Die guten alten Zeiten !?! Heute möchte ich mich mal etwas über die Machenschaften unserer Konkur- renten auslassen, leider dürfen keine Firmennamen genannt werden, da der Gesetzgeber schützend die Hände über sie hält. Trotzdem sollten ihre Praktiken bekannt werden! Früher gab es jede Menge Serienersteller die, wie die " Nordlichter ", ihre Diskettenserien sowohl dem Endkunden wie auch dem Händler zur Verfügung stellten. Die Händler boten dann diese Disketten unter dem richtigen Namen an, und bei eventuellen Reklamationen bemühte sich der Ersteller soweit das in seiner Möglichkeit lag diese zu beheben. Im Laufe der Zeit wurden die Programme allerdings immer umfangreicher und eine lauffähige Diskette zu machen erforderte immer mehr Zeitauf- wand. Neue Kickstartversionen kamen auf den Markt und das Testen wurde für viele Serienersteller immer mehr zur Qual. Nun wurde für viele der Zeitaufwand zu groß, dann kamen auch noch die CD-Roms für den Amiga auf den Markt, und so stiegen viele aus. Für den Endkunden war dies eine große Erleichterung, da nun das Angebot wesentlich übersichtlicher wurde, nur mit den CD`s konnten sich nicht alle anfreunden, da zum einen bestimmte Grundkenntnisse vorhanden sein mußten um die Programme zum Laufen zu bewegen, zum anderen fehlten Zusatzinformationen wie z.B. die Hardwareanforderungen. Außerdem waren die meisten Beschreibungen in Englisch und durch das Packen der Programme als DMS, LHS oder ähnliches tauchten neue Probleme auf. Auch verlor man sehr schnell die Inhaltsübersicht und die meisten der Endkunden merkten, daß sie doch nur bestimmte Programme für sich brauchten und nicht gleich eine ganze Palette mit speziell für sie überflüssigen Programmen. Fazit: für Sammler von Software und Händler ist die CD-Rom eine feine Sache, zum einen ist sie durch ihre Daten- menge ( wenn sie denn auch ausgenutzt wird ) eine Super-Archivierungs- möglichkeit, zum anderen nimmt sie nicht soviel Platz weg wie 500 oder mehr Disketten. Für den normalen Endkunden ist sie nur dann von Inter- resse, wenn er sich seine CD selbst brennen oder brennen lassen kann, mit seinen bevorzugten Programmen, die nur nach seiner Angabe auf die CD kommen. Die Serienersteller, die sich bis dahin schon durch ihre Kundenfreund- lichkeit einen Namen gemacht hatten wie z.B. die Spielekiste, die Nord- lichter, die Saar usw. legten soweit daß überhaupt noch möglich war, jetzt noch mehr Wert darauf es ihren Kunden, so einfach wie nur möglich zu machen, die Programme bedienen zu können. Der Zeitaufwand zählt für diese Ersteller nicht, auch nicht daß es immer teurer wurde um an die Programme zu gelangen, denn auch ein " Freeware " -Programm aus einer Mailbox gezogen, bedeutet Telefonkosten, oder das Zuschicken von Programmen bedeutet Portokosten und Materialkosten der Disketten zuzüglich Kostenerstattung ( in welcher Höhe auch immer ) für die Programmierer, und und und .... Diesen ganzen Aufwand wollten sich aber einige windige Mitanbieter nicht antuen. War es doch viel einfacher auf die fertigen Disketten der Ersteller zu warten, ihre Namenshinweise ( teilweise nur schlampig ) zu entfernen und sie dann als ihre eigenen herauszubringen. Ja sogar bei den Textfiles wurde geklaut wo es nur ging. Teilweise, wenn über- haupt wurden zwei oder drei Wörter verändert und schon war ihr Text- file fertig. Komisch war nur, daß man plötzlich sah, das jetzt auch an ihren Textfiles, Vermerke wie zum Beispiel die Lauffähigkeitstest waren, diese aber sonst nie gemacht wurden. Genauso hat jeder Texter einen bestimmten Stil, an dem man erkennen kann, wer ihn geschrieben hat, nur bei diesen Serienerstellern nahm dieser Stil eigenartige Formen an, die klar von den Leuten, die die Texte ja geschrieben hatten, erkannt wurde. Selbstverständlich wurden die Texter nicht gefragt, ob es ihnen