Hallo, Freunde, hier ist wieder Stachel-Guido! (Einen Moment Pause - dies ist schließlich eine Billig-Diskette, und Pausen sind definitiv billiger als gute Witze!) In den letzten Monaten war es ein wenig ruhiger um CACTUS geworden. Schuld daran war die Bundesregierung oder die Stasi. Die sind schließlich alles schuld, was kein anderer schuld war. Daß wir nun wieder eine Diskette herausbringen, liegt einfach daran, daß wir die hohlwangigen Gestalten mit den zitternden Fingern nicht mehr ertragen können, die ihre Zelte vor dem CACTUS-Hauptquartier in Grevenbroich aufgeschlagen haben. Jeden Tag dieses Spießrutenlaufen durch Horden abgerissener Gestalten, die einem mit den Worten "Bitte eine milde Gabe - wenn ich nicht bald ein Stück CACTUS ins Laufwerk bekomme, muß ich intellektuell elend verkümmern!" den Weg versperrten. Und die Myriaden PD-Händler, die gerade immer dann das Telefon klingeln ließen, wenn man sich wieder etwas intimer mit der Freundin befassen wollte... Am schlimmsten allerdings waren die gutgekleideten Herren mit den eng gebundenen Krawatten, die in dunklen Passagen lauerten und unbedingt einen sogenannten "Wachturm" gegen eine CACTUS-Disk tauschen wollten. Damit dies nun aufhört und auch nie wieder anfängt, findest Du hier nun eine exakte Anleitung zum Selberbasteln einer CACTUS-Disk! WIR BASTELN UNS EINE CACTUSDISKETTE ----------------------------------- HINWEIS: CACTUS übernimmt für diese Bauanleitung weder moralische noch technische Verantwortung - wenn´s nicht klappt: Selbst schuld, ätsch! Alles ohne Gewähr! Schritt 1: Materialbeschaffung ---------- CACTUS-Grundmaterial sind weder Luft noch Liebe, sondern sogenannte "Leerdisketten". Nicht zu verwechseln mit den ähnlich klingenden "Lehrdisketten", deren Verbreitung auch in liberalen Unterrichtsgebäuden bisher noch nicht zu verhindern war. Leerdisketten sind von jedermann leicht herzustellen. Man braucht dazu lediglich einen Renault 5 Baujahr 1983, eine Packung "Palazzo"-Kekse vom ALDI-Markt, eine Sprüh- pistole von Wirichs, Stinnes, Hagebaumarkt oder von Obi, eine leere Dose Cola, eine Rolex (die billigste) sowie eine Mercedes-Radkappe, dreiundfünfzig Zentimeter Sony- Metall-Cassettenband und ein paar haushaltsübliche Werkzeuge. Pro Diskette. Aus dem R5 entnimmst Du nun zunächst das Armaturenbrett. Ein paar heftige Schläge gegen die nächstbeste Mauer damit, und die überflüssigen Teile sind sauber entfernt. Wichtig (das heißt gebrauchsfähig) sind hier nur die Plastikteile. Nun suchst Du Deinen besten Kochtopf und stellst ihn auf den E-Herd; höchste Heizstufe ist jetzt angesagt. Das Armaturenbrett bearbeitest Du vorsichtig mit der Laubsäge und wirfst die etwa vier Quadratzentimeter großen Teile in den Kochtopf. Sollte sich nun ein lustiges Feuerchen entzünden, dann bitte KEINE PANIK. Erfahrungsgemäß benötigt die Feuerwehr nur zwanzig Minuten bis zum Brandherd; oft können sogar noch die Wohnungsinhaber gerettet werden. Sollte sich wider Erwarten kein Feuerchen entzündet haben, kannst Du nun, bis die Plastikmasse geschmolzen ist, eine Gipsform mit den Maßen 9 x 9,25 Zentimeter herstellen. was, kein Gips im Haus? Dann nichts wie ab zu Obi! Falls Dein Haus noch steht, wenn Du zurückkommst (Du Dödel hast natürlich vergessen, die Herdplatte auszustellen!), dann herzlichen Glückwunsch an Dich und Deine Versicherung. Sobald die Gipsform fertig ist und die Plastiksoße schön feinsämig im Topf glibbert, gießt Du nun nacheinander beide Diskettenhälften im Gips. Sieht doch bereits ganz hübsch aus! Als nächstes widmest Du dich dem Innenleben der Diskette. Du zerkochst mit einem anderen Topf (immer schön hygien- isch bleiben!) das Metall-Tape und füllst es in die Sprühpistole. Natürlich hast Du vorher aus dem Palazzo-Behälter eine