Stefan Salewski, 16.05.92 Amiga? Führen wir nicht, wir haben nur richtige Computer... ----------------------------------------------------------- Anfang dieses Jahres hatte ich mich entschlossen mir endlich einen A3000 zu kaufen. Mit meinem alten A1000 ( ohne Festplatte und mit KS 1.3) war ein­ fach kein vernümftiges Arbeiten mehr möglich, und so blieben eigentlich nur noch zwei Fragen offen: Wo kauft man den A3000 am besten und welcher Monitor eignet sich am besten. Leider mußte ich feststellen daß in Norddeutschland, insbesondere im Raum Stade Hamburg, kaum Händler existieren die dem A3000 vorrätig haben und sich zudem noch etwas mit diesem Rechner auskennen. Nach intensivem Studium von Zeitungsanoncen und dem Befragen von Freunden und Bekannten hatte ich mich dann endlich entschieden mir den Rechner von Sigma- Datentechnik in Oldenburg zu holen. Der Händler ist recht günstig und gilt allgemein auch als kompetent. Allerdings bot er im 14" Bereich nur den Hita­ chi als Monitor an, von dem ein Freund von mir nicht allzu begeistert war. Aber nun ja, Hitachi wird schon kein schlechter Monitor sein, also rufe ich bei Sigma an um zu fragen wann man den Rechner abholen kann. Beim zehnten Versuch komme ich telefonisch endlich durch. Aber dann: Sigma hatte den A3000 in der 25 MHz-Version nicht vorrätig. Der Herr Sigma ,oder wie immer er auch heißt, versuchte mir einen umgebauten 16 MHz-Amiga schmackhaft zu machen, er wäre vorrätig und einige hundert DM billiger. Aber ich erkläre daß ich von solchen Bastelleien nichts halte und frage wann der 25-MHz- Rechner denn wieder vorrätig sein wird. Rufen sie Ende der Woche noch mal an, sagt er. Nun gut, an Freitag komme ich schon nach acht Versuchen durch, aber der Rechner ist noch nicht da. Montag rufe ich wieder an, aber noch immer ist der 25-MHz-Rechner nicht vorrätig. Freitag dann sagt man mir daß der Rechner in der nächsten Woche mit ziemlicher Sicherheit kämme. Na also. Vorsorglich frage ich noch, ob denn die 4MBit-Chips, die Sigma in den Zei­ tungsanzeigen anbietet, vorrätig sind und was 4 MByte zusätzlicher Speicher kosten würde. Nun sagt mir der Herr Sigma, daß die 4 MBit-Chips zwar vorrä­ tig seien, aber die Nachfrage sei so groß, daß sie nächste Woche, wenn der Rechner kämme, wohl schon wieder ausverkauft seien. Etwas entmutigt rufe ich einen Freud an, von dem ich dann erfahre, daß die Firma CCN in Hamburg einen A3000 zusammen mit einem NEC 3FG sehr günstig an­ bietet. Nun hat diese Firma einen etwas zweifelhaften Ruf, aber da ich eh in Hamburg studiere fahre ich am nächsten Tag zu diesem Laden. Tatsächlich ha­ ben sie dort einen A3000/25 und einen NEC 3FG aufgebaut. Der Monitor zeigt ein gutes Bild, der Verkäufer sagt es sei ein 50 Hz Bild. Ich frage ob der Monitor alle Displaymodi des A3000 problemlos darstellen könne. Keine Pro­ bleme, sagt der Verkaufer. Vorsichtshalber rief ich noch mal bei der Zeitschrift AmigaOS an, um zu fragen was die von dem NEC 3FG am A3000 halten. Dort sagte man mir daß der NEC als guter Monitor gilt und daß keine Probleme bekannt seien, allerdings hätten sie selbst noch keinen NEC 3FG am A3000 getestet. Also fuhr ich am nächsten Tag mit dem Auto zu CCN, um den Rechner und Moni­ tor abzuhohlen. Da ich mit meinen C-64 und A1000 schlechte Erfahrungen gemacht hatte (beide mußte ich gleich an nächsten Tag umtauschen) wollte ich den Rechner im Laden ausprobieren. Der Verkäufer, ein anderer als am Vortag, bot