Recht sei, wenn man ihre Texte teilweise verstümmelt, bzw. frecherweise sogar 1:1 geklaut hatte. Nein ganz im Gegenteil, diese sogenannten Serienersteller haben auch noch die Dreistigkeit Warn- text-Files auf ihren Disketten zu veröffentlichen, indem jedem der es wagen sollte ihre Programme oder Texte zu verwenden, eine Straf- anzeige drohe. Sie stellen daher fremdes, geistiges Eigentum unter ihr Copyright. Doch damit nicht genug, einige waren auch dazu übergegangen den Pro- grammen in ihren Anzeigen Phantasienamen zu geben, und erst wenn der Kunde die Disketten zu Hause hatte, konnte dieses bemerkt werden. Auf Reklamationen ließen sich diese Herrschaften nicht ein, weder der Kunde hatte eine Chance noch die Serienersteller, von denen nachweislich ge- klaut wurde. Und warum nicht? Ganz einfach, man nimmt sich einen auf dem Gebiet kundigen Rechts- anwalt, weiß, daß es diesbezüglich keine Musterprozesse gibt und weiß gleichzeitig, daß wenn es zu einem Prozeß käme, die Kosten in keinem Verhältnis für den Kläger stehen können, da eine erhebliche Summe an Vorkosten zunächst auf einen zu kommen. Selbst wenn es einer dann dennoch wagen sollte, liegt es letztendlich immer noch an dem Richter, dieser wenn er mit der Materie nicht vertraut ist, sich wiederum nur an Musterprozessen orientieren kann, die es in der Form aber wie schon gesagt, nicht gibt. Ist das nicht Spitze ? Genauso verhält es sich aber auch, wenn der Programmname nicht ver- ändert wurde, die Diskette 1:1 übernommen wurde und nur unter anderem Vertrieb angegeben wurde. Selbst als der Nachweis erbracht wurde, daß es sich eindeutig nicht um die Diskette des Händlers sondern um die eines bekannten Serienerstellers handelte, brachte das nur wenig, denn wie nicht anders zu erwarten, hätte nur ein Richterspruch für Klarheit sorgen können. Und nur wer mehrere Standbeine hätte, könnte sich einen solchen Prozeß leisten. Um dem ganzen ein bißchen Vorzubeugen haben einige Serienersteller nun ihr eigenes Anzeigeprogramm, eigene Icons und bestimmte Auf- lagen des Vertriebs verändert. Doch genützt hat dies alles nichts, denn wie schon erwähnt, wird dieses von denen heruntergenommen, bzw. verändert. Auch allein das Textfile reicht nicht aus um einen Anspruch zu erheben, denn ob dieses nun Schützenswert ist, müßte widerum ein Gericht bestimmen und da wären wir wieder bei den Kosten. Doch es gibt noch Möglichkeiten, diese werde ich natürlich nicht hier erörtern, um die entsprechenden Leute nicht vorzuwarnen, da wir aber selbst betroffen sind, müssen wir etwas tun gegen die Leute. Viel wichtiger ist es aber, daß Ihr die Endkunden nicht auf diese scheinheiligen Anzeigen hereinfallt. Zugegeben sie sind hübsch bunt anzusehen und stechen einem sofort ins Auge, aber denkt daran schon mit "einer" Bestellung habt ihr sowohl seine Anzeige wie auch seine Machenschafften unterstützt. Auch schleusen diese sogenannten Händler gerne ganz normale Endkunden als Dealer ein. Ich schreibe absichtlich Dealer, da sie selbst zu feige sind unter ihrem Namen z.B. bei uns zu bestellen, da sie damit rechnen entweder garnicht oder zu spät beliefert zu werden. Einerseits eine berechtigte Annahme, allerdings mit " garnicht " bräuchten sie nicht zu rechnen, da wir als Anbieter verpflichtet sind unsere Ware zu den von uns festgelegten Bedingungen an jeden auszuliefern, der damit ein- verstanden ist. Ein Weitervertrieb allerdings ist ohne einen schrift- lichen Vertrag zwischen uns und dem anderen Händler nicht möglich. Doch wer sich als Endkunde für so etwas hergibt, sei es gegen ein Entgeld oder der Zusicherung der für ihn kostenlosen Software, beteiligt sich mit daran, das die immense Arbeit, die wir und einige Andere in die Serien stecken, zunichte gemacht wird. Genauso verhält es sich, wenn Händler oder auch andere, unsere oder andere