PPaint - Workshop I - Das Gesicht (w) M.Taupitz So, bevor ich mich über die Grundlagen zum Gesicht auslasse, muß ich doch leider darauf hinweisen, das der DPaint-Workshop von M.Thron in der letz- ten NL-Intern (10) derart stümperhaft ist, das man sich fragen muß, wie man mit diesen stilistischen Mitteln ein einigermaßen realistisches Ge- sicht auf den Screen zaubern will. Selbst wenn man nur `comichafte` Ge- sichter painten will, sollte man über mehr als nur ein paar Kreise und Ovale die mit Verläufen gefüllt werden, verfügen. So, das vorneweg, und nun zum Gesicht : Wichtig ist es sich mit Proportionen und wesentlichen Merkmalen des Ge- sichtes zu beschäftigen. Männer haben in der Regel die größeren und kant- igeren Gesichter. Ebenso werden bei Männern die Lippen weniger, die Augen- brauen dafür umso mehr betont. Frauen haben kleinere Nasen, und Größere Augen. Das sind nur einige wenige der Merkmale. Wenn Sie öfter Gesichter beobachten und Zeichnen, fällt ihnen sicher noch mehr auf. I. Skizze (Bild Gesi1.lbm) Das Gesicht das wir zeichnen wollen ist im Halb-Profil, damit werden kleinere Ungenauigkeiten unwichtig. D.h. wenn z.B die Augen nicht korrekt in der gleichen Höhe sind, nimmt das Auge des Betrachters solche Kleinig- keiten nicht sofort wahr ! Gut, als erstes zeichnen wir die `Skyline` des Gesichtes, praktischerweise nehmen wir dafür die Linien-Funktion. Sie sollten immer einen Finger über der Undo-Taste schweben lassen, damit Ausrutscher sofort wieder rückgängig gemacht werden. Ihre Skyline muß nicht exakt der des Bildes entsprechen ( kein Gesicht ist gleich ), am besten nehmen Sie sich eine Vorlage aus einer Zeitung. Ist die Skyline fertig, zeichnen S ie die Hilfslinien in einer Farbe ein, die Sie im weiteren Verlauf nicht mehr verwenden. Sie fangen mit der Aufteilung des Gesichtes in der Mitte an. Dann setzen Sie die horizontalen `Bögen` für Augen, Nase und Mund. II. Die Nase (Bild Gesi2.lbm) Nun zeichnen wir die Nase ein, die größte Erhebung im Gesicht (sollte es zumindest sein.) Wie realistisch diese ausfällt ist Ihre Sache, auch hier- für sollten Sie die Linien-Funktion benutzen. Ich habe im Bild eine`Stand- ard-Nase` genommen, die sowohl Frau, wie Mann tragen können, aber für bei- de nicht typisch ist. Denken Sie dabei stets daran das Sie die Nase leicht schräg sehen, der Mittelpunkt also nicht die äußere Spitze ist. Auch hier können Sie gerne von meiner Skizze abweichen. III. Die Augen (Bild Gesi3.lbm) Die Augen gehören zu den wichtigsten und markantesten Punkten. Wichtiger als die Nase. Denn mit den Augen deuten Sie bereits darauf hin, was das Gesicht später ausdrücken soll. Ich habe seitlichschauende gewählt, die keinen besonderen Audruck tragen. Nehmen sie verengte Augen für Wut und Trauer, große für Überraschung und Lachen. Eine wichtige Rolle spielen da- bei auch die Augenbrauen. Hier müssen sie auch per Draw-Funktion die Li- nien-Funktion unterstützen, indem sie die Rundungen modellieren. Ebenso mit einem größeren Pinsel die Pupille setzen. IV. Der Mund (Bild gesi4.lbm) Auch der Mund ist sehr wichtig. Ob geöffnet, die Mundwinkel nach oben oder nach unten deuten, alles fällt ins Gewicht. Damit sollten Sie ruhig etwas herumspielen. Ebenso lassen sich durch Augen und Mund am besten die Ras- senunterschiede erkennbar machen. Wenn Sie wulstige Lippen malen, wird je- der einen afrikanischen Akzent am Gesicht finden, sind die Augen länglich, klein und spitzzulaufend, ist etwas Asiatisches im Spiel. Ebenso bei der Nase, die flache, breite Nasenform ist afrikanisch, klein und breit ist asiatisch, Hakennase indianisch oder israelisch. Alles Dinge mit denen man einem Gesicht Ausdruck und Rasse verleiht ! Benutzen sie für den Mund wieder das Linien-Werkzeug, und arbeiten Sie Rundungen mit der Draw-Funktion aus. V. Farbe (Bild gesi5.lbm) Nun sollten Sie einen Hautton wählen, der auch in einer dunkleren Form in Ihrer Palette existiert. Markieren Sie die äußeren Konturen mit der Li- nien-Funktion, im dunkleren Hautton. Nun füllen Sie das Gesicht mit dem helleren Hautton, evtl. müssen Augen und Mund per Hand wieder mit der Hin- tergrundfarbe gefüllt werden. VI. Erste Schatten (Bild Gesi_6.lbm) Durch die Schattierung akzentuieren Sie das Gesicht. Ich fange für gewöhn- lich mit der Augenpartie an. Sie sollten immer bedenken von wo das Licht kommt, evtl. schreiben Sie es sich dabei. VII. Mehr Schatten (Bild Gesi_7.lbm) Die seitliche Kopfpartie muß schattiert werden ( zumindest wenn das Licht wie im Beispiel von links oben kommt ). Sie sollten sich auch die Form des Kopfes dabei vor Augen halten. Die `Kante`, also die seitliche Partie gibt normalerweise einen starken Kontrastpunkt, und dient zur Bestimmung des Gesichtes bei. Die wird auch gerne von Comiczeichnern stark betont, weil sich wirklich einfach das Gesicht und der restliche Kopf dadurch stark abgrenzen lassen. Im Bild können Sie jetzt auch Wangenknochen, Backen und evtl. Unregelmäß- igkeiten mit den Schatten anreißen. VIII. Die Lippen (Bild Gesi_8.lbm) Die Lippen sind ein sehr subtiles Mittel um das Geschlecht anzudeuten. Stark betonte, rötlich bis rote Lippen sind eindeutig feminin. Nehmen Sie jedoch die dunklere Hautfarbe so geht es schon in maskuline Gefilde. IV. Verbesserungen (Bild Gesi_9.lbm) Man sollte für Verbesserungen immer offen sein, und gerade weil es am Com- puter so einfach ist, auch Versuche wagen. Das Original dabei immer vorher sichern. Im Beispiel habe ich die Züge nachgearbeitet, Nase und Mund ent- sprechend verändert. Sie sehen, immer probieren. So, ich hoffe Sie konnten etwas Lernen, auch wenn es leider etwas mühselig ist, den Text und die Bilder dazu zu betrachten. Bis zum nächsten Mal Michael Taupitz