel für die Anwendung von HideBoot ----------------------------------------------------------------------------- An einem A 500 ist als erstes externes Laufwerk ein Standardlaufwerk ange- schlossen und daran Ihr HD-Laufwerk. Dann wird das Standardlaufwerk grund- sätzlich als DF1 und das HD-Laufwerk als DF2 und DF6 angesprochen. Sie können nun durch die Aufrufe 'HideGrab DF1' das Standardlaufwerk für hidedisk.device reservieren und mit 'HideBoot DF1' 'HideBoot DF2' 'HideBoot DF6' die Laufwerke als bootfähig deklarieren. Nehmen Sie nun eine beliebige bootfähige Diskette und legen Sie sie in DF1 oder DF2 ein. Entfernen Sie die Diskette aus DF0, wenn sie bootfähig ist. Führen Sie einen Reset durch, es wird nun automatisch von DF1 oder DF2 gebootet. Natürlich können Sie auch von HD-Disketten booten, wenn Sie diese vorher mit HideInstall (Beschreibung folgt) bootfähig gemacht haben. Dies gilt bei diesem Beispiel natürlich nicht für DF1, weil dort keine HD-Disketten gelesen werden können. Wie im obigen Beispiel können Sie in Zusammenarbeit mit 'HideGrab' nun so- gar Ihre 'alten' Standardlaufwerke bootfähig machen und dort sogar von FFS- Disketten booten ! ----------------------------------------------------------------------------- 9. Was ist HideInstall ? ----------------------------------------------------------------------------- HideInstall ist das Gegenstück zum CLI-Befehl 'install'. Mit HideInstall können Sie Ihre HD- und DD-Disketten bootfähig machen. HideInstall wird aus CLI/Shell mit folgenden Parametern aufgerufen: DFn bestimmt das zu installierende Laufwerk und versucht, die darin eingelegte Diskette bootfähig zu machen. DFn muß vor dem Aufruf von HideInstall bereits angemeldet worden sein und dort muß eine gültige DOS-Diskette eingelegt sein. Genau ein DFn muß bei jedem Aufruf von HideInstall unbedingt ange- geben werden. NOBOOT kann zusätzlich angegeben werden und macht eine bereits boot- fähige Diskette in DFn wieder nicht bootfähig. CHECK kann ebenfalls zusätzlich angegeben werden und überprüft den Inhalt der Blöcke auf der Diskette in DFn, die für das Booten zuständig sind. Erkannt werden der Standard OS 1.2/1.3 Boot- block, der neue OS 2.0 Bootblock und wenn keine bootfähige Disk in DFn liegt. Dies soll der Vorbeugung gegen Bootblock- Viren dienen. Es wird dabei nicht auf Diskette geschrieben. Die Kombination von NOBOOT und CHECK ist nicht erlaubt, es ist nur ein zusätzlicher Parameter zulässig. Zur Verdeutlichung hier noch drei Beispiel-Aufrufe: 'HideInstall DF2' macht die Diskette in Laufwerk DF2 bootfähig. 'HideInstall DF2 NOBOOT' macht die Diskette in Laufwerk DF2 nicht bootfähig. 'HideInstall DF2 CHECK' überprüft die Bootblöcke in DF2. HideInstall verwendet zur Installation bereits den neuen OS 2.0 Bootblock, der jedoch auch unter OS1.2/1.3 funktioniert. HideInstall kann nur Laufwerke ansprechen, die von hidedisk.device betrieben werden, die Installation von Disketten unter trackdisk.device bleibt weiter- hin Sache des CLI 'install' (z.B. grundsätzlich in DF0). ----------------------------------------------------------------------------- 10. Wozu dient HideFormat ? ----------------------------------------------------------------------------- Mit HideFormat können Sie Ihre Disketten unter OS nutzbar machen. Jede Dis- kette muß mindestens einmal mit HideFormat für die Benutzung vorbereitet wer- den. HideFormat wird aus CLI/Shell wie folgt aufgerufen: 'HideFormat DFn Name DOSx [NOICONS] [QUICK]' DFn - bestimmt das Laufwerk, auf dem die Formatierung vorge- nommen werden soll. Gültige Laufwerke sind DF1 bis DF3 sowie DF5 bis DF7. Das Laufwerk muß bereits angemeldet sein und muß von 'hidedisk.device' verwaltet werden. Name - legt den Namen fest, den die Diskette nach der Forma- tierung erhalten soll. 