Seriendisketten entweder unter Preis verkaufen oder gar ver- schenken. Monatlich muß ein bestimmter Absatz an Disketten erfolgen um neue Software zu finanzieren. Ist dieser nicht mehr gewährleistet, wird es auch dementsprechend keine neuen Programme und keine neuen Programmierer mehr geben, die bereit sind etwas für den Amiga zu tun. Dieses ist nicht nur auf dem FD-Markt so problematisch, sondern ver- hält sich genauso auf dem kommerziellen Markt. Jeder der glaubt, für den Amiga käme zu wenig Software heraus, der sollte sich mal überlegen, ob er nicht in der ein oder anderen Weise mit Schuld daran trägt. Ich will hier keine Moral predigen, dennoch wär ein bißchen mehr über - legen vor dem Handeln für den Amiga und so auch für uns alle nicht un- bedingt das Schlechteste. Nun noch ein kleiner Zusatz für alle Programmierer, es ist absolut wichtig, daß ihr wie früher bestimmte Aufnahmeauflagen für Eure Programme macht, dazu gehört auch, daß es keine Zusatzeinträge und keine Files die kodiert sind geben darf, daß von mir aus eine schriftliche Genehmigung Eurerseits dem Vertreiber vorliegen muß, und und und. Wenn es auch etwas mehr Umstand bedeutet, und ihr stolz seid, wenn sich alle um Eure Programme reißen, denkt doch bitte an die Serienersteller, die sich wirklich noch Mühe geben. Dann ein weiteres Thema mit den Sharewaregebühren. Es ist durchaus richtig, daß zu wenig Leute diese bezahlen, andererseits braucht sich aber auch kein Programmierer zu wundern, wenn er seine Ge- bühren über die von kommerziellen Produkten legt, oder wenn in der Demo- Version nur ein Level angeboten wird, wo die Vollversion dann aus wei- teren zwei Level besteht. Seid nicht sauer, aber auch die Zeitungen haben da nur wenig Interesse solche Produkte vorzustellen, natürlich muß man das je nach Programmart abwägen, aber gerade der Spielebereich zeigt hier eindeutig, das eine solche Entwicklung nicht funktionieren kann. Ein weiteres Kriterium ist die Qualität, jeder fängt mal irgendwann an, und stellt sein Erstlingswerk vor, dieses wird dann auch unter besonderen Maßnahmen getestet, was mir und anderen Spielefans aber absolut nicht ein- leuchten will, ist, warum verlangt der Programmierer zum einen dafür eine überhöhte Gebühr, warum verbessert er sich nicht in nachfolgenden Pro- jekten? Keiner ist mehr bereit für C-64 Qualität einen überhöhten Preis zu zahlen, selbst Nostalgiefans nicht. Außerdem könnten Programmierer die wirklich gute Spiele für unsere Freund- in programmieren zur Zeit wirklich Erfolg haben, wenn sie auf dem Teppich bleiben. Denn im Augenblick kommt mehr Software für den Amiga im FD-Share- ware-Bereich heraus, als auf dem kommerziellen Markt. Nutzt mit Euren Programmen unsere Kontakte zu den Zeitungen und die beratenden Funktionen, die wir unseren Kunden zukommen lassen. Sucht nach neuen Spielideen, schaut Euch Eure Konkurrenz aus England an, die machen sehr viele Programme in absolut kommerzieller Qualität zu niedrigen Preisen. Vergeßt den Gedanken, daß andere Leute mit Eurer Arbeit Geld verdienen wollen. Für Strichmännchen und Käsekästchen-Spiele gibt heute keiner mehr Geld aus. Kritik muß Euch anspornen, denn sie soll helfen und Euch nicht be- leidigen. Geht zunächst mal mit den Gedanken an die Arbeit, daß ihr es " just for Fun " macht, wird es dann ein Erfolg ist die Freude umso größer. Doch laßt Euch nicht entmutigen, wenn es dann doch nicht so geschätzt wird, wie Ihr es Euch erhofft hattet. Die Geschmäcker sind nun mal ver- schieden und eventuell lag es ja auch an der 3001-Umsetzung einer Tetris- variante. :-) So, ich hoffe mein Aufruf bewirkt etwas, bitte sprecht mit Euren Amiga- Freunden und -Kollegen darüber, unterstützt nicht länger die obskuren Händler, verlaßt Euch nicht mehr auf äußere Erscheinungsbilder und meidet die Möchte-gern-Händler! Eure Nordlicht-Gabi