Scheibe von 8,5 Zentimeter Durchmesser herausgelötet und das Ganze fünf Monate in einem Buch auf der Heizung liegenlassen, damit die Scheibe schön glatt wird. Diese Scheibe entnimmst Du nun dem Buch, bittest Deine Lebensgefährtin, sie gut festzuhalten, und besprühst das Ganze in einem Abstand von zwei Stunden genau fünfzehnmal. Falls Deine Lebensgefährtin etwas abbekommt: Laß sie ruhig zu ihrer Mutter ziehen; sie stört bei der Diskettenproduk- tion ja doch nur. Halbzeit! Unsere Diskette ist bald gebrauchsbereit. Das nächste Teil basteln wir uns aus der Radkappe. Im Kalt- walzwerk um die Ecke läßt Du Dir erstmal eine flache Scheibe daraus machen. Vielleicht schneiden Dir die Jungs auch gleich aus dem Mittelstück eine Scheibe von 2,5 Zentimeter heraus. Wenn nicht, dann wirf Dich auf den Boden, hämmere mit beiden Fäusten darauf ein und schluchze und kreische laut. Was bei Mutti geholfen hat, wird auch bei den Männern vom Walzwerk seinen Zweck nicht verfehlen. Die Scheibe fühst Du harmonisch in die Mitte des anderen Scheibenteils ein; ein kleines Schraubenzieherloch in der Mitte angebracht, und das Disk-Innenleben ist fertig. Jetzt naht der große Einsatz der Cola-Dose. Gehe zum Örtlichen Schmied und lasse das Ding platthauen (nicht den Schmied, sondern die Dose!!!). Wenn die Dose endlich platt ist, läßt Du Dir ein Stück von 6,5 x 4,8 Zentimetern herausschneiden, das in der Mitte vorsichtig gefaltet wird. Nun ist es an der Zeit, auch die Rolex ihrer Verwendung zuzuführen. Wirf das Ding auf den Boden oder, falls zur Hand, in eine Schrottpresse. Mit Schrottpresse meine ich übrigens nicht die BILD-Zeitung. Falls Du das blöde Ding aufbekommen hast, lacht Dir ein Stückchen Feder entgegen. Das ist das letzte Teil, das zu Deiner Diskette noch fehlt. Nun kannst Du endlich zum Zusammenbau der Einzelteile schreiten. Du nimmst die untere Hälfte der Plastik- ummantelung, legst die besprühte Plastikscheibe hinein und legst die andere Plastikummantelung darauf. Damit nun nichts mehr verutschen kann, spannst Du das Ganze mit nicht mehr als 20 Nm in einen Schraubstock und nagelst die beiden Plastikhälften an den Rändern aufeinander. Aber vorsichtig! Jetzt noch die Uhrenfeder an den den unteren Rand der Plastikhülen geklebt und das Aluminiumteil ebenfalls darauf gepreßt. Von der Natur nicht so gut ausgestattete Personen können das Ganze auch zwischen die Schenkel nehmen und so einen erhöhten Druck auf das Aluminium ausüben, das auf diese Weise fast von selbst in die richtige Position gleitet. Fertig! Du nimmst Deine erste selbsterstellte Diskette nun und hämmerst sie mit einem großen Nagel in die Wand über Deinem Rechner. Falls sich dort keine Wand, sondern nur Deine Lebensgefährtin befindet: Hämmer nicht! Leg die Diskette einfach NEBEN Deinen Rechner! Diese selbsterstellte Diskette hat Dir nun hoffentlich etwas Respekt vor der Leistung der Diskettenhersteller beigebracht, die derartige Mühen tagtäglich auf sich nehmen. Außerdem hast Du nun die Antwort auf die Frage, warum Rolex-Uhren so selten sind. Nach dieser erzieherischen Maßnahme gehst Du in das nächste Kaufhaus und kaufst Dir eine Packung 3,5 Zoll- Disketten zu 11,90 DM. Schritt 2: Die Programme ---------- Jede Diskette sollte einen Inhalt besitzen. Üblicherweise speichert man auf Disketten entweder dämliche Texte wie diesen, geile Fotos wie die auf gewissen anderen Disketten, tolle Musik wie auf mancher CACTUS-Musikdisk oder gar Programme. Was machst Du nun, wenn grad kein Programm zur Hand ist, das danach schreit, auf Diskette gebannt zu werden? Da gibt es nun prinzipiell drei Möglichkeiten: Selbermachen, Selberklauen oder schicken lassen. Du selbst kannst Deine Programmierfähigkeiten am besten beurteilen. Also vergiß das mit dem Selbermachen