das auch von sich aus an, da es wegen der Toleranzgrenzen der Monitore einzelne Exemplare gäbe die mit dem PAL-Modus des Amiga Probleme kätten. Nun, wir haben zwei Exemplare des NEC 3FG getestet, beide konnten das Bild im PAL-Modus nicht syncronisieren, das Bild lief. Dann gab der Verkäufer zu, daß das Vorführgerät, dessen Bild mir am Vortage so gut gefallen hatte, in Wahrheit im 60 Hz NTSC-Modus läuft und im PAL-Modus auch nicht funktionieren würde. Wärendessen hatte ich mir den gerade ausgepackten A3000 etwas näher angesehen und festgestellt, daß die Seriennummer sehr niedrig war, irgendwas mit 300, obwohl in Deutschland doch schon mehr als 10000 Geräte verkauft worden sein sollten. Als ich den Verkäufer darauf ansprach, und frage ob der Preis vielleicht deshalb so billig sei, weil es sich um ein Gerät handeln würde das schon längere Zeit auf Halde liegt, meinte er, daß sei doch ganz egal, bei den Geräten gebe es keine Unterschiede und schließlich würden sie ja keinen Schimmel ansetzen! Das war mir nun doch zu dumm, und ich verließ den Laden. (Wie ich später erfuhr braucht ein NEC 3FG mindestens 55 Hz, er kann also im 50 Hz PAL-Modus nicht funktionieren. Man kann Glück haben daß seine Tole­ ranzgrenze bis in dem PAL-Bereich reicht, aber ich frage mich doch wie es möglich ist, daß dieser Monitor von Versandfirmen zusammen mit dem A3000 als Paket angeboten wurde. Mit der Seriennummer ist das etwas merkwürdig, man kann aus ihr nicht schließen wann ein Gerät gebaut worden ist, da die Num­ mern scheinbar ohne feste Reihenfolge oder System vergeben werden. Und Unterschiede gibt es bei den A3000-Modellen durchaus, z.B. haben einige der neueren Geräte ein HD-Diskettenlaufwerk.) Ein paar Tage später, ich wollte nun endlich einen Rechner haben, habe ich mich dann mit meinen Eltern auf den Weg Richtung Süden gemacht. Eigentlich wollte ich zu einen Angler in Hannover, da er den A3000 und einige Monitore in einem Amiga-Magazin angeboten hatte. Auf dem Weg dorthin wollte ich aber noch in dem Laden 5¼-Software in Braunschweig vorbeischauen, da dieser Laden auch den A3000 und Monitore anbot. Ich wollte dort eigentlich nur kurz reinschauen; ein Laden der 5¼-Software heißt wird wohl Hardware nur nebenbei verkaufen. Der Laden war zwar klein, aber er hatte doch einiges an Amiga- Hardware anzubieten, auch den damals gerade neu auf den Markt gekommenen 1960-Monitor von Commodore. Die 4-MBit-Chips hatten sie ebenfalls vorrätig. Auch eine Werkstatt haben sie, und boten an die Chips gleich einzusetzen und ebenfalls die 50 MByte Platte gegen eine 100 MByte auszutauschen. Da der Inhaber des Geschäfts recht kompetent war, und der Preis günstig habe ich dort dann alles gekauft: Einen A3000 mit 25 MHz, einen 1960-Monitor und zusätzliche 4 MByte RAM in Form von 4 MBit-Chips. Bisher bin ich mit diesem Laden, dem Rechner und dem Monitor recht zufrieden. Stefan Salewski, 16.05.92 PS: Die Namen der Firmen sind vom Autor geändert worden. Der Grund für diese Änderung ist einfach der, daß man sich so beim Schreiben nicht dauernd überlegen muß ob man eventuell wegen Geschäftschädigung verklagt werden könnte. In Nachinein finde ich zwar daß ich ruhig die richtigen Namen wieder einsetzen könnte, da dieser Artikel doch etwas moderater ausgefallen ist als ich Anfangs erwartet hatte, aber nun habe ich mir diese Namen ausgedacht und nun bleiben sie so. Es wird wohl niemandem schwerfallen die richtigen Namen zu erraten.