'Name' muß mindestens 1 und darf höchstens 30 Zeichen lang sein und darf kein ':' oder '/' enthalten. Wenn 'Name' Leerzeichen enthält, muß er wie z.B. "Leere Disk" in Anführungszeichen eingeschlossen werden. DOSx - legt die Disk-Kennung für das Filesystem fest. Diese Kennung wird vom betreibenden Filesystem zur Identifikation der Dis- kette verwendet. Erlaubt sind DOS0 für das 'alte' Filesystem (OFS), DOS1 (FFS) sowie DOS2 und DOS3 für die erweiterten Ver- sionen von OFS und FFS. Denken Sie bitte daran, daß Disketten unter OS 1.2/1.3 auf DF0 nur dann gültig sind, wenn Sie hier DOS0 verwenden, weil das OFS unter diesen Betriebssystem-Ver- sionen nur DOS0-Disks verwalten kann. Die Sequenz 'DFn Name DOSx' wird von HideFormat genau in dieser Reihenfolge erwartet und muß entsprechend angegeben werden. Die folgenden Parameter da- gegen sind nicht zwingend notwendig und können beide zusammen in beliebiger Reihenfolge und auch einzeln angegeben werden: NOICONS - es wird kein "Trashcan" - Ordner und auch kein Icon für diesen Ordner erzeugt. NOICONS können Sie angeben, wenn Sie diesen Ordner nicht benötigen oder die zu formatierende Diskette nicht auf der Workbench verwenden wollen. Dies ergibt einen größeren nutzbaren Bereich nach der Formatierung. QUICK - ist nur bei bereits einmal formatierten Disketten anwendbar. Wird QUICK benutzt, werden nur die Informationen über die Belegung der Diskette neu geschrieben und die Diskette wird damit geleert. Dies geht natürlich wesentlich schneller, als die gesamte Diskette komplett neu zu beschreiben. Wenn Sie HideFormat korrekt gestartet haben, werden Sie gebeten, die Diskette einzulegen, die Sie formatieren wollen. Achten Sie bitte darauf, daß diese nicht schreibgeschützt ist und bedenken Sie, daß eine Formatierung sämtliche Daten auf der Diskette unwiderruflich löscht. Auch mit Verwendung von QUICK ist eine Restaurierung der Daten nur selten möglich. ------------------------------------------------------------------------- 11. Entwicklerinformationen ------------------------------------------------------------------------- Auf dieser Diskette befinden sich im Verzeichnis 'Developer' alle zur Ansteuerung von hidedisk.device notwendigen Include-Dateien für C (.h) und Assembler (.i) sowie die Datei 'Developer.doc' mit Hinweisen über Kommandoaufbau und Ansteuerung des hidedisk.device. Diese Dateien bieten Ihnen die Möglichkeit, eigene Programme für die Zusammenarbeit mit hidedisk.device zu entwickeln. Wir behalten uns jedoch das Recht vor, die in den Includes aufgelisteten Strukturen für spätere Versionen zu ändern. Deshalb ist es anzuraten, Ihre Projekte nicht auf die privaten Teile der Strukturen abzustimmen, da ein korrekter Ablauf nach einer Änderung unsererseits nicht mehr gegeben ist. hidedisk.device bietet Ihnen ausreichend die Möglichkeit, mit den Standard - Device Funktionen zu arbeiten, ohne spätere Inkom- patibilitäten befürchten zu müssen. Auch dürfen die nur zur Dokumentation aufgeführten und als absolut privat anzusehenden Elemente der Strukturen niemals eigenmächtig ver- ändert werden, da sonst ein ordnungsgemäßer Ablauf der Devicefunktionen nicht mehr gegeben ist. ------------------------------------------------------------------------- 12. wie vorher. ------------------------------------------------------------------------- Zu Batchdatei: Ich schlage vor, die Auto-Installation so zu erweitern: 1. Abfrage nach Devicetyp (20/19 Sektoren). Kopieren des devices. 2. Kopieren des neuen FFS. Bei bestehendem FFS Umaendern in ffs.old 3. Abfrage nach Booten von Laufwerk. Ergebnis vermerken. 4. Wenn Booten erwuenscht, Erzeugen von HideBoot + HideMount Zeilen in startup-sequence, sonst nur HideMount.