erst mal. Bleiben Selberklauen und schicken lassen. Programme von anderen PD-Serien klauen ist das übliche Verfahren der PD-produzierenden Szene. Du möchtest doch wohl nicht vom altbewährten Verfahren abweichen, oder??? Zum Klauen bietet sich hier besonders die FISH-Serie an, auch als AmigaLibDisks bekannt. Hier findet sich zumeist alles, was Rang und Namen in der PD-Szene hat und was sich lohnt, geklaut (= kopiert) zu werden. Zumal die Autoren der Programme ihre Erzeugnisse zum allgemeinen Kopieren freigegeben haben (= PD). Deshalb besitzen wir auch ein Abo der FISH-Serie. Die dritte legitime Methode, zu Programmen für die eigene Diskettenserie zu kommen, ist das zuschicken lassen. NICHT bewährt haben sich hier Bettelbriefe an bekannte PD-Autoren wie z.B. folgender: "Hei, ich bin der Super-Soft-Power-Mega-Geile Andy. Sicher wartest Du nur darauf, Deine neuen Programme in meiner Serie ´Schrotti-Disk, die edle´ unterzubringen. Ich biete Dir dazu die einmalige Chance, wenn Du Deine neuen Programme zusammen mit einem Hunni an meine Adresse rüberwachsen läßt. Disketten können leider nicht zurückgeschickt werden. Die brauch ich doch, um die Programme zu verkaufen! Achja, und bitte nicht irgendso´n Mist in Basic, C, Pascal, oder irgendner anderen Sprache außer ASSEMBLER. Ich nehm´ nur astreine Programme, klaro? Bis die Tage, Andy." Bewährt hat es sich dagegen, erstmal bekannt zu werden (Gratisdisks an die Presse!) und dann zu warten, daß ein paar Leutchen Dir ihren Geistessschweiß zuschicken. Der Unterschied zwischen dieser Methode und dem Klauen von FISH beträgt übrigens üblicherweise 2 Monate. Solange dauert es, bis das vom Autor zeitgleich an Dich und Fred Fish geschickte Programm auf ´ner Fish-Disk zu finden ist. Schritt 3: Das Erstellen ---------- Die Erstellung von CACTUS-Disketten erfordert größte Umsicht, viel Arbeitswillen und Sachkenntnis und vor allem eine große Portion Unverfrorenheit. Kopf hoch, wenn Du nichts davon besitzt: Gründe einfach einen sogenannten "Computerclub". Das ist eine Vereinigung begabter Nichtskönner mit einer Ausnahme. Dieser eine hat wirklich Ahnung und ist für grundsätzlich alles zuständig, was mit Computern zu tun hat. Dafür sind die anderen halt im Fach "Betriebsfeiern" Spitze. Gell? Aber Vorsicht: Überzeuge Dich vor dem Eintritt in diesen Club, daß nicht DU derjenige mit der meisten Ahnung bist, sonst bleibt die Diskettenarbeit noch an Dir kleben. Und von Arbeit hat Dein Arzt Dir ja schon seit jeher streng abgeraten. Nun gibt es nur noch ein Problem: Wohin mit den fertigen PD-Disketten? Ganz einfach: Du schickst sie an uns, wir freuen uns, daß wir damit mal keine Arbeit hatten, und benennen das Ding einfach in CACTUS Nummer irgendwas um. Hey, Leute! Was rennt Ihr alle davon? Naja, den Versuch war´s wert... -------------------------------------------------------------------------- Zum Schluß noch eine Erwähnung all derer, die mich diesmal beschworen haben, nicht erwähnt zu werden: MARCUS BUNGERT - Einer der ganz großen "Macher" bei CACTUS. Erreicht mit seinem Panda glatt Mach 3. (*** Und hinterläßt damit hübsche Reifenspuren auf Stachel-Guido. -Marcus- ***) P.S.: Danke für die Erstellung dieser CACTUS-Disk! Wieder mal prima gemacht, Marcus! THOMAS NICK - Andere Leute ziehen aus dem Kaarster Ghetto in eine vernünftige Gegend. Nicht so Tommi. Der zieht nur ´ne Etage tiefer. Kleiner Tip von mir: Einfach eine Falltür ins Parkett sägen - und der Kühlschrank findet von ganz allein nach unten... FREDDY WEICHERT - Nach der Renovierung sieht sein Haus richtig schwer nach Zaster aus - vielleicht hätte er die Wände nicht unbedingt mit Tausendmarkscheinen tapezieren sollen. Es soll schon Leute gegeben haben, die in sein frisch renoviertes Haus gekommen sind und sich vor der Toilette verbeugt haben. (*** Und zwar Stachel-Guido. -Freddy- ***) GUIDO COENEN - Dein Lieblings-Abziehbild (*** Stimmt! Man ist immer heilfroh, wenn er abzieht! -Marcus- ***) schwebt zur Zeit im siebten Himmel: Nicht nur, daß sich eine sehr blonde und sehr nette Frau zur Zeit mit ihm befaßt; nein, er hat auch noch seinen Traumjob bekommen und kommt sogar noch mit dem Gehalt aus! Fehlt nur noch, daß auch sein letzter Kindheitstraum war wird: Eine Nacht lang im Kaufhaus in der Süßigkeiten- Abteilung eingesperrt zu werden... ATARI - Liegt Atari schon im Sterben, wird Amiga wohl bald erben! COMMODORE - Wie beginnt ein modernes Märchen? Vielleicht so: "Es war einmal ein professioneller Amiga-Entwickler, der kam zu Commodore und fand dort Unterstützung..." Allen, die uns unterstützen - Vielen Dank, Aktion Sorgenkind! ARD und ZDF - Wäre das Fernsehprogramm besser, wer würde dann noch CACTUS-Disks anschauen? Stevie Wonder? Schlußwort: ----------- Für alle, die nach dieser CACTUS-Disk noch immer nicht genug von Bildschirmen haben, hier unser Fernsehtip des Monats: Schaut Euch mal auf RTL plus irgendeine Sendung mit Ingo Schmoll an, und Ihr wißt, wie man Moderator einer Jugendsendung wird: Man muß nur die eigene Scheiße gelb anmalen und als Gold verkaufen! Zum Schluß danke ich noch einem besonders aufmerksamen Zeitgenossen, der mir den Glauben an die deutsche Buchhaltermentalität zurückgegeben hat. Dieser nette Mensch schrieb uns letzten Monat einen netten Brief des Inhalts, er habe uns vor einem Jahr (!) einen Brief mit 20,- DM Sharegebühr für Programm XYZ zukommen lassen und seitdem nichts mehr von uns gehört. Daher seine höfliche Anfrage, ob wir etwa nur auf Geschäftemacherei aus seien. (*** Was sonst? Ich hab´ mir von den 20,- DM schon mal den roten Lamborghini bestellt. Mein dritter übrigens. Und mit dem Wechselgeld gehe ich ins Spielkasino. -Jürgen- ***) Abgesehen davon, daß wir niemals jemanden aufgefordert haben, irgendwelche Sharegebühren an uns zu übersenden (was ja auch Schwachsinn wäre), hatte unser Zeitgenosse leider auch nicht geschrieben, an wen jener schicksals- schwere Geldbrief gerichtet war; auf Anfrage konnte sich auch keine Cactee daran erinnern. Vielleicht hatte jener Briefeschreiber auch damals an unser Ex-Mitglied Wolli geschrieben - der kann sich dagegen leider nicht mehr wehren, denn bereits seit Ende 1990 ist Wollis fester Wohnsitz die Pappelallee des Neusser Zentralfriedhofs... Wir haben jedenfalls 20,- DM an jenen Herren geschickt und betrachten die Sache damit als erledigt. Das war allerdings das erste und letzte Mal; weitere Anpumpversuche (?) an CACTUS werden nur noch milde belächelt (und zur Abschreckung in dieser Kolumne von mir niedergemacht, hehe). Und jetzt noch einmal zur Verdeutlichung, falls oben genannter Brieffetischist noch ein paar Geschwister hat: - SHAREWAREGEBÜHREN sind direkt an den Autor des jeweiligen Programmes zu senden; was Shareware ist, kannst Du TEXT 3 dieses Verzeichnisses entnehmen. - CACTUS-DISKETTENBESTELLUNGEN sendest Du bitte an unser Mitglied FREDDY (= Hard & Soft Weichert; Adresse in TEXT 4) - ALLE ANDEREN MITTEILUNGEN an CACTUS gehen bitte an unser Mitglied Marcus; Adresse siehe TEXT 3. Antwort erhält aber nur derjenige, der ausreichend Rückporto beilegt. Die Antwort kann allerdings manchmal etwas auf sich warten lassen; alle Cacteen sind schwer berufstätig (wer lacht da?) und machen CACTUS-Arbeit nur am Wochenende zwischen Bier und Freundin/Frau. Oder eben auch mal nicht. Achja, noch etwas an alle PC-Freaks: +-------------------------------------------+ I I I Groß war das Chaos am Strand I I I I als man MS-DOS ertrunken auffand. I I I +-------------------------------------------+ Guido, der Stacheligste Stachelige.